Tja, da ging es wohl rein um Spaß und Party, und als du mal nicht "funktioniert" hast, wie es die Gruppendynamik fordert, passierte dies...
Du hast dich, aus völlig nachvollziehbaren Gründen, den "Gruppenregeln" verweigert bzw. entzogen und warst somit "raus".
Aus dem Grund vermeide ich Cliquen und treffe mich lieber mit Einzelfreunden. In Gruppen bilden sich oft sehr seltsame Dynamiken und bräuche, beispielsweise müssen dann alle über Fronleichnam nach Mallorca reisen, ob man will oder nicht... ich entscheide lieber selbst, was ich wann unternehmen möchte und füge mich da sicher keinem sozialen Druck.
Das stelle ich ebenfalls fest. Ich hatte Kontakt zu einer Frau, die sich ständig fragte, wie sie Single ist und wieso die Männer nichts von ihr wollen. An ehrlichem Feedback ist sie aber gar nicht interessiert. Ein Mann kritisierte auch einmal ihre Kleiderwahl, sie ist allerdings der Meinung, top gekleidet zu sein. Kritik prallt an ihr ab, so kann sie sich auch gar nicht erklären, wieso sie im Betriebsrat abgewählt worden ist. Ich fragte sie, ob sie sich die Gründe dafür erklären könne, es kam keine Rückmeldung.
Sie hat allerdings zwei Freundinnen, die ihr den "Hintern pudern", ihr immer Herzchen und Küsschen-Smileys schicken. Bei denen ist sie besser aufgehoben als bei mir... ich bin ehrlich und direkt und halte nichts von falscher Freundlichkeit und Schleimerei. Aber das scheint manchen Leuten zu "reichen", eine ehrliche Freundschaft ist das allerdings nicht. Aber dafür gut fürs Ego...
So handhabe ich es auch.
Und dann ist man bei mir auch irgendwann "raus"... so wie die Hochzeits"freundin".
Korrekt. Geben und Nehmen sollte immer ausgeglichen sein! Zumindest die meiste Zeit. Wenn mal "Not am Mann" ist, der Vater im Sterben liegt, der Ehemann Krebs hat, ja da ist ja klar, dass man mehr in Vorleistung geht. Aber nicht im normalen Alltag.
So verfahre ich auch, z.B. mit der Frau aus dem Hochzeitsthread.
Sie kann nun nicht wirklich mehr erwarten, dass ich zu ihrer Hochzeit erscheine mitsamt eines teuren Geschenks. Da würden mein Partner und ich uns sehr dämlich bei vorkommen.
Ich beobachte in den letzten Jahren einen ziemlichen Wandel in einigen Dingen, wobei es andere Phänomene schon immer zu geben schien.
Bei uns als ich noch jünger war, gab es im Dorf schon immer Cliquen, meistens über den Fußballverein oder Turnverein. Ich erinnere mich noch, dass riesige Silvester Partys stattfanden und man gezwungen war, jeden Kram mit zu machen. Einige ließen sich in diese Clique nicht rein ziehen und manche waren sogar nicht erwünscht. Mein Vater kam damals aus der Großstadt Hamburg zugezogen und wurde aus dieser Clique raus gehalten. Daher habe ich denke ich selber, und meine Geschwister ebenso, nie dieses Cliquenverhalten erlernt.
Was ich aber als "neu" empfinde, ist die unantastbare Wahrnehmung so mancher Frauen. Bei Männern mag das ähnlich sein, zumindest in Teilen, aber ich als Mann erlebe hier einen erheblichen Wandel. Während Kritik am Mann "Standard" scheint, ist bei auch konstruktiver Kritik bei Frauen mit einem Tornado an Gegenwind zu rechnen. Ich kenne viele attraktive Frauen in der Umgebung, die seit Jahren (da reden wir von 5-10 Jahren) keine feste Beziehung haben, während sie sich aber vor Angeboten kaum retten können. Wieso das so ist, ist recht schnell klar, wenn man sich mit einen von denen unterhält. Zu einer von ihnen hatte ich bis vor kurzem auch noch Kontakt als Freund. Da dieses Thema nahezu bei jedem Treffen "DAS" Thema war, und ich es auch schon bald nicht mehr hören konnte, versuchte ich, mich immer mal wieder als Freund/Kumpel darauf einzulassen und aus Sicht eines Mannes einen Rat zu geben. War natürlich nicht gewünscht. Die Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung war hier meilenweit entfernt. Während sie an so ziemlich keinem Mann auch nur ein gutes Haar ließ, nahm sie sich selbst als perfekt wahr. Leider rutschen bei mir Menschen ziemlich ins Abseits, die sich als perfekten Standard betrachten und meinen, dass sich alle anderen als Maßstab an ihnen orientieren müssten.
Um es kurz zu machen, las sie mir eine - ungelogen - 4-Seitige Liste vor an vorrangig optischen, aber auch charakterlichen Eigenschaften ihres Traummannes. Ich hörte mir das an. Aus diesen mehr als unrealistischen Vorstellungen konnte man schnell erkennen, wo das Problem lag. Pure Oberflächlichkeit, kaum zu überbieten. Hierauf war der Abend bzw. die Laune schnell im Keller, als sowohl ich als auch ein weiterer (männlicher) Freund ihre Vorstellungen und Ansprüche mal abglichen mit dem, was realistisch zu erwarten war.
Umgekehrt erlebe ich bei Männern häufiger, dass man fast schon froh sein muss, überhaupt jemanden kennenlernen zu können, also eine Frau, die sich auf Mann gewillt ist, einzulassen.
Das mag jetzt eine sehr subjektive Wahrnehmung sein und auch die Frage aufwerfen, was das mit dem Ursprungsthema zu tun hat. Es hat in sofern damit zu tun, dass es immer mehr Menschen schwer fällt, sich auf andere Menschen einzulassen, die nicht "zu genügen" scheinen und die scheinbar unter der eigenen Messlatte zu stehen scheinen, was natürlich Unsinn ist, aber bei vielen im Kopf vorherrscht.
Eine gewisse Arroganz, die eben vorhanden ist, könnte man alternativ auch abgekürzt sagen. Viele suchen sich dann eher Schmeichler, die einem nach dem Mund reden, was in meinen Augen keine echten Freunde sind, jedenfalls nicht permanent und in jeder Lebenslage. Ein echter Freund sagt auch mal die Meinung und sagt auch mal klar, was Sache ist. Setzt aber voraus, dass man sich nicht nur mit sich selber beschäftigt, sondern auch seinem Gegenüber. Und auch hier hakt es wieder. Die meisten wissen vom Gegenüber nämlich garnichts. Und auch die sogenannten "besten Freunde" sind oft irritiert, wenn sie plötzlich mit Änderungen der besten Freunde konfrontiert werden, von denen sie bis dato nie etwas gehört haben - wo man sich doch "alles" mitteilt, oder man zumindest im Glaube ist, das zu tun.