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Als Mann schwieriger neue Freunde mit Substanz zu finden

Dariel

Neues Mitglied
Guten Tag,
ich bin 36 Jahre alt, führe seit 1 Jahr eine Fernbeziehung mit meiner Freundin. Wir sehen uns 1x pro Woche, am Wochenende, alle 14 Tage das gesamte Wochenende.

Ich habe viele Hobbys, bin Marathonläufer, also Laufen ist einfach allein und immer möglich. Ich bin natürlich nicht in einem Verein, da ich den nicht brauche.

Ich habe in München studiert, wohne aber in Berlin. Meine Studienkollegen sind aufgrund der hohen Mieten fast alle aus München weg gezogen, der Kontakt hat sich nur zu fünf Leuten gehalten. Inzwischen nur noch zu zwei Leuten, wobei ich mit einem fast keinerlei gemeinsame Interessen oder Themen mehr habe, auch wenn er viel für den Kontakt tut, er wohnt in Berlin Umland, aber auch 1 Autostunde entfernt. Wir treffen uns alle halbe Jahr, telefonieren alle paar Monate, aber ich muss sagen, der Kontakt ist eigentlich .... unsinnig.

Ich mache halt sehr viel allein, bin jetzt seit einiger Zeit auf Meet5, habe dort den ein oder anderen Weihnachtsmarkt besucht, das Publikum ist aber 40-60 und irgendwie auch eher auf der Suche nach Partnern, also das ganze war eher eine Art Speed Dating. Vor allem die Männer ab 40 sind nur noch auf der Suche und reagieren kaum auf Kontaktanfragen (von mir) und sind fast nur daran interessiert, die nächste Dame kennenzulernen.

Meine Freundin wirft mir immer vor, dass ich nicht das Richtige tue, sie im Gegensatz zu mir hat 10 super tolle Freundinnen, mit denen sie auch ständig on Tour ist, spontan, geplant, sogar manchmal im Kurzurlaub. Da wird eine neue Küche gekauft, da ist die Freundin gern dabei, bei mir undenkbar mit einem männlichen Kontakt.

Also alles mögliche kann sie mit Freundinnen machen, wenn wir uns nicht sehen, Sauna, Therme, Shoppen, quatschen.

Ich bin vor 1 Jahr in einen Leichtathletikverein eingetreten, habe viel dafür getan, hier neue Leute kennenzulernen, keine Chance. Man lernt halt niemanden kennen, die Leute gehen zum Sport hin, quatschen auch mal, haben ihre festen Kreise und das wars.

Abends mal feiern gehen? Machen die nicht oder nehmen mich nicht mit. Ich hatte vor einem halben Jahr eine jüngere Frau kennengelernt, mit der ich dann regelmäßig trainieren war, das gab natürlich mit meiner Freundin großen Ärger, aber auch die wollte mich nur als Laufpartner dabei haben, erzählte mir dann Sonntags früh immer, was sie am Wochenende so getrieben hat, aber mich nie gefragt, ob ich mal Lust hätte, dabie zu sein oder Ähnliches.

Ich frage mich inzwischen.....bei vielen Männerkontakten habe ich das Gefühl, dass die überhaupt nichts dafür tun, mit mir den Kontakt zu halten, das ist komplett einseitig von meiner Seite aus und bei meiner Freundin das Gefühl, sie lernt ständig neue Freundinnen kennen, mit denen sie auch Gemeinsamkeiten und echte Kontakte hat.

Frage ...... findet man als Mann schlechter neue Kontakte, die Bestand haben oder was läuft bei mir verkehrt? Mich nervt das etwas, ich ziehe jetzt nach 1 Jahr Bilanz, habe einen Freund, der ist aber 20 Jahre älter als ich, hat Familie und ist natürlich auch am Wochenende eher mit der Family on Tour als er Zeit für Freundschafte hat.

Bin offen für Tipps aller Art
 
Hallo,

es ist ganz normal, dass Frauen schneller und mehr Freundinnen kennen lernen als Männer! Männer sind eher Einzelgänger und machen solche banalen Dinge wie z.B. Möbelkauf einfach ganz pragmatisch und alleine. Frauen sehen das eher als "Event", welches sie gerne in Gemeinschaft zelebrieren.

Wahrscheinlich ist die Fernbeziehung Teil des Problems! Einerseits bist du ohne Partnerin vor Ort einfach oft alleine, andererseits bindet sie deine Freizeit und Kapazitäten weil ihr euch dann doch wahrscheinlich an den Wochenenden/Feiertagen/Urlaubstagen trefft. Das erschwert es dann natürlich, neue Freundschaften zu knüpfen und aufrecht zu erhalten.

Daher mal eine ganz einfache Frage: Vermisst du denn überhaupt Freundschaften? Möchtest du das denn überhaupt haben? Oder machst du dir nur Sorgen, das wäre "nicht normal", sein Leben in Ruhe alleine zu genießen?

Ich würde es als erste Priorität sehen, die Fernbeziehung in eine Nahbeziehung umzuwandeln. Dann sind sowieso erst mal andere Dinge zu zweit dran und die ganzen Freundschaften müssen hinten anstehen.

LG,
SFX
 
Das ist exakt das Dilemma. Sie hat ihre Freundinnen, die irgendwie gefühlt auch ständig verfügbar sind. Was ich von meinen 1-2 männlichen Kontakten nicht sagen kann, die sind super unflexibel, super unspontan und wohnen halt auch nicht bei mir um die Ecke.

Du sagst bzw. schreibst es. Männer sind für den Kauf einer Küche wenig zu begeistern, ich kenne auch keine Männer, die gemeinsam Klamotten kaufen, das kann man - meiner Ansicht - nach auch nicht vergleichen. Schön geschrieben, Frauen sehen das als Event Charakter, genau so ist es.

Ich glaube, auch die Frage von dir ist berechtigt, ich bin tatsächlich jemand, der kein Thema damit hat, daheim vor einem guten Buch zu sitzen, am Computer oder einfach mal allein spazieren zu gehen, ohne Musik, ohne Interaktion, einfach so mit mir. Meine Freundin kann das zb überhaupt nicht, sie braucht irgendwie immer jemanden, zum Telefonieren, zum Weggehen, am besten live und vor Ort und in Farbe, also nicht mal schreiben reicht ihr aus. Und ja, tatsächlich habe ich es hinterfragt, ob ich das so überhaupt brauche.

Das mit der Nahbeziehung ist nicht so einfach, da wir beide feste Jobs in der jeweiligen Wohngegend haben und den kann man so einfach nicht ersetzen.
 
Frage ...... findet man als Mann schlechter neue Kontakte, die Bestand haben oder was läuft bei mir verkehrt?

Ich bin in einem ähnlichen Alter wie du und kenne das Problem auch.
Es ist echt ab einem gewissen Punkt schwierig.
Frau, Kinder, Familie, Job und vielleicht noch bisschen Sport und mehr ist fast nicht drin.
Lernt man dann doch mal jemand kennen, dann wird jedes Treffen zum wochenlang geplanten "Termin" weil der "er" die gleichen Themen hat die er unter einen Hut bringen will. Geschweige denn, dass man mal 2-3 Leute regelmäßig an einen Tisch bekommt.
So richtig verstehe ich aber nicht woran das liegt.
Die Generation unserer Eltern und Großeltern haben auch Vollzeit gearbeitet, teils selbst Häuser gebaut, nebenbei noch am Auto geschraubt, Onkel Georg das Bad gefliest, dazu noch Ehrenamt gehabt und bei uns gingen fast täglich Freunde und Bekannte der Eltern ein und aus, deren Leben genauso "voll" war...

Heutzutage ist jeder so unendlich "busy" und zumindest in meinem Umfeld ist es unmöglich, dass man einfach so mal spontan ohne große Ankündigung bei irgendjemandem "reinschaut".
Habe durch die Arbeit jemand kennengelernt mit dem ich mich super verstehe und der ruft oft einfach mal so an, am Wochenende. Ohne Grund. Einfach über Gott und die Welt labern usw. und das ist so erfrischend, dass es mich selbst überrascht, wie wertvoll so einfache Dinge sind.
Jeder hat ein Handy, an dem er den ganzen Tag rumfummelt und gefühlt ist keiner erreichbar...
 
Ich bin in einem ähnlichen Alter wie du und kenne das Problem auch.
Es ist echt ab einem gewissen Punkt schwierig.
Frau, Kinder, Familie, Job und vielleicht noch bisschen Sport und mehr ist fast nicht drin.
Lernt man dann doch mal jemand kennen, dann wird jedes Treffen zum wochenlang geplanten "Termin" weil der "er" die gleichen Themen hat die er unter einen Hut bringen will. Geschweige denn, dass man mal 2-3 Leute regelmäßig an einen Tisch bekommt.
So richtig verstehe ich aber nicht woran das liegt.
Die Generation unserer Eltern und Großeltern haben auch Vollzeit gearbeitet, teils selbst Häuser gebaut, nebenbei noch am Auto geschraubt, Onkel Georg das Bad gefliest, dazu noch Ehrenamt gehabt und bei uns gingen fast täglich Freunde und Bekannte der Eltern ein und aus, deren Leben genauso "voll" war...

Heutzutage ist jeder so unendlich "busy" und zumindest in meinem Umfeld ist es unmöglich, dass man einfach so mal spontan ohne große Ankündigung bei irgendjemandem "reinschaut".
Habe durch die Arbeit jemand kennengelernt mit dem ich mich super verstehe und der ruft oft einfach mal so an, am Wochenende. Ohne Grund. Einfach über Gott und die Welt labern usw. und das ist so erfrischend, dass es mich selbst überrascht, wie wertvoll so einfache Dinge sind.
Jeder hat ein Handy, an der den ganzen Tag rumfummelt und gefühlt ist keiner erreichbar...

Danke, ich dachte schon, ich lebe auf dem Mond. Ich habe einen ehemaligen Studienfreund, der wohnt 30 Autominuten, mit dem hab ich mich früher super verstanden, aber leider ein sehr einseitiges Ding, meinerseits. Der meldet sich eigentlich nie und wenn, gefühlt nur aus schlechtem Gewissen. Dann monatelang wieder nicht. Und dann muss das geplant werden, wochenlang vorher, und er hat nicht mal Kinder.

Also wie du schreibst, jeder ist ständig am Handy, aber keiner ist erreichbar. Im Arbeitsumfeld habe ich es ergebnislos auch versucht. Ein Kollege, mit dem ich mich gut verstehe, hat mich pahsenweise dann als Mülleimer verwendet, der Kontakt mit ihm war eigentlich nur intensiv, weil er mit seiner Freundin Stress hatte, irgendwann fand er wieder mit ihr zusammen, der Kontakt sank von 100 auf Null. Davor war ich zwei Mal mit ihm was trinken, wo er zu 100 Prozent nur über seine Probleme sprach, ich eben darauf einging, ihm auch Ratschläge gab, aus meiner Sicht.....der Dank war dann, dass er sich halt nicht mehr meldet seither, im Büro sind wir manchmal in die Kantine gegangen, auch hier nur Thema: Er, seine Freundin, seine Beziehung. Von mir weiß er glaube ich garnichts.

Das sind so Kontakte, wo ich gern Vorschussleistung gebe, aber wenn ich nach drei, vier Monaten merke, da kommt so garnichts eigeninitiativ zurück, nein Danke.

Spontacts war schon etwas besser als Meet5, aber die Altersgruppe auch hier 40-60. Die Weihnachtsmarkt Ära scheint wirklich bei vielen nur als reines Speed Dating gedacht.

Ich habe leider auch das Gefühl, viele sind einfach überfordert.
 
Ich glaube, auch die Frage von dir ist berechtigt, ich bin tatsächlich jemand, der kein Thema damit hat, daheim vor einem guten Buch zu sitzen, am Computer oder einfach mal allein spazieren zu gehen, ohne Musik, ohne Interaktion, einfach so mit mir. Meine Freundin kann das zb überhaupt nicht, sie braucht irgendwie immer jemanden, zum Telefonieren, zum Weggehen, am besten live und vor Ort und in Farbe, also nicht mal schreiben reicht ihr aus. Und ja, tatsächlich habe ich es hinterfragt, ob ich das so überhaupt brauche.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Leuten:

1.: Leute, die ihre Ruhe brauchen um zu entspannen und Energie zu tanken.

2.: Leute, die Gemeinschaft mit anderen brauchen um zu entspannen und Energie zu tanken.

Das muss dir klar sein. Und nur, weil deine Freundin "Typ 2" entspricht, muss das ebenso auf dich zutreffen! 😉

LG,
SFX
 
Hi @Dariel,

ich glaube, dass da 2 Dinge zusammen kommen.

Zum einen ist Mitte 30 natürlich gerade das Alter, in dem für viele Karriere und Familienleben in den Fokus rücken. Wer die ganze Woche ackert, der ist abends k.o. und freut sich, dann nur noch die Beine hochlegen zu können. Wenn bereits kleine Kinder da sind, hat die i. d. R. Partnerin dann auch den Anspruch, dass der Vater sich mal kümmert, vor allem aber dass er Zeit zu Hause verbringt.

Und dann ist es m. E. auch ein Stückweit die heutige Zeit. Ich gehöre zur älteren Generation, knapp nach den Boomern - früher gab es viel mehr Geselligkeit in Vereinen, zu denen du jetztzu Recht monierst, dass es nur noch ein Ableisten des Sportparts ist, um dann wieder nach Hause zu gehen. Ich kenne das noch, dass man im Verein Spieleabende initiiert hat, einfach bis in die Puppen Karten gezockt oder auch nur gemeinsam gequatscht hat etc. etc. Dort entstanden Freundschaften, man feierte in der Konstellation dann auch immer wieder private Geburtstage oder traf sich anderweitig. Das alles scheint es nicht mehr zu geben.

Genauso verhält es sich mit Kneipen. In meiner jungen Erwachsenenzeit (und ich meine durchaus die Zeit bis kurz vor 40) war ich ständig im Städtchen unterwegs. Wir hatten da tolle Kneipen und Cafés, es gab After Work Parties, bei denen ich regelmäßig bis in den frühen Morgen abhing. Das war eine coole Zeit. Viele dieser Läden gibt es nicht mehr, weil sie nicht mehr liefen, insolvent wurden.

In deiner Situation würde ich wohl 3 Dinge versuchen:

Wenn du gerne läufst, könntest du dich den Touren im örtlichen Alpenverein anschließen. Die laufen zwar nicht, wandern aber Langstrecke und sehr intensiv, so dass du dich schon auch gefordert fühlen könntest. Eine Freundin von mir leitet solche Touren in meiner Heimatstadt an. Sie läuft auch Marathons und war kürzlich in Nepal, um einen 7000er (zumindest bis auf fast 6.000 m) zu besteigen. Dort sind coole Leute unterwegs, die womöglich zu dir passen könnten.

Und was ich selber mal früher gemacht hatte als ich nach einer gescheiterten Beziehung ganz alleine da stand und mir einen komplett neuen Bekannten-/Freundeskreis aufbauen wollte: Ich habe selber einen Frauenstammtisch gegründet. Habe in einer Kneipenzeitschrift namens Coolibri inseriert, beschrieben, was ich mir wünsche.. das war echt cool. Anfangs total viele Interessentinnen und am Ende blieb ein wirklich toller Kern übrig, aus dem sich auch echte Freundschaften entwickelten. Da könnte ich mir vorstellen, dass auch das heute noch funktioniert.

Und als letztes finde ich Zusammenschlüsse wie den Lions Club oder die Rotarier klasse. Google doch mal nach Rotaract und lies dich ein bisschen ein. Da würde ich mal zu einem Treffen gehen und schauen, welche Nasen sich dort so versammeln.

Ach ja, noch etwas: Es ist nicht zwingend so, dass es bei Frauen besser klappt mit den Freundschaften (wobei ich mir da auch oft gar nicht so sicher bin, ob das echte Freundschaften sind, da ist schon viel Konkurrenz dabei). Erlebe das gerade bei meiner Tochter die just angefangen hat zu studieren und sich mit FreundInnen auch schwer tut. Da ist das Dilemma, dass sie lerntechnisch extrem eingespannt ist, so dass eigentlich kaum Zeit bleibt. Daher läuft es dann wieder wie bei dir: Am Hochschulsport nimmt sie teil und hat auch schon für ihre Lieblingssportart einen Verein gefunden. Für mehr bleibt da kaum Zeit und sie fühlt ein echtes Dilemma.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann es sein, dass auch mit reinspielt, dass bei Männern ganz schnell die Sexualität in die Quere kommt? Ich kann mich erinnern, dass das irgendwann immer zum Problem wurde. Ich spreche jetzt natürlich von der Mann-Frau-Konstellation als Freundschaft. Einfach nur Spaß haben ohne Sex war einfach schlecht möglich.
 
Dann monatelang wieder nicht.

Und genau das, hat halt mit einer Freundschaft, in meinen Augen, dann irgendwann nichts mehr zu tun.
Man zehrt nur noch von irgendwelchen alten "Geschichten" die man mal vor x-Jahren erlebt hat, updated sich gegenseitig oberflächlich über aktuelle Themen und dann lebt jeder wieder sein Leben.
Echt echter Freund, der ist ein fester Bestandteil des Lebens.
Das bedeutet nicht, dass der jeden Tag auf der Matte stehen oder anrufen muss, aber man sollte schon regelmäßig (was auch immer das bedeutet, auf jeden mal mehr als 1-2 mal im Jahr) was voneinander hören und sich vor allem auch sehen.

Von mir weiß er glaube ich garnichts.

Weil es ihn wohl schlicht nicht interessiert hat.

Das sind so Kontakte, wo ich gern Vorschussleistung gebe,

Anders wird es ohnehin nichts.
Wenn man nicht selbst proaktiv ist und mal Einladungen auf ein Bierchen oder ähnliches ausspricht, dann wirds erst recht nichts
 

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