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Gelöscht 86383
Gast
Was du schreibst, ist schon richtig.
Aber daneben werden ganz primitive Stümperfehler gemacht:
* Die Geschichte mit dem Spinat und dem Eisen kennt wahrscheinlich eh schon jeder. Eine ganze Generation lange mussten Kinder den ungeliebten Spinat essen, weil er doch ach so gesund sei. In Wirklichkeit war das ein ganz primitiver Messfehler. Alle haben von dieser Studie abgeschrieben und niemand hat sich die Arbeit gemacht, das Ergebnis zu überprüfen.
* Die Geschichte mit dem Ei und dem Cholesterin ist noch viel schräger: Man hat Kaninchen !!!!! mit Eiern ernährt. Die Kaninchen hatten dann hohen Cholesterin und wurden sehr krank. Man braucht kein Philosoph zu sein, um den methodischen Fehler zu erkennen. Wenn ich einem Löwen nur Brokoli zu fressen gebe, dann wird er auch krank werden. Was sagt das über Brokkoli aust?
* Oft fußen die Ernährungsempfehlungen der staatlichen Behörden überhaupt nicht auf wissenschaftlichen Ergebnissen. Diese bürokratischen Moloche entwickeln ihre eigne Dynamik und werden sehr von Lobbying beeinflusst.
Die Journalistin Nina Teicholz hat einen Verein gegründet, der dafür kämpft, dass die Ernährungsempfehlungen in den USA bitte auf wissenschaftlichen Ergebnissen beruhen sollten. Ich bin naiverweise davon ausgegangen, dass das sowieso der Fall ist. Aber das ist es nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=hzQAHITIUhg&list=LLbXWwLxav3BPM5u-OwMYGCQ&index=12&t=3939s
(Leider englisch)
Ernährungs- und Sportwissenschaften sollten nicht Wissenschaften genannt werden, da in diesen Metiers kaum wissenschaftlich gearbeitet wird. Man sollte eher von einer Lehre sprechen - wie bei BWL und VWL.
Das ist nicht abfällig gemeint, eine Lehre kann auch sehr anspruchsvoll sein, aber eine Lehre ist eben keine Wissenschaft.
Und ja, natürlich hat man auch das Problem der zahllosen Einflüsse. Aber das wäre nicht so schlimm, man könnte solche Schwankungen in den Studienergebnissen durch saubere Studien ja abschwächen. Weil aber so viel Geld dahintersteckt, macht man das in diesen Bereichen nicht gerne, sondern geht lieber den einfachen Weg: Man macht eher eine Farce als eine Studie, Hauptsache, diese Farce untermauert das eigene Produkt.