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Einfach zu feige!!!

  • Starter*in Starter*in Krabbe
  • Datum Start Datum Start
Hallo,
gestern war mal wieder ein Tag, wo ich einfach nicht mehr konnte! Mein Kreislauf war wieder im Keller und die anderen körperlichen "Gebrechen" ließen auch nicht lange auf sich warten...bin auf jeden Fall nach Hause ab ins Bett. Eine Tablette hier, eine Tablette da, geschlafen und immer noch nervös, traurig und dieses Gefühl, mich für alles schämen zu müssen...

Heute morgen war es immer noch nicht besser! Panik hab ich vor allem, Angst vor der Schule, vor meiner Zukunft! Ich mag das alles nicht mehr mitmachen, aber was soll ich denn sonst tun??

Habe letzte Woche meine Mutter ja darauf hingewiesen, dass ich professionelle Hilfe in Erwägung ziehe, was sie ablehnte...Heute morgen kam sie an mein Bett, nahm mich in den Arm, sah mir an, dass ich die Tränen versuchte zurückzuhalten, sagte mir, dass ich mich endlich entscheiden müsse, dass sie selbst keinen Rat weiß....

Sie denkt, der Knackpunkt wäre die Schule...was bestimmt auch nicht von der Hand zu weisen ist, aber in einer ähnlichen Gefühlswelt war ich ja schonmal vor paar Jahren und da hatte ich keine Probleme in der Schule!
Ich traue mich irgendwie nicht, ihr zu sagen, dass da bestimmt noch viel mehr dahinter steckt...dass ich mich einsam fühle, dass ich mit Stresssituationen und Konflikten schlecht zurecht komme.
Meine Mutter hat sich jedoch entschieden, dass es wahrscheinlich besser wäre, wenn ich psychologisch bzw. psychotherapeutisch "betreut" werde...

Ich bin sehr dankbar für ihren Versuch mich verstehen zu wollen, mir helfen zu wollen - meine Suizidgedanken sind bzw. werden davon zwar nicht plötzlich verschwinden, aber es gibt wenigstens einen kleinen Funken Hoffnung!
Ich frage mich, wie es weitergehen soll? Wir haben versucht, einen Termin bei verschieden Therapeuten zu bekommen, aber die meisten sind bis zum Sommer "ausgebucht".

Ich werde noch etwas schreiben, aber im moment überwiegt die Traurigkeit!

P.S.: @Jens >Danke, für deine PM´s<
 
Hallo nochmal,
habe bis eben noch mit meiner Freundin geredet - 2 Stunden lang! Ich habe sie schon vor Tagen gefragt, ob ich mit ihr sprechen könnte und heute Nachmittag meinte sie, dass sie es vor "Neugierde" nicht mehr aushält und ich solle endlich mit der Sprache rausrücken...Nun ja, heute Abend hab ich ihr dann versucht zu erklären, warum ich endlos traurig bin und nicht mehr weiter weiß. Da ich mich durch den ganzen "Kram" sowieso nicht mehr gut ausdrücken kann, kam manches vielleicht nicht so rüber, wie ich es mir gewünscht hätte...

Ich habe ihr auch vielleicht nicht alles erzählt, aber zumindestens fast alles...meine Sorgen bezüglich der Schule, meines Vaters, meiner Einsamkeit, etc...
Bevor ich mit ihr gesprochen habe, hatte ich auch ein 2,5 Stunden langes Gespräch mit meiner Mutter.
Beide antworten desöfteren damit, dass ich den "Teufel an die Wand male", mir einen zu "großen Kopf" um Dinge mache bzw. übertreibe und alles natürlich lösbar wäre...Nun ja, verletzt hat mich das schon etwas, weil mir die Sache sehr ernst ist und ich damit nicht zurecht komme!
Ich habe beiden so ziemlich alles erzählt, außer von meinen Suizidgedanken, denn wenn sie schon so denken, dass ich "übertreibe", dann werden sie es ja erst recht nicht verstehen, wenn ich mich deswegen umbringen würde...

Auf jeden Fall habe ich endlich den Schritt getan, mich jemandem "anzuvertrauen", was mich gewissermaßen erleichtert, meine Traurigkeit, meine Situation und Selbsttötungsgedanken aber nicht zum Positiven gewendet hat...

Und nun? Jetzt weiß ich immer noch nicht, wie ich weitermachen soll!? Kann mir jemand nen Rat geben???
Liebe Grüße von der Krabbe, die momentan echt verwirrt ist...
 
Hallo Krabbe,

tja, nun hast du es mal dir vertrauten Menschen erzählt... Mit eher geringem Erfolg, leider. Das habe ich auch immer so erlebt und irgendwann hab ich dann beschlossen, es gar nicht mehr zu erzählen, denn es würde ja doch keiner so richtig nachvollziehen können.
Wahrscheinlich muss man erst selber in so einer Lage gewesen sein um es zu verstehen, dass es eben wirklich ein großes Problem ist und man nicht bloß "den Teufel an die Wand malt".

Für mich war meine Psychotherapeutin bis jetzt der erste und einzigste Mensch, bei dem ich das Gefühl hatte, dass meine Sorgen ernst genommen werden.
Deshalb würde ich dir sehr dazu raten, da mal hin zu gehen. Ich würde mich auch nicht auf die Mutter verlassen, sondern es unabhängig von ihrer Meinung machen. Meine Therapeutin sagte immer "Sie sind der Experte ihrer Probleme" - ist wirklich so, niemand außer du selbst hat vollständig Einsicht in deine Gefühlswelt. Aber um die wieder in Ordnung zu bringen, braucht man eben manchmal eine Person, die wie ein Spiegel die eigenen Gedanken und Gefühle widergibt, so dass man sie mal selber "sieht" und sie dann ändern kann.

Zum Finden eines Therapeuten:

Ja, die haben meistens einige Wochen/Monate Wartezeit bis zum ersten Termin. Wo es aber schneller gehen könnte (da bin ich damals zuerst hin gegangen) sind solche Einrichtungen für Jugendliche/junge Erwachsene mit Problemen. Bei mir war das irgendein e.V. "Sucht- und Gewaltprävention" oder so ähnlich, jedenfalls konnte man da auch mit Psychologen sprechen. War auch nicht schlimm, dass ich eigentlich wegen Depressionen da hin kam. Da habe ich sehr viele Adressen von Therapiepraxen bekommen. Man muss da nichts bezahlen und braucht auch keine Krankenkassenkarte, über kleine Spenden freut sich aber jeder e.V. Vielleicht gibt's bei euch sowas auch?

Oder wenn in eurer Nähe eine Universität ist, an der man Psychologie studieren kann, dann ist da bestimmt auch eine Ambulanz, die mit der Uni zusammenarbeitet. Hier in Leipzig gibt es das: 3 Gesprächsräume in einer Praxis mit jeweils einem frisch ausgebildeten Psychologen, die dort Praxiserfahrung machen können. Betreut werden die von einem Supervisor, einem erfahrenen Therapeuten, der dann auch die Patienten zuteilt. Ruf doch da einfach mal an und frage, ob du dort Therapie machen kannst, dann wird man dir schon sagen, wer dafür zuständig ist. Wie man die Ambulanz erreicht, müsste auf der Internetseite des Instituts stehen oder du suchst mal per Suchmaschine nach "$Stadtname psychologie ambulanz" oder so ähnlich. Da die oft neue Patienten brauchen, sind die Wartezeiten relativ kurz, ich hatte schon nach zwei Wochen die erste Probesitzung.

Auf jeden Fall such dir professionelle Hilfe, damit du auch mal wieder froh wirst ;-)

Viele Grüße,
Jens
 
Hallo,
nun ja, meine Freundin hat sich heute dafür entschuldigt, dass sie das "mit dem Teufel an die Wand malen" nicht so extrem gemeint hat, wie es sich anhörte...Sie weiß, dass meine Gefühle und Gedanken (logischerweise) tiefer gehen, dramatischer sind, als sich die ganze "Geschichte" überhaupt anhört!

Sie will mir helfen, sie möchte auch gerne in Zukunft erfahren, wenn was nicht stimmt...Sie hat mich heute mehr oder weniger aufgefordert, die Schule nicht abzubrechen, denn ich wäre nicht dumm, sondern müsste einfach nur versuchen, das durchzustehen und mein bestes geben!
Ich habe ihr versucht zu erklären, dass ich das Gefühl habe, mein bestes zu geben, dass ich nervlich nicht mehr kann...dass mir bewusst ist, dass sich mit einem Schulwechsel oder einer Ausbildungsstelle, nicht unbedingt was zum positiven verändern wird, denn die Antriebslosigkeit und das Gefühl, sich nie richtig konzentrieren zu können, bleibt, ohne andere Situationsänderungen, ja wahrscheinlich bestehen...

Ich wollte übrigens noch fragen, ob ihr glaubt, ich sei wirklich depressiv?? Wenn ich Bücher lese oder mal so Tests mache im Internet, die angeblich von Ärzteseiten stammen, dann treffen viele Symptome auch auf mich zu oder meine Ergebnisse drücken immer aus, dass möglicherweise eine schwere Depression vorhanden sein könnte!?

Nun ja, ich möchte mich ja jetzt nicht auf solche "Laien-Diagnosen" festlegen...

Bin immer noch ratlos, heute geht´s mir zwar relativ gut, außer dass ich Schmerzen habe, aber ich hab immer noch Panik vor der Schule und sobald ich versuche, mir meine Zukunft auszumalen, erscheint nur ein schwarzes Bild....Hmm!?
 
Hallo Krabbe,

das ist sehr gut, dass deine Freundin so zu dir hält. Viele wollen nämlich mit den Sorgen anderer lieber nichts zu tun haben. Und die nennen sich dann auch noch Freunde...

Ob du depressiv bist? Einiges deutet darauf hin. Aber ich sage dir mal, wie es mir in meinen Depri phasen so ging:
kein Antrieb/Motivation, Hoffnungslosigkeit, nichts macht mehr richtig Freude, Konzentrationsschwäche, häufiges Grübeln ohne Ergebnis, Selbstmordgedanken, es ist "alles zuviel" (leicht gereizt oder aggressiv), am liebsten nur noch schlafen um von der Welt nichts mitzukriegen, Vermeiden von Kontakt zu anderen Menschen, Grundstimmung: traurig (aber anders als bei Trauer oder bei schlechter Laune, mehr in Richtung Selbstmitleid)

ich hab immer noch Panik vor der Schule und sobald ich versuche, mir meine Zukunft auszumalen, erscheint nur ein schwarzes Bild
Kannst du dir die Angst vor der Schule erklären? Willst du da eigentlcih schon hin, wenn nur die Panik nicht wäre?

Viele Grüße,
Jens
 
ich kann dir nur sagen: mir geht es ähnlich und ich kann dich gut verstehen. Halte durch, die Hoffnung stirbt zu letzt !
 
Hallo Krabbe

Du, Schreibe mir doch, wo Du genau wohnst, kannst auch eine PM schreiben, und ich gucke da mal, ob ich Dir eine gute Person empfehlen kann...

Gruss Strubi
 
Hallo,
entschuldigt bitte, dass ich mich nicht gemeldet habe, aber mir ging es nicht sonderlich gut!!

War heute bei nem anderen Arzt...werde nicht mehr zu meinem Hausarzt gehen, der denkt nämlich sowieso nur, ich würde ihn anlügen!
Der "neue" Arzt war echt nett und hilfsbereit. Ich habe ihm erzählt, welche Symptome ich habe und er meinte prompt, dass es zwei Arten von Depressionen gäbe und ich hätte vermutlich beide! Leider! ...nun ja, er ist kein Psychologe, hat mir aber dennoch ein Antidepressivum verschrieben!
Das Medikament soll angeblich nicht abhängig machen und ich soll es nur ne Stunde vorm Schlafengehen einnehmen, damit ich für´s Erste mal schaffe, durchzuschlafen!
Ich bin gespannt...habe Angst und kann keinen klaren Gedanken fassen. Ich war über eine Stunde spazieren und konnte einfach nicht nachdenken...bin innerlich total unruhig und komme zu keinem Nenner! Könnte ich wenigstens über meine Situation nachdenken, wäre ich schon einen kleinen Schritt weiter!

In dem Sinne, hoffe ich, dass das Mittel mich erstmal zum Schlafen bringt!
Gruß, Krabbe
 
Hallo Krabbe,

hey, prima! Nun hast du doch den ersten wichtigen Schritt getan, Gratuliere!

Hast du den Arzt mal nach Adressen von Psychotherapeuten gefragt? Vielleicht kennt er ja einen "guten" bei dir in der Nähe?

Wie heißt denn das Medikament?

Viele Grüße,
Jens
 
Hallo Krabbe,

Wollte dich einfach mal kurz wissen lassen dass du mit deiner Situation nicht alleine bist, mir gehts auch schon seit einiger Zeit so, schlaf öfters mit Tränen ein und wach morgens mit Tränen auf..

Schreibe später nochmal ausführlich, kann dir momentan aber erstmal den Ratschlag geben möglichst viel sozialen Kontakt zu haben, da macht sich bei mir zumindest immer ein stückchen Lebensenergie bemerkbar...
Aber vielleicht ist es auch nur die Ablenkung...
 

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