Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

einer prostituierten gute geschäfte wünschen ?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zitat:

Ich habe eben mal nachgefragt. Ein Kunde bezahlt in einer deutschen Standardbar zwischen 80 und 120 Euro für eine Stunde (Zimmer, nicht Gesellschaft an der Theke). In der Regel gehen davon 50% an die Prostituierte, ebenso wie 50% der Ausgaben des Kunden bei Bars, die Getränke ausschenken. Manche Bars berechnen den Prostituierten Kosten für Ver- bzw Gebrauchsmaterialien.

Das wäre das Bruttogehalt. Beträge zu Steuern und Sozialabgaben habe ich zwar gehört, aber ich möchte dazu nichts Konkretes sagen, ehe ich mich genauer informiert habe.
---------------------------------------------------------------

In einer "deutschen Standardbar". Der hilflose Versuch etwa einzuordnen, was nicht einzuordnen ist. Es gibt ältere Prostituierte die froh sind, am Tag einen Kunden zu 30 Euro zu haben - aber natürlich auch welche die für eine Nacht tausend Euro nehmen.
( wollen? )
"Das wäre das Bruttogehalt" - ja, wie denn jetzt? Einfach mal so hochgerechnet. Auf was?
Man fasst es nicht.
PS: Ich habe zwar nie im Milieu gelebt. Aber ich habe eine Menge Bekannte die darin leben.
 
"Ich habe eben mal nachgefragt. Ein Kunde bezahlt in einer deutschen Standardbar zwischen 80 und 120 Euro für eine Stunde (Zimmer, nicht Gesellschaft an der Theke). In der Regel gehen davon 50% an die Prostituierte, ebenso wie 50% der Ausgaben des Kunden bei Bars, die Getränke ausschenken. Manche Bars berechnen den Prostituierten Kosten für Ver- bzw Gebrauchsmaterialien.

Das wäre das Bruttogehalt. Beträge zu Steuern und Sozialabgaben habe ich zwar gehört, aber ich möchte dazu nichts Konkretes sagen, ehe ich mich genauer informiert habe."


Die Behauptung, dass es sowas wie eine deutsche Standardbar gäbe ist mutig aber zeigt auch Deine Hilflosigkeit. Die Preise differieren regional sehr stark (die 30 € die mikenull angesprochen hat sind Vielerorts traurige Wirklichkeit - Geiz ist ja schliesslich geil).

Korrekt ist immerhin, dass 50% der Einnahmen die die Dame macht an den Betreiber gehen (ist beim Taxifahren übrigens auch so gewesen.) Von diesen abgegebenen 50% bezahlt der Barbetreiber die (meist überteuerte) Miete für das Etablissement, Steuern und Versicherung für den Betrieb, Instandhaltung, kauft Ware ein, zahlt seine eigene Altervorsorge, Krankenversicherung etc. und kümmert sich um Werbung, Anzeigen, Intenetauftritt, damit überhaupt jemand den Laden findet und die Frauen was verdienen können.

Die sind also schon mal gut angelegt.

Die 50% die die Damen bekommen:

abgesehen von normalen Lebenshaltungskosten plus Auto etc.: Schicke Dessous, sexy Kleidung, top gepflegt sein (Friseur, Maniküre, Kosmetik), müssen die Frauen davon auch Krankenversicherung und Altersvorsorge bezahlen plus Vielerorts inzwischen eine Pauschalsteuer pro Arbeitstag, egal ob sie etwas einnehmen oder nicht - was ich besonders originell finde.

Was man nicht vergessen darf: ich mag auch keine Zuhälter, aber Prostitution ist - je nachdem - ein gefährliches Geschäft. In einem Puff gibt es Sicherheitsvorkehrungen. Auf der Straße, bei Haus- und Hotelbesuchen gibts davon schon weniger. Im Optimalfall ist der Zuhälter auch jemand, der seinen Schutz anbietet und dann ist er durchaus auch seinen Anteil wert.

Darüber hinaus hat wohl jeder Kaninchenzüchterverein seine eigenen Regeln. Auf einer Baustelle herrschen solche Regeln, in einem Büro a<ndere und im Gewerbe wieder andere. Nicht alles, was ich in Büros gesehen habe (oder auch hier im Forum Beruf lese) überzeugt mich davon, dass es woanders besser ist.

Du hast Recht Günter, es steht jedem frei, die Prostitution als Gewinn für die Gesellschaft zu sehen (ich hoffe, ich habe das jetzt richtig wiedergegeben). Ich kenne jedoch eine Menge Berufe, bei denen ich mir weniger sicher bin, dass sie die Menschheit voranbringen oder das Leben der Menschen besser machen.

Spätestens an Weihnachten zeigt sich jedes Jahr wieder, dass es auch so manchem Puffbesucher ohne Angehörige oder mit Kindern die Weihnachten bei der Mama sind um mehr geht als ums... Ihr wisst schon.

Ich will sicher niemanden heilig sprechen - es ist ein Geschäft wie jedes andere auch, es geht ums Geld. Mir gefällt nur nicht, wenn ein Telefonat und keinerlei Kontakt zu einer Branche die Grundlage für deren Be- und Verurteilung sein sollen.
 
Wenn Du Dir da unsicher bist, dann prositutiere Dich doch selbst, ober beobachte das Leben Deiner Tochter, während sie sich prostituiert.

Und welche Erkenntnis sollte ich daraus gewinnen, die ich nicht eh schon habe? Außer natürlich der, das ich dich bislang offensichtlich vollkommen falsch eingeschätzt habe. Aus deinen sämtlichen Beiträgen im HR hatte ich den Eindruck gewonnen, du hättest eine tolerante, unvoreingenommene, eben eine liberale Weltanschauung.
Diese Ansicht muss ich nun revidieren, nachdem du deine "moralische" Verurteilung dieses Personenkreises hier zum Ausdruck bringst.
Gerade von dir hätte ich erwartet, dass du Menschen nicht auf den Beruf, oder die Tätigkeit, der sie nachgehen, reduzierst.

Man merkt, dass du nicht eine einzige Person die der Prostitution nachgeht persönlich kennst. Sonst wüssest du nämlich, dass dahinter immer ein Mensch steckt... und oftmals sogar ein sehr liebenswürdiger Mensch, wenn er gerade nicht im "Dienst" ist.
 
Z.B. die moralische Verurteilung und das damit verbundene gesellschaftliche Abseits. Neben dem "leicht" verdienten Geld ist das aus meiner Sicht die zweite wesentliche Gemeinsamkeit.
Also, der Stundensatz würde auch auf viele Ingenieure, Berater, Techniker, Makler, Vertreter, etc. zutrefen. Und diesen Berufen wird auch immer wieder mal "leicht" verdientes Geld nachgesagt.

Was die moralische Verurteilung angeht, so entspringt das keinen ethischen Werten, sondern einem gesellschaftlichem Konsens. In anderen Kulturen hat oder hatte Prostitution ja auch einen hohen gesellschaftlichen Status.
Drogen- oder Waffenhandel sind dagegen kaum mit ethischen Werten vereinbar.

Meiner Meinung nach könnte man Prostituierte genauso gut mit Butlern, Masseuren oder Therapeuten vergleichen. Warum du aber gerade Drogen- und Waffenhändler ausgesucht hast, hast du noch nicht begründet.
 
dann kann ich auch sagen, jeder der nur des geldes wegen in seinem beruf arbeitet, prostituiert sich in gewisser weise genau so wie eine prostituierte.


Unser Bekannter ist Anwalt. Er selbst sagt von sich und seinem Berufsstand: "Wir Anwälte sind Maulhuren. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." 😀
 
In einer "deutschen Standardbar". Der hilflose Versuch etwa einzuordnen, was nicht einzuordnen ist. Es gibt ältere Prostituierte die froh sind, am Tag einen Kunden zu 30 Euro zu haben - aber natürlich auch welche die für eine Nacht tausend Euro nehmen.
( wollen? )
In meiner Region ist 100 Euro der Standardtarif in einer Bar für eine Stunde. Natürlich kann ich das nicht für alle Prostituierten in Deutschland annehmen. Entsprechend habe ich einen Unternehmer der Branche gefragt, der die Preise etwas besser einschätzen kann, als ich.

Es gibt ältere Prostituierte die froh sind, am Tag einen Kunden zu 30 Euro zu haben - aber natürlich auch welche die für eine Nacht tausend Euro nehmen.
( wollen? )
Mit 30 verläßt man in der Branche (und nicht nur in der Branche) langsam die gefragteste Altersgruppe. Spätestens mit 45 sollte man über einen Berufswechsel nachdenken.

Und welche Erkenntnis sollte ich daraus gewinnen, die ich nicht eh schon habe?
Vielleicht die Ansicht, dass es Dir selbst nicht egal ist, ob Du im Milieu arbeitest, oder einer anderen Beschäftigung nachgehst. Es ist leicht, als Außenstehender Gleichheit zu proklamieren.

Aus deinen sämtlichen Beiträgen im HR hatte ich den Eindruck gewonnen, du hättest eine tolerante, unvoreingenommene, eben eine liberale Weltanschauung.
Diese Ansicht muss ich nun revidieren, nachdem du deine "moralische" Verurteilung dieses Personenkreises hier zum Ausdruck bringst.
Ich habe mir erlaubt, mir in den Jahren, in denen ich mit Menschen aus dem Milieu zu tun hatte, ein Urteil zu bilden. Und ich habe an mir selbst beobachtet, dass ich durch diese Kontakte härter geworden bin, mehr Mißtrauen entwickelt habe, sich bei mir Werte verschoben haben. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass ich dem Milieu mit Distanz begegnen sollte, wenn ich mich selbst erhalten möchte. Diese Begegnungen waren für mich insofern interessant, dass ich heute weiß, was ich für mich selbst nicht möchte.

Ich will sicher niemanden heilig sprechen - es ist ein Geschäft wie jedes andere auch, es geht ums Geld.
Ikewa, wenn es ein Job wie jeder andere war, warum hast Du dann nicht weiter gemacht?

Also, der Stundensatz würde auch auf viele Ingenieure, Berater, Techniker, Makler, Vertreter, etc. zutrefen. Und diesen Berufen wird auch immer wieder mal "leicht" verdientes Geld nachgesagt.
Was ein anderes Thema wäre, nicht?

Was die moralische Verurteilung angeht, so entspringt das keinen ethischen Werten, sondern einem gesellschaftlichem Konsens. In anderen Kulturen hat oder hatte Prostitution ja auch einen hohen gesellschaftlichen Status.
Drogen- oder Waffenhandel sind dagegen kaum mit ethischen Werten vereinbar.
Für mich selbst ist das zuerst einmal der zentrale Punkt, um den es geht. Warum ist Prostitution eine Tätigkeit, die im gesellschatlichen Abseits stattfindet?

Ich hatte in den vergangenen Wochen eine größere Diskussion über Spielerschutz und die Automatenbranche. Da war für mich irgendwann erkennbar, warum die Gesellschaft Automatenspiel ablehnen muss. Etwa 8% der Automatenspieler werden spielsüchtig. Der Gesetzgeber bekommt es nicht in den Griff. Die Gesellschaft schützt sich also selbst, indem sie Automatenspiel nicht anerkennt. Solange Automatenspiel ein derartig hohes Suchtpotential besitzt, wird es nicht gesellschaftsfähig sein, da kann sich die Automatenindustrie winden, wie sie will.

Warum ist Prostitution nicht gesellschaftlich anerkannt, wie irgendein anderer Beruf? Hatte es irgendwann einen Zweck? Ist es heute noch sinnvoll? Sollte man versuchen, Prostitution gesellschaftsfähig zu machen, bzw, wird sie in den folgenden Jahrzehnten als normaler Teil der Gesellschaft anerkannt werden?

Nebenbei, nenne mir bitte eine Kultur der Gegenwart, in der Prostitution ein hohes Ansehen genießt.

Meiner Meinung nach könnte man Prostituierte genauso gut mit Butlern, Masseuren oder Therapeuten vergleichen. Warum du aber gerade Drogen- und Waffenhändler ausgesucht hast, hast du noch nicht begründet.
Darüber muss ich noch einmal nachdenken.

Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Prostitution ist eben heutzutage nicht mehr im gesellschaftlichen Abseits. In den letzten beiden Jahrzehnten ist da erstaunlich viel passiert. Dir ist wahrscheinlich entgangen, das die Gesellschaft offen über diese Themen diskutiert. Heutzútage treten ( auch aktive ) Prostituierte in vielen Fernsehsendungen auf - auch in den öffentlich rechtlichen Programmen - und schildern ihre Anliegen. Ein guter Tip wäre für Dich, sich mal ab und an die Sendung "Domian" im WDR-Nachtprogramm anzusehen.
 
Vielleicht die Ansicht, dass es Dir selbst nicht egal ist, ob Du im Milieu arbeitest, oder einer anderen Beschäftigung nachgehst. Es ist leicht, als Außenstehender Gleichheit zu proklamieren.

Auch wenn ich selbst nicht in diesem Gewerbe tätig bin, heisst das trotzdem nicht, dass ich ein besserer Mensch bin, als die Dienstleister dort. Es dürfte reichen, dort tätige Menschen persönlich zu kennen, um diese Erkenntnis zu erlangen. Dafür muss man nicht selbst so arbeiten.

Ich habe mir erlaubt, mir in den Jahren, in denen ich mit Menschen aus dem Milieu zu tun hatte, ein Urteil zu bilden. Und ich habe an mir selbst beobachtet, dass ich durch diese Kontakte härter geworden bin, mehr Mißtrauen entwickelt habe, sich bei mir Werte verschoben haben. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass ich dem Milieu mit Distanz begegnen sollte, wenn ich mich selbst erhalten möchte. Diese Begegnungen waren für mich insofern interessant, dass ich heute weiß, was ich für mich selbst nicht möchte.

Ich weiss ja nicht, welcher Art deine Kontakte zu den Menschen dort waren, aber ich bezweifle immer noch, dass du auch nur eine einzige Prostituierte wirklich persönlich gekannt hast. Sonst würdest du nicht so pauschlisieren und Beruf und die Person die dahinter steht gleichsetzen.

Ich wollte es eigentlich nicht erwähnen, aber ist eigentlich auch egal... ein Freund meiner Kinder ist ein Prostituierter, du wirst wohl eher abfällig Stricher sagen. Er kommt heute noch mehr oder weniger regelmäßig in unseren Ort um meine Kids und andere Freunde aus der Clique meiner Kids zu besuchen. Und stell dir bloß vor... er ist immer noch der liebenswerte nette "Junge", der er war, bevor er anfing als Prostituierter zu arbeiten, jedenfalls liebenswert und nett zu ihm höflich begegnenden Personen. Und deshalb ist er auch immer noch bei allen, auch uns Eltern, willkommen und findet bei irgendeinem seiner alten Freunde immer gerne ein Quartier für seine Wochenendbesuche.

Mir ist vollkommen klar, dass auf seiner "Arbeit" nichts von dem lieben jungen Mann vorhanden ist. Kann auch nicht, sonst würde er dort gar nicht arbeiten können. Dort ist er ein knochenharter Hund, das durfte ich auf einem seiner Besuche hier mal ansatzweise erfahren, als wir zusammen einen Zug durch die Gemeinde machten und ihm Leute blöd kamen.

Egal, ich wollte damit auch nur klar machen, dass Prostituierte trotz ihres Berufes Menschen sind wie du und ich sind und keine verderbten Unpersonen. Sie arbeiten wohl im gesellschaftlichen Abseits, aber das rechtfertig nicht, sie auch zu gesellschaftlichen Außenseitern zu brandmarken.
 
Was ein anderes Thema wäre, nicht?
Ja- aber sind dann Prostitution und Drogenhandel nicht auch zwei verschiedene Themen?😉



Etwa 8% der Automatenspieler werden spielsüchtig. Der Gesetzgeber bekommt es nicht in den Griff. Die Gesellschaft schützt sich also selbst, indem sie Automatenspiel nicht anerkennt. Solange Automatenspiel ein derartig hohes Suchtpotential besitzt, wird es nicht gesellschaftsfähig sein, da kann sich die Automatenindustrie winden, wie sie will.
Ich weiss nicht ob das der Grund ist - ich habe keine Ahnung von Soziologie. Es wäre aber zumindest schön das so zu sehen.
Andererseits gibt es viele Berufe, die ebenfalls Suchtverhalten fördern und gesellschaftlich nicht geächtet sind. Winzer oder Brauer, z.B., die Tabakindustrie hält sich ganz gut in der Gesellschaft - und ein Freund von mir programmiert grad an einem neuen Computerspiel. Da werden ganz gezielt so viele suchtfördernde Elemente eingebaut, wie möglich. Ein schlechtes Gewissen hat dabei keiner - man will ja gegen die Konkurenz am Markt bestehen können.
Eigentlich müsste der Psychologe, der sich diese Strategien ausdenkt auch gesellschaftlich geächtet werden. Er ist aber ein hoch geachteter Spezialist.


Warum ist Prostitution nicht gesellschaftlich anerkannt, wie irgendein anderer Beruf?
Ich hab auch da keine Ahnung. Warum ist Sex überhaupt so tabuisiert? Nüchtern betrachtet ist ja nichts verwerfliches daran zu entdecken.



Nebenbei, nenne mir bitte eine Kultur der Gegenwart, in der Prostitution ein hohes Ansehen genießt.
Japan - und in Frankreich hat es doch auch so etwas wie eine Bordellkultur gegeben. Es gibt da doch die Geschichten, wie sich die Resistance im Krieg über die Hinterzimmer der Bordelle organisiert hat.
Das klassische Beispiel, das ich im Kopf habe ist aber Herodot. Der beschreibt, wie in der damaligen Kultur eine Frau erst heiraten durfte, nachdem sie sich eine Nacht gegen Geld verkauft hatte und den Erlös dem Tempel spendete.
 
Prostitution ist eben heutzutage nicht mehr im gesellschaftlichen Abseits. In den letzten beiden Jahrzehnten ist da erstaunlich viel passiert. Dir ist wahrscheinlich entgangen, das die Gesellschaft offen über diese Themen diskutiert. Heutzútage treten ( auch aktive ) Prostituierte in vielen Fernsehsendungen auf - auch in den öffentlich rechtlichen Programmen - und schildern ihre Anliegen.
Prostitution bewegt sich auch heute noch im Abseits. Aber die Grenzen scheinen zu verwischen. Ob das klappt, im "Sinne der Gesellschaft" ist, wird sich noch zeigen.

Auch wenn ich selbst nicht in diesem Gewerbe tätig bin, heisst das trotzdem nicht, dass ich ein besserer Mensch bin, als die Dienstleister dort. Es dürfte reichen, dort tätige Menschen persönlich zu kennen, um diese Erkenntnis zu erlangen. Dafür muss man nicht selbst so arbeiten.
Ich habe nicht von besseren oder schlechteren Menschen gesprochen, Missis. Im Milieu zu arbeiten, bzw. vor der direkten Entscheidung zu stehen, dort zu arbeiten, oder nicht, wirft aus meiner Sicht einige andere Aspekte auf.

Ich weiss ja nicht, welcher Art deine Kontakte zu den Menschen dort waren, aber ich bezweifle immer noch, dass du auch nur eine einzige Prostituierte wirklich persönlich gekannt hast. Sonst würdest du nicht so pauschlisieren und Beruf und die Person die dahinter steht gleichsetzen.
Darin täuschst Du Dich. Ich urteile so, weil ich Menschen aus dem Milieu sehr persönlich kennengelernt habe. Und ich pauschalisiere nicht über Menschen, ich habe mir eine Meinung über einen Beruf gebildet.

Ich wollte es eigentlich nicht erwähnen, aber ist eigentlich auch egal... ein Freund meiner Kinder ist ein Prostituierter, du wirst wohl eher abfällig Stricher sagen. Er kommt heute noch mehr oder weniger regelmäßig in unseren Ort um meine Kids und andere Freunde aus der Clique meiner Kids zu besuchen. Und stell dir bloß vor... er ist immer noch der liebenswerte nette "Junge", der er war, bevor er anfing als Prostituierter zu arbeiten, jedenfalls liebenswert und nett zu ihm höflich begegnenden Personen. Und deshalb ist er auch immer noch bei allen, auch uns Eltern, willkommen und findet bei irgendeinem seiner alten Freunde immer gerne ein Quartier für seine Wochenendbesuche.

Mir ist vollkommen klar, dass auf seiner "Arbeit" nichts von dem lieben jungen Mann vorhanden ist. Kann auch nicht, sonst würde er dort gar nicht arbeiten können. Dort ist er ein knochenharter Hund, das durfte ich auf einem seiner Besuche hier mal ansatzweise erfahren, als wir zusammen einen Zug durch die Gemeinde machten und ihm Leute blöd kamen.
Und schau, da muss er umschalten. Vielleicht muss er knochenhart sein, um diesem Job nachzugehen, um gleichzeitig im Ort anerkannt zu sein. Er wird umschalten müssen. Vom Milieu auf andere Menschen.

Die Menschen, die ich aus dem Milieu kennengelernt habe, können nicht umschalten. Sie haben zu lange im Milieu gelebt. Ich muss auf mein Geld aufpassen, wenn ich mit ihnen umgehe. Ich muss akzeptieren, dass Körper sich verkaufen lassen, dass ein F*** für ein paar Minuten gleichbedeutend mit einem 20-Euro-Schein ist, den ich beim Aldi an der Kasse abgebe.

Es sind andere Lebensumstände, andere Werte.

Günter
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben