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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Re: Eigene Schuld - fremde Schuld
Büßen für eigene Fehler
Ich erfuhr von folgender Ansicht: „Sich sein ganzes Leben lang für einen Fehler Vorwürfe machen, sich sozusagen in ein Büßerhemd kleiden, bedeutet, die eigene Verantwortung abzulehnen.“

Diese Meinung teile ich nicht. Gerade die Person, die sich selbst Vorwürfe macht und büßen will, drückt damit aus: Ich will auch die Verantwortung für mein eigenes falsches Tun tragen“. Es stellt sich für mich nur die Frage, ob dieses „sich-selbst-Vorwürfe-machen“ und das Büßen geeignet sind, Fehler und ihre Folgen auszugleichen.
Manche Leute benutzen Selbstvorwürfe für einen Fehler auch ganz simpel als ein ständiges Memo an sich selbst, den gleichen Fehler kein zweites Mal zu begehen. Zu manchen Fehlern neigt man nun mal, mit dem ständigen Risiko, die gleiche Dummheit wieder und wieder zu machen, da ist so ein Memo nicht verkehrt. Man wälzt sich zwar nicht gerade in der vorhandenen Schuld, aber zieht die Erinnerung an das Vergangene immer wieder hervor, wenn man in eine erneute Situation kommt, in der ein gleichartiger Fehler passieren könnte. Mach ich übrigens auch so, und man kann nicht sagen, daß man auf diese Weise Verantwortung ablehnt - ganz im Gegenteil, man tut ja alles dafür, daß das Vergangene sich nicht nochmal wiederholen kann - und deshalb kann man auch nicht gerade sagen, daß es ein "Leiden" bedeutet, es ist eher ein nützlicher Lerneffekt mit regelmäßiger Stoffwiederholung, damit es nicht vergessen wird.

Hab erst vor kurzem ein dazu passendes Bonmot gelesen: "Vergeben und vergessen heißt wertvolle Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen." Arthur Schopenhauer.
 
Wo jetzt der Widerspruch zu meinem Beitrag sein soll, kann ich nicht erkennen. Lediglich hast Du ausgeführt, was ich auf ein Wort verkürzt habe.
Ein Trauma ist keine Buße. Ein Trauma ist ein seelischer oder auch körperlicher Schaden, der durch Buße vielleicht besser gemacht werden kann - oder vielleicht auch nicht. [Trauma Einzahl, Traumata Mehrzahl, Klugscheiß/off]
Und "selbst bewirkt" hat er das sicherlich nicht. Es waren halt die Umstände. Wäre er nicht zur Bundeswehr gegangen... hätte er rein theoretisch auch irgendwo anders ein Trauma erleiden können, durch einen Unfall, eine Krise in der Familie oder was sonst Menschen traumatisiert. Oder er hätte vielleicht seine ganze Dienstzeit in irgendeiner Kaserne absitzen können, ohne je ein Trauma zu erleiden. Ein anderer, hartgesottenerer Mensch an seiner Stelle hätte vielleicht kein Trauma erlitten. Und so weiter. Unglückliche Umstände, ganz einfach. Das Leben ist kein Ponyhof und so weiter. ... und es kann ja echt niemand behaupten, daß ausgerechnet die Bundeswehr aus schieß- und mordlustigen Psychos besteht. 🙄 ...
 
Ein Trauma ist keine Buße. Ein Trauma ist ein seelischer oder auch körperlicher Schaden, der durch Buße vielleicht besser gemacht werden kann - oder vielleicht auch nicht. [Trauma Einzahl, Traumata Mehrzahl, Klugscheiß/off]
Und "selbst bewirkt" hat er das sicherlich nicht. Es waren halt die Umstände. Wäre er nicht zur Bundeswehr gegangen... hätte er rein theoretisch auch irgendwo anders ein Trauma erleiden können, durch einen Unfall, eine Krise in der Familie oder was sonst Menschen traumatisiert. Oder er hätte vielleicht seine ganze Dienstzeit in irgendeiner Kaserne absitzen können, ohne je ein Trauma zu erleiden. Ein anderer, hartgesottenerer Mensch an seiner Stelle hätte vielleicht kein Trauma erlitten. Und so weiter. Unglückliche Umstände, ganz einfach. Das Leben ist kein Ponyhof und so weiter. ... und es kann ja echt niemand behaupten, daß ausgerechnet die Bundeswehr aus schieß- und mordlustigen Psychos besteht. 🙄 ...

Buße wird im Deutschen untheologisch als "von außen auferlegte Strafe" bezeichnet. Danke übrigens für den Rechtschreibehinweis. Sicherlich hätte er auch woanders ein Traum erleiden können. Aber dieses Trauma ist eben die Folge seiner Entscheidung zur Bundeswehr zu gehen und dem Einsatz im Kriegsgebiet Afghanistan zuzustimmen. Sicher, das Leben ist kein Ponyhof. Aber unsere Entscheidungen haben eben auch Folgen. Daher ist das Trauma dieses Freundes indirekt selbst bewirkt.
 
Du meinst, das Trauma ist genauso selbstbewirkt wie das eines Lokführers, dem ein Besoffener vor die Lok springt, denn wäre er kein Lokführer geworden, hätte er dieses Trauma nie erlitten. Oder das eines Rettungssanitäters, der übel zerfetzte Leichen aus einem Autowrack schneiden muß, denn hätte er diesen Job nie ergriffen, müßte jemand anders diese Drecksarbeit machen. Deiner Meinung ist es also das beste, wenn niemand je etwas tut und am besten niemand jemals vor die Tür geht, denn nur so ist man (einigermaßen) vor Traumata sicher. Und selbst zuhause könnte man rein theoretisch noch die Treppe hinunterfallen und ein Trauma erleiden.
Oder geht es nur darum, daß es hier rein zufällig ums Militär geht? Und das mit den Traumata für Lokführer, Rettungssanitäter etc. wäre okay und akzeptabel, da ja nicht militärisch? 🙄 Manchmal bist Du echt leicht durchschaubar... 😀
 
In manchen Berufen ist es leider so, daß man grundsätzlich in die Situation kommen kann, andere Menschen zu verletzen oder gar zu töten, ob unabsichtlich (Lokführer), auf Befehl (Soldat) oder in Notwehr, um sich oder andere zu schützen (Polizist, Leibwächter). Wer das nicht abkann, sollte diese Berufe lieber erst gar nicht ergreifen, oder aber er setzt sein Pflichtgefühl, weil irgendwer diese Berufe einfach machen muß, über seine persönlichen Gefühle.
Nur merken viele in diesen Berufen erst dann, wenn es tatsächlich passiert ist, daß sie das doch nicht so leicht abkönnen. Die Wahrscheinlichkeit, daß es tatsächlich passiert, ist konkret sehr gering, selbst unsere Bundeswehrler sind ja nicht gerade als schießwütig verschrien (solche täte man dort nämlich gar nicht nehmen). Aber ein gewisses Risiko ist immer dabei, jeden Tag. Berufsrisiko, hinzunehmen oder mit dem Beruf aufzugeben.
 
Ich schätze mal, dass dieses ganze Leben ein Risiko ist.

Die Frage ist halt einfach nur, was wir bereit sind, zu riskieren, und für was.
 
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