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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Vergebung

Ich las: „Solange jemand nicht bereit ist, auch verantwortlich für eigene dunklen Seiten zu sein, solange braucht dieser Mensch eine Vergebung, die er womöglich nie erlangen kann.“

Ich denke: wenn jemand für seine eigenen dunklen Seiten nicht verantwortlich sein will, dann sucht er auch keine Vergebung – unabhängig davon, ob er sie braucht oder nicht.

Auch hier fällt es mir schwer, das Ganze ohne ein Beispiel in einen Kontext zu bringen.

Nehmen wir mal als (extremes) Beispiel einen Mann, der aufgrund eines cholerischen Anfalls oder aus Nachlässigkeit heraus dafür verantwortlich ist, dass sein eigenes Kind oder das seines besten Freundes zu gravierendem körperllichem Schaden kommt oder stirbt. Ich komme auf dieses Beispiel, weil ein guter Freund von mir in einer Lokalität direkt an der Spree mit sehr wachsamen Augen auf seine herumtollende Tochter schaute, mehr als die Mutter beispielsweise. Er hatte die Befürchtung, dass seine kleine Tochter in die Spree fallen/springen könnte, und er nicht schnell genug ist, sie zu greifen oder hinterherzuspringen.

Ausgehend von einem tatsächlich eingetretenen "Schadensfall" hielte ich es für durchaus nachvollziehbar, dass man sich das den Rest des Lebens nicht vergibt, oder ggf. einem anderen. Die Vergebung gegenüber sich selbst oder einem anderen würde wahrscheinlich ein sehr an Größe (?) erfordern.
 
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Re: Eigene Schuld - fremde Schuld
Selbstkasteiung und mit dem Schmerz leben

Ich las die Meinung, dass Selbstkasteiung nur ein feiges Wegducken sei. Dies denke ich nicht. Vielmehr denke ich, dass Selbstkasteiung ein unbrauchbarer Versuch der Wiedergutmachung ist.

Ich las die Meinung: Selbstkasteiung sei Wasser auf die Mühlen derer, die den büßenden und Schuld beladenen Menschen nach ihren Wünschen fremd steuern können. Ja, diese Ansicht teile ich.

Einem Menschen, der unter Schuldgefühlen leidet, wurde die Empfehlung gegeben, dass er seinen Kopf hochnehmen und mit seinem Schmerz leben und arbeiten soll.

Ja, wenn ein Mensch sozusagen unter chronischen Schmerzen leidet und kein Arzt ihm helfen kann, dann bleibt auch nichts anderes übrig, als mit dem Schmerz zu leben. Wäre ich so ein Mensch, der unter chronischen Schmerzen leidet und mir würde jemand sagen, er wüsste von einem Spezialisten, dann würde ich diesen Spezialisten aufsuchen, egal wie merkwürdig mir das vorkommt.

Auch hier fehlt mir ein Beispiel, um das Ganze in Kontext zu zu bringen. Beispielsweise ist der Begriff "Selbstkasteiung" für mich ein "Begriff aus dem Mittelalter", der für mich keine Bedeutung hat. Wie hat man sich eine Selbstkasteiung vorzustellen? Man kniet auf dem Boden und haut sich mit einer Peitsche den eigenen Rücken blutig?

~~~

Ich weiß nicht, wo du diese ganzen Texte bzw. Textpassagen gelesen hast. Für mich jedenfalls ergeben sie nicht so extrem viel Sinn.

Meine persönliche Sicht ist sehr viel einfacher: Entweder man erkennt und löst Probleme, oder eben nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm... schwierig, gerade auch ohne konkretes Beispiel.

Mir fällt jetzt spontan der Freund eines Freundes ein, der in Afghanistan oder so eingesetzt war. Dort hat er wohl einen oder mehrere Menschen umgebracht. Zurück in Deutschland war er dann fertig mit der Welt, wurde aus dem Dienst entlassen, hatte ein Trauma. Wäre das so ein Fall, wo jemand büßen könnte bzw. müsste? Und wenn ja, wie?

Ich denke, Dein Freund büßte durch das Traumata. Durch seine "Mitgliedschaft" bei der Bundeswehr hat er das Traumata selbst bewirkt, vermute ich. Die Erlebnisse werden ihn ein Leben lang begleiten.
Und das ist ein grundsätzliches Problem. Wir werden die Folgen unserer Entscheidungen tragen müssen. Und wenn wir zusammenbrechen, dann liegt es womöglich daran, dass wir die Folgen eben nicht tragen können.
 
Nehmen wir mal als (extremes) Beispiel einen Mann, der aufgrund eines cholerischen Anfalls oder aus Nachlässigkeit heraus dafür verantwortlich ist, dass sein eigenes Kind oder das seines besten Freundes zu gravierendem körperllichem Schaden kommt oder stirbt. Ich komme auf dieses Beispiel, weil ein guter Freund von mir in einer Lokalität direkt an der Spree mit sehr wachsamen Augen auf seine herumtollende Tochter schaute, mehr als die Mutter beispielsweise. Er hatte die Befürchtung, dass seine kleine Tochter in die Spree fallen/springen könnte, und er nicht schnell genug ist, sie zu greifen oder hinterherzuspringen.

Ausgehend von einem tatsächlich eingetretenen "Schadensfall" hielte ich es für durchaus nachvollziehbar, dass man sich das den Rest des Lebens nicht vergibt, oder ggf. einem anderen. Die Vergebung gegenüber sich selbst oder einem anderen würde wahrscheinlich ein sehr an Größe (?) erfordern.

Die Möglichkeit sich selbst zu vergeben erfordert Einsicht in die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung. Wenn "ich" tatsächlich unverantwortlich gehandelt habe, dann halte ich es für unmöglich, mir selbst zu vergeben. Das hört oder liest man dann zwar oft, dass man sich selbst vergeben sollte, aber ich denke, dass diese Aufforderung falsch ist und in diesen Fällen, wo ich selbst unverantwortlich handelte, nicht funktioniert.

Anders verhält es sich bei der Vergebung, die ein anderer von mir haben möchte. Da liegt es an meiner Liebe und Größe, zu vergeben.
 
Auch hier fehlt mir ein Beispiel, um das Ganze in Kontext zu zu bringen. Beispielsweise ist der Begriff "Selbstkasteiung" für mich ein "Begriff aus dem Mittelalter", der für mich keine Bedeutung hat. Wie hat man sich eine Selbstkasteiung vorzustellen? Man kniet auf dem Boden und haut sich mit einer Peitsche den eigenen Rücken blutig?

Ja, so war das damals.
Heute gibt es Handlungen, die man als moderne Form Selbstkasteiung bezeichnen kann. Beispiele: So laufen Menschen mit dem Kopf buchstäblich vor eine Wand oder verletzen sich mit einem Messer.



Ich weiß nicht, wo du diese ganzen Texte bzw. Textpassagen gelesen hast. Für mich jedenfalls ergeben sie nicht so extrem viel Sinn.

Meine persönliche Sicht ist sehr viel einfacher: Entweder man erkennt und löst Probleme, oder eben nicht.

tja, und dieses "oder nicht" führt zu neuen Problemen bzw. lässt das "alte" Problem größer werden.
 
Ich denke, Dein Freund büßte durch das Traumata. Durch seine "Mitgliedschaft" bei der Bundeswehr hat er das Traumata selbst bewirkt, vermute ich.
Das ist Unfug. Wer zum Militär geht, egal wo auf der Welt, muß von vornherein damit rechnen, daß er irgendwann auch auf Menschen schießen muß. Vermutlich ist der Freund zur Bundeswehr unter der Annahme, dort eine ruhige Kugel schieben zu können, wie übrigens viele die zum Militär gehen, einfache Befehlsstrukturen ohne ein Muß zum eigenen Denken wirken auf manche Leute durchaus anziehend. Pech nur, daß man das eigene Denken, das eigene Gewissen nicht auch so einfach abstellen kann, wenn es wirklich hart auf hart geht. Und nicht das Schießen auf Menschen ist für viele das eigentliche Problem, sondern eher das Trauma, das sich aus eigener Todesangst bildet, wenn das Selbstbild vermeintlicher Unverwundbarkeit (gerade bei jungen Menschen) schlagartig in Stücke fällt.
 
Wenn du einen Menschen also fragen würdest: "Wie hättest du gerne, dass diese Welt ist?"
Könnte dir kaum ein Mensch beantworten.

Könnte wäre kein Problem, die Antwort würde nur einige Zeit erfordern, weil da sehr viele Faktoren im Spiel sind.

In einer Welt wie ich sie gerne hätte wäre zum Beispiel "Ausgleich" einfacher. Am einen Ort der Welt gibt es zu viel Wasser (Überschwemmung), am anderen zu wenig (Dürre), wenn man ausgleichen könnte, wären beide Teile zufrieden. Geht nur dummerweise nicht, weil ziemlich große Strecken zwischen dem einen und dem anderen liegen. Oder wenn man die Hitze einer beliebigen Wüste einfach in winterkalte Wohnungen auf einem ganz anderen Teil des Planeten leiten könnte. Stell Dir sowas wie die Transmitter aus den SF-Romanen vor, eine Art Tür oder Fenster in der Luft, die "hier" mit irgendwelchen Orten in China oder Südafrika oder sonstwo verbindet, die man nach Belieben einfach aufmachen und Sachen (Wasser, Wärme, Energie, sonstwas) in Sekundenschnelle von einem Teil der Erde zum anderen transportieren könnte. Ohne Transporte per Pipelines, Eisenbahnen, Flugzeuge oder anderes, was für teuer Geld hergestellt werden muß und trotzdem wenig effizient ist, je weiter die Abstände zwischen hier und dort sind, weil Material und Treibstoff einfach kosten.
Oder einfachere Ausgleiche zwischen Arm (arme Länder) und Reich (reiche Länder). Zwischen zu viel Nahrung und zu wenig, und so weiter.
 
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