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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Für weitere Antworten geschlossen.
Leg halt Beweise vor, daß einer der Tausende oder Millionen Götter, an die Menschen geglaubt haben und noch glauben, "echt" ist... aber solange sich alle Religionen so widersprechen, wie sie es tun, ist die einfachste Annahme die, daß sie alle miteinander Unrecht haben, und daß kein einziger dieser Götter wirklich existiert. (Nein, Märchenbücher als alten Zeiten sind KEIN Beweis! Ein Beweis müßte etwas aktuelles, unumstößliches und nachprüfbar "Übernatürliches" sein.)

Nein, Dagoa, so geht es nicht.
Du schreibst im vorigen Beitrag: "Da ist in Wahrheit der Wunsch der Vater des Gedankens, die eigenen Wünsche werden als die eines Gottes ausgegeben,"
Das ist keine Annahme von Dir, sondern eine Behauptung. Und dieser Behauptung widerspreche ich. Und dies tue ich in der Annahme, dass Du Deine Behauptung nicht beweisen kannst.
Also über Beweise müssen wir hier nicht diskutieren. Eine Einigung in Deinem Sinne würde voraussetzen, dass wir uns einig sind, dass nur das als Beweis zulässig ist, was durch unsere 5 Sinne erfassbar ist. Bewusstsein, Verstand, Gewissen... würden ausgeschlossen sein, was ich für falsch halte. Würden Indizien ausreichen, wie z.B. der moralische Gottesbeweis von Kant?
LG, Nordrheiner
 
Nicht-Vergebung kann nur die Leute "in die Hölle" schicken, die sich selber psychisch aufgrund irgendeiner (echten oder eingebildeten) Schuld selbst zerfleischen.

Nein. Das ist doch unlogisch. Du vergibst in bestimmten Fällen nicht (berechtigt oder nicht), schickst Menschen in die „Hölle“ und wälzt dann alles ab auf diese Person mit den Worten: „er zerfleischt sich selbst“. Das ist erstmal nur sachlich gerade gestellt, ohne Wertung.


Findet man in diesem Forum ja oft genug, und häufig sind es reine Trauerspiele von Selbstbestrafungen, wo eigentlich jemand ganz anders bestraft werden müßte (z. B. mißbrauchte und vernachlässigte Kinder).

Dieser Fall ist nach meiner Meinung streng zu trennen von dem vorgenannten Fall. Wenn ein Mensch in seiner Kindheit traumatische Erlebnisse erfuhr, daraufhin Schuldgefühle entwickelt, so müßte nicht er „vor Gericht“ stehen und sich schuldig fühlen, sondern seine Eltern.


Wer ein dickes Fell hat und keine Schuld anerkennt oder sich einreden läßt, oder wer sich ausreichend selbst belügen kann, den schert eine Nicht-Vergebung (durch andere) nicht. Und ich gehöre auch nicht zu jenen, die sich einreden lassen, sie müßten "um jeden Preis" vergeben.

Genau. Das habe ich schon verstanden. Du hast ein dickes Fell. Es mag Situationen geben, in denen ein dickes Fell gut und sinnvoll ist. Das Schlechte ist jedoch die Übertreibung des Guten.

Wenn ich - aus berechtigten Gründen - einen Groll gegen jemand habe und derjenige nicht um Verzeihung bittet - oder mir nur in die Tasche lügt, um ein genauso unehrliches Lippenbekenntnis von mir zu hören - dann kann ich sehr gut damit leben, ihm nicht zu vergeben, die Schuld bleibt dann halt einfach offen.
Mit „…bleibt dann halt offen“ ist es nicht getan. Siehe erster Satz oben! Alles hat Folgen!

PS. Wenn Du hierauf antworten willst und Probleme mit meinem blauen Text hast, dann empfehle ich Dir, dass Du den kompletten Text nach word kopierst und dort bearbeitest, danach wieder zurückkopierst, wobei Du dann Formatierungen im Editor des Hilfeforums vornimmst.
 
Ich gehöre nicht zu denen, die ihr Seelenheil davon abhängig machen, jedem und alles zu vergeben. Manche Rechnungen im Leben bleiben halt für immer offen und unbezahlt, that´s life. Ich lebe gut damit, und wenn jemand anders Probleme mit solch einer Einstellung zu haben scheint, dann muß er mir die Gründe - die wahren, nicht die vorgeschobenen! - nennen. Insbesondere bei religiös eingestellten Personen findet man ein Verhältnis zu "Schuld", welches darauf schließen läßt, daß sie das Konstrukt "Schuld" gern als Werkzeug gebrauchen (möchten), um Leute zu gängeln und von irgendwelchen "göttlichen Vergebungen" abhängig zu machen, wie einen Junkie vom Heroin. Religiöse Drogendealer, gewissermaßen, die sowohl das Gift als auch die angebliche "Rettung" von dem Gift verteilen, jedoch in Wahrheit gar nicht die Absicht haben, die Abhängigen jemals wieder aus ihren Klauen zu lassen.

Es mag vor allem im Mittelalter häufig der Fall gegeben sein, dass Kirchenfürsten ihre Stellung mißbrauchten, um andere Menschen zu gängeln. Das mag auch in bestimmten islamischen Kreisen noch heute so sein, vielleicht auch in anderen Religionen. Ich weiss es nicht. Wir leben weder im Mittelalter – noch sind wir Muslime, oder? Christen, wie ich sie erlebe, gehen mit der Schuldnersituation sehr viel verantwortlicher um, als Du es tust.

„…bleibt dann halt offen“ ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit, der Ratlosigkeit oder auch der Gleichgültigkeit. Man kann Christen je nach Situation Fehler nachsagen oder auch mangelndes Wissen, aber sicher gehört Gleichgültigkeit nicht dazu. Ich kenne etliche Christen, die verantwortliches Leben auf ihre Fahne geschrieben haben und die ganz gewiss nicht die kleinste Absicht haben, jemanden abhängig zu machen. Wozu auch. Diesen Menschen Schlechtes andichten zu wollen, führt zu der Frage: Was beabsichtigt der „Dichter“? Ablenkung von eigener Hilf- und Ratlosigkeit scheint mir eine passende Antwort zu sein. Logisch wäre es.

LG, Nordrheiner
 
Klingelt da was bei Dir, @Nordrheiner? Denn Dein Beharren darauf, daß ein Mensch schon ab Geburt "schuldig" sei, ob er was dafür kann oder nicht, deutet genau darauf hin...

Zum besseren Verständnis folgendes:
Der Mensch ist von Geburt an so veranlagt, dass er sich schuldig macht, weil er nicht tut, was er selbst als richtig erkannt hat. Dies wird mal mehr, mal weniger, auch im Bewusstsein des Menschen deutlich. Die Veranlagung dazu ist im Menschen. Dazu bedarf es keiner Gängelei von aussen. Du hast dafür selbst ein Beispiel dafür geliefert. Dies ist meine Erkenntnis. Warum sollte ich nicht darauf beharren?
Oder willst Du wirklich behaupten, dass ein Mensch, der für sich das Richtige und Gute erkennt, dies auch immer konsequent umsetzt?


Und übrigens, es heißt nicht "Mut zu was", sondern "Mut gegen was", nämlich die eigene Mutlosigkeit, es heißt nicht "Hoffnung worauf", sondern "Hoffnung wogegen", nämlich die eigene Hoffnungslosigkeit. Wer selbst nicht die Kraft findet, da herauszukommen, bleibt für immer gefangen.

Glaubst Du wirklich ernsthaft, was Du da geschrieben hast?
Wie soll denn Mut gegen eigene Mutlosigkeit ganz praktisch aussehen? Wenn es kein Spruch sein sollte, bitte mal ein praktisches Beispiel.

Hoffnung gegen die eigene Hoffnungslosigkeit:
Hoffnung braucht einen trifftigen Grund. Wenn sich ein Mensch an anderen Menschen schuldig machte, ihm nicht vergeben wird, worauf bitteschön, soll er seine Hoffnung setzen????????? Mit einem leeren Spruch ist ihm nicht geholfen!

LG, Nordrheiner
 
Nein, Dagoa, so geht es nicht.
Du schreibst im vorigen Beitrag: "Da ist in Wahrheit der Wunsch der Vater des Gedankens, die eigenen Wünsche werden als die eines Gottes ausgegeben,"
Das ist keine Annahme von Dir, sondern eine Behauptung. Und dieser Behauptung widerspreche ich. Und dies tue ich in der Annahme, dass Du Deine Behauptung nicht beweisen kannst.
Also über Beweise müssen wir hier nicht diskutieren. Eine Einigung in Deinem Sinne würde voraussetzen, dass wir uns einig sind, dass nur das als Beweis zulässig ist, was durch unsere 5 Sinne erfassbar ist. Bewusstsein, Verstand, Gewissen... würden ausgeschlossen sein, was ich für falsch halte. Würden Indizien ausreichen, wie z.B. der moralische Gottesbeweis von Kant?
LG, Nordrheiner
Der beste Beweis ist doch der, daß jedes Gottesbild genauso aussieht, wie der jeweilige Gläubige es gern hat. Der blauäugige Gutmensch sieht einen "lieben" Gott, der alles schon (irgendwie und irgendwo...) zum Besten richtet, der Krieger aus einer Erobererkultur sieht einen Gott, der den tapferen sprich skrupellosen Krieger im Jenseits mit einem Plüschbordell samt 72 Jungfern zum Dauerfi*en belohnt. Verstehst Du, was ich meine? "Gott" ist nichts anderes als ein Spiegel, der auf einen Altar gestellt wird und in dem jeder, der hineinschaut, genau das sieht, was er am liebsten sehen möchte - nämlich einen "Gott" nach dem eigenen Ebenbild, der die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zuerst einmal versteht, dann natürlich erfüllen soll und als drittes auf eine unangreifbare, metaphysische Ebene erheben soll, auf der sie dann für jeden anderen (Menschen) zum "unangreifbaren Gesetz" werden sollen, vor dem alle anderen gefälligst in Demut und Ehrfurcht zu kuschen haben. Der Mensch schuf Gott nach seinem Ebenbild, nicht umgekehrt. (Hat, glaub ich, schon ein gewisser Feuerbach geschrieben, die Erkenntnis ist nicht neu.) Und der Mensch neigt nun mal dazu, sich selber zum Maß aller Dinge zu machen und zu glauben, der "eigene Gott", sprich das eigene, übersteigerte Selbst, sei das "Ideal", zu dem alle anderen, wenn nötig auch gegen ihren Willen, hingezwungen werden müßten. Und deswegen ist Religion eine ständige Quelle des Unfriedens, und wird es auch immer bleiben.

Zu Kant gibt es eine Kurzversion auf Wikipedia unter "Gottesbeweis", aus der man herauslesen kann, daß Kant die Existenz eines Gottes als "ultimative moralische Instanz" voraussetzte - weshalb also gleich am Anfang der Indizien ein Denkfehler steht, die Natur, die Welt, das ganze Universum kennen nämlich gar keine Moral. Moral ist eine rein menschliche Erfindung, ein Mittel zur Aufrechterhaltung eines sozialen Zusammenlebens in einer Gruppe oder Horde, das jedoch ganz nach Bedarf verändert werden kann, es gibt also gar keine "ultimative Moral", an die jeder Mensch, jedes Lebewesen, jedes Atom oder jede Staubwolke im All sich halten müßte. Zitat aus Wikipedia: "Für die praktische Vernunft sei es dennoch moralisch notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen, denn das moralische Gesetz führt über den Begriff des höchsten Guts zur Erkenntnis aller Pflichten als göttliche Gebote". Heißt für einen Atheisten in salopp freier Übersetzung ungefähr so: das menschliche ("moralische") Gesetz wird durch Benutzung des Schlagwortes "Gott will es so" (Gott = "höchstes Gut") zur allgemeinen Verpflichtung als "göttliches" Gebot hochgesteigert... (und darf dann als Schlußfolgerung, logischerweise, nicht mehr hinterfragt, angezweifelt oder gar abgesägt werden - weil ja "gottgewollt").
Witzigerweise kommt dann die Einschränkung "Die Wirklichkeit eines höchsten moralisch-gesetzgebenden Urhebers (sprich Gott) ist also bloß für den praktischen Gebrauch unserer Vernunft hinreichend dargetan, ohne in Ansehung des Daseins desselben etwas theoretisch zu bestimmen.", das heißt auf gut Deutsch, sobald man das nützliche Konstrukt "Gott" erst einmal erfolgreich im Gehirn der Menschen installiert hat, ist er sehr brauchbar, um beispielsweise in Gesetzestexten oder in ganz allgemeinen Fragen der "Moral" auf ihn verweisen zu können. Wenn aber gar keine Existenz eines Gottes vorausgesetzt ist - dann fällt dieses ganze schöne Bauwerk in Stücke, weil man dann die "Moral" auf andere Art legitimieren müßte, auf eine Art, die näher am realen, lebenden Menschen ist als ein unerreichbarer, unangreifbarer Gott im fernen Olymp, und das wäre zu Zeiten Kants (geboren 1724, gestorben 1804), zweifellos eine ganz andere Art von Legitimation gewesen als heute, nach den Lernprozessen, die die Europäer seit damals durchgemacht haben... (mit Abschaffung von Leibeigenschaft und "gottgewollter" Adelsherrschaft, Weltkriegen, Diktaturen, Holocaust, technologischen und gesellschaftlichen Fortschritten und vielen anderen Bereichen...)

... und das ist auch der Grund, warum ich beim Zitieren von "älteren" Philosophen grundsätzlich zu einer Prise Salz greife. Was hätten Kant & Co. wohl formuliert, wenn sie heute leben würden und ggf. in atheistischen Familien großgeworden wären, in denen die Existenz von "moralerhaltenden Göttern" eben nicht als "selbstverständlich" vorausgesetzt wurde?
(P.S. falls sich jemand fragt: ja, ich beherrsche die Übersetzung "Beamtendeutsch" in Normalsprache). 🙂 Hilft eminent beim Entwirren philosophischer Statements...
 
Zuletzt bearbeitet:
Es mag vor allem im Mittelalter häufig der Fall gegeben sein, dass Kirchenfürsten ihre Stellung mißbrauchten, um andere Menschen zu gängeln. Das mag auch in bestimmten islamischen Kreisen noch heute so sein, vielleicht auch in anderen Religionen. Ich weiss es nicht. Wir leben weder im Mittelalter – noch sind wir Muslime, oder? Christen, wie ich sie erlebe, gehen mit der Schuldnersituation sehr viel verantwortlicher um, als Du es tust.

„…bleibt dann halt offen“ ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit, der Ratlosigkeit oder auch der Gleichgültigkeit. Man kann Christen je nach Situation Fehler nachsagen oder auch mangelndes Wissen, aber sicher gehört Gleichgültigkeit nicht dazu. Ich kenne etliche Christen, die verantwortliches Leben auf ihre Fahne geschrieben haben und die ganz gewiss nicht die kleinste Absicht haben, jemanden abhängig zu machen. Wozu auch. Diesen Menschen Schlechtes andichten zu wollen, führt zu der Frage: Was beabsichtigt der „Dichter“? Ablenkung von eigener Hilf- und Ratlosigkeit scheint mir eine passende Antwort zu sein. Logisch wäre es.

LG, Nordrheiner

Ich weiß ja nicht, in welchem rosaroten Glaubensgebäude Du lebst, aber religiöse Gängelung habe ich bei meiner eigenen Mutter erlebt, der wurde der Glaube in der Sonntagsschule mit dem Haselnußstock (oder der Drohung mit demselben) "nahegebracht", was dazu führte, daß es bis heute unmöglich ist, mit ihr ein vernünftiges Gespräch darüber zu führen, weil sie bis heute panische Angst hat, sie könnte "bestraft" werden, wenn sie auch nur die geringsten "Zweifel" an dem, was man ihr damals eingetrichtert hat, aufkommen läßt. Was das war, keine Ahnung, sie traut sich ja gar nicht, darüber zu sprechen - vermutlich weil ihr bewußt oder unbewußt klar ist, daß da so einiges an blankem Unfug dabei war und sie Angst hat, daß ich ihr ganz unverblümt meine Meinung dazu sagen täte. Mittelalter ist sooo lange noch nicht her, jedenfalls bei Leuten, die von kleinen Dörfern auf dem Lande stammten, wo "die Kirche noch im Ort ist", wie man so passend sagt...

Mit dem "gehen mit der Schuldnersituation sehr viel verantwortlicher um als ich" meinst Du wohl, sie sind eher bereit, sich Schulden einreden zu lassen als ich (und damit die "Notwendigkeit" einer göttlichen Vergebung, oder so), oder? 🙄 Sorry, zieht bei mir nicht!


"Bleibt halt dann offen..." ist eher ein Ausdruck für Ehrlichkeit. Wer meint, daß alle Fragen auf der Welt beantwortet werden können, alle Probleme gelöst, alle Rechnungen beglichen, der ist ein Lügner. Schlicht und einfach. Die Welt ist nicht vollkommen, war sie nie und wird sie nie sein. In einer unvollkommenen Welt wird es immer Dinge geben, die für alle Zeiten unaufgelöst bleiben. Eine Rechnung, die nicht beglichen wurde, verfällt trotzdem irgendwann. Weil sich niemand mehr dafür interessiert, niemand mehr daran erinnert, andere Dinge längst wichtiger geworden sind als eine alte Kamelle, alle Schuldner wegsterben und niemand da ist, der das Erbe übernimmt... die Zeit geht über alles hinweg. Nach 100, 1000 oder 10.000 Jahren schert sich niemand mehr um Dinge, die heute passieren, vor allem wenn es nur "Alltagskram" ist, der nur wenige Menschen betrifft, und nichts wirklich weltbewegendes. Aber selbst das weltbewegende ist ab einem bestimmten Alter nur noch für Geschichtswissenschaftler und klausurgeplagte Schüler von Bedeutung. Das relativiert Deinen Begriff von "Schuld" ganz von selbst, nicht wahr? Schuld, die einfach aus der Realität verschwindet, weil die rechtmäßigen Schuldner längst weggestorben sind und kein "Nutznießer" der Schuld, den man belangen könnte, mehr existiert, weil die ganzen Umstände nur noch als Fußnoten in irgendwelchen verstaubten Geschichtsbüchern auftauchen. Die Zeit frißt alles ohne Unterschied. Umso wichtiger, die Zeit, die man hat, nicht an hanebüchene "Schuld"-Geschichten zu verplempern, sondern was aus seinem Leben zu machen. Sich um die Schulden zu kümmern, die man real und wirklich selber verursacht hat, reicht völlig, und das sind reale Schulden, die man entweder bereinigen kann - oder eben nicht. Reale Welt, unvollkommene Welt, kein rosarotes Wunschtraum-Gebilde, in dem sich jede Phantasie erfüllt.
 
PS. Wenn Du hierauf antworten willst und Probleme mit meinem blauen Text hast, dann empfehle ich Dir, dass Du den kompletten Text nach word kopierst und dort bearbeitest, danach wieder zurückkopierst, wobei Du dann Formatierungen im Editor des Hilfeforums vornimmst.

Funktioniert nicht. Ich kann in diesem Forum keine Texte nach Word kopieren. Ich kann zwar markieren, aber der markierte Text wird nicht erfaßt, nicht kopiert und nirgendwohin übertragen, egal ob in Word, in das Antwort-Feld oder sonstwohin. Geht einfach nicht, egal ob mit Maus oder Tasten. Der Fehler liegt irgendwo im System, und an dem pfusche ich nicht herum, weil ich den Admin nicht sauer machen will (fremder Computer, hab keinen eigenen). Änderungen an der Formatierung in diesem Forum führen jedesmal dazu, daß ich in einem anderen Forum, das andere Formatierungen hat, Probleme beim Einstellen bekomme. Von Word aus einkopieren geht, aber von hier nach Word - nada. Egal ob der Text blau, kariert oder gescheckt ist, sobald er in einem fremden Zitat drinsteht, ist er für mich nicht zitierbar. Sorry ------
 
Der Mensch ist von Geburt an so veranlagt, daß er sich schuldig macht...
(unvollständiges Zitat, da ichs nicht kopieren kann, siehe oben, aber Du weißt welcher Post gemeint ist)Tja, da ist schon wieder ein Denkfehler. Der Mensch ist so veranlagt, das zu tun, was er in seiner jeweiligen Situation für das richtige HÄLT. Ob das "objektiv gesehen" tatsächlich "das richtige" ist, sprich das, was er tun SOLLTE (aus Sicht anderer Menschen nämlich) oder ob das nur aus seiner eigenen Sicht das richtige ist (wie z. B. jemanden zusammenzuschlagen und auszurauben, weil der etwas hat, was er selber gerne haben möchte), das hängt mit der moralischen und ethischen Einstellung jeder einzelnen Person zusammen. Und zumindest Moral ist sehr flexibel, individuell wie gesellschaftlich, wenn sie durch so simple Dinge wie z. B. Androhung von Strafverfolgung, sozialer Ächtung von Übeltätern etc. stark beeinflußt wird. Deine Einstellung, einen Menschen nicht nur schuldig zu erklären für das, was er real verschuldet hat, sondern per Grundsatz für alles, was er jemals verschulden KÖNNTE, erinnert mich irgendwie an diesen Film mit Tom Cruise - "Minority Report", in dem Leute schon verhaftet werden, bevor sie ein Verbrechen begehen können, weil die Verbrechen von Hellsehern vorhergesagt werden - ein System, das nur solange funktioniert, bis einer der Vollstrecker selbst eines Verbrechens angeklagt wird, das er noch gar nicht begangen hat und nach logischem Ermessen auch gar nicht begehen kann und wird...
 
Nochmal zu Deinem Beitrag 114:

Oder vielleicht sollte ich schreiben, wer selbst nicht die Kraft finden WILL. Die Kraft hat nämlich grundsätzlich jeder,
Das ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Menschen, die unter ihren realen oder irrealen Schuldgefühlen sowie der damit verbundenen Depression leiden. Du sagst Ihnen: „Wenn Du da nicht rauskommst, dann willst Du die Kraft nicht finden. Bitte mal ein Rundschreiben an alle Therapeuten: „Eure Patienten wollen nicht. Verkauft ihnen keine Hilfestellung, die eh zwecklos ist. Das ist unanständig, unmoralisch.“


aber es gibt viele, die sich im Lauf des Lebens den Mut und die Kraft (ab)nehmen lassen, die sich die eigenen Hoffnungen ausreden lassen, damit sie um so leichter von anderen kontrolliert und manipuliert werden können.

Ja, genau, diese logische Erklärung ist ja auch noch denkbar. Der betroffenen depressiven Person wurde die Kraft abgenommen, aus sich aus der Schuldenfalle und Kraftlosigkeit zu befreien.
Wer könnte das gewesen sein?

Fall 1: z.B. Die Eltern, die die Kindheit „versauten“? Ok, das kann ich nachvollziehen. Da kann ich „bessere Manipulation“ als einer der möglichen Gründe auch erkennen. Ein anderer möglicher Grund wäre Unfähigkeit oder einfach Unwissenheit (Unwissenheit des Besseren).

Fall 2: Der nicht vergebungsfähige oder der nicht vergebungsbereite Mensch entzieht durch sein Verhalten (Verärgerung, Gleichgültigkeit) diesem Menschen Kraft.
(siehe dazu ganz oben, erster Absatz in meiner ersten Antwort zu Deinem Beitrag 114: Also Fall 2 würde auf Dich zutreffen können)


Lies mal das Buch "Momo"... ein Märchenbuch mit genau diesem Inhalt (kein Wunder, daß gläubige Menschen oft Probleme mit "phantastischer Literatur" haben, da stehen zu viel unangenehme Wahrheiten drin...). Wer aber Angst vor der Hölle hat wie der Autor des Zitats, der sollte auch die genannten Bücher lesen. Da steht nämlich drin, wie man aus dieser "Hölle" herauskommt, Anleitung zur Selbstbefreiung, gewissermaßen... und ganz ohne irgendwelche "göttliche Vergebung"...

Ich bin „begeistert“. Du scheinst tatsächlich die Patentlösung gefunden zu haben. Nur, wenn Du von Dir und Deiner Antwort wirklich überzeugt bist, wieso schreibst Du das nicht in jeden Hilferuf rein, der von Depressionen, verbunden mit Schuldgefühlen, ggf. auch Suizidgedanken handelt? „Lies das Buch Momo, und alles wird wieder gut.“

Du könntest vielen Therapeuten helfen, wenn Du ihnen Deine Literaturliste zusendest.

Lieber Daoga,
mal die Ironie beiseite gelegt. Das Buch Momo ist sicherlich interessant, aber genauso wenig eine Patentlösung wie Gleichgültigkeit (dickes Fell) gegenüber den Menschen, die aus ihren berechtigten oder unberechtigten Schuldgefühlen nicht herausfinden.

Dein Beitrag: 111
„daß man aus diesem Zustand herauskommen kann - wenn man es will und sich nicht von seiner eigenen (!) Mutlosigkeit und Verzweiflung unterkriegen läßt - mit anderen Worten, es hängt allein von einem selber ab, ob man in seiner ganz privaten (selbstkonstruierten?) Hölle bleibt oder nicht."

Und genau das stimmt nicht.


Es gibt sicher hilfreiche Wege und es gibt auch Menschen, auf die zutrifft, dass es wirklich nur an ihnen selbst liegt. Aber diese Deine pauschalierte Antwort ist falsch und ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen, die sich selbst in die „Hölle“ schickten oder von anderen in die „Hölle“ geschickt wurden und die eben nicht alleine wieder herauskommen können. Und dann finde ich es nicht richtig, sich dafür ein dickes Fell zuzulegen, Gleichgültig zu sein oder die Schuld bei X zu suchen oder mit dem Hinweis auf das Buch Momo zu antworten.
Es geht mir um Lösungen. Danke für Deine ausführlichen Antworten.

LG, Nordrheiner



PS. Wenn Du hierauf antworten willst und Probleme mit meinem blauen Text hast, dann empfehle ich Dir, dass Du den kompletten Text nach word kopierst und dort bearbeitest, danach wieder zurückkopierst, wobei Du dann Formatierungen im Editor des Hilfeforums vornimmst.
 
Der beste Beweis ist doch der, daß jedes Gottesbild genauso aussieht, wie der jeweilige Gläubige es gern hat. Der blauäugige Gutmensch sieht einen "lieben" Gott, der alles schon (irgendwie und irgendwo...) zum Besten richtet, der Krieger aus einer Erobererkultur sieht einen Gott, der den tapferen sprich skrupellosen Krieger im Jenseits mit einem Plüschbordell samt 72 Jungfern zum Dauerfi*en belohnt. Verstehst Du, was ich meine? "Gott" ist nichts anderes als ein Spiegel, der auf einen Altar gestellt wird und in dem jeder, der hineinschaut, genau das sieht, was er am liebsten sehen möchte - nämlich einen "Gott" nach dem eigenen Ebenbild, der die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zuerst einmal versteht, dann natürlich erfüllen soll und als drittes auf eine unangreifbare, metaphysische Ebene erheben soll, auf der sie dann für jeden anderen (Menschen) zum "unangreifbaren Gesetz" werden sollen, vor dem alle anderen gefälligst in Demut und Ehrfurcht zu kuschen haben. Der Mensch schuf Gott nach seinem Ebenbild, nicht umgekehrt. (Hat, glaub ich, schon ein gewisser Feuerbach geschrieben, die Erkenntnis ist nicht neu.) Und der Mensch neigt nun mal dazu, sich selber zum Maß aller Dinge zu machen und zu glauben, der "eigene Gott", sprich das eigene, übersteigerte Selbst, sei das "Ideal", zu dem alle anderen, wenn nötig auch gegen ihren Willen, hingezwungen werden müßten. Und deswegen ist Religion eine ständige Quelle des Unfriedens, und wird es auch immer bleiben. (Siehe hierzu meinen nachfolgenden 2. Absatz)

Hallo, Daoga,
"Der beste Beweis" ist leider lückenhaft – daher nicht der beste. Richtig ist – dass es sicher viele Menschen (Religionen) gibt, die sich ihr Gottesbild nach ihren Wünschen formen. Aber daraus, wie Feuerbach, zu schließen, daß dies auf alle Menschen zutrifft, ist eine Pauschalkeule und daher mangels Differenzierung falsch.

Aus meiner Sicht trifft zu: Inhaltlich ist die ganze Welt der Religionen ein Ausdruck des Aufstandes gegen Gott. Inhaltlich richtige Erkenntniselemente werden in götzendienerischen Systemen usurpiert, in denen dann der Mensch sein sündiges Wesen auslebt. Daher sind auch heute viele Religiöse in menschenfeindlicher Weise unterwegs.

Es gibt sowas wie Gotteserkenntnis, Gotteserfahrung, Offenbarung. Diese Offenbarung ist i.d.Regel völlig anders, als die Vorstellung von Gott, die der betreffende Mensch bis dato hatte. Diese Offenbarung verändert das traditionell beim jeweiligen Menschen bislang vorhandene Gottesbild. Auf solche Menschen kannst Du treffen – ohne dass sie Dir vorschreiben, ihr Gottesbild übernehmen zu müssen.
Diese Gotteserfahrung und Offenbarung ist unter Atheisten (z.B. Feuerbach) natürlich unbekannt.

LG, Nordrheiner
 
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