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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Der Mensch ist schuldig, weil er nicht tut, was - gemäß seinem eigenen Bewusstsein - von ihm selbst als richtig erkannt wird.

Nöööpp. Veto. Der Mensch tut in aller Regel das, was er für richtig erachtet. Alles andere wäre ja kompletter Schwachsinn.

Das ist die Realität, die von vielen Menschen subjektiv empfunden wird und Schuldgefühle auslöst. Das hat nichts damit zu tun, dass irgendjemand sich das wünscht. Warum sollte Gott, warum sollte ich, das anderen Menschen wünschen?????? Von mir kann ich sagen, dass ich das niemandem wünsche. Schon alleine der Gedanke daran, dass Erbschuld zum Wunsch von mir oder jemandem werden kann, ist mir sehr befremdlich.

Ich denke, es ist in diesem Zusammenhang müßige Spekulation darüber nachzudenken, was sich dieser oder jener wünschen könnte. Das lenkt eher von dem Bewusstsein ab, wie "meine" Realität aussieht. Und im Umgang mit "meiner" Realität sind mir Gleichgültigkeit oder Spekulation über anderer Leut' Wünsche bestimmt keine Hilfe.

Ich selbst halte nichts von Schuld, Schuldzuweisungen und Schuldgläubigen. Von mir aus kann man das Wort 'Schuld' komplett streichen.
 
Nöööpp. Veto. Der Mensch tut in aller Regel das, was er für richtig erachtet. Alles andere wäre ja kompletter Schwachsinn.

Ich selbst halte nichts von Schuld, Schuldzuweisungen und Schuldgläubigen. Von mir aus kann man das Wort 'Schuld' komplett streichen.

Wenn Deine Meinung gemäß Satz 1 richtig ist, und wenn auch richtig ist, dass das für alle Menschen gilt, dann ist auch das Ergebnis aller Menschen in aller Regel richtig. Dann müssten alle Menschen die Ergebnisse, als da wären auch: Hungersnot durch Gleichgültigkeit, Ausbeutung, Unterdrückung, Gängeln, Vergewaltigung, Ertrinken, Verdursten etc etc als richtig anerkennen. Tun sie aber oft nicht (was ich verstehen kann). Die vorgenannten Taten (verhungern und ertrinken lassen etc.) sind keine Unfälle, so in dem Sinne "oh, hab ich nicht gewusst, gewollt". Diese Ergebnisse entstehen täglich und nicht durch Verhaltensweisen "ausserhalb der gewünschten Regel".

Und noch eines: "Alles andere wäre Schwachsinn." Nein, wäre es nicht. Der Mensch ist in aller Regel nicht schwachsinnig, sondern 1. fehlerhaft und 2. zum boshaften, sadistischen und schlechten und gleichgültigen Handeln fähig. Und zu was er fähig ist, dazu entscheidet er sich auch in aller seiner Freiheit. Nur die Regel, die wird vom Menschen passend geändert.
Es ist schon einige Monate her, als ich ein Interview verfolgte mit einer führenden Entscheidungspersönlichkeit des früheren Pol Pot Regimes. Er erzählte, wie gezielt man damals Menschen massenhaft getötet und andere unterdrückt hätte. Und er sagte, dass er bis heute sein Mitwirken an diesen Taten, nicht aus seinem Gewissen streichen könne. Das Schlechte, für das er sich "in aller Regel" wissentlich entschieden hatte, blieb eingebrannt in seinem Gewissen.

Die Menschen, die an anderen Menschen durch Gleichgültigkeit oder durch direktes Einwirken schuldig werden, die stimmen Dir alle zu" und singen mit Dir im Chor: Ich selbst halte nichts von Schuld, Schuldzuweisungen und Schuldgläubigen. Von mir aus kann man das Wort 'Schuld' komplett streichen."


Es ist schon interessant zu sehen, aus welchen durchaus unterschiedlichen Menschen sich dieser Chor zusammensetzt, in dem Du mitsingst.

Aber nein, einige von diesen Menschen wollen eines Tages aus diesem Chor austreten, sie wissen nur nicht wohin mit ihrer Schuld.

Aber die Menschen, die subjektiv für sich Schuld empfinden, finden keine Lösung dadurch, dass das Wort Schuld vermieden wird. Die Menschen, die das Wort "Schuld" streichen wollen - sollen sie doch. Ich mache diesen Menschen keine Vorschriften. Diese Menschen haben für sich eine Lösung gefunden, und sei es nur in Form eines "dicken Fells".

Mich interessieren aber die Menschen, die eine Realität erleben, in der das Wort "Schuld" vorkommt, empfunden wird, sei es subjektiv oder objektiv, sei es zu Recht oder zu Unrecht.

LG, Nordrheiner
 
Es ist interessant. Nach meinem Empfinden können Menschen mit fremder Schuld besser umgehen, als mit eigener Schuld (sei es jeweils objektiv oder subjektiv).

Die möglichen - als richtig empfundenen - Lösungen im Umgang mit fremder Schuld scheinen leichter gefunden zu werden.
 
Wenn Deine Meinung gemäß Satz 1 richtig ist, und wenn auch richtig ist, dass das für alle Menschen gilt, dann ist auch das Ergebnis aller Menschen in aller Regel richtig. Dann müssten alle Menschen die Ergebnisse, als da wären auch: Hungersnot durch Gleichgültigkeit, Ausbeutung, Unterdrückung, Gängeln, Vergewaltigung, Ertrinken, Verdursten etc etc als richtig anerkennen. Tun sie aber oft nicht (was ich verstehen kann). Die vorgenannten Taten (verhungern und ertrinken lassen etc.) sind keine Unfälle, so in dem Sinne "oh, hab ich nicht gewusst, gewollt". Diese Ergebnisse entstehen täglich und nicht durch Verhaltensweisen "ausserhalb der gewünschten Regel".

Und noch eines: "Alles andere wäre Schwachsinn." Nein, wäre es nicht. Der Mensch ist in aller Regel nicht schwachsinnig, sondern 1. fehlerhaft und 2. zum boshaften, sadistischen und schlechten und gleichgültigen Handeln fähig. Und zu was er fähig ist, dazu entscheidet er sich auch in aller seiner Freiheit. Nur die Regel, die wird vom Menschen passend geändert.
Es ist schon einige Monate her, als ich ein Interview verfolgte mit einer führenden Entscheidungspersönlichkeit des früheren Pol Pot Regimes. Er erzählte, wie gezielt man damals Menschen massenhaft getötet und andere unterdrückt hätte. Und er sagte, dass er bis heute sein Mitwirken an diesen Taten, nicht aus seinem Gewissen streichen könne. Das Schlechte, für das er sich "in aller Regel" wissentlich entschieden hatte, blieb eingebrannt in seinem Gewissen.

Die Menschen, die an anderen Menschen durch Gleichgültigkeit oder durch direktes Einwirken schuldig werden, die stimmen Dir alle zu" und singen mit Dir im Chor: Ich selbst halte nichts von Schuld, Schuldzuweisungen und Schuldgläubigen. Von mir aus kann man das Wort 'Schuld' komplett streichen."


Es ist schon interessant zu sehen, aus welchen durchaus unterschiedlichen Menschen sich dieser Chor zusammensetzt, in dem Du mitsingst.

Aber nein, einige von diesen Menschen wollen eines Tages aus diesem Chor austreten, sie wissen nur nicht wohin mit ihrer Schuld.

Aber die Menschen, die subjektiv für sich Schuld empfinden, finden keine Lösung dadurch, dass das Wort Schuld vermieden wird. Die Menschen, die das Wort "Schuld" streichen wollen - sollen sie doch. Ich mache diesen Menschen keine Vorschriften. Diese Menschen haben für sich eine Lösung gefunden, und sei es nur in Form eines "dicken Fells".

Mich interessieren aber die Menschen, die eine Realität erleben, in der das Wort "Schuld" vorkommt, empfunden wird, sei es subjektiv oder objektiv, sei es zu Recht oder zu Unrecht.

LG, Nordrheiner

Was du aus meiner Sicht nicht so recht verstehst, möchtest, willst, ist, dass es nicht darum geht, ob jemand Schuld hat oder wie viel, sondern darum, wie es funktioniert oder gut gemacht werden kann.

Schuld hat noch niemals irgendeinem weitergeholfen, weil es alle Dinge ins Negative verdreht.

---

Nehmen wir beispielsweise Liebe. Kennt Liebe einen Pfand oder eine Schuld?
 
Was du aus meiner Sicht nicht so recht verstehst, möchtest, willst, ist, dass es nicht darum geht, ob jemand Schuld hat oder wie viel, sondern darum, wie es funktioniert oder gut gemacht werden kann.

Schuld hat noch niemals irgendeinem weitergeholfen, weil es alle Dinge ins Negative verdreht.

Zum Einen stimme ich Dir zu: Der Begriff alleine tut es nicht.
Lediglich ist dieser Begriff eine Überschrift, unter der sich viele Varianten beschreiben lassen. Insofern ist der Begriff eine sprachliche Hilfe für den Einstieg.

2. Ob jemand Schuld hat, will der Betreffende in vielen Fällen ganz genau wissen. (Zugegeben, das trifft nicht auf alle zu.) Aber wer nicht fragt "habe ich Schuld an..." oder "wer hat hier Schuld?" mit dem braucht man auch nicht über den möglichen Verursacher reden. Keine Frage - keine Antwort. Ganz einfach, oder?

3. Wie es funktioniert (wie entsteht Schuld?) oder gut gemacht werden kann, finde ich auch wesentlich !!!

4. Deinem letzten Satz widerspreche ich aus meiner Erfahrung. Sag mal, hast Du für Deinen letzten Satz ein Beispiel?

LG, Nordrheiner
 
Zum Einen stimme ich Dir zu: Der Begriff alleine tut es nicht.
Lediglich ist dieser Begriff eine Überschrift, unter der sich viele Varianten beschreiben lassen. Insofern ist der Begriff eine sprachliche Hilfe für den Einstieg.

2. Ob jemand Schuld hat, will der Betreffende in vielen Fällen ganz genau wissen. (Zugegeben, das trifft nicht auf alle zu.) Aber wer nicht fragt "habe ich Schuld an..." oder "wer hat hier Schuld?" mit dem braucht man auch nicht über den möglichen Verursacher reden. Keine Frage - keine Antwort. Ganz einfach, oder?

3. Wie es funktioniert (wie entsteht Schuld?) oder gut gemacht werden kann, finde ich auch wesentlich !!!

4. Deinem letzten Satz widerspreche ich aus meiner Erfahrung. Sag mal, hast Du für Deinen letzten Satz ein Beispiel?

LG, Nordrheiner

Ich muss gestehen, dass du anderst denkst/tickst als ich. Insofern betrachtest du die ganzen Krümel, aber ich den ganzen Keks. Und wenn du mir nicht zustimmst, ist das auch in Ordnung.

Mir ist einfach nicht verständlich, warum man einem Menschen/Kind/Baby Schuld einreden soll, wenn diese nicht nachweislich vorhanden ist.

Vom Mechanismus her, vom Psychologischen her, wird ein Mensch auch immer schlechter, je schlechter man ihn behandelt und sieht.

Ich würde es als schrecklich empfinden, wenn man mich ständig als Sünder und Schuldner sieht. Und weil ich das als ungerecht erachte, würde ich das auch meinen Kindern nicht antun.

---

Frage: Wie bringst du deinen Kindern die Erbsünde/Erbschuld bei?
 
Also ich finde es wichtig, dass es das Wort Schuld gibt.
Denn nur dadurch dass es das Wort gibt, gibt es dann auch das Wort Unschuld. Polaritätsgesetz.
Und das zweite Wort vorallem ist mir wichtig.

Edit:
Triggergefahr:
Versteckter Text, Trigger-Gefahr:

Schlecht behandelte Kinder, teilweise misshandelt und vergewaltigt, denken oft sie seien selbst der Grund warum sie so schlecht behandelt werden.
Wenn es darum geht ihnen überhaupt einmal das Bewusstsein geben zu können, dass es nicht ihre Schuld ist und das sie da nichts dafür können, sondern dass es nur in der Macht des anderen lag und das es mit dem Pädophilen zu tun hat, dann ist das Wort Schuld wichtig.

Dieses klicken im Kopf "Dass es mit mir nichts zu tun hatte, sondern dass es ein Problem des bösen Mannes war", kann nur durch eine entsprechende Bewusstwerdung darüber ereicht werden, wozu das Wort "Schuld" mit verwendet wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich finde es wichtig, dass es das Wort Schuld gibt.
Denn nur dadurch dass es das Wort gibt, gibt es dann auch das Wort Unschuld. Polaritätsgesetz.
Und das zweite Wort vorallem ist mir wichtig.

Gleichfalls wird Unschuld nicht durch Glauben, Religion oder Gott gewährleistet, sondern durch das persönliche Leben und die persönlichen Entscheidungen.
 
Ich muss gestehen, dass du anderst denkst/tickst als ich. Das hoffe ich doch...


Insofern betrachtest du die ganzen Krümel, aber ich den ganzen Keks. Und wenn du mir nicht zustimmst, ist das auch in Ordnung.

Mir ist einfach nicht verständlich, warum man einem Menschen/Kind/Baby Schuld einreden soll, wenn diese nicht nachweislich vorhanden ist.
Das verstehe ich auch nicht.

Vom Mechanismus her, vom Psychologischen her, wird ein Mensch auch immer schlechter, je schlechter man ihn behandelt und sieht.
...wird schlechter oder fühlt sich schlechter?

Ich würde es als schrecklich empfinden, wenn man mich ständig als Sünder und Schuldner sieht. Und weil ich das als ungerecht erachte, würde ich das auch meinen Kindern nicht antun.
Das kann ich sogar verstehen.

---

Frage: Wie bringst du deinen Kindern die Erbsünde/Erbschuld bei?

Das mit dem Wort „Schuld“ ist schon auch sehr interessant. Viele Menschen wollen das Wort nicht lesen oder hören. Dafür mag es auch individuelle Gründe geben, die nicht immer offensichtlich sind. Das können schlimme Erfahrungen der Vergangenheit sein. Aber wenn es keine z.B. schlimmen oder gar traumatischen Erfahrungen speziell mit dem Begriff oder seiner Bedeutung gibt, sehe ich keinen Grund, warum dieser Begriff so abgelehnt wird.

Es ist doch – aus meiner Sicht – ganz einfach:
Wenn „ich“ keine Schuld habe, „mir“ keiner Schuld bewusst bin, dann sehe „ich“ keinen Grund, warum „ich“ das Wort aus „meinem“ Wortschatz streichen sollte. In so einem Fall ist es lediglich so interessant und geläufig wie das Wort „schmulen“. Wer braucht schon das Wort? Brauche ich ein Wort nicht, dann kommt es in meinem Alltag auch nicht vor, und wenn es mal erscheint, dann sehe ich keinen Grund, warum es mich beunruhigen sollte.

Wenn „mich“ ein Wort trotzdem beunruhigt und ich es lieber vermeiden möchte, dann stellt sich für mich schon die Frage: Warum???
Erinnert mich das Wort an etwas, an das ich – warum auch immer – nicht erinnert werden will? (ohne dass ich in dem Moment wissen muß, was das „etwas“ ist).

Mit dem Begriff Erbsünde gehe ich in der Erziehung in etwa so um, wie mit dem Begriff „schmulen“. Solange es keine Situation gibt, in der es zweckmäßigerweise auch zur Anwendung kommen sollte oder bereits zur Anwendung gekommen ist, sehe ich auch keinen Bedarf darüber zu reden. Keine entsprechende Situation – keine Frage – keine aktuelle Anwendung – keine Erläuterung – kein Thema. Und umgekehrt. Alles zu seiner Zeit.

LG, Nordrheiner
 
Gleichfalls wird Unschuld nicht durch Glauben, Religion oder Gott gewährleistet, sondern durch das persönliche Leben und die persönlichen Entscheidungen.

Ja, ich hab jetzt auch nicht in einer Religiösen Denkweise gedacht.
Für mich gibt es auch so ein Knetsch wie die Erbsünde nicht, dieser Gedanke ist Gift.

"Schuld" kann natürlich als eine negative Konditionierung zur Manipulation benutzt werden.
Geld ist heutzutage Schuld. Früher waren es die Religionen, heute ist es "moderner".
Ich denke das ist auch eher die Richtung die du meinst Tsunami.
 
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Für weitere Antworten geschlossen.

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