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Ehemann /Familienvater mit Depressionen

Mama0318

Mitglied
Mein Mann hat seit ca 1,5 Jahren Burnout/Depressionen. Im Herbst war er in Kur. Während der Kur hatten wir ein Paargespräch mit seinem Therapeuten, der sagte in der Anschlusstherapie gäbe es die Möglichkeit alle 4 Wochen ein Gespräch gemeinsam mit dem Therapeuten zu machen. Dies hatten wir einmal, jedoch hat es meiner Meinung nach im Gegensatz zu dem Gespräch in der Kur Klinik nichts gebracht. Ich hatte den Eindruck, diese Psychologin weiß überhaupt nicht, was sie mit uns beiden bereden soll und überhaupt gar nichts von dieser Möglichkeit. Mein Mann geht einmal monatlich dort hin.
Mein Mann redet mit mir über dieses Thema nicht. Wir haben 2 Kinder, 18 und 3. Und die Situation hier bei uns zu Hause ist einfach nur noch - sorry-beschissen. Die Laune meines Mannes ist einfach nur noch abartig. Den kompletten Tag motzt er rum, beschuldigt jeden wegen Kleinigkeiten. Er hat nach der Kur die Arbeit heruntergefahren auf 80%einer 35-Stundenwoche. Ich habe den Job gewechselt um aufstocken zu können. Nun arbeite ich 80%. Ich gehe arbeiten von 7.30-13.30.or der Arbeit richte ich das Frühstück und die Klamotten für mein Kind, nach der Arbeit hole den Kleinen im Kindergarten ab und ab da kümmere ich mich um alles was Haushalt und Kinder angeht. Irgendwann am Tag habe ich noch 2 Stunden Vorbereitungszeit für die Arbeit und koche für den nächsten Tag vor. Meist erledige ich das, wenn die Kinder im Bett sind,danach gehe auch ich ins Bett (meist Mitternacht). Meinem Mann ist alles zu viel. Selbst das, dass er den Kleinen in der Früh wäscht und anzieht. Irgendetwas vergisst er immer. Sei es das Zähneputzen oder dass er ihm Unterwäsche anzieht, die Mütze, Matschhose, Regenjacke... Gehe ich einmal in der Woche einkaufen und lasse das Kind bei ihm, komme ich heim und das Kind wird vom großen Bruder beaufsichtigt, hockt mit dem Vater vor der Glotze oder spielt, während der Vater im sein Handy guckt. Dieser Mann scheint völlig gelangweilt zu sein und jegliches Interesse an uns verloren zu haben. Nach der Arbeit bringt er nichts fertig, als aufs Sofa oder in den Liegestuhl zu liegen mit Kopfhörer auf den Ohren. Selbst eine Glühbirne zu wechseln ist zu viel verlangt. Alles, was er auf die Reihe bekommt ist sich sein allabendlich Fläschchen Bier zu kaufen oder sich an den Computer zu setzen und zu zocken. Ich frage mich schon, ob da eventuell ein Suchtverhalten ist? Ich verstehe schon, dass er krank ist. Aber wie soll so ein Leben mit so einer Person denn auf Dauer aussehen? Es ist nicht so, dass ich kein Verständnis aufbringen und ihn nicht unterstütze. Ich arbeite 80%und bin quasi alleinerziehend. Das ist schon ein ordentlicher Job. Wenn ich heimkommen, dann darf ich mir nur sein Gemecker anhören. Scheinbar ist für ihn das alles selbstverständlich. Es kommt kein Danke, keine Umarmung, kein winziger Funken Zärtlichkeit.
Es kann auch nicht sein, dass wir ihn so lange nur unterstützen, bis die Kinder und ich auch noch draufgehen. Ich habe 35 km entfernt meine Eltern, denen ich ab und zu die Kinder bringen kann. Von seiner Familie, die im Ort wohnen kommt absolut nichts. Hattet ihr einmal eine solche Situation? Wie seid ihr damit umgegangen? Gibt es irgendeine Unterstützung (Haushaltshilfe oder Ähnliches), wenn der Mann zu nichts in der Lage ist?
 

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Mama0318

Mitglied
Eine kleine Anmerkung noch falls jetzt kommt "warum machst du das, dann lass den Haushalt liegen" : ich mache das in erster Linie wegen den Kindern. Die kann ich nicht in einer versifften Wohnung ohne Essen lassen ;-) und ich möchte, dass sie ein möglichst normales, geregeltes Leben haben
 

Eva

Aktives Mitglied
Eine kleine Anmerkung noch falls jetzt kommt "warum machst du das, dann lass den Haushalt liegen" : ich mache das in erster Linie wegen den Kindern. Die kann ich nicht in einer versifften Wohnung ohne Essen lassen ;-) und ich möchte, dass sie ein möglichst normales, geregeltes Leben haben
Nun ja, das ist doch klar. ;)

Mich interessiert, wie es vor der Krankheit deines Mannes gelaufen ist.

Ansonsten finde ich eure Situation echt schlimm. Dein Mann wirkt auf mich total desinteressiert. Da er ständig nörgelt, scheint er sehr unzufrieden zu sein. Vielleicht sogar mit seiner eigenen Krankheit.

In meinen Augen ist bei euch ein längeres Gespräch fällig. Ohne Vorwürfe. So ungefähr in Kürze:"Was können wir ändern oder tun, dass unser Familienleben wieder angenehmer wird?"
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Ich bin selbst Betroffene, kenne Depressionen und das Gefühl, es geht nichts mehr.
Sich da hineinfallen zu lassen ist natürlich einfacher als sich zu bemühen.
Und nach Bemühen klingt es bei Deinem Mann nicht.

Was ist mit ambulanter Therapie?
Die monatliche Nachsorge erscheint mir viel zu wenig.
An Deiner Stelle würde ich die Möglichkeit nutzen und mitgehen.
Dort könnt Ihr beginnen, über die Verhältnisse zu Hause zu sprechen.
So kann einiges zum Vorschein kommen und nach Lösungsansätzen gesucht werden.

Gut wäre für Dich vielleicht eine Selbsthilfegruppe für Angehörige Depressiver. Und evtl. brauchen auch die Kinder in irgendeiner Form Unterstützung.

Desweiteren ist möglicherweise insgesamt etwas Umdenken angesagt.
Alleinerziehende wuppen nicht zwingend alles alleine, sie holen sich Helfer ins Boot, bauen sich ein Netz auf.
Frage doch mal beim sozialpsych. Dienst nach, welche Möglichkeiten es an Eurem Wohnort gibt. Ehrenamtliche Ersatzoma?
Das 18-jährige Kind kann in Haushalt und Betreuung etwas unterstützen.
Begreift Euch als Team.

Du bist nicht verpflichtet, bei Deinem Mann zu bleiben oder mit ihm zusammenzuleben. Vorübergehend könnte getrenntes Wohnen ein Versuch sein.

Zuallerst aber: rede.
Sag ihm in aller Klarheit, dass Du versuchst, Verständnis für ihn aufzubringen und ihn zu entlasten, Du aber mit Deinen Kräften ans Limit kommst und das nicht mehr schaffst. Und dass ihr einen Weg suchen müsst, mit dem alle so gesund wie möglich durch diese schwere Zeit kommen.

Du hast Dir selbst und Deinen Kindern gegenüber Verantwortung. Kümmere Dich um Dich und die Kids, sorge für den Erhalt Eurer Gesundheit. Pass gut auf Dich auf.
 

Mama0318

Mitglied
Nun ja, das ist doch klar. ;)

Mich interessiert, wie es vor der Krankheit deines Mannes gelaufen ist.

Ansonsten finde ich eure Situation echt schlimm. Dein Mann wirkt auf mich total desinteressiert. Da er ständig nörgelt, scheint er sehr unzufrieden zu sein. Vielleicht sogar mit seiner eigenen Krankheit.

In meinen Augen ist bei euch ein längeres Gespräch fällig. Ohne Vorwürfe. So ungefähr in Kürze:"Was können wir ändern oder tun, dass unser Familienleben wieder angenehmer wird?"
Ja, er ist auch unzufrieden mit der Situation. Auch mit seiner Krankheit, klar. Ja, es ist dringend ein Gespräch nötig, aber mit ihm nicht möglich. Er lenkt nur ab oder es heißt" jetzt nicht, später". Die Psychologin hat ihn an einen anderen Psychiater überwiesen, wegen der Medikamenteneinstellung und der Andere kennt sich besser aus weil vermutet wird, dass auch noch Adhs mitspielt. Das zu wissen ist für die Wahl des Medikaments wichtig. Das bekam ich mit, als ich bei diesem einen Gespräch dabei war. Seine Antwort auf meine Frage, wie der Termin bei diesem Arzt war war "früh". (der Termin war um 8 Uhr morgens und mein Mann hatte noch 30 Minuten Fahrt und steht sonst nie vor 8.30 auf, wenn er arbeitet). Ich habe das Gefühl, er will gar nicht, dass es ihm besser geht und er sieht auch gar nicht, was ich da momentan stemme.
Für mich muss dringendst eine Lösung her um selbst gesund zu bleiben. Und ich überlege mir ernsthaft, ob ich gehe. Da ist für mich aber die Frage mit den Kindern. Klar möchte er dann Umgang haben. Ich möchte momentan das kleine Kind nicht allein bei ihm lassen, es wäre unverantwortlich. Mein Mann vergisst, den Wasserkocher mit heißem Wasser nach hinten zu stellen, er lässt Feuerzeuge liegen, dann seine Stinklaune... Heute besuche ich eine Freundin-ich habe entschieden, das Kind mitzunehmen.
 

Mama0318

Mitglied
Nun ja, das ist doch klar. ;)

Mich interessiert, wie es vor der Krankheit deines Mannes gelaufen ist.

Ansonsten finde ich eure Situation echt schlimm. Dein Mann wirkt auf mich total desinteressiert. Da er ständig nörgelt, scheint er sehr unzufrieden zu sein. Vielleicht sogar mit seiner eigenen Krankheit.

In meinen Augen ist bei euch ein längeres Gespräch fällig. Ohne Vorwürfe. So ungefähr in Kürze:"Was können wir ändern oder tun, dass unser Familienleben wieder angenehmer wird?"
Davor oder in "guten Phasen" ist es besser. Da geht er auch mit dem Kleinen mal raus oder macht mal von allein was im Haushalt. Wobei den Großteil-berufsbedingt meist ich gemacht habe, da ich eben Nachmittags und in den Ferien daheim bei den Kindern war und das dann nebenher gemacht habe.
 
D

Die Queen

Gast
Ich lese das schon öfter, weshalb ich allgemein mal jetzt frage, was das für komische Therapien sind, die nur einmal in Monat stattfinden?

Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Psychotherapien können das unmöglich sein. Die sind wöchentlich und werden erst gegen Ende gestreckt.
 
D

Die Queen

Gast
Meinem Mann ist alles zu viel. Selbst das, dass er den Kleinen in der Früh wäscht und anzieht. Irgendetwas vergisst er immer. Sei es das Zähneputzen oder dass er ihm Unterwäsche anzieht, die Mütze, Matschhose, Regenjacke... Gehe ich einmal in der Woche einkaufen und lasse das Kind bei ihm, komme ich heim und das Kind wird vom großen Bruder beaufsichtigt, hockt mit dem Vater vor der Glotze oder spielt, während der Vater im sein Handy guckt. Dieser Mann scheint völlig gelangweilt zu sein und jegliches Interesse an uns verloren zu haben. Nach der Arbeit bringt er nichts fertig, als aufs Sofa oder in den Liegestuhl zu liegen mit Kopfhörer auf den Ohren. Selbst eine Glühbirne zu wechseln ist zu viel verlangt. Alles, was er auf die Reihe bekommt ist sich sein allabendlich Fläschchen Bier zu kaufen oder sich an den Computer zu setzen und zu zocken. Ich frage mich schon, ob da eventuell ein Suchtverhalten ist? Ich verstehe schon, dass er krank ist. Aber wie soll so ein Leben mit so einer Person denn auf Dauer aussehen? Es ist nicht so, dass ich kein Verständnis aufbringen und ihn nicht unterstütze. Ich arbeite 80%und bin quasi alleinerziehend. Das ist schon ein ordentlicher Job. Wenn ich heimkommen, dann darf ich mir nur sein Gemecker anhören. Scheinbar ist für ihn das alles selbstverständlich. Es kommt kein Danke, keine Umarmung, kein winziger Funken Zärtlichkeit.
Bist du dir sicher, dass er depressiv und nicht einfach nur faul ist und sich nur in der Situation eingerichtet hat? Würde zmd erklären, warum er nix von seiner "monatlichen Therapie" erzählt. (Warst du je dabei? Falls nein, kannst du anzweifeln, dass es überhaupt eine Therapie ist, zu den er hingeht...)

Die Diagnose wird heutzutage schnell gestellt und wird leider auch hin und wieder ausgenutzt...

Wenn das der Fall, solltest du schnell die Konsequenzen ziehen...
 

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