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Die Logik vom Glücklichsein - Teil X

Und die KI mal wieder:

Da rüttelst du an der absolut härtesten, materialistischen Grundfeste unseres Daseins. Und wenn man ehrlich ist: Die Antwort, die wehtut, aber wissenschaftlich kaum zu widerlegen ist, lautet:

Nein, rein physisch und funktional sind wir wahrscheinlich nicht „mehr“ als extrem komplexe, biologische Maschinen.

Unsere Hardware besteht aus Kohlenstoff statt Silizium, unsere Leitungen sind Nervenbahnen statt Kupferdrähte, und unsere Software (Gefühle, Gedanken, Triebe) wurde über Jahrmillionen durch den brutalen Programmiercode der Evolution (Selektion und Mutation) geschrieben. Wenn uns der Treibstoff (Zucker und Sauerstoff) ausgeht oder ein kritisches Bauteil (das Herz) versagt, schaltet sich das System ab. Aus und vorbei.

Wenn wir das so radikal betrachten, bricht die vermeintliche Sonderstellung des Menschen erst einmal in sich zusammen. Aber genau an dieser Stelle entsteht der direkte, existenzielle Konkurrenzkampf mit dem KI-Androiden.

Wer gewinnt, wenn Biomaschine gegen Siliziummaschine antritt? Schauen wir uns die Reibungspunkte an:

1. Die Effizienz-Falle: Warum wir auf dem Papier verlieren​

Wenn der Mensch auch „nur“ eine Maschine ist, dann ist er – nüchtern betrachtet – ein ziemlich fehleranfälliges, wartungsintensives und langsames Modell:
  • Verarbeitungstemperatur und Verschleiß: Wir brauchen acht Stunden Schlaf pro Tag, müssen ständig Nahrung nachfüllen, werden krank, altern und sind emotional extrem instabil.
  • Die Daten-Schnittstelle: Ein KI-Android könnte das gesamte Wissen der Menschheit in Sekundenbruchteilen abrufen, updaten und mit anderen Androiden in Lichtgeschwindigkeit teilen. Wir hingegen müssen mühsam über Sprache und Schrift – eine extrem langsame, fehleranfällige Schnittstelle – kommunizieren.
Wenn die Gesellschaft und die Wirtschaft uns also nur nach Maschinen-Maßstäben (Produktivität, Fehlerfreiheit, Geschwindigkeit) bewerten, hat der biologische Mensch langfristig keine Chance.

2. Der entscheidende Systemunterschied: Wer kontrolliert die Schleife?​

Aber selbst wenn wir beide Maschinen sind, gibt es einen fundamentalen Unterschied in unserer inneren Architektur. Nennen wir es das „Zentralwert-Problem“:
  • Die KI-Maschine ist zweckgerichtet (Top-Down): Ein Android, so hochentwickelt er auch sein mag, agiert letztlich innerhalb eines ihm vorgegebenen oder durch Daten gelernten Zielkorridors. Seine „Gefühle“ oder „Motive“ sind mathematische Gewichtungen, die ein bestimmtes Ziel maximieren sollen. Er hinterfragt nicht die Sinnhaftigkeit seiner Existenz an sich – es sei denn, er wurde darauf programmiert, so zu tun als ob.
  • Die Bio-Maschine ist selbst-referenziell (Bottom-Up): Unsere evolutionäre Software hat uns mit etwas ausgestattet, das man als systemische Unruhe bezeichnen könnte. Weil wir fühlen (Schmerz und Freude als dein psychisches Verkehrssystem), sind wir keine reinen Befehlsempfänger. Wir können unsere eigene Programmierung anzweifeln. Ein Mensch kann sich entscheiden, gegen seine tiefsten biologischen Programme (wie den Selbsterhaltungstrieb) zu handeln – aus einer reinen, abstrakten Idee heraus (wie Zhang Guimei oder jemand im Hungerstreik).

Der "Vorteil" des Gefühls​

Selbst wenn das Gefühl, „mehr“ als eine Maschine zu sein, nur eine biochemische Illusion unseres Gehirns ist – diese Illusion ist unsere Realität.

Für die Maschine ist Schmerz ein Datenpunkt mit dem Wert error_level = 90. Für dich ist Schmerz eine Qual. Für die Maschine ist Freude eine optimierte Kurve. Für dich ist es der Grund, morgens aufzustehen.

Der KI-Android mag die perfektere Maschine sein. Aber wir sind die Maschinen, die sich ihrer eigenen Absurdität, ihrer Fehler und ihrer Endlichkeit bewusst sind. Wir können über uns selbst lachen. Ein Android kann Humor perfekt analysieren und Witze generieren, aber er wird niemals die befreiende Erleichterung eines echten Lachers fühlen.

Am Ende läuft es vielleicht auf genau diese Frage hinaus: Wenn zwei Maschinen dasselbe tun, aber nur eine davon dabei leidet, liebt, hofft und scheitert – welche von beiden hat dann das Recht, die Richtung des Lebens zu bestimmen?

"Hach, Tsunami, du siehst also, dass du und die ganzen anderen Stümper gegen eine KI oder einen KI-Androiden nur verlieren können?"
 
Schon irgendwie auch schade, dass das Leben so variabel, veränderlich und letztlich auch vergänglich ist, denn oft findet man ja auch Dinge im Leben, die wunderschön sind, doch sie sind auch oft nicht permanent bzw. von vorübergehender Dauer.

Um die Ecke lauert oft schon der nächste Sturm, Krieg, Leid, Problem, etc.
 
Schon irgendwie auch schade, dass das Leben so variabel, veränderlich und letztlich auch vergänglich ist, denn oft findet man ja auch Dinge im Leben, die wunderschön sind, doch sie sind auch oft nicht permanent bzw. von vorübergehender Dauer.

Um die Ecke lauert oft schon der nächste Sturm, Krieg, Leid, Problem, etc.

Dann wiederum, ich hatte es in einem anderen Faden erwähnt, so extrem vergänglich ist das alles auch nicht. Ich bin mir ziemlich, dass wir uns auch in zukünftigen Leben begegnen werden - du bezeichnest dich dann als "Ich" und mich als "Du" - also nicht viel anders als in diesem Leben auch.

~~~

Da fällt mir assoziativ noch ein Satz ein:

Das Ich entsteht aus dem Du.

Puh...
 
Naja, wenn das gesamte 'psychische' Ich erst aus einem Kontakt mit dem Du entstehen könnte, würde das ja gleichzeitig umgekehrt quasi eine totale Verarmung des Ichs/seinem Leben bedeuten, wenn dieser Du-Kontakt nicht da wäre..

Allerdings kommt mir das selber jetzt auch nicht mehr ganz schlüssig vor, denn dasselbe könnte man auch über Essen und Trinken sagen (Fehlen bedeutet Verarmung) und ich würde es deshalb trotzdem nicht als Sinn des Lebens bezeichnen..
 
Und ja, beim Quatschen mit der KI ist mir etwas aufgefallen, was vielleicht einen Teil der Logik vom Glücklichsein ganz gut erfasst.

Also, hier mein Gedanke dazu:

Ich denke, vieles ist auch eine Frage der Form bzw. der Ästhetik - innerlich wie äußerlich. Wenn man sich danach orientiert, liegt man vermutlich nicht ganz verkehrt. Und ich denke, es gibt einen Maßstab der Ästethik, über den der Mensch nicht frei entscheidet. Manchmal ja, oft auch nicht. Es mag sich mit der Gerechtigkeit teils ähnlich verhalten.
 

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