Lucas2022
Neues Mitglied
Ich schreibe ein kurzes Update, da ich es bei anderen Threads als sehr hilfreich empfunden habe eine Entwicklung über die Zeit hinweg zu sehen und vielleicht ist es ja auch für andere hilfreich, die in einer ähnlichen Situation stecken. Ich schreibe es auch, um meine Gedanken zu sortieren und werde versuchen das auch längerfristig zu machen - da sind auch ein paar Anknüpfungspunkte für eine Diskussion drin, aber im Wesentlichen ist das eine Reflexion der aktuellen Situation.
Zunächst zu meiner aktuellen Situation: es geht mir etwas besser und dazu hat auch die Möglichkeit beigetragen hier über das Thema sprechen zu können und andere Perspektiven zu gewinnen. Einer der Gründe, weshalb es mir schlecht ging und geht ist das Gefühl etwas zu verlieren was mir sehr viel wert ist, aber auch das Gefühl in der Situation auf mich allein gestellt zu sein. Das Sprechen hier, vor allem aber mit Freund*innen über die Situation hat mir geholfen mich zu stabilisieren und zu erkennen, dass ich kein Opfer bin, sondern die Situation mitgestalten kann - wenn auch nur für mich. Das würde ich auch allen anderen weiterempfehlen, um aus dem Gefühl der Ausgeliefertheit heraus zu kommen.
Was mir ebenfalls sehr geholfen hat, ist die Einsicht, dass ich dafür selbst verantwortlich bin, Grenzen zu definieren und dass das Nicht-definieren meiner persönlichen emotionalen Grenzen effektiv nichts anderes ist als der Versuch eine unkontrollierbare Situation unter Kontrolle zu halten. Ich bin noch nicht ganz schlüssig wo für mich das effektive Limit ist, aber ich habe ein besseres Verständnis dafür, was für mich in der Beziehung nicht geht. Ich habe - das hatte ich, glaube ich, vorher auch geschrieben - für mich eine offene Beziehung zuvor nicht kategorisch ausgeschlossen und hätte sie unter anderen Bedingungen auch in Betracht gezogen - der Umstand, dass die sich anbahnende Beziehung in Konkurrenz zu der Paarbeziehung stand und das fehlende Vertrauen machen das für mich unmöglich. (Tatsächlich hat meine Partnerin das auch nicht vorgeschlagen - sie hat für den Moment lediglich offen gelassen, was mit der Verliebtheit zu der dritten Person geschieht). Für mich ist auch klar, dass ich vielleicht kurz-, aber nicht mittelfristig damit klar komme und kommen möchte, dass meine Partnerin in jemand anderes verliebt ist auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass es dafür gute Gründe geben kann. Also vielleicht so: offene Beziehung ginge wenn ich mich sicher als Hauptpartner fühlen würde.
Geholfen hat mir letztlich (und nicht ganz unwesentlich) auch ein Gespräch mit meiner Partnerin am Wochenende, in dem ich meine persönlichen Grenzen erklären konnte und nach dem ich den Eindruck bekommen habe, besser aus meiner Rolle als Opfer herauszukommen.
Ein "weiter so" ist für mich gerade undenkbar. Da meine Partnerin aktuell keinen Kontakt zu dem Freund hat und mir gegenüber sagt, dass sie die Beziehung mit mir möchte, haben wir vorerst vereinbart, dass wir uns regelmäßig Zeit nehmen, darüber zu sprechen. Das fühlt sich für mich ok an bzw. erheblich besser als das Gefühl, dass sie Gras über die Sache wachsen lassen möchte. Ihr Gesprächsbedarf ist dabei gefühlt kleiner, was für mich schwierig ist, aber auch damit komme ich vorerst ganz gut klar.
Sollte sich herausstellen - und davon gehe ich bei der beschriebenen Situation zunächst einmal (hoffenderweise) aus - , dass die dritte Person für meine Partnerin nicht vornehmlich als Person eine Bedeutung hat, sondern vor allem Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse und Sehnsüchten ist, so beschäftigt mich gerade die Frage, ob und inwiefern ich überhaupt (wieder) Ziel dieser Sehnsüchte werden kann. Eines der Dinge, die mich sehr gekränkt haben, war die Aussage meiner Partnerin, dass sie mich zwar liebt, aber nicht mehr in mich verliebt ist. Es gibt hier ja zahlreiche Threads über abklingendes Verliebtsein und den Reiz des Neuen. Ich für meinen Teil fühle mich auch nach mehr als 10 Jahren verliebt, habe Sehnsucht, bin von meiner Partnerin angeturnt - es fühlt sich daher für mich wie ein Ungleichgewicht an, das für Spannungen sorgt und vermutlich für uns beide nicht sonderlich gesund ist.
Mich würde interessieren, wie es da anderen Personen ergangen ist, die sich fremdverliebt haben. Es gibt ja zahlreiche Dinge, die man an seinem eigenen Verhalten ändern kann, aber ich kann und werde dadurch kein anderer Mensch sein - möchte es vor allem auch gar nicht. Dieses Gefühl eines "Mangels" ist auf jeden Fall etwas, mit dem ich mich momentan selbst beschäftige. Ich versuche das, wie gesagt, in einer Therapie aufzuarbeiten und warte noch auf einen Platz.
Eine Paartherapie habe ich meiner Partnerin zunächst nicht angeboten, weil ich das Gefühl hatte, es muss letztlich von ihr kommen und solange wir im direktem Gespräch über die Thematik zueinander stehen, ist das für mich ein akzeptabler Zwischenmodus.
Was den Aufbau von Vertrauen betrifft, tue ich mich schwer. Sie hat ein paar Mal das Thema selbstständig aufgegriffen und die Vorstellung, dass sie ebenfalls Interesse hat, etwas zu verändern, hilft mir. Ich versuche ihr den Raum dazu zu geben und nicht permanent darüber zu reden - richtig gut fühle ich mich dabei nicht, aber eben auch dann nicht wenn ich permanent das Gespräch anstoße. Es kann insgesamt gut sein, dass der Konflikt auf unterschiedlichen Wahrnehmungen der Situation beruht. Ich betrachte z. B. die Konversationen zwischen meiner Partnerin und dem Freund heute als eine eindeutige emotionale Anbahnung, aber das mache ich natürlich rückblickend vor dem Hintergrund was danach passiert ist. Sie hat da eine andere Wahrnehmung und sieht es eher als etwas, in das sie sukzessive und vor dem Hintergrund der Situation unserer Beziehung hineingerutscht ist. Ich teste da auch für mich verschiedene Blickwinkel aus.
All in all eine wacklige, aber definitiv stabilere Situation mit unklarem Ausgang. Ich versuche, wie gesagt, ab und an mal zu berichten.
Zunächst zu meiner aktuellen Situation: es geht mir etwas besser und dazu hat auch die Möglichkeit beigetragen hier über das Thema sprechen zu können und andere Perspektiven zu gewinnen. Einer der Gründe, weshalb es mir schlecht ging und geht ist das Gefühl etwas zu verlieren was mir sehr viel wert ist, aber auch das Gefühl in der Situation auf mich allein gestellt zu sein. Das Sprechen hier, vor allem aber mit Freund*innen über die Situation hat mir geholfen mich zu stabilisieren und zu erkennen, dass ich kein Opfer bin, sondern die Situation mitgestalten kann - wenn auch nur für mich. Das würde ich auch allen anderen weiterempfehlen, um aus dem Gefühl der Ausgeliefertheit heraus zu kommen.
Was mir ebenfalls sehr geholfen hat, ist die Einsicht, dass ich dafür selbst verantwortlich bin, Grenzen zu definieren und dass das Nicht-definieren meiner persönlichen emotionalen Grenzen effektiv nichts anderes ist als der Versuch eine unkontrollierbare Situation unter Kontrolle zu halten. Ich bin noch nicht ganz schlüssig wo für mich das effektive Limit ist, aber ich habe ein besseres Verständnis dafür, was für mich in der Beziehung nicht geht. Ich habe - das hatte ich, glaube ich, vorher auch geschrieben - für mich eine offene Beziehung zuvor nicht kategorisch ausgeschlossen und hätte sie unter anderen Bedingungen auch in Betracht gezogen - der Umstand, dass die sich anbahnende Beziehung in Konkurrenz zu der Paarbeziehung stand und das fehlende Vertrauen machen das für mich unmöglich. (Tatsächlich hat meine Partnerin das auch nicht vorgeschlagen - sie hat für den Moment lediglich offen gelassen, was mit der Verliebtheit zu der dritten Person geschieht). Für mich ist auch klar, dass ich vielleicht kurz-, aber nicht mittelfristig damit klar komme und kommen möchte, dass meine Partnerin in jemand anderes verliebt ist auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass es dafür gute Gründe geben kann. Also vielleicht so: offene Beziehung ginge wenn ich mich sicher als Hauptpartner fühlen würde.
Geholfen hat mir letztlich (und nicht ganz unwesentlich) auch ein Gespräch mit meiner Partnerin am Wochenende, in dem ich meine persönlichen Grenzen erklären konnte und nach dem ich den Eindruck bekommen habe, besser aus meiner Rolle als Opfer herauszukommen.
Ein "weiter so" ist für mich gerade undenkbar. Da meine Partnerin aktuell keinen Kontakt zu dem Freund hat und mir gegenüber sagt, dass sie die Beziehung mit mir möchte, haben wir vorerst vereinbart, dass wir uns regelmäßig Zeit nehmen, darüber zu sprechen. Das fühlt sich für mich ok an bzw. erheblich besser als das Gefühl, dass sie Gras über die Sache wachsen lassen möchte. Ihr Gesprächsbedarf ist dabei gefühlt kleiner, was für mich schwierig ist, aber auch damit komme ich vorerst ganz gut klar.
Sollte sich herausstellen - und davon gehe ich bei der beschriebenen Situation zunächst einmal (hoffenderweise) aus - , dass die dritte Person für meine Partnerin nicht vornehmlich als Person eine Bedeutung hat, sondern vor allem Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse und Sehnsüchten ist, so beschäftigt mich gerade die Frage, ob und inwiefern ich überhaupt (wieder) Ziel dieser Sehnsüchte werden kann. Eines der Dinge, die mich sehr gekränkt haben, war die Aussage meiner Partnerin, dass sie mich zwar liebt, aber nicht mehr in mich verliebt ist. Es gibt hier ja zahlreiche Threads über abklingendes Verliebtsein und den Reiz des Neuen. Ich für meinen Teil fühle mich auch nach mehr als 10 Jahren verliebt, habe Sehnsucht, bin von meiner Partnerin angeturnt - es fühlt sich daher für mich wie ein Ungleichgewicht an, das für Spannungen sorgt und vermutlich für uns beide nicht sonderlich gesund ist.
Mich würde interessieren, wie es da anderen Personen ergangen ist, die sich fremdverliebt haben. Es gibt ja zahlreiche Dinge, die man an seinem eigenen Verhalten ändern kann, aber ich kann und werde dadurch kein anderer Mensch sein - möchte es vor allem auch gar nicht. Dieses Gefühl eines "Mangels" ist auf jeden Fall etwas, mit dem ich mich momentan selbst beschäftige. Ich versuche das, wie gesagt, in einer Therapie aufzuarbeiten und warte noch auf einen Platz.
Eine Paartherapie habe ich meiner Partnerin zunächst nicht angeboten, weil ich das Gefühl hatte, es muss letztlich von ihr kommen und solange wir im direktem Gespräch über die Thematik zueinander stehen, ist das für mich ein akzeptabler Zwischenmodus.
Was den Aufbau von Vertrauen betrifft, tue ich mich schwer. Sie hat ein paar Mal das Thema selbstständig aufgegriffen und die Vorstellung, dass sie ebenfalls Interesse hat, etwas zu verändern, hilft mir. Ich versuche ihr den Raum dazu zu geben und nicht permanent darüber zu reden - richtig gut fühle ich mich dabei nicht, aber eben auch dann nicht wenn ich permanent das Gespräch anstoße. Es kann insgesamt gut sein, dass der Konflikt auf unterschiedlichen Wahrnehmungen der Situation beruht. Ich betrachte z. B. die Konversationen zwischen meiner Partnerin und dem Freund heute als eine eindeutige emotionale Anbahnung, aber das mache ich natürlich rückblickend vor dem Hintergrund was danach passiert ist. Sie hat da eine andere Wahrnehmung und sieht es eher als etwas, in das sie sukzessive und vor dem Hintergrund der Situation unserer Beziehung hineingerutscht ist. Ich teste da auch für mich verschiedene Blickwinkel aus.
All in all eine wacklige, aber definitiv stabilere Situation mit unklarem Ausgang. Ich versuche, wie gesagt, ab und an mal zu berichten.