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Der Sinn des Lebens

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Hallo Elephant, hallo Forum,

wie ich schon schrieb, respektiere ich jeden Menschen, unabhängig von seiner Rasse, Religion oder sexuellen Orientierung. Bei dem Thema Homosexualität bin ich selbst indirekt betroffen. Mein Neffe ist nicht nur homophil veranlagt, er lebt es auch aus. Diesen Jungen – inzwischen 25 J.jung – habe ich echt lieb. Er ist hochsensibel und super intelligent. Er neigte dazu, nur zu bestimmten Tagen zur Schule zu gehen. Dort schrieb er dann seine Klassenarbeit (Note üblicherweise eine 1) – und nach der Klassenarbeit ging er wieder. Das hat mich amüsiert. Irgendwie fand ich das toll. So ein Überflieger! Die Schule fanddas nicht lustig und hat ihn der Schule verwiesen. Er beendete keine Schule und findet daher auch keinen Ausbildungsplatz. Er lebt von Sozialleistungen. Er wird von der ganzen Familie geachtet – mehr noch – geliebt. Er hat es echt schwer im Leben – trotz oder gerade wegen seiner super hohen Sensibilität und der mangelnden Fähigkeiten, mit und nach den Spielregeln der Gesellschaft zu leben. Es tut mir weh, das mitzuerleben. Das Thema Homosexualität ist zwischen ihm und mir bisher kein Thema. Er weiß selbst, was in der Bibel steht. Warum soll jemand aus der Familie mit ihm noch darüber diskutieren? Er wird nicht nur respektiert, sondern auch geliebt. Das ist genug.

Es gibt Männer, die lieber als

Frau leben möchten – und umgekehrt. Durch Operationen und Hormongaben erfolgen Änderungen. Sie haben den freien Willen.

Aber wenn Homosexuelle das wünschen, stehen sofort Menschen auf, die das zu diffamieren suchen. Wieso? Haben Homosexuelle weniger Rechte als andere Menschen, die eine Umorientierung wünschen?

Homosexuelle, die eine Umorientierung wünschen, haben

das gleiche Recht. Niemand wird dazu gezwungen. Wenn jemand einen Homosexuellen angreift, weil dieser eine Umorientierung wünscht, so ist das respektlos. Einen Homosexuellen anzugreifen, weil er aus religiösen Motiven handelt, ist Einschränkung der Religionsfreiheit.

Hallo Nordrheiner,

Deine Einstellung zur Homosexualität ist nicht leicht nachzuvollziehen. Dein obiger Beitrag macht ja eher einen homophilen Eindruck, Deine anderen Aussagen waren eher homofeindlich - wenn ich das richtig verstanden habe.

Etwas kompliziert dieser (scheinbare) Widerspruch. Aber mit dem obigen Beitrag relativiert sich das bisherige Gesamtbild Deiner Einstellung zur Homosexualität etwas in eine wohl bessere Richtung.
 
Um mal wieder ein bisschen auf Kurs zu kommen zum Thema - wiederhol ich mich zum x-ten Mal, lol. Eine gleichgeschlechtliche Orientierung - wenn man denn das Bibelmotto verinnerlicht hat - Liebe Gott, und deinen Nächsten wie dich selbst - kann das "Sünde" sein ? Kaum.

Peter
 
Du bist auch bei ernsten Themen, von denen du ja viele stellst, völlig entspannt und locker, Tsunami 🙂 Und nicht nur einen fröhlichen Menschen hat Gott lieb, sondern auch einen entspannt-lockeren.

Peter

Gottesfurcht - einer der griechischen Philosophen hat sich ja zum Thema Lachen geäussert - weiss nicht obs Sokrates, Platon oder Aristoteles war grad. Und die Kirche: Lachen tötet die Angst - das war seinerzeit nicht gern gesehen 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, Lupin. Vergessenes oder aberzogenes Elementarwissen. Braucht es Angst vor einem strafenden Gott? Mir fällt grad mein Dad ein, dem ich in der Hinsicht viel zu verdanken hatte - der ein Jahr vor seinem Tod an einem Nierenstein operiert wurde, und ein sehr alter Zimmernachbar hatte diese Angst. Wegen dem, was er im Leben alles falsch gemacht hätte. Hat geweint, als mein Dad entlassen wurde.

Is 40 Jahre her, und ich kann nun selbst in den Rückspiegel gucken. Und freue mich schon auf diesen körperlosen, rein geistigen Zustand, ohne Geld und ohne Krankheiten, was mir evtl ja noch bevorsteht. Angstfreie Freude. Ja.

Seien wir doch, was den Sinn unsres Lebens hier in der Materie angeht, gelassen, und machen das Beste draus. Seien wir hilfsbereit denen gegenüber, die behindert oder depressiv sind oder sonstwie ein sehr schweres Leben hatten - Mitgefühl statt Mitleid. Seien wir einfach Mitmenschen.

Peter

PS: Du bist neu dazugekommen, herzlich willkommen hier 🙂
 
Zitat Sternhagel:

Homosexualität hat per se keinen Nutzen, braucht sie auch nicht. Genauso wie die vielen Mutationen die uns irgendwann zu dem Wesen werden ließen, das wir aktuell sind. Weisheitszähne braucht kein Mensch, der Blinddarm ist auch recht unnütz und dennoch haben wir diese Dinge, manche Menschen haben keine Weisheitszähne, andere sind schwul oder lesbisch, that's life.
----------------------------------------------------------------------

Wenn Dinge aktuell keinen Sinn ergeben, ist es trotzdem denkbar, daß sei einmal einen Sinn hatten. Die Mutationen der Vergangenheit - wir sind ja auch nur welche - hatten selbstverständlich einen Sinn.
 
Wenn Dinge aktuell keinen Sinn ergeben, ist es trotzdem denkbar, daß sie einmal einen Sinn hatten. Die Mutationen der Vergangenheit - wir sind ja auch nur welche - hatten selbstverständlich einen Sinn.

Guter Punkt.

Aus meiner Sicht haben alle Dinge einen Sinn, Zweck oder Funktionalität - oder auch mehrere. Den einen Sinn erkennt man früher, den anderen später, und manche natürlich niemals. Nur sollte man meines Erachtens nicht davon ausgehen, dass ein Sinn gleichbedeutend mit einem "Happy Ending" oder Zuckerschlecken ist. Dann fällt es meines Erachtens leichter, den einen oder anderen Sinn zu verstehen und zu akzeptieren.

Dank Pete und Lupin waren wir gerade bei Lachen und Philosophie. Meines Erachtens ein schönes Thema in Bezug auf den Sinn des Lebens, welches natürlich nicht immer ganz einfach ist. Lasst mich mal kurz in der neuzeitlichen "Menschheitsbibliothek" kramen.

--

Da wir gerade bei Philosophie sind, vielleicht ein kurzer Auszug aus der Wikipedia zum "Hedonismus" des Epikur:


Die Überwindbarkeit von Furcht, Schmerz und Begierden als Widersachern der Lebensfreude

Furcht, Schmerz und Begierden sind für Epikur die drei großen Klippen, die umschifft werden müssen, damit dauerhaft Lebenslust und Seelenruhe herrschen können. Bezüglich der Furcht sind es vor allem zwei Motive, mit denen Epikur sich auseinandersetzt: Furcht vor den Göttern und Todesfurcht.

Ein zentrales Anliegen Epikurs war sein Kampf gegen die Vorstellung, dass Götter in das Weltgeschehen und insbesondere in die menschlichen Schicksale eingreifen, dass ihr Zorn zu fürchten ist und sie daher durch Opfer und Gebete beeinflusst werden müssen. Er verwarf dies als Aberglauben und beseitigte damit die Gottesfurcht. Allerdings war dies keine Besonderheit der Epikureer, denn auch andere philosophische Richtungen, besonders die Platoniker, lehnten die Gottesfurcht (deisidaimonia) strikt ab und betrachteten sie als etwas Verächtliches.[SUP][16]
[/SUP]
Ebenso bemühte sich Epikur um die Behebung der Furcht vor dem Tod. Er argumentierte, dass der Tod gar keinen Anteil am individuell erfahrbaren Leben hat. An Menoikeus schrieb er:

„Gewöhne dich daran zu glauben, dass der Tod keine Bedeutung für uns hat. Denn alles, was gut, und alles, was schlecht ist, ist Sache der Wahrnehmung. Der Verlust der Wahrnehmung aber ist der Tod. Daher macht die richtige Erkenntnis, dass der Tod keine Bedeutung für uns hat, die Vergänglichkeit des Lebens zu einer Quelle der Lust, indem sie uns keine unbegrenzte Zeit in Aussicht stellt, sondern das Verlangen nach Unsterblichkeit aufhebt. […] Das schauerlichste aller Übel, der Tod, hat also keine Bedeutung für uns; denn solange wir da sind, ist der Tod nicht da, wenn aber der Tod da ist, dann sind wir nicht da.“[SUP][17][/SUP]

Anders als der Tod im Sinne Epikurs gehören Schmerzen normalerweise zur sinnlich wahrnehmbaren Erfahrung eines jeden Menschen. Doch auch in ihnen sah Epikur keine ernsthafte Gefahr für die Daseinslust. Im vierten Hauptlehrsatz[SUP][18][/SUP] heißt es: „Der Schmerz bleibt nicht lange ununterbrochen im Fleisch, sondern der äußerste dauert ganz kurze Zeit, derjenige, der das Lustvolle im Fleisch bloß überwiegt, tritt nicht viele Tage auf, und bei den Langzeitleiden dominiert das Lustbetonte im Fleisch über den Schmerz.“

Realitätsnähe und Deutung dieser Setzungen erschließen sich dem heutigen Interpreten nicht zweifelsfrei.[SUP][19][/SUP] Den wichtigsten Hinweis auf den Sinn des Gemeinten hat Epikur noch selbst gegeben, indem er die Schmerzen eines Nierensteinleidens in den beiden Wochen vor seinem Tod gelassen und in heiterer Stimmung ertrug. In seinem Abschiedsbrief an Idomeneus heißt es: „Den seligen und zugleich letzten Tag meines Lebens verbringend, schreibe ich euch diese Zeilen. Ich werde von Harn- und Ruhrbeschwerden verfolgt, die keine Steigerung der Größe mehr zulassen. All dem aber steht gegenüber die Freude der Seele über die Erinnerung an die von uns geführten Gespräche.“[SUP][20]
[/SUP]
Das im praktischen tagtäglichen Leben wichtigste Bewährungsfeld dürfte für Epikur und seine Anhänger der Umgang mit den Begierden und Gelüsten gewesen sein, mit dem also, was heute in den mehr oder minder weit gefassten Rahmen der menschlichen Bedürfnisse gerechnet wird. Epikur unterschied wiederum drei Kategorien: „Die Begierden sind teils natürlich und notwendig, teils natürlich und nicht notwendig, teils weder natürlich noch notwendig, sondern durch leere Meinung begründet.“[SUP][21]
[/SUP]
Nur die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Kälteschutz galt Epikur als unabdingbar für den Genuss des Daseins. Die sexuelle Lust gehörte dagegen bereits seiner zweiten Kategorie an: natürlichen Ursprungs, aber nur in Maßen der katastematischen Lust dienlich und im Zweifel durchaus verzichtbar. Luxusbedürfnisse aber (bzw. Bedürfniserzeugung im Sinne heutiger Bedarfsweckungswirtschaft) gründen letztlich – der dritten Kategorie Epikurs entsprechend – in „leerer Meinung“, das heißt in Unvernunft, und können schädliche Abhängigkeiten zur Folge haben:[SUP][22]

[/SUP]
„Auch die Unabhängigkeit von äußeren Dingen halten wir für ein großes Gut, nicht um uns in jeder Lage mit Wenigem zufrieden zu geben, sondern um, wenn wir das Meiste nicht haben, mit Wenigem auszukommen, weil wir voll davon überzeugt sind, dass jene, die den Überfluss am meisten genießen, ihn am wenigsten brauchen, und dass alles Natürliche leicht, das Sinnlose aber schwer zu beschaffen ist und dass eine einfache Brühe die gleiche Lust bereitet wie ein üppiges Mahl […] und dass Wasser und Brot die höchste Lust bereiten, wenn man sie zu sich nimmt, weil man Hunger hat. Die Gewöhnung an einfache und nicht üppige Nahrung dient also einerseits in jeder Hinsicht der Gesundheit und nimmt andererseits auch dem Menschen die Sorgen angesichts der Grundbedürfnisse des Lebens, stärkt uns, wenn wir uns in Abständen an üppige Tafeln begeben, und macht uns furchtlos gegenüber dem Schicksal.“



Quelle: Wikipedia - Epikur
Mit freundlichen Grüßen
 
Eigentlich, Tsunami, ist das ja eine Art Antihedonismus der positiven Art, was Epikur vertreten hat. Nämlich die Beschränkung auf das, was wirklich für ein erfülltes Leben Sinn macht - was sich auch mit dem alten deutschen Volkslied ausdrücken liesse:
Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König ^^

Und um froh zu sein ist Angst kontraproduktiv - grade die vor einem strafenden Gott.

Das von der katholischen Kirche nicht gern gesehene Lachen, weil es die Angst "tötet" - lieber Gottesfurcht - ist aus meiner Sicht damals ein Instrument zum Machterhalt gewesen. Und eine deutsche Bibel gabs ja bis Luther nicht - danach war die den Katholiken auch lange verboten zu besitzen. Wie die Predigten damals waren - man kann es sich vorstellen 🙁

Peter
 
Man könnte Menschen drei Gruppen zuordnen. A. Der sinnliche Mensch, bejaht die Welt. B. Der Mystiker (z.B. Buddhist) verneint die Welt. C. Der Christ bejaht und verneint die Welt. Je nachdem zu welcher Gruppe wir gehören, suchen und finden wir unseren Sinn des Lebens – oder auch nicht.

Interessant: Der sinnliche Mensch sucht und ggf. findet er den Sinn seines Lebens in seinen Möglichkeiten, das Leben zu geniessen. Der Mystiker sucht erst keinen Lebenssinn. Der Christ geniesst (in Maßen) das irdische Leben, was auch Epikur gefallen würde, sieht aber den Sinn seines Lebens in seiner Hingabe an Gott. Epikur lebte lange vor Jesus Christus – jedoch steht er eher der dritten Gruppe am nächsten.

Was mich an Epikur (und an anderen Philosophen) besonders interessiert, ist der Umgang mit Ängsten, besonders der Angst vor dem Tod. Seinen Spruch: „…denn solange wir da sind, ist der Tod nicht da, wenn aber der Tod da ist, bin ich nicht da“ finde ich amüsant. Epikur kam zu seiner Erkenntnis, dass der Tod keine Bedeutung für ihn hat und er hatte anscheinend kein Verlangen nach Unsterblichkeit. Dies muss man historisch sehen, also vor dem Hintergrund des damaligen Wissens und des allgemein verbreiteten Glaubens an viele Götter, denen die Menschen der damaligen Zeit sogar Menschen opferten. Epikur lehnte die Angst vor diesen Göttern zu recht ab.



Nach Fritz Riemann (Grundformen der Angst, eine tiefenpsychologische Studie) gehört Angst unvermeidlich zu unserem Leben. Die Geschichte der Menschheit zeigt viele Versuche von Menschen Angst zu bewältigen, zu vermindern, zu überwinden oder zu binden. Zitat: „Geborgenheit in Gott, hingebende Liebe, Erforschung der Naturgesetze oder weltentsagende Askese und auch philosophische Erkenntnisse heben zwar die Angst nicht auf, können aber helfen, sie zu ertragen und sie vielleicht für unsere Entwicklung fruchtbar zu machen. Es bleibt wohl eine unserer Illusionen, zu glauben, ein Leben ohne Angst führen zu können; sie gehört zu unserer Existenz und ist ein Spiegelbild unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit. Wir haben meist die Neigung Angst auszuweichen, sie zu vermeiden und wir haben mancherlei Methoden entwickelt, sie zu verdrängen, sie zu betäuben und zu leugnen. Aber wie der Tod nicht aufhört zu existieren, wenn wir nicht an ihn denken, so auch nicht die Angst.“ Dem kann ich mich anschließen. Dabei möchte ich der Meinung entgegentreten, dass die Bibel nur den bestrafenden und rächenden Gott zeigt. Diese Meinung herrscht bei einigen Menschen vor und kann entstehen, wenn Kirchenvertreter (oder wer auch immer) Angst schüren möchten, um sich dieser Angst zu bedienen, was ich höchst verwerflich finde. Richtig ist, dass in der Bibel aufgezeigt wird, wie sich Menschen verhalten sollen. Epikur würde dem zustimmen können. Was aber ist, wenn wir Menschen selbst versagen, aus egoistischer Haltung bis hin zur absoluten Bosheit andere Menschen schädigen, Gottes Gebote missachten? Da schätze ich die biblischen Zusagen sehr hoch, die jedem Menschen Gottes Vergebung zusprechen, der „von seinem schlechten Handeln umkehrt“ und um Vergebung bittet. Gott will, lt. Bibel, nicht, dass wir in Angst (z.B. vor Gott) leben und zeigt Wege aus der Angst auf.

 
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