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Der Sinn des Lebens

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Nice, very nice, Kollege.

Ich werfe dir nicht vor, dass du einen Gott hast. Und ich schätze mal, dass du mir nicht vorwirfst, dass ich keinen habe.

Wohl hatte ich überlegt, das Ganze noch etwas weiter auszuführen. Unabhängig aber der Tatsache, dass ich auf einen spezifischen Beitrag hier im Faden antwortete, schrieb ich 'manchmal'

Zumindest mir persönlich ist die Theodizee-Frage nicht fremd, sonst hätte ich sie nicht erwähnt.

Fair enough. Nur ist Gerechtigkeit niemals eindeutig. Wie du selbst sagst, entscheidet in letzter Instanz nicht der Mensch, sondern Gott.

Ich denke nicht, dass Gott Gerechtigkeit erschaffen kann. Wenn überhaupt, dann muss es meines Erachtens der Mensch tun.

Das ist natürlich sehr weit hergeholt. Zum einen kann es nicht wirklich klar sein, was Gott wirklich will. Zu einem anderen sind Adam und Eva Geschöpfe Gottes.

Da stellt sich meines Erachtens schon die Frage, warum "die Kinder Gottes" nicht erkennen sollen.

Ich schätze mal, dass wir das alle sehr gut kennen. Kindern tun auch und insbesondere das, was ihnen verboten wird. Und ich denke, dass auch Gott das wissen sollte.

Das klingt doch sehr nach Egoismus kontra Gemeinschaftlichkeit. Sagen wir mal, dass "der Vater" nicht besonders gut gelehrt hat, allerdings waren Adam und Eva auch noch recht jung.

Da ich nun mal kein Christ bin, kann ich es nur so verstehen, dass die "Abkehr von Gott" den Egoismus darstellt und das "Heil" die Gemeinschaftlichkeit.

Die obigen Zitate entnahm ich Deiner Antwort, Tsunami, zu meiner Antwort zur Theodizee-Frage. Dies zum besseren Verständnis für jeden Leser. Zu Deinen Antworten folgendes meinerseits.

  1. Du schreibst: „Ich denke nicht, dass Gott Gerechtigkeit erschaffen kann. Wenn überhaupt, dann muss es meines Erachtens der Mensch tun.“
    Deine Antwort verstehe ich nun überhaupt nicht. Menschliche Richter irren sich schonmal. Ich denke, das wissen wir beide. Es sind eben Menschen. Trotzdem denke ich, dass so mancher Richter fallbezogen für Gerechtigkeit sorgt. Ist Gott weniger als ein menschlicher Richter??? Auch scheinst Du zu vergessen, daß Gott lt. Bibel die ganze Welt richtet. Also ich glaube, Er kann das auch. Ob die Gerechtigkeit, für die Gott sorgen wird, im Einklang mit den Meinungen aller Menschen steht, bezweifel ich. Aber welcher Mensch ist so groß, dass er Gott Vorschriften machen könnte? Zum anderen überforderst Du die Menschheit, wenn Du von ihr erwartest, daß sie Gerechtigkeit – weltweit – schaffen soll. Die Menschheit hat bisher trotz immer mehr Wissen und Erkenntnisse auf dem Gebiet „Gerechtigkeit“ versagt. Selbst angesichts eines lebens-bedrohenden Klimawandels gibt es keine Einigkeit.
  2. Du schreibst: „Es kann nicht wirklich klar sein, was Gott will.“ Meine Antwort: Ich weiß nicht in allen Fragen, was Gott will. Jedoch eröffnen sich dem Leser der Bibel Einsichten und Erkenntnisse, vor allem bezogen auf das eigene Leben, wenn er Gott respektiert und zu verstehen sucht. Viele Skeptiker kritisieren die Bibel und übersehen dabei, dass es (eine) Aufgabe der Bibel ist, uns Menschen zu kritisieren.
  3. Die Geschichte von Adam und Eva (für mich eine symbolische Geschichte) vermittelt Informationen zur Frage, wieso wir von Gott getrennt leben. Daher ist es müßig jeder möglichen Frage nachzugehen, z.B. der, warum die Menschen (Adam u. Eva) nicht „erkennen“ sollten. Darüber habe ich nachgedacht und kann mir vorstellen, daß es ein Wissen gibt, welches – wenn es in die Hände von Menschen gelangt – schädlich ist. Mir fällt dazu das Stichwort Atombombe ein. Heutzutage lernen Kinder (Kindersoldaten) in einigen afrikanischen Ländern Menschen kaltblütig zu erschießen. Und Erwachsene lernen, wie sie Kinder zu Kindersoldaten formen. Auch das sind für mich Beispiele dafür, dass so manches Wissen bzw. Erkenntnisse in den Händen von Menschen schädlich sind. Ob dieses oder ähnliches Wissen mit dem „Baum der Erkenntnisse“ gemeint ist, weiß ich jedoch nicht.
  4. Tsunami, Du schreibst: „Ich schätze mal, dass wir das alle sehr gut kennen. Kindern tun auch und insbesondere das, was ihnen verboten wird. Und ich denke, dass auch Gott das wissen sollte.

    Das klingt doch sehr nach Egoismus kontra Gemeinschaftlichkeit. Sagen wir mal, dass "der Vater" nicht besonders gut gelehrt hat, allerdings waren Adam und Eva auch noch recht jung.“
    Vergiss bitte nicht, Tsunami, dass es sich um eine symbolische Geschichte handelt. Es geht also nicht um die Frage, ob Gott als Erzieher und Lehrer bei Adam und Eva Fehler gemacht hat. Es geht nicht um Didaktik. Andererseits möchte ich Dir mitteilen, dass ich den Eindruck habe, dass es „schon immer“ die freie Wahl gab, Gott den Respekt zu verweigern und gott-los zu leben, mit allen negativen Folgen. Gott lies es in der Vergangenheit geschehen. Warum? … ist eine müßige Frage. Ich spekuliere mal: Die Freiheit das Leben mit Gott zu wählen oder abzulehnen war Ihm immer wichtiger als erzwungener Gehorsam. Beziehe die symb. Geschichte doch auf Dich. Solange der Mensch (Du) „heute“ Gott nicht respektiert, ist er Adam und Eva ähnlich, mit allen negativen Folgen.

  5. Du schreibst: Da ich nun mal kein Christ bin, kann ich es nur so verstehen, dass die "Abkehr von Gott" den Egoismus darstellt und das "Heil" die Gemeinschaftlichkeit.“ Meine Antwort: Fast richtig – nach meiner Meinung. Die Abkehr von Gott mag verschiedene Gründe haben. Egoismus gehört dazu. Das Heil ist jedoch nicht die Gemeinschaft „ganz allgemein“, sondern beginnt mit meinem Respekt vor Gott, geht dann weiter zu einem Vertrauen zu Gott, wird begleitet von der Erkenntnis dass „Er mich liebt“ und meinem Bekenntnis zu Jesus Christus als Mensch und Gottes Sohn und endet in einem gemeinschaftlichen, harmonischen ewigen Leben mit Gott.

    Im Prinzip wird durch die Adam-und-Eva Geschichte die Frage gestellt: Willst Du so wie Adam und Eva leben und gott-los bleiben – mit allen Folgen – oder willst Du Christ werden und am Heil teilhaben?
 

Der Vergleich ist nicht korrekt. Ich kann stundenlang über das eventuelle Wie des ewigen Lebens nachdenken, ohne dass dadurch jemand in Gefahr gerät 🙂.


Und damit wird eben ein "Übel" eines bibelzentrierten Denkens deutlich (Verzeihung!): die Wahrheit wird zugunsten einer Schrift in den Hintergrund gedrängt! Und damit wird die Vernunft weitestgehend ausgeschaltet. Und damit kann ich überhaupt nicht mehr leben.

Lieber Elephant, natürlich hast Du Recht. Jeder Vergleich hinkt. Jedoch verstehe ich nicht, wieso Du meinst, dass die Wahrheit zugunsten einer Schrift (Bibel?) in den Hintergrund gedrängt wird und Vernunft weitgehend ausgeschaltet wird. Im vorausgehenden Beitrag hattest Du spekuliert. Das ist ja auch in Ordnung. Insofern Du Deine Spekulation als Wahrheit verstehst, was ich nicht annehme, kann ich sie lediglich als „interessant“ zur Kenntnis nehmen. Ich nehme an, dass es sich hier um ein Mißverständnis handelt. Weil: MikeNull hat anschließend behauptet, dass in der Religion (z.B. durch Martin Luther) der Gebrauch des Verstandes verworfen wird. Auf seinen Beitrag hast Du nach meiner Meinung sehr gut geantwortet. Insofern hast Du selbst sehr richtig dargestellt, daß sich Vernunft und Glaube nicht ausschließen. Dem schließe ich mich an.

 
Der Sinn des Lebens.... also des eigenen Lebens ist: einfach mal tief Luft holen, ausatmen und wieder bewußt einatmen
und mit soviel Einfachheit des Atmens reguliert sich mein ganzes bewußtes und unbewußtes Leben.

Und geht das eigene Leben gesundheitlich mal 1O Schritte nach hinten, statt einen kleinen winzigen nach vorne zu machen,
weiterhoffen und Vertrauen, daß sich alles findet und gut wird.

Und manchmal ist der Sinn des Lebens doch so einfach: mal zuhören oder sich einfach mal in die Arme nehmen.

alles Liebe
gastin
 
Da nimmst Du falsch an.

Der Wahrheitsgehalt einer Religion hat auch nichts damit zu tun, ob der Glaube von jemand vertreten wird, der sein Leben dafür einsetzt. Insofern müßte ja das was die Täter vom 9.11. getan haben, super wahr sein.🙂


Mike, mit dem Beitrag stimme ich Dir zu. Wenn Du Recht hast – hast Du Recht.
Aber geht es Dir wirklich „immer“ um Recht, um Wahrheit?

Du schreibst in Deinem nachfolgenden Betrag:
„Luther war Religionsführer und wußte ganz genau, wie man Religion am Leben erhält.
Und das geht ja auch nicht anders. Entweder zieht man sich aus den alten Schriften das raus, was einem in den Kram passt oder man unterschlägt einfach das böse Zeug, ( "das ist so oder so zu interpretieren" ) Mich erstaunt immer wieder wie "Gläubige" sowas überhaupt ernstnehmen können.“


Dieser Betrag ist so sachlich falsch, wie Dein vorhergehender Betrag richtig ist. Nicht dass der Eindruck entsteht, dass ich Luther als Vorbild in allen Bereichen ansehe. Luther war trotz seiner hervorragenden Leistung ein Mensch mit Fehlern. Er war mit Sicherheit kein Religionsführer und hat mit seiner Übersetzungsarbeit Großes geleistet. Dadurch – und in Verbindung mit der Leistung von Gutenberg – konnten Menschen in Deutschland die Bibel lesen und mussten sich von den Mönchen und Priestern keine Unwahrheiten – die angeblich in der Bibel stehen – mehr anhören und „blind“ glauben. Würde Luther noch leben, hättest Du zu Recht eine Klage wegen Verleumdung am Hals. Also was soll so ein rethorischer Rundumschlag bewirken?

Wenn Luther seine Übersetzungsarbeit unter Lebensgefahr geleistet hat, hebt dies die Wichtigkeit seiner Arbeit hervor. Wertschätzung und Respekt wären angebracht. Aber wenn Du schon Luther kritisierst, solltest Du die von ihm übersetzte Bibel wenigstens gründlich gelesen haben. Auch wenn Du nicht Christ werden willst, ist die Kenntnis ihres Inhalts Allgemeinwissen.
 
Natürlich schliessen sich Vernunft und Glaube nicht aus, Nordrheiner.

Ich möchte hier aber etwas anders bringen, was das Thema tangiert.

Hab vorhin - glaub in focus.de - ein Video mit Über- und Unterschrift gesehen - und war zu erschüttert, ums mir anzugucken.

In Indien wäre ein Elefant nach 50 Jahren Gefangenschaft in Ketten, und gequält - von Tierschützern befreit worden - und - der, das Tier, hätte geweint. Ich hättes wohl auch, wenn ichs mir angesehen hätte.

Aber wieder meiner Frage - MUSS oder MÜSSTE Gott direkt eingreifen, um Ungerechtigkeiten zu beseitigen ? Reichen nicht Vernunft, Glaube, dass Gott auch im Tier ist ( und man IHN quält, so man Tiere quält) Bewusstheit und Glaube an göttliche Inspiration, das Gute zu tun, und das Böse zu lassen ????

Peter

Ich hoffe auf letzteres, wie ihr wisst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Elephant, natürlich hast Du Recht. Jeder Vergleich hinkt. Jedoch verstehe ich nicht, wieso Du meinst, dass die Wahrheit zugunsten einer Schrift (Bibel?) in den Hintergrund gedrängt wird und Vernunft weitgehend ausgeschaltet wird. Im vorausgehenden Beitrag hattest Du spekuliert. Das ist ja auch in Ordnung. Insofern Du Deine Spekulation als Wahrheit verstehst, was ich nicht annehme, kann ich sie lediglich als „interessant“ zur Kenntnis nehmen. Ich nehme an, dass es sich hier um ein Mißverständnis handelt. Weil: MikeNull hat anschließend behauptet, dass in der Religion (z.B. durch Martin Luther) der Gebrauch des Verstandes verworfen wird. Auf seinen Beitrag hast Du nach meiner Meinung sehr gut geantwortet. Insofern hast Du selbst sehr richtig dargestellt, daß sich Vernunft und Glaube nicht ausschließen. Dem schließe ich mich an.

Wenn die xxxx-Zeitung was schreibt, so halte ich das noch lange nicht für die Wahrheit. Genauso kritisch gehe ich mit der Bibel um. Die Bibel muss man freilich anders lesen als eine Tageszeitung. Die erstere muss man nicht immer wörtlich interpretieren (zB Adam und Eva). Eine Geschichte kann auch eine Weisheit vermitteln ohne als Tatsachenbericht gelten zu wollen.

Die Frage ist, ob die Aussagen einer Schrift nachvollziehbar sind für unser Erkenntnisorgan (Verstand, Vernunft etc.). Manche Aussagen kann man vielleicht gar nicht einordnen, andere fügen sich in mein bisheriges Wissen und Verstehen gut ein. Ich bevorzuge Schriften, die mit meinem Verstand und meiner Vernunft harmonieren.

Manches hängt von der Interpretation ab. Man kann ja auch die Bibel in Grenzen verschieden auslegen. Und so kann ich aus ihr auch viel vernünftiges herauslesen. An manchen eher wenigen Stellen ergeben sich aber auch Widersprüche zu meinem Verstand und meiner Vernunft. Die lassen sich dann auch durch Exegese kaum "hinbiegen".

Besonders ungut finde ich eine wortwörtliche Bibelauslegung. Denn gerade die widerspricht oft der eigenen Erfahrung und damit dem Verstand.

Der Boss bleibt bei mir also immer der Verstand und die auf ihr aufbauende Vernunft. Das macht eigentlich jeder Mensch. Es sei denn, er glaubt unhinterfragt, was in der XXXX-Zeitung steht. Aber selbst Leser der XXXX-Zeitung - und ich denke dabei an eine ganz bestimmte 🙂 - glauben nicht alles, was in der steht.
 
Zitat Elefant:

Manches hängt von der Interpretation ab. Man kann ja auch die Bibel in Grenzen verschieden auslegen. Und so kann ich aus ihr auch viel vernünftiges herauslesen. An manchen eher wenigen Stellen ergeben sich aber auch Widersprüche zu meinem Verstand und meiner Vernunft. Die lassen sich dann auch durch Exegese kaum "hinbiegen".
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So ist es.

Ich habe übrigens Luther an keiner Stelle kritisiert. Das sollen meinetwegen "Gläubige" tun, die seine Sätze ( aus den Tischreden ) verstanden haben.
 
Ich werde Luther auch nicht kritisieren, obwohl ich so einiges über ihn gelesen hab. Das wäre aber OT. Er hat die Bibel übersetzt, und den Katholiken wars ja lange verboten, eine zu besitzen.

Warum diese nicht mit Verstand lesen - wo es doch heisst: Prüfet alles, und das Gute behaltet ??? Ist nicht das AT - von der Schöpfungsgeschichte mal abgesehen, nicht die Geschichte des jüdischen Volkes, eine blutige, und für unsre Frage nach dem Sinn relevant ???

Wer immer sich da im Offenbarungszelt den Hohepriestern gegenüber geäussert hat - war es Gott ??? Wir sind keine Zeitzeugen, und selbst wenn wir es wären, das war schon geheimnisvoll, und der Normalbürger hatte keine Teilhabe daran.

Nunja. Andre Religionen, andre Erdteile haben über ihre Medizinmänner und Schamanen auch Jenseitskontakte. Und nicht unbedingt bibelkongruente. Wenn aber Gott "den Menschen" geschaffen hat, dann sind auch alle inkludiert. Und die Menschheit muss lernen, sich nicht immer weiter auseinanderzudividieren. Und das geht nicht, wenn die eine oder die andre Religion mit ihrem heiligen Buch die andren domininieren will - und es dürfte auch nicht in "Gottes" Sinne sein.

Peter
 
Wen die Herkunft von Religionen interessiert, der sollte sich mal ein Buch über sog. "Cargo-Kulte" anschaffen.
Zum Beispiel: "Suche im Paradies" von Richard Attenborough.
 
Lieber Elephant,
Du hast aus meiner Sicht eine gesunde Einstellung und scheinst ein Skeptiker „mit Maß“ zu sein, der sich nicht automatisch unwohl fühlt, nur weil jemand die Dinge anders sieht. Ich antworte auf Deinen letzten Beitrag – nicht um den Besserwisser zu spielen – sondern weil ich (auch mit dem Lesen der Bibel) Erfahrungen machte, die ich als Information an Dich weitergebe, weil sie für Dich eine Bereicherung und Hilfe sein können.

Du schreibst: Wenn die xxxx-Zeitung was schreibt, so halte ich das noch lange nicht für die Wahrheit. Genauso kritisch gehe ich mit der Bibel um. Die Bibel muss man freilich anders lesen als eine Tageszeitung. Die erstere muss man nicht immer wörtlich interpretieren (zB Adam und Eva). Eine Geschichte kann auch eine Weisheit vermitteln ohne als Tatsachenbericht gelten zu wollen.
Meine Antwort: Ich stimme Dir zu.


Du schreibst
: Die Frage ist, ob die Aussagen einer Schrift nachvollziehbar sind für unser Erkenntnisorgan (Verstand, Vernunft etc.). Manche Aussagen kann man vielleicht gar nicht einordnen, andere fügen sich in mein bisheriges Wissen und Verstehen gut ein. Ich bevorzuge Schriften, die mit meinem Verstand und meiner Vernunft harmonieren.
Meine Antwort: Blaise Pascal wird folgende Aussage zugeschrieben: „Es gibt zwei gleichermaßen gefährliche Extreme: den Verstand abzuschalten und ausschließlich den Verstand zu benutzen.“ Beispiel Statistik. Von ihr wird gesagt, dass sie das Meiste enthüllt aber das Wesentliche verbirgt. Beispiel Churchill: Ihm wird die Aussage zugeschrieben: „Ich glaube nur der Bilanz, die ich selbst gefälscht habe.“ Um also Schriften zu verstehen, hilft es sehr, wenn ich den Grund bzw. die Absicht des „Schriftstellers“ kenne. Zufällig gehört das Lesen und Analysieren von Bilanzen zu meinem Beruf. Wenn ich Bilanzen lese, fallen mir sehr schnell Zahlen auf, mit denen das Meiste enthüllt – und das Wesentliche versteckt wird. Und dann gehe ich auf „Schatzsuche“.


Du schreibst: Manches hängt von der Interpretation ab. Man kann ja auch die Bibel in Grenzen verschieden auslegen. Und so kann ich aus ihr auch viel vernünftiges herauslesen. An manchen eher wenigen Stellen ergeben sich aber auch Widersprüche zu meinem Verstand und meiner Vernunft. Die lassen sich dann auch durch Exegese kaum "hinbiegen".
Meine Antwort: Die manchmal extrem verschiedene Auslegung der Bibel führte in der Vergangenheit dazu, dass z.B. die Leitung der kath. Kirche im Mittelalter die Sklaverei absegnete. Begründung: „Farbige sind ja keine Menschen“. Auch hatten italienische Priester nach Kriegsende kein Problem, gesuchten Nazimördern bei ihrer Flucht nach Argentinien umfassend behilflich zu sein etc. etc. Es stellt sich die Frage: Wie kann das sein? Der eine Leser wird zum frommen Mann, der andere zum Helfer für Sklavenfänger und Mörder. Ich fand folgende Antwort: Man nehme die Bibel als verschlüsselte Botschaft. Ohne den Schlüssel kann man die Bibel lesen und lesen, ohne ihre Aussagen – wie vom „Schriftsteller gedacht – jemals zu verstehen. Der Leser, der den Code nicht findet, meint sie zu verstehen und verhält sich wie der Besitzer einer Schatzkarte. Er folgt den von ihm angeblich verstandenen Hinweisen der Schatzkarte … findet aber keinen Schatz. Also kommt er zwangsläufig zum Schluss „alles Mist“ oder „nette Geschichten, aber ausser ein paar klugen Sätzen für das praktische Leben unbrauchbar.“ Es gibt z.B. evang. Kirchenmitglieder, die die Bibel lediglich für eine Anleitung zum Humanismus halten „seid nett zueinander“. Ich denke: Der Schlüssel, mit dem die Bibel entcodiert wird, besteht aus zwei Teilen. Ein Schlüsselteil ist in der Bibel zu suchen bzw. in verschiedenen Texten zu finden. Beispiel Psalm 53 V.3: „Gott blickt herab auf die Menschen. Er will sehen, ob es da welche gibt, die Verstand haben und nach ihm fragen.“ Der zweite Schlüsselteil ist im Herzen der Menschen zu suchen und zu finden, sofern dort vorhanden: Es ist der Wunsch, Gott zu suchen und zu finden, der Wunsch zu verstehen, was Gott ihm, dem Leser, mitteilen will. Widersprüche zu meinem Verstand sind voll in Ordnung – aber nach meiner Meinung oft auflösbar. Ich verstehe einige Bibelstellen nicht oder nicht gut genug. Dazu gehören Texte aus der Offenbarung des Johannes. Aber damit kann ich leben. Ich vergleiche mich mit einem Schüler der 7. Klasse, der Vieles aus der Oberstufe nicht versteht. Ich bin guter Hoffnung, dass ich – wenn ich in die Oberstufe komme – auch das für mich heute Unverständliche und Widersprüchliche, was mit meinem Verstand "heute" nicht nachvollziehbar ist, verstehen werde. Bis dahin bemühe ich mich umzusetzen, was mir bisher nachvollziehbar ist.
Ich stelle oft fest, dass es kritische Bibelleser gibt, die im besten Fall Gott als „irgendein“ Wesen für möglich halten. Jedoch dass dieses Wesen handelt und Einfluss auf ihr Leben nimmt, wird abgelehnt. Diese Art von Lesern wollen die Selbstbestimmung niemals aufgeben. Dann treffe ich auch auf kritische Leser, die den Wunsch haben, besser zu verstehen was Gott gemeint haben könnte. Unter diesen kritischen Lesern gibt es viele, die sich untereinander so manchesmal uneins sind. Trotzdem haben sie die gleichen Wünsche: Gott den ersten Platz in ihrem Leben einzuräumen und gemeinsame Erkenntnisse in das Leben zu integrieren.





Du schreibst: Besonders ungut finde ich eine wortwörtliche Bibelauslegung. Denn gerade die widerspricht oft der eigenen Erfahrung und damit dem Verstand.
Meine Antwort: Je nachdem, was der Bibelcode ergibt, kann eine wortwörtliche Bibelauslegung genau richtig oder auch falsch sein.

Es gibt nach meinem Verständnis Bibelstellen, deren gewollte Botschaft sich durch „Übersetzung“ bzw. Interpretation erschließt. Es gibt Bibelleser, die Seite 1 als gut anerkennen und Seite 2 „rausreißen“. Das ist auch nachvollziehbar, denn Seite 2 passt nicht zu ihrem Verständnis. Dabei beachten sie nicht, dass – aus meiner Sicht – die Bibel nicht geschrieben wurde, damit sich jeder das raussucht, was ihm gefällt. Diese kritischen Leser kritisieren die Bibel – und wissen nicht, dass es eine Aufgabe der Bibel ist, die Menschen zu kritisieren. Die Einstellung, mit der ein Leser an die Bibel herangeht, ist ein Schlüsselteil zum Verständnis, was mit der Bibelstelle X gemeint ist und ob wortwörtliche Auslegung angebracht ist – oder nicht. Gute Erfahrungen machte ich, wenn ich zuerst von einer wortwörtlichen Auslegung ausgehe. Führt diese Vorgehensweise zu einem Widerspruch zu meinen Erfahrungen und meinem Verstand, stelle ich mir die Fragen: warum? Sowie „Lässt sich der Widerspruch auflösen?“ sowie: „Wenn ja, wie?“ und "wer weiß mehr als ich und könnte helfen?"


Du schreibst Der Boss bleibt bei mir also immer der Verstand und die auf ihr aufbauende Vernunft. Das macht eigentlich jeder Mensch. Es sei denn, er glaubt unhinterfragt, was in der XXXX-Zeitung steht. Aber selbst Leser der XXXX-Zeitung - und ich denke dabei an eine ganz bestimmte
v1fAn0SPWnI+mEc4AAAAAElFTkSuQmCC
- glauben nicht alles, was in der steht.

Meine Antwort: Unser Verstand ist zweifellos wichtig. Und wenn es uns gelingt, daraufhin Vernunft aufzubauen, haben wir schon viel erreicht. Das Problem 1 ist: konsequent vernünftig zu handeln. Es sind wir selbst. Wir sind es oft, die Fehler „gegen unsere eigenen Ziele" machen. Und was dann, vor allem dann, wenn unsere Fehler im Nachhinein nicht korrigierbar sind? Wenn andere darunter leiden müssen? Da hilft der Verstand nicht viel weiter. Notlösung: Verdrängen und Vergessen. Problem 2: Unser Verstand ist begrenzt. Daher ist auch die darauf aufbauende Vernunft begrenzt vernünftig. Ich lernte, dass „Fragen stellen“ ein Zeichen von Klugheit ist. Nur ein dummer Mensch hat die Einstellung: „Was ich weiß ist mir genug.“ Dem möchte ich hinzufügen: Das Stellen von Fragen ist nur Zeichen von Klugheit, wenn ich auch bereit bin die Antworten zu akzeptieren, die an mein Ego kratzen.

Ich denke, die Einstellung (ein Schlüsselteil) macht den Unterschied.

 
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