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Depressionen - darf ich mich so anstellen?

... grade wenn man immer stark ist - sein will -, ist ein kontakt mit einem therapeuten oftmals erschütternd. es ist nicht so, daß man da hingeht und dann beginnt die lösung. erstmal wird ja - wie soll ich sagen - ... "auf gemacht".

und dann bricht das, was man mühsam zusammengehalten hat, aus und es wird erstmal schlimmer. vorallem, wenn man vorher viel viel kraft investiert hat, um "die fassung zu wahren".

es hört sich vielleicht blöd an, aber das weinen - das "die fassung verlieren" - ist der mögliche beginn, daß du dir selber auch zugestehst, daß du ein recht auf diese hilfe hast.

du darfst aufgewühlt sein - du musst dich nicht immer beherrschen. (und vor einem therapeuten schon gleich garnicht!)
du darfst traurig sein.
du darfst enttäuscht sein.
du darfst wütend sein.

in dem moment, wo man sich das wirklich zugestehen kann, kann man es auch verarbeiten und wirklich bewältigen. zumindestens ging es mir so.

lg trib
 
Hallo

ich las von Dir :

Das ironische ist ja, dass mir das keiner vorhält. Das bin ich, ich ganz alleine.

Das ist nicht ironisch, sondern äusserst typisch für diese Erkrankung. Sich selber für alles und fast jeden zur Rechenschaft zu ziehen, die Schuld immer und immer wieder bei sich selber zu suchen und anscheinend auch zu finden, ist ein krankhaftes Wiederholungsmuster, dem Depressive ausgesetzt sind. Aus diesem Gedankenkarussell auszusteigen wäre sinnvoll, ist aber nicht immer einfach.

Wer oder was hat Dir DAS vorgelebt?
Von WEM könntest Du das übernommen haben? Vater? Mutter ?...gibt oder gab es Depressionen in Deiner Familie ( ich hab nicht alles gelesen von Dir hier, sorry )

Depressionen sind gut behandelbar...wenn DU bereit bist mitzumachen.....denn Ärzte, Therapeuten und/oder Medikamente sind immer nur eine Hilfe zur Selbsthilfe...das muss Dir klar sein.

ich helfe gern..wo Du mich findest, das steht in meiner Singnatur. 🙄

alles Liebe
ichdarf
 
Hallo Tribeca,
es ist ja auch nicht so, dass ich dann nach aller Möglichkeit das Weinen zu vermeiden versuche. Das war jetzt hauptsächlich für dieses Erstlingsgespräch so, mal schauen, wie es denn dann weitergeht...

An ichdarf:
Ja, mein Vater hat das vorgelebt, jahrelang fetteste Depression gehabt und nicht wahrhaben wollen.
Aber er hat eigentlich nicht das sich-zurücknehmen vorgeleb. Woher ich das habe, kann ich dir nicht so genau sagen.

Dass Depressionen behandelbar sind, weiß ich. Darum versuche ich es ja gerade wieder..
 
... ich versteh schon, was du meinst. ich denke aber, genau das gehört zu deinem muster.

ein therapeut ist niemand, vor dem man sich "zusammennehmen muss".

du gehst genau zu dem hin, damit du eben an diese grenze gehen kannst. trau dich!

ganz liebe grüsse,

trib
 
Hallo TRibeca, ich glaube noch nicht ganz 😉 ich heule durchaus und sehr viel bei den Therapeuten, das ist es nicht. Es ging nur für mich darum, bei dem Erstlingsgespräch der Frau einen guten Überblick zu geben, ohne immer nur zu flennen und von 'Das Leben ist scheiße' zu reden. 😉

Aber ja, auch das wird etwas sein, woran wir abeiten werden.
 
Hallo ihr,

ich melde mich mal wieder mit einer - für mich etwas irritierenden Neuigkeit.
Ich habe ja geschrieben, dass ich nach dem Therapiegespräch völlig fertig, am Ende und nur am Heulen war?. Ich bin in der Nacht um etwa 1 Uhr ins Bett gegangen, und habe zwanghaft die Heulattacken unterdrückt, also dieses Verkrampfen, das Rauschen in den Ohren und man spürt schon die TRänen drücken.
Naja, irgendwann hat es so genervt, dass ich die Augen zugemacht hab und mir selbst quasi gesagt habe "Es ist alles gut, du hast keine Depression, du machst dich nur selbst traurig. Hör schon damit auf."
Dann waren da ein zwei Sekunden wo gar nix war und plötzlich war die Verzweiflung, der Wunsch danachm, zu WEinen und alles wie... weggeblasen.
ich lag im Bett und war irgendwie friedlich. Ich hab dem Frieden nicht getraut und irgendwie drauf gewartet, dass ich mich doch wieder schlecht fühle, aber es pssierte nicht. ich habe bis 4 Uhr 'gewartet' bzw. nicht schlafen können und dabei noch rumgewerkelt in der Wohnung.

auch am darauffolgenden Tag, wo ich einen Termin im KH wegen den Hörgeräten hatte, war ich nicht depressiv-traurig, hatte obschon aber ein paarmal das Gefühl, dass irgendweöche Tränen rauswollten und diese rigoros unterdrückt. Abgesehen von einer Erschöpfung über den ganzen Tag durch den geringen Schlaf (4 Stunden) und die ganze action, Klinikum, Freunde besucht und groß eingekauft.

Das ist ja aber auch schon wieder einen Tag her. Gestern war ich fast nur in der Wohnung, habe gefaulenzt, ein wenig aufgeräumt und war immer noch so gefühlsstill.

Das irritiert mich dermaßen, dass ich gerne eure Meinung wüsste.
Ist sowas überhaupt möglich? Dass man seine Depression mit sowas abstellt?
Oder ist es nicht vielmehr so, dass mein Bewusstsein die Depression irgendwie unterdrückt, weil ich ja auch leben muss, Anzeichen dafür wären ja diese Tränenattacken.
Oder aber habe ich/men Körper diese Depression gefaked?! Ist das alles nur eine Lüge?! Und diese Tränenattacken die ich jetzt noch habe auch? Ich kann es nicht sagen, und das nervt/irritiert mich wirklich. Sowas hatte ich bis jetzt auch noch nicht.

Wäre aber halt wieder die Angst davor, eine Simulantin zu sein, weil ich die depression dann ja nur unterbewusst gefaked habe...

Helft mir bitte weiter, was meint ihr?
 
Mach dir keine Sorgen, Amicellini. Du mußt dir gegenüber nicht mißtrauisch sein. "Gefühlsstill" ist ein schönes Wort 🙂

Du scheinst nicht "taub" oder empfindungslos zu sein - sondern einfach - na, eben still. So wie man manchmal etwas Großes, Schmerzhaftes zur Ruhe legen kann. Nicht zum Verschwinden bringen, das nicht - sondern erstmal zur Ruhe, zur "späteren Bearbeitung", wenn du so willst.

Das ist eine wunderbare Fähigkeit, die manche erst in langwierigen Übungen lernen - es ist nichts verschwunden, du bist nicht im falschen Film, du betrügst dich auch nicht - du scheinst die Gabe zu haben, das, was im Moment nicht zu bewältigen ist, loszulassen (erste Therapiestunde) - und dann erstmal beiseite zu legen. Gut ist das. 🙂
 
Die Weinattacken sind da. Und? Du erstickst sie.

Wenn du dich entspannt genug fühlst, wirst du sie zulassen können, so lange du dich zu genau unter die Lupe nimmst, weiß dein Inneres, daß du Angst hast - vielleicht, davon überrollt zu werden?

Eins nach dem anderen, Depressionen sind nichts, das sich so schnell "in den Griff" kriegen läßt.

Gefühle sind nichts lineares. Sie können widersprüchlich sein, in minutenschnelle wechseln, betäubt werden, hervorbrechen, parallel voneinander existieren, mal mit der Kraft der Gedanken "gesteuert" werden und im nächsten Atemzug Chaos im Kopf verursachen. Alles normal, alles beunruhigend für einen Geist, der gerne die Übersicht behalten will, ne?

Es ist alles ok, wirklich. Versuch Vertrauen in deine Psyche zu entwickeln. Sie wird dir noch so manches zumuten, dich vielleicht auch an die Grenzen dessen bringen, was du ertragen zu können glaubst. Sie wird dich NIE über die Grenze hinaustreiben. Du hast ja gemerkt, was passiert: du legst das, was zu viel wird, "zur Ruhe". Andere haben das Gefühl, emotional abzusterben, die Funktion solcher Reaktionen ist dieselbe: Abbremsen, um dann "niedriger dosiert" das, was die Depressionen verursacht, herauszulassen. Das ist gut so.
 
Warum ist es IMMER so, dass sobald man denkt, man fühlt sich gut und alles ist gerade irgendwie in Ordnung, ein fetter Schlag geschieht?

Unsere Maus, Star, hat einen offenen Bauch. Dass sie überhaupt noch lebt ist ein wunder...
und der beschissene Tierarzt hat zu, und wir können erst morgen oder so zum Arzt gehen. Fu**...
ernsthaft und eigentlich hat keiner von uns Zeit... Scheiße ey. Ich hasse so etwas
und dabei hab ich heute noch gesagt 'eigentlich geht es mir gerade gut. wirklich gut, trotz allem...'

Fu**!
 

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