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dem Glück/Unglück endlich nahe.....

Truth, Jette - das eine schließt das andere nicht aus🙂

GOTTES Friede ist ja der, wie ihn die Welt nicht geben kann - so Jesu Worte.

Deshalb kann man in dieser Welt trotzdem Wut und Zorn und Trauer und all diese Dinge empfinden, doch all das wird aufgefangen in diesem einen großen Frieden.

Und DEN, liebe Jette, den wünsche ich dir - NICHT das simple Zudecken deiner negativen Emotionen, die angesichts deiner Situation einfach sein dürfen und sollten!

LG quasi:herz:
 
Liebe Jette, ich sende dir einen lieben Trostgruß zum Pfingstfest - Tage,die sicherlich immer besonders schwer auszuhalten sind.

Sei umarmt.

Shalom! Christa
 
Hallo Liebe Quasi,

vielen Dank für dein Gruß...die Feiertage sind nicht schlimm, ob jetzt Feiertage....Pfingsten, Ostern oder auch ja Weihnachten....oder normale Tage, die Einsamkeit und Verzweiflung bleiben immer gleich.
Wie war dein Tag gestern? Wollte Dir noch schreiben und "Daumendrück", aber wie immer kam dann die Arbeit dazwischen. Ich mache mir ehrlich gesagt auch Sorgen um Claudia....Claudia, wenn Du das hier lesen solltest melde Dich doch und wenn es nur kurz ist. Kannst ja auch per PN an Quasi schreiben, Du weisst doch Sie ist immer da! Wenn Du irgendwelche Nöten hast und wenn es in Richting Finanzen gehen sollte, sag Bescheid...wir werden mit Sicherheit Hilfe abschaffen können....Du liegst uns doch sehr an Herzen!
Quasi, vieleicht schaffe ich es am Wochenende Dir nun endlich mal zu schreiben, hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, denn Du bist immer für andere da und brauchst eben auch mal "Streicheleinheiten"!

Zu deiner berechtigten Frage der Wut kann ich nur soviel sagen, das ich es mir einfach nicht erlauben darf....denn sicherlich trage auch ich ein Teil der Schuld. Ich kann mich z. Bsp. überhaubt nicht mehr an den Inhalt unseres Telefonates am Abend zuvor erinnern...vieleicht hätte man dann noch verhindern können oder am Morgen des nächsten Tages sah ich all seine Sachen auf dem Tisch liegend und ich hab mir nichts dabei gedacht und fuhr zur Baustelle (bin selbständig in der Baubranche) vieleicht hätte ich eben an diesem Morgen nur besser denken müssen und wäre dann gleich zum "Müllraum" gelaufen...auf der Sterbeurkunde ist nähmlich nur eine Zeitspanne angegeben....genau die Zeitspanne die ICH der Polizei sagen musste (wann haben Sie Ihn das letzte mal gesehen....wann haben Sie Ihn gefunden usw.) Aber hätte und sein sollen, das ändert jetzt daran auch nichts.

Liebe Truth,

auch Dir möchte ich meinen Dank aussprechen...Drücke Dich ebenfalls...ja wäre schön wenn die Tage andauern würden, aber man kann eben das Schicksal nicht betrügen.

PS: noch einmal Claudia....melde Dich bitte...jetzt schreibe ich das wie Du mich immer gebeten hast. Hier gibt es viele Menschen, die sich Sorgen machen. Wir wollen Dich nicht unter Druck setzten....ich weiß ja wie das ist...es reicht ja nur ein kurzer Satz wie: Ich bin noch da!

Nur das Beste
Jette
 
Hallo Jette

Ich bin heute zufällig auf Deinen Thread aufmerksam geworden, und habe mir mal Deine Beiträge durchgelesen. An Deinen ersten Beitrag konnte ich mich sogar nocht undeutlich erinnern, Du hast ihn in einer Zeit geschrieben, als ich noch häufiger im Forum gelesen habe.

Ich habe mir lange überlegt, ob und wie ich Dir schreiben soll. Ich bitte Dich, mir nicht zu antworten, dass andere Menschen eine Situation, wie Du sie hast, nicht verstehen könnten. Ich kenne eine entsprechende Situationen aus meinem eigenen Leben.

Zuerst einmal glaube ich nicht, dass Du sterben willst. Du möchtest leben. Und Du hoffst darauf, dass Du irgendwann einen Ausweg aus Deiner Situation findest. Das machst Du nun seit fast zwei Jahren.

Was könnte denn dann Dein Problem sein?

Du hast vor knapp zwei Jahren Deinen Partner verloren. Dein Partner war Dein Freund, Dein Lebensgefährte, Dein Mentor. Und Ihr habt, wie Du selbst schreibst, all die Jahre sehr zurückgezogen gelebt. Und da sehe ich ein Symptom Deines Problems, nicht die Ursache, aber ein Symptom.

Du warst sehr stark auf Deinen Lebensgefährten fixiert. Sicher ist das in einer Beziehung normal, besonders nach 15 Jahren. Aber Dein Partner scheint noch einmal eine besonders große Rolle für Dich gespielt zu haben.

Jetzt hast Du ihn von heute auf morgen verloren. Die Realität, wie sie bisher existiert hat, ist nicht mehr. Nun hast Du die Wahl. Entweder Du lebst weiter in Deinen Gefühlen. Das führt natürlich dazu, dass Du nicht in der Realität lebst. Oder Du akzeptierst die Realität, wie sie jetzt ist. Was dazu führt, dass Du die Gefühle, die nicht in die Realität passen, nach und nach abbauen mußt.

Bisher hast Du Dich dafür entschieden, weiter in Deinen Gefühlen zu leben. Das ist natürlich schmerzhaft, weil Du Tag für Tag, Monat für Monat immer wieder damit konfrontiert wirst, dass Dein früherer Lebensgefährte nicht mehr lebt. Und weil das so schmerzhaft ist, fast so schmerzhaft, als wäre er gerade erst gestorben, spielst Du mit dem Gedanken, selbst zu sterben, vielleicht auch mit der kleinen Hoffnung, dann wieder so mit ihm vereint werden zu können, wie Du es einmal warst.

Aber warum entscheidest Du Dich nicht für die Realität? Du müßtest Dir dafür entweder sagen, ich will so nicht weitermachen, ich will wieder leben, und dafür will ich kämpfen. Oder, ich kann so nicht weiter machen, ich halte das nicht mehr aus, ich will da wieder herausfinden.

Du wirst Deine Gründe dafür haben, Dich für Deine Gefühle, und gegen die Realität zu entscheiden. Ich nehme an, die Realität, also voll und ganz anzunehmen, dass Dein Partner gestorben ist, ist so schlimm für Dich, dass Du Dich nicht in der Lage siehst, diesen Weg zu gehen. Einen wirklichen Hinweis für die Ursachen hast Du auch gegeben:

Mir geht es ehrlich gesagt seit Silvester nicht so gut...warum? ich weiss es selbst nicht...komme immer wieder auf den Gedanken, -man war es eben nicht wert-...niemand wollte mich als "Kind", bis meine Atoptivmutter kam...als Sie starb brach für mich die erste Welt zusammen...dann kam mein Freund/Mann/Partner...der wollte mich dann auch nicht mehr...zumindestens glaube ich das denn auch er hat mich allein und im Stich gelassen...die zweite Welt brach für mich zusammen...langsam glaube ich schon...irgend etwas hast Du falsch in deinem Leben gemacht, denn ansonsten würden die Menschen sich nicht einfach davon stehlen...vor meiner Person.
Ich vermute, Du hast eine ausgesprochen starke Sehnsucht nach einer intensiven Zweierbeziehung mit einem Menschen. Vielleicht hat alles seine Ursachen darin, dass Dich als Kind niemand wollte. Du Dein Leben lang auf der Suche nach einem Menschen bist, "der Dich will", so wie Eltern Dich gewollt hätten. Wenn Du einen solchen Menschen findest - Deine Adoptivmutter, oder Deinen Lebensgefährten - und ihn dann wieder verlierst, dann scheiterst Du zuerst einmal lange Zeit daran, das realisieren zu können.

Gedanken, wie "niemand will mich", oder "was habe ich im Leben falsch gemacht", sind für Dich ganz natürlich, weil sie natürlich für einen Menschen sind, der immer Angst bekommt, dass ihn niemand will, wenn sich jemand von ihm abwendet, oder er jemanden verliert.

Du willst gar nicht sterben. Du willst wieder in diese Beziehung zurück, in der Du das gefunden hast, was Du seit Deiner Kindheit suchst. Und weil es zu schrecklich für Dich wäre, zu akzeptieren, dass diese Beziehung ein Ende gefunden hat, hältst Du Deine Gefühle und auch Deine Realität so aufrecht, als ob sich nichts verändert hätte.

Ich glaube, Jette, leben hieße, das zu erkennen. Zu akzeptieren, dass Du ein Mensch bist, der ganz stark jemanden sucht, der ihn will, so, wie Du es einst als Kind gesucht hast. Und zu akzeptieren, dass Du jemanden verloren hast, der Dir das Gefühl gegeben hat, im Leben willkommen zu sein. Und Dich auf die Suche zu machen nach einem Weg in der Realität. Nach einem anderen Weg, als Du bisher gegangen bist, egal, wie er aussieht.

Und Dir dafür auch Hilfe zu suchen. Und damit meine ich nicht nur zwei Therapiestunden, die vielleicht noch dadurch sehr eingeschränkt waren, dass Du Deine Situation gar nicht verlassen willst.

Leben heißt, da herauszukommen, wo Du bist. Ein "ich will oder ich kann" so nicht weitermachen. Und dafür ist der Tod keine Lösung, auch nicht das Verharren. Der Tod hieße jetzt, nicht mehr daran zu leiden, dass Du verlassen worden bist. Aber er hieße nicht, wieder zu leben. Es gibt andere Auswege, Lösungen für Dein Dilemma.

Und Hilfe heißt, sich dafür Begleitung zu suchen. Vielleicht einen Therapeuten zu suchen, der Dich für 2 Jahre begleitet, mit dem Du Dich auf die Suche nach einem Ausweg machen kannst. Nach einem der vielen Auswege, die es jetzt gäbe. Einem, den Du gehen kannst. Während der Therapie vielleicht auch einmal einen stationären Aufenthalt einlegen. Ein paar Wochen oder auch länger einfach mal herauskommen, aus dieser Scheiße. Das Leben noch einmal von einer anderen Seite zu erleben. Es zu spüren, sich neu zu spüren, Dinge, die Du vielleicht schon fast vergessen hast, die tief in Dir existieren. Und von außen mal einen Blick auf das zu werfen, was für Dich jetzt Dein Leben ist. Und zu schauen, ob man da nicht doch etwas ändern könnte.

Ich will so nicht weitermachen. Ich kann so nicht mehr weitermachen. Ich halte das nicht mehr aus. Ich will noch einmal schauen, was mir das Leben bieten kann. Damit fängt es vielleicht an. Oder willst Du immer so weiter machen?

Liebe Grüße

Günter
 
Hallo, liebe Jette!
Will dir nur mal "hallo" sagen. Bin wieder unter den "Lebenden🙂", das Trinken macht auch nichts besser..

Was ich dich mal fragen möchte, gehst du eigentlich auf den Friedhof?
Ich war erst einmal, am 25.12., dort, und denke dauernd dran, daß ich wohl "müßte", aber irgendwie kann ich das nicht.

Liebe Jette, was machst du so an diesen Feiertagen?
Würde mich freuen, wennst dich mal meldest.

Jetzt sei erstmal lieb gedrückt,
ich denk an dich
Claudia
 
Hallo Liebe Claudia,

ach ist das schön von Dir zu hören bzw. auch zu lesen. Ich hatte mir schon so etwas in dieser Richtung gedacht, wollte Dich auch nicht unter Druck setzen, hatte mir eben Sorgen gemacht, bin wohl zu sensibel geworden auf Grund meiner Situation...hoffe nimmst es mir nicht übel...es soll ja hier überhaupt kein Zwang sein!

Um deine Frage zu beantworten: ja ich gehe ab und zu mal dorthin, danach geht es mir um so beschissener, verzeih den Ausdruck, anders kann ich dann diesen Umstand danach einfach nicht formulieren. Nur mein all zu schlechtes Gewissen zieht mich dahin, dort hatte ich Pflanzen gesetzt...sie rufen letztendlich auch nach ihrem Recht. Aber ich gehe nicht mit dem Gedanken dorthin, weil ich es will um Ihn vieleicht dort nahe zu sein....nein ich sehe Ihn dort nicht...das ist nicht der richtige Platz für Ihn.

An den Feiertagen mache ich das selbe wie an all den anderen freien Tagen (Wochenende z. Bsp.), entweder ich schaue mir die Augen von innen an, sitze am PC und zocke ein Game oder sitze einfach nur stumm hier in den vier Wänden und ja trinke dann ein oder mehrere Glas Weissweinschorles (Ich kann Wein pur nicht herunterbekommen). Ich hoffe Du bist nicht all zu schockiert über mich, weil ich ja auch deine Situation inzwischen kenne und weiss eigentlich sollte ich mir das hier ersparen. Ich mache das ja auch nicht jeden Tag, schon wegen meiner Arbeit. Ach ja, manchmal mache ich mir auch was zu Essen, das eine oder andere Gericht, was ich und mein Partner gerne zu uns genommen haben. Danach, weil ich schaffe ja nur immer ein Häppchen, versuche ich noch den Rest loszuwerden, aber oft muss das eben dann in den Mülleimer landen, was mir unendlich leid tut, zumal viele Menschen auf dieser Erde hungern müssen und ich schmeisse es weg! Sei Du auch lieb gedrückt, weiterhin Daumen hoch bzw. "Daumendrück". Alles Liebe Dir!

Nur das Beste
Jette

Und Günter...noch ein Wort an Dich,

als ich dein Tread las, entluden sich automatisch bei mir die Tränen...nein...nein...keine Sorge, Du hast schon alles richtig gesagt und auch teilw. erkannt. Ich werde mich bei Gelegenheit detailiert und substantiert dazu äußern. Vielen Dank erst einmal...bis dahin!!

Nur das Beste
Jette
 
Hallo Jette

Es freut mich, wie Du meinen Text aufgenommen hast. Ich war unsicher, ob ich schreiben soll, weil ich Deinen aktuellen Lebensweg in Frage stelle, und Dir nicht den Boden wegziehen wollte.

Ich bin gespannt auf Deine Antwort.

Liebe Grüße

Günter
 
Hallo Günter, jetzt kommt die Antwort, immer schön der Reihe nach:

Ich bin heute zufällig auf Deinen Thread aufmerksam geworden, und habe mir mal Deine Beiträge durchgelesen. An Deinen ersten Beitrag konnte ich mich sogar nocht undeutlich erinnern, Du hast ihn in einer Zeit geschrieben, als ich noch häufiger im Forum gelesen habe.

Da weiss ich bis heute noch nicht, was mich überkam, mich hier zu äußern, aber auf Grund all der positiven Rückmeldungen von anderen Usern bin ich nun doch hängengeblieben, weil ich erkannte das es gut tat mal mit Menschen sich auszutauschen oder auch gegebenfalls Erfahrungen über dieses Thema zu bekommen.

Ich habe mir lange überlegt, ob und wie ich Dir schreiben soll. Ich bitte Dich, mir nicht zu antworten, dass andere Menschen eine Situation, wie Du sie hast, nicht verstehen könnten. Ich kenne eine entsprechende Situationen aus meinem eigenen Leben.

Es wäre schön, wenn Du über diese unschöne Erfahrung in deinem Leben detailierter eingehen könntest, nur wenn Du es kannst...keinen Zwang.

Zuerst einmal glaube ich nicht, dass Du sterben willst. Du möchtest leben. Und Du hoffst darauf, dass Du irgendwann einen Ausweg aus Deiner Situation findest. Das machst Du nun seit fast zwei Jahren.

Glauben bedeutet nocht gleich Wissen, Du magst sicherlich ansatzweise Recht haben....denn ICH bin noch hier!, aber wenn man...wie Du schon erkanntest...seit geraumer Zeit immer wieder gegen die "Dämonen" ankämpfen muss, eine Tür und dahinter einen geradlinigen Weg ohne Abzweig, das Ziel also nicht erkennt, finden möchte und diesen bis her noch nicht erreicht hat, kann es schon passieren, das der Geist irgenwann einmal aufgibt. Ich habe vor diesen Moment Angst, das gebe ich offen zu.

Du warst sehr stark auf Deinen Lebensgefährten fixiert. Sicher ist das in einer Beziehung normal, besonders nach 15 Jahren. Aber Dein Partner scheint noch einmal eine besonders große Rolle für Dich gespielt zu haben.

Normal würde ich diese Art der Fixierung vieleicht nicht nennen, da jeder Mensch eigentlich doch eine eigene Denkweise hat oder irre ich mich? Eine große Rolle gespielt...Er spielt Sie immer noch!

Jetzt hast Du ihn von heute auf morgen verloren. Die Realität, wie sie bisher existiert hat, ist nicht mehr. Nun hast Du die Wahl. Entweder Du lebst weiter in Deinen Gefühlen. Das führt natürlich dazu, dass Du nicht in der Realität lebst. Oder Du akzeptierst die Realität, wie sie jetzt ist. Was dazu führt, dass Du die Gefühle, die nicht in die Realität passen, nach und nach abbauen mußt.

Vollkomende Zustimmung! Akzeptieren bedeutet zu verstehen!

Bisher hast Du Dich dafür entschieden, weiter in Deinen Gefühlen zu leben. Das ist natürlich schmerzhaft, weil Du Tag für Tag, Monat für Monat immer wieder damit konfrontiert wirst, dass Dein früherer Lebensgefährte nicht mehr lebt. Und weil das so schmerzhaft ist, fast so schmerzhaft, als wäre er gerade erst gestorben, spielst Du mit dem Gedanken, selbst zu sterben, vielleicht auch mit der kleinen Hoffnung, dann wieder so mit ihm vereint werden zu können, wie Du es einmal warst.

Vollkomende Zustimmung! Ohne diesen Gedanken...dieser Aussicht... würde ich hier nicht mehr sein!

Aber warum entscheidest Du Dich nicht für die Realität? Du müßtest Dir dafür entweder sagen, ich will so nicht weitermachen, ich will wieder leben, und dafür will ich kämpfen. Oder, ich kann so nicht weiter machen, ich halte das nicht mehr aus, ich will da wieder herausfinden.

Wenn ich die Realität so offen vor Augen betrachten würde, würde ich meine eigene Unfähigkeit als Mensch erkennen.

Ich vermute, Du hast eine ausgesprochen starke Sehnsucht nach einer intensiven Zweierbeziehung mit einem Menschen. Vielleicht hat alles seine Ursachen darin, dass Dich als Kind niemand wollte. Du Dein Leben lang auf der Suche nach einem Menschen bist, "der Dich will", so wie Eltern Dich gewollt hätten. Wenn Du einen solchen Menschen findest - Deine Adoptivmutter, oder Deinen Lebensgefährten - und ihn dann wieder verlierst, dann scheiterst Du zuerst einmal lange Zeit daran, das realisieren zu können.

Wer hat sie denn nicht? Sicherlich, meine Kindheit und auch meine Jugendzeit und Eintritt dann in das Erwachsenealter trägt eine grosse Rolle zu meiner Unsicherheit bei, aber das würde ich jetzt nicht auschlaggebend sagen für meine "Scheiterung am Leben"!

Gedanken, wie "niemand will mich", oder "was habe ich im Leben falsch gemacht", sind für Dich ganz natürlich, weil sie natürlich für einen Menschen sind, der immer Angst bekommt, dass ihn niemand will, wenn sich jemand von ihm abwendet, oder er jemanden verliert.

Genau!

Du willst gar nicht sterben. Du willst wieder in diese Beziehung zurück, in der Du das gefunden hast, was Du seit Deiner Kindheit suchst. Und weil es zu schrecklich für Dich wäre, zu akzeptieren, dass diese Beziehung ein Ende gefunden hat, hältst Du Deine Gefühle und auch Deine Realität so aufrecht, als ob sich nichts verändert hätte.

Nicht seit meiner Kindheit, aber mit dem Aufrechterhalten meines bisherigen Werdeganges hast Du schon Recht....ich sagte es schon weiter oben...erkennen bedeutet seine Unfähigkeit dann zu sehen, da bin ich mal einfach Faktor Mensch, die Wahrheit schön im Hintergrund zu setzen und eine Fassade aufzubauen die in unserer heutigen Gesellschaft nur all zu gern akzeptiert wird!

Ich glaube, Jette, leben hieße, das zu erkennen. Zu akzeptieren, dass Du ein Mensch bist, der ganz stark jemanden sucht, der ihn will, so, wie Du es einst als Kind gesucht hast. Und zu akzeptieren, dass Du jemanden verloren hast, der Dir das Gefühl gegeben hat, im Leben willkommen zu sein. Und Dich auf die Suche zu machen nach einem Weg in der Realität. Nach einem anderen Weg, als Du bisher gegangen bist, egal, wie er aussieht.

Nicht nach jemanden, sondern nur nach dem Einen....der in die gleiche Richtung schaut! Ich weiss schon das ich ein Mensch nur bin, denn ich habe Gefühle...leider...denn diese tun weh!

Und Dir dafür auch Hilfe zu suchen. Und damit meine ich nicht nur zwei Therapiestunden, die vielleicht noch dadurch sehr eingeschränkt waren, dass Du Deine Situation gar nicht verlassen willst.

Genau, denn dazu muss man auch bereit sein!

Leben heißt, da herauszukommen, wo Du bist. Ein "ich will oder ich kann" so nicht weitermachen. Und dafür ist der Tod keine Lösung, auch nicht das Verharren. Der Tod hieße jetzt, nicht mehr daran zu leiden, dass Du verlassen worden bist. Aber er hieße nicht, wieder zu leben. Es gibt andere Auswege, Lösungen für Dein Dilemma.

Der Tod hieße nicht, das man verlassen worden ist, sondern nicht mehr die Schmerzen ertragen zu müssen und nicht immer siegen zu müssen! Zumindestens für mich.

Ich will so nicht weitermachen. Ich kann so nicht mehr weitermachen. Ich halte das nicht mehr aus. Ich will noch einmal schauen, was mir das Leben bieten kann. Damit fängt es vielleicht an. Oder willst Du immer so weiter machen?

Das Lieber Günter ist genau die Frage, die ich mir stelle...immer wieder...jeden Tag aufs neue. Um zu erkennen was das Leben zu bieten hast muss man doch erst einmal vorsichtig über die Bettdecke schauen können...das ist mir bisher nicht gelungen bzw. bin noch nicht bereit dazu. Weisst...eigentlich möchte ich den "A****" in der Hose haben wie mein Partner. Entschuldige meinen Ausdruck, aber ich denke schon das man dazu sehr viel Selbstbeherrschung braucht, um solch eine Tat umzusetzen. Ich muss wieder einmal lernen, wie ein Kind, selbständig durchs Leben zu gehen...ich will nicht sagen bei Ihm war ich nicht Ich...im Gegenteil...aber zu zweit ist eben alles anders. Zu erkennen, das der Rest des Lebens der Dir noch bleiben sollte eben so ist, ist einfach z.Z. zu schwer für mich. Ich bin schließlich keine 20 Jahre jung mehr. Es braucht Zeit...bei dem einen in Wochen/Monate/Jahre gerechnet...bei dem anderen sein ganzes Leben.

So für heute soll das erstmal genügen...
Ich danke Dir rechtherzlich für dein Interesse...sei lieb gegrüsst

Nur das Beste
Jette
 
Ach und Günter,

Hier mal etwas, was ich mir z.Z jeden Tag frage und insgeheim stellt sich diese, so glaube ich, fast jeder Mensch auf diesem Planeten:

Im Sommer nachts unter dem Sternenhimmel liegen.
Ein warmer Wind umweht den Körper.
Man ist einfach nur da, den Blick in den Himmel gerichtet.
Tausende Sterne funkeln Dich an, und plötzlich ist alles um dich herum vergessen.
Klein und unbedeutend die Probleme, die sonst so "schwer auf deinen Schultern liegen".

Kennst Du dieses Gefühl?

Ausbrechen zu wollen aus dem Leben das man führt.
Aus deinem Leben, auch wenn es erfüllt ist mit
lieben Menschen und Erfolg. Und dennoch, wenn man
in den Sternenhimmel schaut, der Gedanke aufkommt
~ soll es DAS sein ~

Kennst Du dieses Gefühl ?

Sich unbewusst von seiner Umgebung in eine "Rolle"
hineinschieben zu lassen.
Eine Rolle, die einen bei genauerer Betrachtung nicht erfüllt.
Dennoch reiße ich mich nicht los von dieser "Rolle",
~ warum nicht ? ~
weil ich nicht enttäuschen will.

Nicht enttäuschen, mich selbst, weil ich nicht so recht weiß, was und wohin ich will.

Nicht enttäuschen, Menschen und Familie, indem "gewohnte" Rituale gebrochen werden.

Nicht enttäuschen, die Menschen, die mich in meiner Rolle erwarten!!!!

Und trotzdem, er ist immer wieder da, der Wunsch
~ ich will raus ~.
Raus aus dieser "Schublade", raus aus diesen kleinkarierten Zwängen.

Kennst Du dieses Gefühl?

Es kommen doch wieder Gedanken, von denen dieser Wunsch unterdrückt wird.
Wenn ich fliehe, aus meiner "Rolle", werde ich glücklicher sein in der Nächsten ?
Oder wird sich das Spiel wiederholen?
Niemand weiß es, auch ich nicht, und was mir bleibt ist der Blick in die Sterne, mit dem Gedanken auszubrechen.

Kennst Du dieses Gefühl?

Wie fühlt sich ein Mensch, dessen Leben von Zwängen verschlungen wird?
Wie atmet ein Mensch, dessen Leben in ein viel zu enges Korsett gepresst wird?
Wie lächelt ein Mensch, wenn es aus dem Leben in der Endlosschleife kein Entkommen gibt?
Wie lebt ein Mensch, mit dem Gefühl jeden Tag ein bisschen zu sterben?

Gefangen durch die Fesseln meines Lebens.
Gefangen durch die Kette meines Egoismus!!!!
Gefangen in einem für und wieder.
Gefangen von meinen Gedanken.
Gefangen im eigenen Leben.

Wer wird mich befreien aus meinem gefangen sein?
Wer wird in Stunden von Ängsten zu mir stehen?
Wer wird meine Tränen stillen, wenn mein Leben sich langsam auflöst?
Wer wird mir Hoffnung geben in der Dunkelheit?
Wer wird mein Herz zusammensetzen, wenn es zerbricht ?

Sag mir, Kennst auch du dies Gefühl?

(Coreana)
 
Hallo Jette

Ich komme heute nicht mehr dazu, einen längeren Beitrag zu schreiben. Du hörst aber noch von mir. 😉

Günter
 

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