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Mein Freund ist gestorben

Hallo liebste Claudia,

wie geht es Dir heute? Etwas besser? Silvester war sicher sehr schwierig für Dich und Jette. Meine Mutter hat auch sehr gelitten, es war schlimmer als an Weihnachten, denn Silvester war immer "Pärchenabend", und sie hat Papa sehr vermisst. Als ich sie an Mitternacht anrief, weinte sie.

Bei mir selbst scheint die Traurigkeit auch langsam (endlich?) durchzukommen - erst jetzt scheine ich zu begreifen, was passiert ist. Ich habe darüber nachgedacht, warum es so langsam geht, und denke, dass es damit zu tun hat, dass Papa so lange krank war - der erste Schock kam schon mit der Diagnose, und dann waren es anderthalb Jahre hoffen und bangen. Wenn jemand plötzlich stirbt, kommt die Trauer wahrscheinlich auch plötzlich und heftig. Wenn der Tod langsam kam, kommt auch die Trauer langsam. So scheint es mir. Ich muss wohl aus dem anderthalb Jahre andauernden Schock erst einmal aufwachen...

Aber nun genug von mir. Ich möchte Dir und Jette einen Vorschlag machen, eine Idee, die meiner Mutter in der Zeit der Krankheit meines Vaters sehr geholfen hat: sie hat sich ein schönes Buch gekauft, mit lauter leeren Seiten. Das wurde ihr "Positiv-Tagebuch". Sie hat dort nur die positiven Dinge hineingeschrieben, die sie jeden Tag erlebt hat. Und sie entdeckte, dass es fast jeden Tag irgendetwas kleines Positives gab. Und wenn ein Tag mal ganz schlecht lief, schrieb sie gar nichts hinein. Aber sie las die Seiten, die sie schon geschrieben hatte, und die taten ihr gut.

Ihr solltet es versuchen. Euren Blick auf die positiven Momente lenken, und seien sie auch noch so klein. Wollt Ihr es mal versuchen, Du und Jette?

Lieben Gruß,
Natascha
 
Ich weiß nicht, checks nicht mehr,
hab euch so viel geschrieben die letzten 3 Tage,
alles weg.
Trinke wogl zuviel.
Melde mich wieder
Alles Liebe
bis bald
Claudia
 
Wie schade, Claudia, haette gerne gelesen, was Du geschrieben hast. Claudia, ich habe nachgedacht:

Wie waere es, wenn jetzt nicht mal wir Vorschlaege machen, sondern DU uns einen Vorschlag machst, wie Du Dir helfen willst. Einen 5-Punkte-Plan oder etwas in die Richtung.

Schreib einfach mal auf, was Dir aus Deiner Sicht helfen koennte und wie Du es genau umsetzen moechtest.

Denk nach, BITTE!!
Druecke Dich fest.
Natascha
 
Liebe Claudia,

"gräme" Dich nicht...es ist nicht schlimm...wir wissen auch so das Du hier an uns denkst und vieleicht mit dem einen oder anderen Gedanken bei dem einen oder der anderen weilst. Ich hoffe Du hast die Tage die sich Weihnachten und Silvester nennen halbwegs gut überstanden. Ich wünsche mir das das neue Jahr DAS Jahr für Dich wird. All deine Hoffnungen...deine Wünsche auf ein wenig Glück sollen erfüllt werden! Bleib weiter hier...schreib weiter hier...WIR sind hier...hören Dir immer zu...Lesen alles von Dir...versuchen Dir zu helfen, wo und wie auch immer und wünschen uns das es in iregendeiner Form bei Dir ankommt. Mir geht es ehrlich gesagt seit Silvester nicht so gut...warum? ich weiss es selbst nicht...komme immer wieder auf den Gedanken, -man war es eben nicht wert-...niemand wollte mich als "Kind", bis meine Atoptivmutter kam...als Sie starb brach für mich die erste Welt zusammen...dann kam mein Freund/Mann/Partner...der wollte mich dann auch nicht mehr...zumindestens glaube ich das denn auch er hat mich allein und im Stich gelassen...die zweite Welt brach für mich zusammen...langsam glaube ich schon...irgend etwas hast Du falsch in deinem Leben gemacht, denn ansonsten würden die Menschen sich nicht einfach davon stehlen...vor meiner Person. Liebe Claudia, ich hoffe es geht Dir gut und hast nicht die Ängste die z.Z. in mir herrschen. Sei stark...sei Stark für deine Kinder und vor allem für Dich...Pass gut auf Dich auf und denke immer daran man ist so wie man ist....im Angesicht vor dem sind wir alle einzigartig, egal in welcher Verfassung wir uns befinden! In diesem Sinne....

Nur das Beste
Mache es gut!
Jette
 
Hallo Claudia, hallo Jette,

nur kurz ein kleiner Gruß an Euch mit Wärme und ganz viel Kraft (für Euer Positiv-Tagebuch....).🙂

Und ein Spruch meiner Omi, der mir in schwierigen Zeiten hilft:

"Gott schreibt gerade auf ungeraden Linien."

Soll heißen: oft erscheinen uns die Dinge völlig verkorkst und unsinnig. Aber es gibt einen Sinn, warum Dinge passieren, und der zeigt sich oft erst viel später...

Ganz lieben Gruß,
Natascha
 
Dazu noch eine Geschichte:

Der alte Mann und das Pferd

oder(Urteile nie)

Ein alter Mann lebte in einem Dorf. Sehr arm, aber selbst Könige waren neidisch auf ihn, denn er besaß ein wunderschönes Pferd. Sie boten phantastische Summen für das Pferd, aber er verkaufte es nicht. Eines morgens fand er sein Pferd nicht im Stall. Das ganze Dorf versammelte sich, und die Leute sagten: „Du dummer alter Mann. Wir haben immer gewusst, dass das Pferd eines Tages gestohlen würde. Es wäre besser gewesen, du hättest es verkauft. Welch ein Unglück!“ Der alte Mann aber sagte: „Geht nicht zu weit das zu sagen. Sagt einfach: das Pferd ist nicht im Stall. Soviel ist Tatsache, alles andere ist Urteil. Ob es ein Unglück ist oder ein Segen weiß ich nicht, weil ich nicht weiß, was daraus folgen wird.“ Die Leute lachten den Alten aus. Sie hatten schon immer gewusst, dass er ein bisschen verrückt war. Aber nach 15 Tages kehrte das Pferd zurück. Es war nicht gestohlen worden, sondern in die Wildnis ausgebrochen. Und nicht nur das, es brachte auch 12 wilde Pferde mit. Wieder versammelten sich die Leute und sagten: „Alter Mann, du hattest recht, es hat sich tatsächlich als Segen erwiesen.“ Der Alte entgegnete: „Wieder geht ihr zu weit. Sagt einfach, das Pferd ist zurück. Ihr lest nur ein einziges Wort in einem Satz. Wie könnt ihr das ganze Buch beurteilen?
Der alte Mann hatte einen einzigen Sohn und der begann, die wilden Pferde zu trainieren. Schon eine Woche später fiel er vom Pferd und brach sich die Beine. Wieder versammelten sich die Leute, und wieder urteilten sie: „Alter Mann, du hattest recht. Es war ein Unglück. Dein einziger Sohn kann nun seine Beine nicht mehr gebrauchen. Und er war die Stütze deines Alter. Jetzt bist du ärmer als je zuvor.“ Der Alte antwortete: „Ihr seid besessen vom Urteil. Geht nicht zu weit. Sagt nur, dass mein Sohn sich die Beine gebrochen hat. Niemand weiß, ob dies ein Unglück oder ein Segen ist. Denn das Leben kommt in Fragmenten, und mehr bekommt ihr nie zu sehen.“
Es ergab sich, dass das Land nach ein paar Wochen einen Krieg begann. Alle jungen Männer des Ortes wurden zwangsweise zum Militär eingezogen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er verkrüppelt war. Der ganze Ort war vom Wehgeschrei erfüllt, weil dieser Krieg nicht zu gewinnen war. Und man wusste, dass die meisten jungen Männer nicht nach Hause zurückkehren würden. Sie kamen zu dem alten Mann und sagten: „Du hattest recht, alter Mann. Es hat sich als Segen erwiesen. Dein Sohn ist zwar verkrüppelt, aber immerhin ist er noch bei dir.“ Der alte Mann antwortete wieder: „Ihr hört nicht auf zu urteilen. Niemand weiß was kommt. Sagt nur dies, dass man eure Söhne in die Armee eingezogen hat, und dass mein Sohn nicht eingezogen wurde. Doch nur Gott, der das Ganze kennt, weiß, ob dies ein Unglück oder ein Segen ist. Darum:
Urteile nie
 
Hallo, liebe Natascha, liebe Jette, ihr alle Lieben.
Natascha, danke für diese schöne Geschichte und für die Idee mit dem positiven Tagebuch.
Nur, ich schaffe irgendwie garnichts mehr.
Seit diese Weihnachtszeit vorbei ist, vor allem Silvester,
bin ich in ein tiefes Loch gefallen.
Ich war so tief enttäuscht, daß ich kein deutliches Zeichen vom Hannes bekommen habe, daß er bei mir ist,
daß ich im neuen Jahr nicht mehr an Gott glauben konnte.
Ich konnte auch nichts mehr hören über Trauer.
Und so vergehen die letzten Tage für mich, daß ich entweder absolut tot und gefühlskalt bin, und nur am PC zocke,
oder, vor allem, wenn ich, jetzt nur noch abends, trinke,
dann wieder spüre, daß der liebe Gott, Jesus, mein Heiliger Geist, meine Schutzengel, und Hannes bei mir sind.
Dann kann ich wieder kurz durchatmen, und auch mal fernsehn und auch mal lachen.
Und diese Gefühlszustände, verzweifeln und dann wieder hoffen,
bestimmen meinen ganzen Tagesablauf.
Ich kann mich für nichts anderes interessieren. Das kostet meine ganze Kraft, ich war immer hier die letzten Tage, aber habs nicht geschafft, zu antworten.
Ich bete für euch alle, danke, daß es euch gibt!!
Claudia
 
Hi Claudia, du sollst gar nichts mehr trinken, sonst verwechselst du den von dir genannten heiligen Geist noch mit dem Weingeist, das wäre doch peinlich.

Du kommst nicht drum rum, dich um das Trinken zu kümmern. Leider kann man dich nicht anfassen und da hinbringen, wo dir geholfen wird und dann währenddessen liebend für dich da sein.

Entschuldige, wenn ich ab und zu mal sage, was ich für wichtig halte.

der Sigi 🙂
 
Hallo Claudia,

bist Du online? Sieh Dir mal den Film an, der gerade in 3Sat läuft...

Lieben Gruß,
Natascha
 
Liebe Claudia,

vielleicht hilft es dir selber, wenn du mal deinen eigenen Thread von Anfang bis Ende sehr sorgfältig durchliest - und das wenn möglich ohne einen Tropfen Alkohol. Lies ihn durch und stell dich neben dich - so neutral und objektiv wie möglich und dann schreib mal auf, was dich bewegt, wenn du das liest - und les bewusst nur deine Texte - nicht die Texte der anderen.

Liebe Grüße
Truth
 

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