G
Günter
Gast
Hallo Jette
Parallelen zwischen uns sehe ich darin, dass ich sehr lange brauchen konnte, mich von einem Menschen emotional zu lösen. Das Leben ohne diesen Menschen kam mir schrecklich vor, farblos, leer, ziellos. Ich war sehr, oder eigentlich sogar ganz auf das Leben in einer Partnerschaft ausgerichtet.
Hm. Verstehe ich richtig, dass Du die Tür mit dem geradlinigen Weg dahinter suchst? Oder siehst Du die Tür, und dahinter befindet sich nur ein geradliniger Weg ohne Abzweigung, und Du suchst nach einer Abzweigung?
Wobei - vielleicht meinen wir dasselbe...
Was ist denn ausschlaggebend für Dein Scheitern am Leben?
Ich meine, ich habe auch eine Fassade. Aber die behindert mich eigentlich nicht besonders - zumindest heute nicht mehr. Das war einmal anders.
Mir hat es beim letzten Mal sehr geholfen, mich gegen meine Gefühle zu lehnen. Mir zu sagen, "Ihr Scheißgefühle, ich will Euch nicht mehr haben, Ihr steht mir im Weg". Und dann habe ich monatelang alles gemacht, um die Gefühle nicht mehr zu haben.
Ich glaube, wichtig sind die Schritte, und dass man sie geht. Auch wenn man 1000 Schritte gegangen ist, und sich kaum fortbewegt hat, lernt man dabei das Gehen.
Günter
Oh, die Erfahrung ist mein Leben selbst, naja, vielleicht 25 Jahre davon. Etwa so lange hatte ich Sehnsucht nach einer Partnerin, oder hatte eine Partnerin, oder hatte Probleme, einen Menschen emotional gehen zu lassen.Es wäre schön, wenn Du über diese unschöne Erfahrung in deinem Leben detailierter eingehen könntest, nur wenn Du es kannst...keinen Zwang.
Parallelen zwischen uns sehe ich darin, dass ich sehr lange brauchen konnte, mich von einem Menschen emotional zu lösen. Das Leben ohne diesen Menschen kam mir schrecklich vor, farblos, leer, ziellos. Ich war sehr, oder eigentlich sogar ganz auf das Leben in einer Partnerschaft ausgerichtet.
Das Bild mit der Tür und dem Weg verstehe ich nicht. Wobei ich glaube, dass Dir auch der Satzbau etwas durcheinander geraten ist. 😉Glauben bedeutet nocht gleich Wissen, Du magst sicherlich ansatzweise Recht haben....denn ICH bin noch hier!, aber wenn man...wie Du schon erkanntest...seit geraumer Zeit immer wieder gegen die "Dämonen" ankämpfen muss, eine Tür und dahinter einen geradlinigen Weg ohne Abzweig, das Ziel also nicht erkennt, finden möchte und diesen bis her noch nicht erreicht hat, kann es schon passieren, das der Geist irgenwann einmal aufgibt. Ich habe vor diesen Moment Angst, das gebe ich offen zu.
Hm. Verstehe ich richtig, dass Du die Tür mit dem geradlinigen Weg dahinter suchst? Oder siehst Du die Tür, und dahinter befindet sich nur ein geradliniger Weg ohne Abzweigung, und Du suchst nach einer Abzweigung?
Es ist eine Rolle ohne Besetzung geworden...Normal würde ich diese Art der Fixierung vieleicht nicht nennen, da jeder Mensch eigentlich doch eine eigene Denkweise hat oder irre ich mich? Eine große Rolle gespielt...Er spielt Sie immer noch!
Das sehe ich etwas anders. Ich glaube, die Hoffnung, dem Labyrinth entkommen zu können, hält Dich hier. Aber diese Aussicht macht Dir das bisher unerträgliche Hier erträglicher.Vollkomende Zustimmung! Ohne diesen Gedanken...dieser Aussicht... würde ich hier nicht mehr sein!Und weil das so schmerzhaft ist, fast so schmerzhaft, als wäre er gerade erst gestorben, spielst Du mit dem Gedanken, selbst zu sterben, vielleicht auch mit der kleinen Hoffnung, dann wieder so mit ihm vereint werden zu können, wie Du es einmal warst.
Wobei - vielleicht meinen wir dasselbe...
Magst Du diese Unfähigkeit genauer beschreiben?Wenn ich die Realität so offen vor Augen betrachten würde, würde ich meine eigene Unfähigkeit als Mensch erkennen.
Da habe ich von mir auf Dich geschlossen. Mein Scheitern am Leben hing stark mit der großen Rolle zusammen, die ich einer Partnerin beimaß - besonder in Zeiten, in denen sie nicht vorhanden war.Wer hat sie denn nicht? Sicherlich, meine Kindheit und auch meine Jugendzeit und Eintritt dann in das Erwachsenealter trägt eine grosse Rolle zu meiner Unsicherheit bei, aber das würde ich jetzt nicht auschlaggebend sagen für meine "Scheiterung am Leben"!
Was ist denn ausschlaggebend für Dein Scheitern am Leben?
Hängt Deine "Unfähigkeit" mit Deiner Fassade in der Gesellschaft zusammen, oder sind das zwei verschiedene Dinge?Nicht seit meiner Kindheit, aber mit dem Aufrechterhalten meines bisherigen Werdeganges hast Du schon Recht....ich sagte es schon weiter oben...erkennen bedeutet seine Unfähigkeit dann zu sehen, da bin ich mal einfach Faktor Mensch, die Wahrheit schön im Hintergrund zu setzen und eine Fassade aufzubauen die in unserer heutigen Gesellschaft nur all zu gern akzeptiert wird!
Ich meine, ich habe auch eine Fassade. Aber die behindert mich eigentlich nicht besonders - zumindest heute nicht mehr. Das war einmal anders.
Ist eine schöne Beschreibung für einen Partner.Nicht nach jemanden, sondern nur nach dem Einen....der in die gleiche Richtung schaut!
Ich würde mich freuen, wenn es Dir gelingen würde, diese Bereitschaft zu finden.Genau, denn dazu muss man auch bereit sein!Und Dir dafür auch Hilfe zu suchen. Und damit meine ich nicht nur zwei Therapiestunden, die vielleicht noch dadurch sehr eingeschränkt waren, dass Du Deine Situation gar nicht verlassen willst.
Selbstmord hat für mich nichts mit Mut oder Selbstbeherrschung zu tun. Genausowenig mit Feigheit. Ich glaube, man muss dafür keinen anderen Weg mehr sehen können. Alleine die Ahnung, dass es einen anderen Weg geben könnte, kann ausreichen, diesen Weg nicht zu gehen.Weisst...eigentlich möchte ich den "A****" in der Hose haben wie mein Partner. Entschuldige meinen Ausdruck, aber ich denke schon das man dazu sehr viel Selbstbeherrschung braucht, um solch eine Tat umzusetzen.
Es braucht Schritte, viele kleine Schritte. Und Zeit.Um zu erkennen was das Leben zu bieten hast muss man doch erst einmal vorsichtig über die Bettdecke schauen können...das ist mir bisher nicht gelungen bzw. bin noch nicht bereit dazu.
Mir hat es beim letzten Mal sehr geholfen, mich gegen meine Gefühle zu lehnen. Mir zu sagen, "Ihr Scheißgefühle, ich will Euch nicht mehr haben, Ihr steht mir im Weg". Und dann habe ich monatelang alles gemacht, um die Gefühle nicht mehr zu haben.
Ich glaube, wichtig sind die Schritte, und dass man sie geht. Auch wenn man 1000 Schritte gegangen ist, und sich kaum fortbewegt hat, lernt man dabei das Gehen.
Das Alter war für mich dabei kein Nachteil. Ich habe nicht mehr den Schwung, den ich einmal hatte. Aber dafür hat meine Sehnsucht nachgelassen. Ich bin heute gelassener, kann eher alleine leben, als es mir vor 10 oder 20 Jahren möglich gewesen wäre. Damals graute es mir vor dem Gedanken, Single zu bleiben, es war unvorstellbar für mich.Zu erkennen, das der Rest des Lebens der Dir noch bleiben sollte eben so ist, ist einfach z.Z. zu schwer für mich. Ich bin schließlich keine 20 Jahre jung mehr. Es braucht Zeit...bei dem einen in Wochen/Monate/Jahre gerechnet...bei dem anderen sein ganzes Leben.
Günter