Dass die Familie als Institution am Ende ist, glaube ich nicht. Ich sehe allerdings schon lange Tendenzen, die Familie klein zu reden. Fast die Hälfte aller Ehen wird wieder geschieden. Trennungen sind heute an der Tagesordnung.
Wer, wie ich, erlebt hat, wie man als jemand behandelt wird, der Ehe und Familie erhalten möchte, dem kommen schon Zweifel, ob man die Frage nicht positiv beantworten muss.
Ich sehe da schon einen Zeitgeist am Werk, der trennungswilligen Partnern die Entscheidung leichter macht, Partner Partner sein zu lassen und die Familie aufzugeben. Wir wissen, dass es überwiegend Frauen sind, die die Scheidung begehren.
In der Generation meiner Eltern waren Kinder oft ein Grund, sich nicht zu trennen. Ich habe auch die Knackpunkte in der Ehe meiner Eltern erlebt, und ich habe als Jugendlicher manches Mal den Atem angehalten, wie lange denn ihre Ehe noch halten würde und unsere Familie noch Familie bleiben würde.
Am Ende feierten meine Eltern dann doch ihre Goldene Hochzeit.
Da gab es ein Bewusstsein von dem, was sie sich gemeinsam aufgebaut und erarbeitet hatten. Vor allem aber fühlten sie sich für uns Kinder verantwortlich. Daran mangelt es heute nach meiner Beobachtung oft.
Eine Kultur des Wegwerfens hat auch die innigsten Beziehungen erfasst, zum Nachteil aller.
Burbacher