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Das Grundeinkommen seit ihr dafür oder dagegen

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Und da liegt schon der Denkfehler, weil da Mißbrauch im großen Stil vorprogrammiert ist.
"Ohne Rechenschaft ablegen" lesen nämlich viele als "Keiner muß Verantwortung übernehmen".

Es ist kein Denkfehler, dass ist die Idee hinter dem BGE. Verantwortung müssen die Menschen dann immer noch übernehmen, weil abgesehen vom BGE keine Hilfe vom Staat kommt. Du willst am absoluten Minimum leben? Dann reicht dir BGE. Du willst mehr vom Leben dann geh zusätzlich arbeiten, aber du hast größere Freiräume was für einen Job du machen willst entsprechend deiner Bedürfnisse.

In allen Foren, wo das diskutiert wird, tauchen da automatisch Vorstellungen auf, daß man mit BGE nur nach Lust und Laune arbeiten müsse, die Bedingungen von Arbeitsverträgen könnten jederzeit ignoriert werden, weil man ja auf das Geld nicht lebensnotwendig angewiesen ist, das BGE deckt´s schon ab wenn man wegen Unzuverlässigkeit fliegt.

Worauf das am Ende hinauslaufen täte ist klar, nämlich Verhältnisse wie in Afrika, wo die Arbeitnehmer nur tagesweise für tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt werden, weil auch dort in einigen Ländern die Gepflogenheit gilt, einfach der Arbeit fernzubleiben, wenn man gerade genug Geld in der Tasche oder wichtigeres zu tun hat.

Ob wir Verhältnisse wie Afrika hätten wo es etwas ähnliches NIE gab ist reine Spekulation. Genauso ob das BGE ein voller Erfolg wäre. Es gibt keinerlei Präzedenzfall um eine genaue Prognose zu treffen. Fakt ist jedoch, dass Menschen die nicht arbeiten wollen auch nicht arbeiten gehen werden. Diese Menschen wird es immer noch geben. Andere werden dennoch arbeiten geben, weil sie mehr vom Leben wollen als 24/7 in der Wohnung zu hocken, weil sie kein Geld haben. Die Frage ist wie groß sind die Verhältnisse.

Arbeitgeber die diese Scherze nicht mitmachen, chinesische Konzerne z. B., suchen sich dann konsequent ihr Personal im Ausland, in Ländern wo die Arbeiter noch zuverlässig sind wie China oder Indien, und lassen die Einheimischen komplett links liegen, die würden nicht mal angestellt wenn sie auf Knien angekrochen kämen.

Das liefe in Deutschland auch so, alles was unzuverlässig ist wird von vornherein nicht mehr eingestellt, die Betriebe und Fertigungen würden ins Ausland verlegt und der Staat könnte zuschauen, von was er dann das BGE finanzieren will.

Deine Annahmen stehen auf sehr wackligen Beinen. Warum werden 50% oder mehr unserer Arbeitnehmer plötzlich unzuverlässig? Weil es ein Sicherungssystem gibt? Das gibt es jetzt auch schon sehr großzügig und es gibt keine großen Probleme. Das BGE im Gegenteil ermutigt arbeiten zu gehen, weil man das Geld trotzdem bekommen und somit sich einen guten Lebensstandard ermöglichen kann auch als Putzfrau. (Bezahlbarkeit mal bei Seite geschoben)

Ich sehe beim besten Willen nicht warum wir afrikanische Zustände haben sollten, nur weil wir 2 Dinge an unserem bisherigen System ändern.
 
Ich bin dagegen, wir hätten eine neue Zuwandererflut. Nichts gegen Ausländer, ich mag nur keine Schmarotzer, die nur deshalb zu uns kommen und wir müssten das mitfinanzieren, mit Steuererhöhungen.
 
Deine Annahmen stehen auf sehr wackligen Beinen. Warum werden 50% oder mehr unserer Arbeitnehmer plötzlich unzuverlässig?

Weil es nicht nur junge Leute gibt, von denen viele mit der vermeintlichen Selbständigkeit ohne eigene Leistung liebäugeln,

sondern auch viele ältere Leute, die der Meinung sein könnten, inzwischen genug gearbeitet zu haben und sich auf die letzten Jahre, die sie sonst noch auf die Rente hin gebraucht hätten, lieber gleich auf die faule Haut zu legen und sich die wohlverdiente Ruhe zu gönnen.

Wenn Du schon 30 Jahre gearbeitet hättest und unter normalen Umständen noch weitere 14 Jahre (mindestens) arbeiten müßtest, und dann kommt plötzlich ein BGE, von dem Du zusammen mit allem was Du Dir bereits erarbeitet hast, wunderbar leben könntest - würdest Du dann noch weiterarbeiten?

Die Antwort ist klar, nämlich nein. (Außer Du liebst Deine Arbeit wirklich.)
Sehr viele "mittelalte" Leute würden schlagartig aus dem Arbeitnehmerleben herausfallen, die älteren die sich vielleicht lange vergeblich um einen neuen Job bemüht haben (da angeblich "zu alt") würden sich gar nicht mehr anstrengen, und die Jungen wollen sowieso nicht ...
da wär ich echt gespannt wer sich unter solchen Bedingungen überhaupt noch in der Frühe aus dem Bett quält.
 
Das ist dann eben auch so ein Problem mit der "Bedingungslosigkeit" des Grundeinkommens. Man kann ja irgendwie schlecht Ausländer ausgrenzen, die hier womöglich genauso geboren, aufgewachsen sind, arbeiten und in die Sozialkassen einzahlen, etc., wie alle anderen auch. Wie oder wo zieht man da also eine Grenze?

~~~

Gut, man könnte sagen, dass nur deutsche Staatsbürger ein Grundeinkommen erhalten. Wäre das sinnvoll?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube, es wäre schwer Ausländer von einem BGE auszugrenzen

EU Bürger haben das "Recht, sich innerhalb der EU frei zu bewegen und aufzuhalten". Nach deutschem Recht sind arbeitslose EU-Ausländer von Hartz IV ausgeschlossen. Aber: Bei einem längeren Aufenthalt haben sie Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt, urteilte das Bundessozialgericht.

Auf eine bedingungsbhängige Sozialhilfe haben die Ausländer Anspruch, nicht aber auf ein bedingungsloses Grundeinkommen? Huh das dürfte rechtlich schwer werden, aber auch von der Öffentlichkeitswirkung.... Ich seh schon die Schlagzeilen: "Recht auf Faulheit gilt nur für Deutsche"

Vielleicht könnte man nicht-EU Ausländer ausgrenzen, aber verhungern lassen kann man sie auch nicht. Spätestens bei einem anerkannten Kriegsflüchtling, der zuhause 30 Jahre gearbeitet hat, stellt sich dann doch die Frage warum der nicht so viel bekommt, wie ein Deutscher, der seit 30 Jahren keinen Bock auf Arbeit hat.

Außerdem: Es hängt von der Höhe des BGE ab. Wenn es nur auf Hartz 4 Höhe liegt (das wäre sicher machbar), dann ist es doch Wurst ob der Ausländer Hartz 4 oder BGE bekommt. Es ist die gleiche Höhe und die Mehrheit (egal ob deutsch oder nicht) schafft es sich auch jetzt schon erfolgreich vor Arbeit zu drücken wenn sie es will.

Übrigens ist das ein Grund für mich FÜR BGE.
Die Arbeitsämter schaffen es auch heute nicht die wirklich Unwilligen in Arbeit zu zwingen. Der größte Arbeitsdruck ist nicht die Aufforderung vom Amt, sondern die geringe Höhe von Hartz 4.
Beweis einem Antragssteller mal, dass er wirklich faul ist. Im Zweifel lässt der sich krank schreiben. Die meisten Hartz 4 Empfänger gehen arbeiten, weil ihnen Hartz 4 nicht reicht.

Das wiederum ist aber ein Grund GEGEN ein hohes BGE. Ganz ehrlich: Für 1.500 € BGE würde die Hälfte der Deutschen überlegen, ob sie arbeiten wollen. Spätestens wenn ich in einer Partnerschaft lebe, komme ich doch mit 3.000 netto bar auf die Hand super aus.
 
[...]

Das wiederum ist aber ein Grund GEGEN ein hohes BGE. Ganz ehrlich: Für 1.500 € BGE würde die Hälfte der Deutschen überlegen, ob sie arbeiten wollen. Spätestens wenn ich in einer Partnerschaft lebe, komme ich doch mit 3.000 netto bar auf die Hand super aus.

Exakt das hatte ich mir auch schon gedacht. Es werden dann ja nicht mehr wie im aktuellen System irgendwelche Bedarfe berücksichtigt, sondern aus einem "bedingungslosen Grundeinkommen" wird plötzlich ein "bedingungsloses Luxusleben". Das kann ja auch nicht wirklich sein bzw. funktionieren.

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Nicht, dass ich das niemandem gönne oder an der "Arbeitsmoral" zweifeln würde, aber man hat ja schon so ein paar Dinge gesehen und ein bisschen Vorstellungskraft.

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Im besten Falle natürlich, würden viele Menschen vielleicht gelassener, und gleichfalls viel kreativer und produktiver. Schwierig zu sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wiederum ist aber ein Grund GEGEN ein hohes BGE. Ganz ehrlich: Für 1.500 € BGE würde die Hälfte der Deutschen überlegen, ob sie arbeiten wollen. Spätestens wenn ich in einer Partnerschaft lebe, komme ich doch mit 3.000 netto bar auf die Hand super aus.

Ich bin kein Wirtschaftsexperte, aber ich glaube nicht dass es auch nur annähernd ausreichen würde. 1500€ pro Monat entsprechen ja 18.000€ im Jahr. Das Durchschnittseinkommen wäre auf einen Schlag um 18.000 € höher als aktuell, womit wir in Deutschland bei 54.000€ wären und damit sogar über dem in der Schweiz oder in Norwegen.

Die Preise dürften sich dann ähnlich verhalten wie in einem Land wie der Schweiz oder Norwegen. (Ich habe in Zürich 26€ für ein Schnitzel bezahlt 😀)

Es ist wie eine Schulklasse, in der 1er Noten für Lau verteilt werden.
 
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