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Bin lesbisch und fühle mich nur unter meinesgleichen wohl

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Gast

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Hallo Leute,

ich hätte mal gerne erfahren, wie ihr so mit Heterosexuellen klarklommt, wie sieht es bei euch mit Männern aus, gibt es da Probleme, seid ihr unsicherer mit ihnen, weil ihr schon Avancen erhalten habt, obwohl ihr euch doch nur mal mit jemandem nett unterhalten habt?

Kurz zu mir: Ich bin Ende 20, mir meiner sexuellen Orientierung schon lange bewusst, Beziehung gehabt, gerade total verknallt in eine, die ebenfalls Interesse an mir hat. Mein Gaydar entwickelt sich immer besser. So weit alles toll.

Das Problem ist nur, dass mich heterosexuelle Frauen, um so besser mein Gaydar wird, immer mehr nerven, also mich nervt mittlerweile schon die Art, wie sie sich bewegen. Ich finde auch zu den meisten einfach keinen Draht.
Mit heterosexuellen Männern komm ich gut klar (v.a. mit weicheren Männern), nur verknallen die sich dann auch schon mal in mich. Die wollen mich dann näher kennenlernen und ich fall aus allen Wolken. Denn wir hatten uns doch eigentlich nur nett unterhalten oder ich hab sie eigentlich gar nie so wirklich bemerkt.

Kurzum: Heterosexuelle Frauen nerven mich meistens nur, stressen mich zehnmal mehr als homosexuelle.
Und mit heterosexuellen Männern kann ich auch nicht mehr so locker umgehen, seit ich schon öfter näheres Interesse signalisiert bekommen hab, aber da im Leben nicht drauf gekommen wäre. Oder mir sagt jemand, der wollte mit dir flirten. Und ich denk mir "was, flirten?"
Bei Frauen merk ich es halt, wenn sie flirten!

Ich bin halt ein weiblicherer Typ ( nur meine Art, mich zu bewegen ist nicht besonders weiblich), sodass ich für Männer wohl leider nicht als Lesbe erkennbar bin. Und ich kann ja auch nicht gleich sagen "hey, ich bin lesbisch, nur schon mal vorab zur Info, für den Fall, dass du dich in mich verknallen würdest."

Wie geht es euch da so? Würde echt am liebsten in einem Ghetto leben. Fühle mich unter meinesgleichen einfach viel wohl, alles ist entspannter, schöner.
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Gast,
vielleicht ist es interessant für dich, dass es
"andersherum" auch lästig ist. Als ich noch
"jung und schön" war, bekam ich als "weicher
Mann" immer mal wieder Avancen von homo-
sexuellen Männern, wo ich doch nur daran
dachte, nett zu plaudern und erst gar nicht
merkte, dass da jemand mit mir flirtete.

Damals fand ich das schrecklich, heute sehe
ich das lockerer, weil ich denke (vielleicht hilft
dir diese Haltung): Liebe hat nicht immer etwas
mit Sexualität zu tun, auch Freundschaft und
Nähe nicht. Wenn mich also jemand mag,
kann ich mich heute gut darauf einlassen und
auch klar sagen, wenn es mir "zu weit" oder
in eine Richtung geht, wo es nur zu Enttäuschun-
gen führen würde (für den/die "Flirtende/n").

Auf diese Weise habe ich sehr viele nahegehende
Beziehungen und Freundschaften erlebt und auf-
gebaut, also seit ich meine Angst abgelegt habe,
im entscheidenden Moment (oder bei der ersten
Abzweigung dahin) nicht klar genug "Nein" sagen
zu können.

Mit lesbischen Frauen (ich kenne leider nicht zu
viele davon) ist es aus meiner Sicht als "Hetero-
Mann" ziemlich entspannt und locker - also wenn
ich um die sexuelle Ausrichtung weiß.

Alles Gute!
Werner
 
G

Gast

Gast
Ich erlebe es anders herum. Meine lesbischen Freundinnen scheuen die Szene und ausschließlich homosexuelle Kontakte wie der Teufel das Weihwasser, gehen niemals auf lesbische Veranstaltungen, haben keinen Bock auf irgendwelche einschlägigen Klüngeleien und verdrehen bei den meisten Lesben eher die Augen. Sie empfinden die Szene und die meisten anderen frauenliebenden Damen als eher anstrengend. Sie würden aber niemals Freundschaften zu solchen Frauen generell ausschließen, sondern geben auch Lesben eine Chance ;) Es "passt" aber meist einfach nicht. Auch ihre Partnerinnen finden sie nicht an "Lesben-Hotspots".

So unterschiedlich können die Wahrnehmungen halt sein. Du musst dich auch nicht mit Menschen umgeben, mit denen du nicht klarkommst. Aber Heten grundsätzlich abzulehnen, weil sie Heten sind, finde ich ziemlich doppelmoralisch.
Genau wie Trampelzwerg es beschreibt sehe ich es auch und ich bin lesbisch. Ich kann absolut nichts mit der Szene anfangen, obwohl ich es schon mehrmals "versucht" habe. Ich kenne selbst einige lesbische Frauen, die ausschließlich miteinander befreundet sind und ebenfalls denken, Heterosexuelle sind nervig. Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Ich freunde mich schließlich nicht mit jemandem an, nur weil er/sie eine bestimmte sexuelle Orientierung hat.
Ich glaube, du bist sehr in deinen Vorurteilen gefangen. Ich kenne keine heterosexuelle Frau, die sich anders bewegt, als eine lesbische Frau. Oder umgekehrt. Menschen sind individuell und vielfältig - das hat wenig mit der sexuellen Orientierung zu tun. Die sexuelle Orientierung ist eben nur ein Teil einer Person von vielen Teilen, die zusammen die Person ausmachen.
Was genau nervt dich denn so an heterosexuellen Frauen - außer die Art sich zu bewegen?
Wenn Männer Interesse an mir zeigen, was nicht selten vorkommt, dann finde ich das auch nicht nervig. Wichtig ist einfach, von Beginn an klar zu stellen, dass man selbst kein Interesse hat. Du musst ja niemandem direkt an den Kopf knallen, dass du lesbisch bist. Warum du kein Interesse hast, ist ja im Grunde egal. Ob dann eine Freundschaft möglich ist, hängt von der Situation und der Person ab.
 

Lúthien Tinúviel

Aktives Mitglied
Ich finde die "Szene" nervig. Mit Kleidern und langen Haaren werde ich nämlich dauernd für hetero gehalten und komisch angeguckt. Lächerlich.

Nee, mir sind Leute lieber, die mich nicht nach dem Aussehen beurteilen, und da ist es mir total wurscht, auf wen die stehen.
 
G

Gast

Gast
Ich habe auch als feminine Frau oft Annäherungen von Männern. Aber genau so kann es passieren, dass man von eine lesbischen Frau angeflirtet wird aber kein Interesse an ihr hat. Da sind keine grossen unterschiede. In beiden Fällen sage ich einfach wie es ist, dass es halt nicht passt und gut ist. Wenn dir Person dann weiter flirtet kann man schon andere Töne anschlagen, aber Männer grundsätzlich zu pauschalisieren wegen dem anfliegen würde ich nicht tun.
Genau das selbe mit Heterosexuellen Frauen. Definiere doch bitte, was du an ihnen so nervig findest?
Ich finde Heterosexuelle Frauen, die ständig nur über die ständig wechselnden Männer reden nervig. Aber genauso finde ich lesbische Frauen, die über ihre ständig wechselnden Partnerinnen reden nervig. Von denen gibt's auch jede Menge.
 
G

Gast

Gast
Es hört sich vielleicht blöd an, aber ich empfinde das Auftreten von heterosexuellen Frauen oft als gekünstelter, unnatürlicher als das von homosexuellen Frauen. Ist halt einfach auch ne andere Art von Weiblichkeit, die mir fremder ist. Genauso wie ich häufig von einer heterosexuellen Frau höre, wenn ich ihr eine lesbische Frau zeige, dass die so männlich ist/ wie ein Mannweib (sie guckt immer total angewidert), was ich immer nicht verstehen kann, weil da wirklich auch einige dabei sind, die sehr feminin sind und selbst bei Lesben, die man als männlich bezeichnen würde, sehe ich immer noch eine natürliche Weiblichkeit, wohingegen sie dann entsetzt meint, dass die doch aussieht wie ein Mann.

Homosexualität wirft das ganze Leben auf den Kopf, angefangen bei oft jahrelangen Coming outs, verbunden mit teilweise starken Rückzugstendenzen, dann kommt man Feindseligkeiten der Umwelt mit und führt vllt. doch eher verstecktere Beziehungen, weil man sich nicht traut, in der Öffentlichkeit als Paar zu zeigen, lebenslange Outings, ich erlebe sehr viel latente Homophobie, meine Familie wird immer ein Problem damit haben, obwohl sie sonst sehr tolerant ist.

Man wird einfach verstanden von seinesgleichen. Man fühlt sich wie Zuhause.
Klar, gibt es auch Homosexuelle (Männer wie Frauen), mit denen ich weniger anfangen kann, aber eine wirklich enge Freundschaft kann ich zu meinesgleichen sehr viel besser aufbauen.
Ich habe lesbische Lehrerinnen oder eine Chefin erlebt, die einfach viel geduldiger mit mir waren als alle Heterosexuellen, mit denen ich je zu tun hatte. Sie haben mich ermutigt, am Ball zu bleiben, wenn es mal nicht so lief, wo mich Heterosexuelle schon längst abgeschrieben hatten.

Ich bewege mich auch nicht in der Szene! Bin eher ein ruhigerer Typ und gehe nur selten mal weg. Die lesbischen Frauen, die ich kenne, hab ich während meiner Ausbildung und dann im Job kennengelernt, oder im Internet.

Ja, klar kann es mir auch passieren, dass ich von lesbischen Frauen, auf die ich nicht stehe, angeflirtet werde, aber da merk ich es ja schnell, wenn Interesse da ist.
Bei Männern merk ich es ja gar nicht. Das macht mich echt im Umgang mit Männern mittlerweile unsicher. Ich sehe ihre Flirtsignale nicht, weil ich sie halt als potentielle Partner gar nicht wahrnehme, kann nicht erkennen, wenn sie sich Hoffnung machen. Und dann sind sie schon mal fast sauer, wenn ich sie zurückweise angesichts der falsch investieren Zeit in mich. Aber ich fand sie dann halt einfach nur sehr sympathisch und sah sie als guten Kumpel sozusagen, ich wollte sie ja nicht verarschen!
 
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Gast94

Gast
Dann bist du wohl einfach mitten falschen heterosexuellen Frauen bekannt.

Meine Heterosexuellen Freundinnen sind zwar die meisten feminin würden jedoch nie die Nase rümpfen ab einer maskulinen Frau.

Das zusammnegehörigkeitsgefühl ist klar eine Sache, aber ich habe bei der Szene oft das Gefühl, es wird überbewertet. Für mich gibt's keine allzugrossene unterscheide bei dem Zusammengehörigkeitsgefühl in der Szene wie bei einem Hobby, z.B. die Codplay Szene...

Aber für mich ist das Zusammengehörigkeitsgefühl eben gerade ein Argument mich nicht nur mit lesbischen Frauen anzufreunden weil es meinen Horizont einengen würde.
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Ein Mensch ist immer mehr, als nur die ersten Eindrücke, die man von ihm hat. Und ein Mensch ist immer viel mehr, sehr viel mehr, als seine Sexualität und sexuelle Ausrichtung.

Liebe Gästin, ich bin nicht lesbisch, aber ich habe von anderen Homosexuellen mitbekommen, wie schlimm und hart die Gesellschaft noch mit der Frage umgeht, mit welchen Geschlecht man am liebsten das Bett teilt. Und was für ein harter Kampf das oft für die Betroffenen ist, sich selbst zu akzeptieren. Dir wurde sehr wehgetan und vielleicht hast du dich lange Zeit - wenn du dich nicht immer noch so fühlst - als Alleinkämpferin empfunden.

Aber indem du heterosexuelle Frauen so pauschalisierst, in Schubladen steckst und abwertest, machst du leider auch nichts anderes, was dir angetan wurde. Du verurteilst sie von vornherein wegen ihrer Sexualität. Und das ist sehr traurig, denn so verbaust du dir die Chance auf tolle Freundschaften. Und Frieden mit deiner Vergangenheit zu schließen, indem du für dich erkennst, dass du leider auf einen Haufen unpassender Leute zum falschen Zeitpunkt getroffen bist, die dich zu sehr verletzt haben durch ihr intolerantes oder homophobes Verhalten.

Ich verstehe dich. Wenn man sehr gekränkt, verletzt oder gedemütigt wurde, dann neigt man dazu, einen Tunnelblick zu entwickeln oder alles abzuwerten, was in die Richtung oder den Personenkreis geht. Solche emotionale Verletzungen begleiten einen immer durch den Alltag, bis man damit abgeschlossen hat, wenn man das kann. Und besagte Verletzungen sprechen dann auch gefühlt ständig aus einem.

Vielleicht schützt deine Ablehnung dich aber auch. Weil du dadurch, dass du dich "nur mit deinesgleichen" abgibst, das Risiko minimierst, erneut abgelehnt oder gekränkt zu werden.

Ich bin heterosexuell. Mir ist es sehr egal, welche Sexualität ein Mensch hat, außer ich verliebe mich in einen Mann, aber das sollte nachvollziehbar sein ;). Und ich kenne ganz viele heterosexuelle Menschen, denen es genauso geht. Wenn ich einen Menschen nicht mag, dann wegen seines Charakters oder weil er mir zu nahe getreten ist oder etwas getan hat oder etwas denkt, das ich nicht moralisch vertreten kann. That's it.

Ich werde immer mal wieder von lesbischen Frauen angegraben. Und da geht es mir wie dir, ich denke dann anfangs immer, die wollen nur quatschen und sind froh, jemanden zu begegnen, der das auch gerne tut. Wenn aber dann klar wird, dass sie mich angraben, kläre ich kurz die Fronten. Kam aber dann auch schon vor, dass ich den restlichen Abend trotzdem weiterhin gute Unterhaltungen mit diesen Frauen geführt habe. Es hat mich auch nicht angewidert, dass sie mich attraktiv fanden und angeflirtet haben. Ich habe mich genauso geehrt gefühlt, wie bei jedem Mann, der das tut, bei dem das aber dann auch nichts wird, weil er schlichtweg nicht mein Typ ist.
 
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Gast

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@ Findefuchs: Warum schreibst du von "diesen" Frauen und nicht einfach von "ihnen"? Das kommt für mich wahnsinnig distanziert rüber. Bin mir sicher, du hast in Wahrheit doch recht große Berührungsängste, was Homosexualität anbelangt.
 

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