Erstmal vorweg: Ich bin weiblich.
Es ging hier jetzt teilweise etwas in die Richtung, dass ich in der „Opferrolle“ bin. Das sehe ich ganz anders. Ich wusste, worauf ich mich einlasse und was auf mich zukommt. Wir haben natürlich vorher viel darüber geredet. Das heißt dennoch nicht, dass es leicht ist. Wir sind jetzt mehr als 5 Jahre zusammen. Wir führen also wirklich eine Beziehung. Auch wenn das hier teilweise anders gesehen wird.
Es gibt bei mir aber immer wieder Phasen, in denen ich viel darüber nachdenke. Ich stelle unsere Beziehung nicht in frage oder habe den Gedanken, sie zu beenden. Ich weiß manchmal auch nicht, auf wen ich sauer bin oder ob ich einfach nur frustriert bin. Er kann nichts dafür und ich auch nicht. Es ist das Grundgerüst, die Vorgaben Regeln usw. Wir kommen da nicht raus.
Ich würde niemals von ihm verlangen, dass er seinen Job, seine Berufung aufgibt. Er ist gerne Pfarrer, und er ist richtig gut. Ich bin selber gläubig. Nicht 100,% streng gläubig, aber sehr gläubig. Es gibt viele Pfarrer, die ihren Job einfach nur so halbherzig machen. Er gibt sich wirklich viel Mühe, die Leute mögen ihn, Kirche immer voll etc. Ich würde zum einen nicht wollen, dass er seinen Job aufgibt, und zum anderen würde ich nicht wollen, dass „so jemand“ der katholischen Kirche verloren geht. Auch wenn es für uns hart ist. Ich würde mir wünschen, dass sich grundlegende etwas ändern, aber das wird es wohl nie.
Wir erzählen wirklich niemanden von unserer Beziehung, weil es einfach zu heikel ist. Je mehr Leute es wissen, desto größer die Gefahr, dass es doch irgendwie rauskommt. Ganz egal, ob absichtlich oder verplappert. Ich glaube auch nicht, dass meine streng gläubigen Eltern das so tolerieren würden. Die Konsequenz sind einfach zu extrem. Er ist sich schon sehr bewusst, was er macht und weiß, dass es offiziell eigentlich so nicht in Ordnung ist.