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Behinderte in unserer Gesellschaft

  • Starter*in Starter*in saminabi
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AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Meine Stärken sind mir auch wichtiger als meine Defizite.
Ich kenne weder alle meine Stärken, noch alle meine Defizite, doch möchte ich sie überhaupt alle kennen? Ich glaube nicht, denn sonst wäre mein Leben ja echt langweilig, wenn es nichts mehr gäbe, was ich an mir entdecken könnte.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Warum? Warum soll der Staat sich um Menschen mit Einschränkungen kümmern, wenn es die Familien genauso gut oder auch besser können?
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Ist das so, daß Familien es ganz "automatisch" mindestens genauso gut oder besser können? Weil Familien nämlich nie auch noch andere Probleme tragen müssen, zum Beispiel? Oder weil "können" immer automatisch identisch ist mit "wollen" ?

In manchen Familien sind die Eltern heilfroh, wenn die Kinder irgendwann flügge sind und sich was eigenes suchen, weil dann endlich wieder das eigene Leben im Vordergrund stehen kann. Wenn aber die Kinder niemals flügge werden, weil lebenslänglich pflegebedürftig ... dann stehen irgendwann die 80jährigen da, um die 50jährigen Kinder zu pflegen. Fremdpflege geht nämlich ordentlich ins Geld, und "der Staat" nimmt´s vom Lebendigen. Das Sozialamt gibt nicht gern eigenes Geld aus, solange ein Unterhaltsverpflichteter, sprich Eltern, greifbar ist.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Ich hab die Situation andersherum erlebt.
Ich bin gesund, meine Mutter hat eine Behinderung (MS), mein Vater ist ausgezogen als ich 6 war und ich habe bei meiner Mutter gewohnt. Meine Kindheit möchte niemand haben. Diese Verantwortung sollte man keiner kleinen Person von 6,7 Jahren übertragen. Man kann Kinder auch überfordern mit Menschen, die besondere Hilfe benötigen. Inklusion ist wichtig und richtig, aber es muss gut gemacht werden. Sonst passiert nämlich wirklich das Gegenteil von dem, was man erreichen will und die Kinder lernen nur, dass es negative Seiten hat. Natürlich war es bei mir eine ganz andere Situation, es war nicht bloß 9h Schule, sondern 24/7 für 12+ Jahre. Es war aber definitiv zu viel für ein Kind. Und ist einer der Gründe dafür, dass ich mir niemals vorstellen kann selber Kinder zu bekommen. Ich will nie wieder, dass jemand so zu 100% auf mich angewiesen ist.

Ganz nebenbei, ich hab meine Mutter 12+ Jahre gepflegt während meiner Schulzeit und dem Staat damit viel Geld erspart. Anrechnen lassen kann ich mir das nicht, jetzt wo ich auch noch zusätzlich Elternunterhalt zahlen soll. Nach wirklich ungünstigen Kriterien wird das auch noch berechnet... Natürlich, sie kann nichts dafür, aber ihre Behinderung hat meine ganze Kindheit bestimmt und wird finanziell mein Leben komplett bestimmen so lange bis sie tot ist. Das ist etwas, was man normalerweise eben auch nicht so im Blick hat...
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Inklusion ist wichtig und richtig, aber es muss gut gemacht werden. Sonst passiert nämlich wirklich das Gegenteil von dem, was man erreichen will und die Kinder lernen nur, dass es negative Seiten hat.

Besser sie werden rechtzeitig auf diese negativen Seiten, der eigenen Belastung/Überforderung, gestoßen, als daß sie später ins eiskalte Wasser fallen, weil sie sich leichtsinnig ein behindertes Kind anschaffen und zu spät merken, was sie sich da aufgehalst haben.
Ging mir so mit meinen kleinen Halbgeschwistern, was dazu führte, daß ich ganz klar sagte, eigenes Kind nein danke. Kostet viel zu viel und bringt mir nichts, da ich mit Kindern einfach nichts anfangen kann und auch nichts positives verbinde.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Naja, aber das finde ich jetzt etwas arg.
Wer "schafft" sich ein behindertes Kind an? Und dann auch noch "leichtfertig"? 😕
Ich bezweifle, dass Leute einfach aus Jux ein Kind mit Behinderung adoptieren. Denn darauf willst du ja hinaus, nehme ich an?
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Nein, aufs Kriegen eigener Kinder mit potentieller Behinderung, und der Entscheidung für oder gegen Abtreibung.
Wer ein behindertes Kind bewußt adoptiert, weiß ja vorher, was er sich aufhalst.
(Außer die Adoptionsbehörde ließ ihn darüber absichtlich im Dunkeln, wie es mit alkoholkranken Kindern geschehen ist, die später wegen ihrer emotionalen Defizite ganze Familien ruinierten. Gab vor einiger Zeit darüber einen Artikel, ich glaube im Spiegel.)
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Besser sie werden rechtzeitig auf diese negativen Seiten, der eigenen Belastung/Überforderung, gestoßen, als daß sie später ins eiskalte Wasser fallen, weil sie sich leichtsinnig ein behindertes Kind anschaffen und zu spät merken, was sie sich da aufgehalst haben.
Ging mir so mit meinen kleinen Halbgeschwistern, was dazu führte, daß ich ganz klar sagte, eigenes Kind nein danke. Kostet viel zu viel und bringt mir nichts, da ich mit Kindern einfach nichts anfangen kann und auch nichts positives verbinde.

Waren die Halbgeschwister behindert?

Und, oder warst du dafür zuständig, für sie zu sorgen? Was haben die Eltern gemacht?

Ich kann verstehen, dass man sich gegen Kinder entscheidet, wenn man zu früh oder überhaupt für Kinder sorgen musste, ohne sich selbst dafür entscheiden zu können. Das ist auch nicht in Ordnung.

Ich kann mit Kindern sehr wohl was anfangen, ich finde sie teilweise absout entzückend und hab oft das Gefühl, Erwachsene könnten was von ihnen lernen.

Allerdings habe ich auch keine eigenen Kinder, und ich weiß nicht, ob ich eigenen Kindern gewachsen gewesen wäre. Ich hatte so viel mit mir selbst zu tun, ich denke, ich hätte ihnen nicht genug geben können.

Das ist aber ein Mangel, den ich hab. Ich denke, Kinder an und für sich sind schon was tolles, sie können nix dafür, wenn die Erwachsenen so "gestört" oder ähnliches sind, dass sie nicht mit ihnen ungehen können.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Dann wäre es nur Recht und Billig, wenn Behinderte, die in Werkstätten arbeiten, nicht nur ein kleines Taschengeld für die Arbeit bekommen, sondern entsprechend entlohnt werden.
Hätten wir die Behinderten nicht in den Werkstätten, dann würden die Arbeit vmtl. Ungelernte erledigen - für den Mindestlohn wie vom Gesetz vorgeschrieben. Insoweit ist das Taschengeld, das Behinderte erhalten, pure Ausbeutung und ihnen steht per Gesetz ebenfalls mindestens der Mindestlohn zu. Eine Unterscheidung ist menschenverachtend - wie für unser bestehendes System charakteristisch.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Ein bisschen Schwund gibt es immer 😱😱😱 Von was sprichst du......von werdendem Leben? Ich finde deine Aussagen zum :wein::wein::wein: um nicht zu schreiben zum ko.....
Auch wenn es niemand gern hört/liest, noch heute ist der Mensch der Evolution unterworfen. Evolution basiert auf dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Der Mensch hätte es - anhand seiner Intelligenz und seiner Forschungsergebnisse - in der Hand, die Irrtümer zu minimieren. -- Aber der Mensch erfand daneben die Ethik. Die Natur trifft da keine Unterscheidungen. Was nicht lebensfähig ist, überlebt nicht - so einfach macht es sich die Natur, sprich: Evolution. Dabei ist es gleichgültig, ob Behinderungen angeboren sind oder erworben wurden. NUR die Ethik macht daraus ein Problem. -- Es gibt genügend Beispiele von Behinderten, die auch in nicht so hoch zivilisierten Gesellschaften überlebten und sogar geschützt wurden, die Indianer: er/sie wurde von Manitou berührt - Synonym für Geisteskrankheit. Denen durfte keiner etwas antun. -- Doch fragt man sich schon ernsthaft, welch "lebenswertes" Leben einen Fötus erwartet, bei dem schon prenatal schwerste Behinderungen festgestellt werden und der postnatal lebenslänglich auf vollumfängliche Hilfe angewiesen ist - von Aufwand, Opfer und Leid der Pflegenden (meist die Eltern) ganz abgesehen. Da genügt m. E. Ethik oder "Mutterliebe" als Begründung allein nicht.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

...Wie du im Link erkennen kannst, gibt es viele Gründe für einen Suizid. Gruß Hajooo
Für mich gibt es nur einen rechtfertigenden Grund für Suizid: eine unheilbare, schmerzhafte Krankheit mit Todesfolge. Ansonsten zeugt Suizid oder ein Versuch für mich nur davon, mit Schwierigkeiten im Leben nicht umgehen zu können. Die Gründe dafür können vielfältig sein, rechtfertigen aber keinen Suizid. Denn gerade in unserer Gesellschaft gibt es Unmengen an Hilfsangeboten vom "einfachen" Liebeskummer angefangen bis zu schwersten psychischen Belastungen. Bezeichnend ist auch, daß wirklich Behinderte weniger häufig Suizid begehen oder versuchen. Da kommt wieder die Ethik ins Spiel, die imaginäre Verantwortung überträgt und Schuldgefühle erzeugt.
 
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