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Behinderte in unserer Gesellschaft

  • Starter*in Starter*in saminabi
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AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Sollte man in Deutschland auch machen, kein Hartz mehr für Behinderte, sondern ein besser bestücktes Parallelsystem.


Dann wäre es nur Recht und Billig, wenn Behinderte, die in Werkstätten arbeiten, nicht nur ein kleines Taschengeld für die Arbeit bekommen, sondern entsprechend entlohnt werden.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Ich kannte eine Frau, die arbeitete in so einer Werkstatt. Sie bekam ihre Wohnung bezahlt und etwa 200 Euro zum leben. Davon musste sie Essen, Kleidung, Handy usw. bezahlen....
Die Arbeit war so monoton, das sie echt kaputt ging. Leider brach der Kontakt ab und ich weiß nicht ob sie nach ihrer Auszeit wieder zurück musste.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Ich kannte eine Frau, die arbeitete in so einer Werkstatt. Sie bekam ihre Wohnung bezahlt und etwa 200 Euro zum leben. Davon musste sie Essen, Kleidung, Handy usw. bezahlen....
Die Arbeit war so monoton, das sie echt kaputt ging. Leider brach der Kontakt ab und ich weiß nicht ob sie nach ihrer Auszeit wieder zurück musste.


Die Werkstätten arbeiten in der Regel für große Firmen. So werden z. B. Teile montiert, die MB haben möchte. Sie bekommen die Arbeit billig von den Behinderten gemacht und diese werden teilweise mit unter 100 Euro im Monat abgespeist. Dadurch sind sie auf Aufstockungen angewiesen. Auf Grundsicherung oder Hartz4.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Die Werkstätten arbeiten in der Regel für große Firmen. So werden z. B. Teile montiert, die MB haben möchte. Sie bekommen die Arbeit billig von den Behinderten gemacht und diese werden teilweise mit unter 100 Euro im Monat abgespeist. Dadurch sind sie auf Aufstockungen angewiesen. Auf Grundsicherung oder Hartz4.

Sowas unmenschliches gehört verboten. Bohr.... :mad:
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

ich denke schon.

die sache ist die, große firmen sourcen gerne einen teil ihrer arbeit aus in solche werkstätten. die leute machen dann genau den gleichen job, stehen ganz normal am band. einziger vorteil, man hat flexible arbeitszeiten ohne stress zu bekommen.

wenn du da einmal drin bist, ein guter arbeiter, die wären doch super blöd wenn sie dich raus lassen und dir mehr als ein taschengeld zahlen müssten.

Sie hat sich dagegen heftig gewehrt und war wirklich so kaputt, das sie ein paar Wochen in eine Klinik musste.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Sollte man in Deutschland auch machen, kein Hartz mehr für Behinderte, sondern ein besser bestücktes Parallelsystem.

Finde ich auch. Wenn hartz4 zum wieder Arbeiten anspornen soll, wieso zum Henker ist dann grundsicherung und Sozialhilfe auf dem gleichen Satz???
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Mir ist das teilweise mit der Lebensrealität von Angehörigen von Menschen mit Behinderung und von den Betroffenen selbst teilweise zu hart abgewertet und zu pauschalisierend. Ich selbst habe jahrelang in der Behindertenhilfe gearbeitet. Habe mich ehrenamtlich engagiert (jetzt geht es aus zeitlichen Gründen einfach nicht mehr), habe mehrere Leute in meiner Familie, die dort beruflich zu tun haben und ich habe auch eine Chefin gehabt, die ausgeprägtere Behinderungen hatte (eine hochintelligente, scharfsinnige, taffe, sehr starke Frau, von der ich sehr, sehr viel gelernt habe!!!) und eine Kollegin, die geistig behindert ist und fast blind. Und auch Leute aus meiner Familie sind sehr schwer behindert, sie müssen z. B. in einem Wohnheim leben.

Ganz ehrlich, es kommt so sehr auf den Einzelfall an. Auch wie viel Geld man erhält und wie man lebt. Ich will jetzt nichts beschönigen, es ist an sich eine sehr viel schwierigere Ausgangssituation, eine Behinderung zu haben, als keine. Das bedeutet aber auch nicht, dass man total unglücklich dahinvegetiert oder alle total unglücklich macht und belastet in seinem Umfeld und alles nur eine einzige Qual ist.

Was ich sagen kann ist, dass ich oft unglaublich lebensfrohe Menschen kennen lernen durfte, von denen viele "Nicht-Behinderte" sich eine ganz fette Scheibe abschneiden können. Und abgesehen wegen den Behinderungen an sich haben sie oft auch eher deswegen gelitten, weil sie von ihrem Umfeld so abgewertet, verurteilt oder angegangen wurden, was bis zur Diskriminierung geht. Anstatt also nur darüber zu reden, wie "qualvoll" es ist, behindert zu sein oder einen Angehörigen in der Familie zu haben der es ist, sollten wir auch darüber reden, wie viele Nicht-Behinderte, wir selbst, Menschen mit Behinderungen begegnen und mit ihnen umgehen. "Teilhabe" ist da ein gutes Wort, das mit Inklusion einhergeht. Und ich habe oft das Gefühl, viele WOLLEN Behinderte einfach nur in irgendeine Ecke stellen und so wenig wie möglich sich damit außeinandersetzen, als zu überlegen, wie man eine gemeinsame Gesellschaft gestaltet, die für ALLE schöner ist. Oder zu überlegen, wie verschieden Behinderungen sein können. Und dass es einfach nicht "die Behinderungen" gibt. Jemand, der körperbehindert ist, muss nicht minderbegabt sein und kann sogar einen hohen Bildungsgrad besitzen. Und jemand, der geistig behindert ist, kann körperlich trotzdem sehr fit und gesund sein und viel leisten, was körperliche Arbeit angeht.

Es kommt auch immer darauf an, welche Erwartungen ich in meine Kinder stecke. Wenn ich natürlich fest davon ausgehe, dass der Fötus in meinem Bauch mal studieren wird oder in die beruflichen Fußstapfen der Familie tritt, dann ist es halt ein herber Rückschlag zu akzeptieren, dass das bei einem behinderten Kind vielleicht nicht der Fall sein wird. Ich erlebe es so, dass da nicht wenige Eltern einfach auch hart reagieren.

Es ist auch so, es gibt nicht nur Wohnheime, es gibt betreutes Wohnen, halboffene Wohngruppen, es gibt eine gesetzliche Betreuung, die einfach nur vorbeikommt oder eine Haushaltshilfe, es gibt Berufsausbildungsprogramme für Menschen mit Behinderungen, Förderschulen, sonderpädagogische Einrichtungen und Schulformen ganz speziell für geistig behinderte Kinder. Natürlich ist ganz klar alles noch ausbaufähig und kränkelt so als System vor sich hin. Es ist aber auch nicht so, als würde man komplett vor dem Nichts stehen und überhaupt keine Hilfe bekommen. Es fehlt natürlich auch an Beratungsstellen und Gruppen für Angehörige, aber dennoch, ganz allgemein kann man sich Hilfe suchen. Nur viele nehmen sie nicht an. Ich habe jetzt auch immer wieder beruflich mit Eltern zu tun, die setzen alles daran, dass ihr Kind unter gar keinen Umständen auf eine "Behindertenschule" geht und quälen ihr Kind furchtbar, als dass sie es einfach auf die Förderschule tun und erstmal abwarten, wie es sich entwickelt. Eltern, die ihren Kindern vermitteln: "Du bist eine Enttäuschung und eine Belastung, weil du auf keine normale Grundschule gehst." Wo dann mir 6-jährige Kinder (!!!) sagen, sie wären froh, niemals geboren worden zu sein, weil sie ihre Eltern traurig machen. Und das, das ist ein Armutszeugnis, sorry. Wenn ich mein Kind mit solchen Gefühlen in die Welt schicke.

Es gibt auch die Eltern - oft bei bereits erwachsenen Menschen mit Behinderung - die können nicht loslassen. Die versuchen auch wenig, ihre Kinder möglichst unabhängig zu erziehen und zu möglichst selbständigen Erwachsenen werden zu lassen. Da gibt es dann 45-jährige Männer, die noch ein "Kinderzimmer" haben, die Eltern sind bereits schon über 75 oder 80, können gesundheitlich sehr schlecht, aber wenn als Option kommt, dass ihr bereits erwachsenes Kind in eine Wohngruppe ziehen könnte, dort neue Kontakte findet und Unterstützung, wehren diese Eltern sich mit Händen und Füßen. Ganz oft erlebt.

Und nochmal: ich will das nicht runterspielen oder die Angehörigen ausklammern. Es ist oft hart. Sehr hart. Und gerade Eltern sollten viel mehr auch emotional und psychologisch unterstützt werden. Gerade wenn es um Kinder geht, die sehr schwere Behinderungen haben. Weil damit häufig eine größere psychische Belastung einhergeht. Und man nennt die Geschwisterkinder von solchen Kindern, die keine Behinderungen haben, nicht umsonst "Schattenkinder", die dann selbst später als Erwachsene öfters eigene Probleme entwickeln. Und die Eltern entwickeln wiederum oft riesen Schuldgefühle diesen Geschwistern gegenüber und haben das Gefühl, als Eltern weitgehendst versagt zu haben. Das sind große Dramen, Tragödien, die man oft mit mehr Hilfe auffangen und mildern könnte - aber eben auch, wenn unsere Gesellschaft zu Teilen anfangen würde, toleranter und offener damit umzugehen.

Es gibt z. B auch das Modell, dass durchaus Zuschüsse und Förderungen gezahlt werden, wenn man behinderte Mitarbeiter beschäftigt. Aber viele Firmen wollen das trotzdem nicht und nehmen das auch nicht in Anspruch. Beschäftigen sich auch nicht damit, ob es nicht doch weniger schwierig sein könnte einen behinderten Azubi oder Mitarbeiter zu beschäftigen, als sie es sich vorstellen. Da herrschen viele Vorurteile und einige dieser Arbeitgeber haben auch nicht das Interesse, da zu recherchieren oder sich mal zu informieren.

Das Thema ist also sehr vielschichtig, wie ich finde und es gibt verschiedene Seiten.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Seltsamerweise scheint man sich hier auf Erbkrankheiten und angeborerne Behinderungen eingeschossen zu haben. So mein Eindruck. Ich habe die ersten Seiten komplett gelesen - danach stichpunktartig.

Um mal ein paar Gedanken in den Raum zu werfen:
  • Förderschulen gibt es sehr wohl noch (zumindest bspw. in Hessen oder NRW), so kann man zum Bsp. in Gießen 'Lehramt an Förderschulen' studieren. Warum sich dieses Märchen, es gäbe keine Förderschulen mehr in Deutschland, hält, erschließt sich mir nicht.
  • Die allermeisten Behinderten werden irgendwann im Laufe ihres Lebens behindert, und sind es nicht von Geburt oder frühkindlichem Stadium an. Angeborene Ursachen machen einen einstelligen Prozentwert aus.
  • Gewisse Entwicklungen werden schon für einigen Nachschub an Behinderten sorgen, so zynisch das klingt. Da muss man sich gar nicht ziemlich einseitig auf Erbkrankheiten einschießen. Ich sage nur: Diabetes, Depressionen, Krebs, Überalterung der Gesellschaft,....
  • Manche Maßnahmen, die für Behinderte getroffen werden, kommen auch anderen Menschen zugute. Barrierefreie Webseiten und Gebäude sind eben ergonomischer als nicht-barrierefreie Pendants. Viele Menschen, die bei YT Untertitel einschalten, sind gar nicht hörbehindert.
  • Narzissmus ist ziemlich grassierend, und ich empfinde Narzissten als extrem anstrengend, anstrengender als die allermeisten Behinderten, mit denen ich bisher zu tun hatte. Nur leider können Narzissten gar nicht abgetrieben werden. 😉😉
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Gutes Thema und dringend notwendig, es zu benennen! Wobei ich schon mich an einem Wort der Überschrift stoße:

Behindert. Für mich haben solche Menschen einfach ein handicap - wie wohl die meisten von uns.... - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ok, aber nun weiter in deinem Text.


In diesem Thread geht es um die Inklusion behinderter Menschen in unsere Gesellschaft. Wie denkt ihr darüber? Welche Probleme seht ihr? Was kann eurer Meinung nach noch getan werden?

-----------------------

Ich habe eine Meinung, die aber nicht in Stein gemeisselt ist.

Ich bin der Meinung, dass behinderte Kinder z. B. unserer Fürsorge, bzw, der Fürsorge des Staates bedürfen. Dieses kann auf sehr unterschiedlichen Wegen gehen.

Warum? Warum soll der Staat sich um Menschen mit Einschränkungen kümmern, wenn es die Familien genauso gut oder auch besser können? Oder wie verstehe ich diese These deinerseits?

Inklusion klappt in Kitas teilweise ganz gut, da gibt es auch Integrationserzieher. Inklusion in der Schule ist zwar gut gemeint, aber solange es kein geeignetest Konzept gibt, solange die Lehrer allein diese zusätzliche Herausforderung meistern müssen, hilft es keinem.

Da gebe ich dir Recht. Aber der Weg ist schon recht gut - an diesen war vor noch wenigen Jahren kaum zu denken.

Ansonsten mache ich mir Gedanken um die heutigen medizinischen Möglichkeiten, eventuelle Behinderungen und Anlagen, Gene frühzeitig in der Schwangerschaft aufzudecken. Einerseits finde ich das gut, andererseits beeinhaltet das auch, immer mehr zu differenzieren, welches Leben lebenswert ist und welches nicht irgendwie.

Da bin ich eien strikte Gegenerin jedweder vorgeburtlicher Untersuchungen, und ja, ich weiß, wovon ich rede, denn ich stand selbst einmal in dieser Situation.
Wenn wir einmal anfangen, schon vor der Geburt "auszusortieren" nach "lebenswert" und "lebensunwert", sind wir bald wieder im Dritten Reich... 🙁


Es gibt auch immer mehr Menschen mit Down-Syndrom, die sich öffentlich äußern, dass sie ihr Leben als lebenswert empfinden und z. B. froh sind, nicht abgetrieben worden zu sein. Es muss ganz schön schlimm sein, wenn man das Down-Syndrom hat und weiss, dass allein das Down-Syndrom der Grund für viele Abtreibungen, auch einigen Spätabtreibungen ist.

Natürlich sind Menschen mit Trisomie 21 komplett lebensfähig und - freudig! Ich verkenne nicht, wie schwer es dennoch für die Eltern ist - zumal die Schwere der Einschränkung sehr differiert und niemand vorher sehen kann, wieweit das Kind in der Lage ist zu einer Entwicklung.
Aber Lebensfreude und -fähigkeit habe ich bei allen Kindern erlebt.

Ich betrachte das alles halt von vielen Seiten und bin da manchmal im Ziespalt, was ich davon halten soll.


Ich denke, dass jedes Wesen, das unterwegs ist und geboren wird, ein Recht auf Leben hat, solange dies ihm möglich ist. Das kann ein langes Leben lang sein - oder nur ein paar Monate. Aber das Recht, dieses Leben zu töten, haben wir Menschen niemals. Und nochmals: Ja, ich weiß, wovon ich rede.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Die Behinderung selbst sollte im Vordergrund stehen und dabei ist es egal, wie sie nun äußerlich erscheint oder ob sie bereits als solche anerkannt ist oder nicht: Das Leid, die Schwierigkeiten und die Nachteile zählen.


Nein, die Behinderung sollte nicht im Vordergrund stehen. Sie ist nur ein Teil des Menschen. Zwar ist diese Behinderung unterschiedlich groß bzw. klein, aber sie bleibt ein Teil des Menschen und ist nicht der Mensch.

Wenn man immer nur auf das Leid, die Schwierigkeiten und die Nachteile schaut, verpasst man ganz schön viel. Ist meine Meinung.

Ein Beispiel. Mein Sohn stottert ziemlich heftig, vor allem bei Stress und Aufregung. Aber er hat eine wunderschöne Stimme und kann ohne jegliches Stottern singen, egal in welcher Sprache.
Soll ich ihn nun ständig bedauern, weil er stottert oder darf ich mich an seinem stotterfreien Gesang erfreuen?
 
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