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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Das ist so eine typische Fdp-Parole. "Jeder muss eine Leistung für die Gesellschaft erbringen" Das sagt sich so leicht, blendet aber z.B. völlig aus, dass wir 5 Millionen Arbeitslose bei nur wenigen hunderttausend offenen Stellen haben. Oftmals sagen diese Leute dann auch: Besser für 5 € die Stunde arbeiten als gar keinen Job haben. Die können sich überhaupt nicht in die Lage der Leute versetzen.

Ich persönlich habe oft mir der Theorie mein Problem.
Wie kann es in einer Gesellschaft überhaupt möglich sein, dass nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, denn in der Theorie regeln sich Angebot und Nachfrage von selbst. Sprich: Wenn mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze da sind, müssen die Löhne fallen und umgekehrt.

Die Praxis sieht aber so aus, dass wir keine "freie" Wirtschaft haben. Einerseits greift der Sozialstaat und und macht es möglich, dass Menschen für ihren Lebensunterhalt nichts tun MÜSSEN, wie es Jahrtausende lang so war. Andererseits beuten uns manche Konzerne aus und spielen Arbeitnehmer global gegeneinander aus. Sind die Löhne hier zu hoch, wird Produktion nach China verlagert. Inzwischen ist manchen sogar China zu teuer und wandert nach Indien.

"Leistungsgesellschaft", "FDP", "Neoliberalismus" und co sind Schimpfworte geworden, dabei ist das alles auch eine Seite der Medaille, denn der Sozialstaat kann nicht alleine existieren, natürlich braucht es alles zusammen: Leistung, soziale Absicherung, Gerechtigkeit und viel mehr.

Das BGE wird nicht alle Probleme lösen, es widerspricht aber für mich nicht einer "Leistungsgesellschaft". Das tut Hartz 4 auch nicht, weil beides letztlich nur ein Existenzminimum abdeckt. Mehr noch: Erst die Freiheit nicht mehr ums Überleben fürchten zu müssen, kann viel Potenzial frei setzen. Erst Recht wenn es zu wenig Arbeit gibt.

Warum? Nur ein Beispiel:
Mir sind zwei Teilzeitbeschäftigte lieber als ein Vollzeitbeschäftigter, nur ist Teilzeit im Niedriglohnsektor heute praktisch unmöglich damit es zum Überleben reicht. Mit einem BGE könnten mehr Leute Arbeit bekommen, weil nicht jeder einen Vollzeitjob zum Überleben braucht.

Das schlimme an Hartz 4 ist doch nicht allein die finanzielle Not. Immer wieder wird nur auf Geld rumgeritten. Es geht doch auch darum, dass menschen sich nutzlos fühlen, sich durch Hartz 4 gebrandmarkt, von anderen als Schmarotzer beschimpft werden. Es geht darum, dass Hartz 4 Menschen in Arbeit zwingt, die null Bock haben, während andere gerne Arbeit hätten, aber die nicht bekommen. Frag mal Arbeitgeber was als Bewerber vorspricht.
 
Ich persönlich habe oft mir der Theorie mein Problem.
Wie kann es in einer Gesellschaft überhaupt möglich sein, dass nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, denn in der Theorie regeln sich Angebot und Nachfrage von selbst.

Diese Theorie alleine ist volkswirtschaftlich betrachtet schon leichter Unsinn. Denn du schneidest dabei das Thema "Vollbeschäftigung" an. Diese wird aber weder angestrebt, noch wäre diese Vorteilhaft für eine Wirtschaft. Aus diesem Grund würde diese nie erreicht werden, auch wenn man könnte.

Sprich: Wenn mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze da sind, müssen die Löhne fallen und umgekehrt.

Und das lässt sich in der BRD so nicht erkennen?

Die Praxis sieht aber so aus, dass wir keine "freie" Wirtschaft haben. Einerseits greift der Sozialstaat und und macht es möglich, dass Menschen für ihren Lebensunterhalt nichts tun MÜSSEN, wie es Jahrtausende lang so war. Andererseits beuten uns manche Konzerne aus und spielen Arbeitnehmer global gegeneinander aus.

Ich finde nicht, dass dieses Zitat als Gegenargument herhalten kann. Es gibt nicht nur Sozialstaat und auf der anderen Seite Weltkonzerne. Im breiten Mittelstand lassen sich Löhne drücken ohne Ende.

Sind die Löhne hier zu hoch, wird Produktion nach China verlagert. Inzwischen ist manchen sogar China zu teuer und wandert nach Indien.

Zum einen produziert nicht jede Firma. Zum anderen lässt sich nicht jedes Produkt an einer beliebigen Stelle der Erde produzieren und zum anderen haben die meisten Firmen nicht die Möglichkeit, Morgen die Tür ab zu schließen und die nächsten Lohnschecks in Kalifornien zu unterzeichnen.

Des weiteren etwas unlogisch: Wenn ein Konzern das Land verlässt gehen Arbeitsplätze verloren. Begeht eine ähnliche Anzahl von Arbeitnehmern im Inland dann Suizid? Weil du geschrieben hast, diese Dinge würden sich per Angebot und Nachfrage regeln. Das verstehe ich nicht so ganz.

"Leistungsgesellschaft", "FDP", "Neoliberalismus" und co sind Schimpfworte geworden, dabei ist das alles auch eine Seite der Medaille, denn der Sozialstaat kann nicht alleine existieren, natürlich braucht es alles zusammen: Leistung, soziale Absicherung, Gerechtigkeit und viel mehr.

noch besser: Es war von mir noch nicht mal als Schimpfe ausgesprochen. Sondern lediglich eine Faktenbenennung. Du siehst, das entsprechende Leute dann trotzdem austicken. 😉
Wir haben auch jetzt Leute die eine Menge tragen und andererseits viele Minderleister. Sollte auch logisch sein. Nennt man auch gesellschaftliche Bandbreite.
Über das Schicksal dahinter, hatte ich mich weder ausgelassen noch hätte dies eine Relevanz zu meiner Aussage bezüglich BGE gehabt.

Das schlimme an Hartz 4 ist doch nicht allein die finanzielle Not. Immer wieder wird nur auf Geld rumgeritten. Es geht doch auch darum, dass menschen sich nutzlos fühlen, sich durch Hartz 4 gebrandmarkt, von anderen als Schmarotzer beschimpft werden. Es geht darum, dass Hartz 4 Menschen in Arbeit zwingt, die null Bock haben, während andere gerne Arbeit hätten, aber die nicht bekommen. Frag mal Arbeitgeber was als Bewerber vorspricht.

Ich könnte mir vorstellen das du das etwas zu optimistisch siehst. Die Hackordnung wird es immer geben. Die Bezeichnung erachte ich als eher zweitrangig.
 
Vielleicht vorneweg, meine Argumentation ist nicht zielgerichtet gegen dich PC gerichtet, ich denke eher allgemein über das Thema nach. ^^

Richtig ist, dass bei uns die Löhne fallen bzw. gefallen sind. Das resultiert aber nicht aus einer verringerten Zahl von Arbeitsplätzen, sondern schlicht, dass Hartz 4 den Druck auf Arbeitslose erhöht hat. Insofern hat vermutlich keiner heute Ahnung, was welche Arbeit wirklich wert ist. Das System ist total verfälscht. Sozialhilfe, Mindestlohn, Sanktionen, globale Konkurrenz. Ich finde es total schwer zu beurteilen, was zb ein Friseur WIRKLICH verdienen sollte. Zumindest kann der nicht seine "Produktion" nach China verlagern, stimmt. Er leidet aber genauso unter der Geiz ist Geil Mentalität.

Ich stelle mir einfach vor wie das ist wenn man zb knapp 1000 € netto in Vollzeit verdient, sich ein Leben aufbaut, spart und irgendwann unverschuldet arbeitslos wird.
Wenn ich Pech habe, bin ich vielleicht 50, habe ein paar gesundheitliche Probleme und im meinem Niedriglohnsektor will man lieber junge Gesunde und nicht mich. Brauche ich dann Hartz 4 Sanktionen und Druck? ICH (ich ganz persönlich) würde mir ein Bein ausreißen um einen Job zu kriegen. Ich weiß aber auch welchen Schwachsinn das Jobcenter vorschlägt, wie blödsinnig die Maßnahmen sind. Ich hätte keinen Bock mit Hintz und Kuntz stundenlang im Jobcenter zu warten, mir eine Blaulichttoilette (gegen Junkies) zu teilen und mir dann vom Sachbearbeiter immer das gleiche sagen zu lassen. Ich hab keinen Bock zu den Tafeln zu gehen, jedem sagen zu müssen, dass ich Hartzer bin und mir alle Vorurteile anhören zu müssen.

Sollte ich jemals soziale Hilfe benötigen, ich würde ein BGE wollen.
Ja du wirst sagen, andere ruhen sich darauf an. Ja du hast bei manchen Menschen Recht, aber ich sehe das von beiden Seiten. Den "Faulen" in den Hintern treten ist ja schön und gut, aber Hartz 4 ist selbst für die fleißigen richtig schei*e. Außerdem -und das ist meine größte Kritik an Hartz 4- glaube ich nicht, dass wirklich mehr Menschen in Arbeit kommen. Die verstecken sich in Maßnahmen und werden in der Statistik nicht mitgerechnet. Wer in Deutschland nicht arbeiten WILL, muss das nicht. Hörst du nicht gerne, ist nicht gerecht, ist aber heute schon so.
 
@Andreas 900. Übrigens: dass der Arbeitsmarkt sich selbst reguliert, ist falsch. Niedrigere Löhne sorgen nicht für ansteigende beschäftigung. Ganz einfach, weil der Konsum proportional einbricht.
 
Gut bei Hartz 4 zu sehen. Die Lohndrückerei hat gar nicht dafür gesorgt, daß mehr Menschen Arbeit haben, sondern daß die Arbeit lediglich auf mehr Köpfe ( Zeitarbeit, Halbtagsjobs etc. ) "verteilt" wurde. Ein guter Trick für die Statistik.
 
Vollbeschäftigung hat Deutschland viel Gutes gebracht, sonst wären wir bei England und Frankreich.
Da es jedoch keine Vollbeschäftigung mehr geben wird und nicht mehr geben kann, müssen neue Arbeitsplätze oder Verdienstmöglichkeiten (hauptsächlich im Dienstleistungsgewerbe und Selbstständigkeit) möglich gemacht werden.
Dazu brauchen wir das Bedingungslose Grundeinkommen...

Bei den Gegnern des BGE lese ich immer nur die die Eierlegende Wolfmilchsau heraus...
Besonders bei denen, die ansonsten immer der Regierung Handlungsunfähigkeit vorhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eierlegende_Wollmilchsau

Wer meint ein Teil oder eine Sache auf der Welt zu finden, die allem und jedem gerecht wird oder keinerlei Nachteile hätte, der wird handlungsunfähig und verfällt in Agonie.

Ich finde diese Diskussionen über verschiedene Formen des Kapitalismus müßig und unfruchtbar, zumal das mehrfach gescheitert ist. Jedoch Menschen nichts zu gönnen, wobei man unter Arbeit die bezahlte Arbeit versteht, lässt eben alte Fehler in Endlosschleifen sich wiederholen.

Eine Genugtuung gibt es jedoch... Es trifft auch die Missgünstigen selbst hart!
 
Mach dir keine Hoffnungen. Eher wird der Mindestlohn wieder aufgehoben.
Mittelfristig wäre ich schon zufrieden, wenn die Löhne wieder proportional zur Produktivität steigen würden...
Alleine dadurch würde der Binnenmarkt hierzulande explodieren.

Und es ist tatsächlich müßig, über den Kapitalismus zu diskutieren. Ein System, in dem Bankenschulden sozialisiert werden, kann man nämlich gar nicht als Kapitalismus bezeichnen.
 
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