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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Das Bedingungslose Grundeinkommen halte ich für keine Lösung. Bedingslos für Bedürftige: ja, aber nicht für alle. Denn dadurch verliert das Geld nur an Wert (Inflation). Wenn ich jedem 1000 Euro in die Hand drücke, haben diejenigen mit Einkommen immer noch mehr als die ohne Einkommen. Denn das Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens sieht auch eine Abschaffung aller momentan noch bestehenden Sozialleistungen vor.

Mit 1000 Euro kann man nicht leben, höchstens überleben.
 
Nun, ich bin ja eigentlich auch dafür, dass wir als sozialer , wohlhabender Staat ohne Zwangsarbeit auskommen müssen, und es daher möglich sein sollte, jedem, der nicht arbeiten kann oder will, ein Überleben zu sichern.

Wenn aber derjenige, der nicht arbeiten will das gleiche Leben lebt, wie jemand der 40 Stunden die Woche arbeitet, dann explodiert das System.

Grundeinkommen heißt für mich Existenzminimum, wobei man darüber streiten kann, was da dazu gehört. Ein Sommerurlaub auf Malle für mich definitiv nicht. Auch keine Markenklamotten und kein Kaviar.
 
Indirekt könnte man die mindestsicherung dazu nutzen, Arbeitgeber zu zwingen höhere Löhne zu zahlen. Aber die Gefahr, dass dann mittelfristig alles wegrationalisiert wird ist natürlich groß. Da wäre die Gefahr einen schritt in die schon postulierte 20:80 Gesellschaft zu machen nicht unerheblich.
 
Nun, ich bin ja eigentlich auch dafür, dass wir als sozialer , wohlhabender Staat ohne Zwangsarbeit auskommen müssen, und es daher möglich sein sollte, jedem, der nicht arbeiten kann oder will, ein Überleben zu sichern.

Genau das ist damit gemeint.

Wenn aber derjenige, der nicht arbeiten will das gleiche Leben lebt, wie jemand der 40 Stunden die Woche arbeitet, dann explodiert das System.

Ich weiß was du meinst und es ist richtig. Doch daran ist ja nicht ernsthaft gedacht.
Wobei es ja immer mehr Menschen gibt, die selbst nicht arbeiten aber andere ausbeuten oder ihr Vermögen erben, was zuvor von anderen (durch Lohnverzicht und Ausbeutung?) erarbeitet wurde.
Damit meine ich, dass das Steuersystem ungerecht ist.

Grundeinkommen heißt für mich Existenzminimum, wobei man darüber streiten kann, was da dazu gehört. Ein Sommerurlaub auf Malle für mich definitiv nicht. Auch keine Markenklamotten und kein Kaviar.
Ich würde das nicht an Beispielen, die zu relativieren wären, unbedingt festmachen wollen.
Wenn ich unter spartanischen Entbehrungen den Jakobsweg pilgere und mit dem Grundeinkommen auskomme, warum nicht in die Sonne nach Spanien laufen? 🙂
 
Indirekt könnte man die mindestsicherung dazu nutzen, Arbeitgeber zu zwingen höhere Löhne zu zahlen. Aber die Gefahr, dass dann mittelfristig alles wegrationalisiert wird ist natürlich groß. Da wäre die Gefahr einen schritt in die schon postulierte 20:80 Gesellschaft zu machen nicht unerheblich.

Es bräuchten keine höheren Löhne gezahlt werden, weil ja die Grundsicherung für das Leben reicht.
Allerdings würde sich das Lohngefüge ändern.

Unternehmer sind immer angehalten zu rationalisieren, sonst sind sie nicht konkurrenzfähig.
Sie taten es und werden es immer tun.
Nur sie sparen ja durch gesenkte Lohnnebenkosten viel Geld und bekommen damit einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil.

Auch deine Prognose der 20 zu 80 Gesellschaft (20% der Menschen erwirtschaften das Bruttosozialprodukt) halte ich für völlig falsch, WENN das Bedingungslose Grundeinkommen kommt.
Ansonsten stimme ich dir weitgehend zu, wenn es nicht kommen würde.

Mir scheint jedoch die Gewichtung etwas zu extrem und sie hält auch keiner ernsthaften Prüfung der Fakten stand.

Mit dem BGE würde sich die Arbeit zum Vorteil der Menschen stark in den Dienstleistungssektor und in Freiberufe verlagern.
Die Gewichtung kann also nicht stimmen, weil, wenn 20% alles erwirtschaften, gäbe es auch folglich kaum Konsum!
Das BGE schafft aber genau den Konsum!

Unsere wirtschaftliche Überlegenheit stammt aus dem Konsum nach dem Krieg... Nur das wird sich unter jetzigen Gegebenheiten ändern, weil Reiche immer reicher werden und das Mittelgefüge verarmt.

Geld muss jedoch fließen und nicht festgehalten werden oder der Volkswirtschaft durch Transfers entzogen werden, wenn ein Wirtschaftssystem funktionieren soll.

Nach meinem Dafürhalten zeigen sich drohende Wolken einer Finanz- bzw. Wirtschaftskrise. In den USA ist bereits laute Kritik zu vernehmen, dass die Niedrigzinspolitik zu immer mehr Verschuldung führt und lediglich "gewisse Luft" für den Staatshaushalt verschafft, um schließlich noch brutaler zu enden...

Ein BGE könnte jedoch eine innerstaatliche Harmonie- und Notkreislauf schaffen, wenn die "ungesunden" Exporte rückläufig sind.
Und das wird kommen!
Autos und Maschinen können andere auch bauen und geistige Techniküberlegenheit haben wir längst verspielt.
Aber auch da könnte das BGE ein wichtiger Motor für Erfindungen und Innovationen sein, die gerne bisher vernachlässigt und sogar verhindert werden.

 
Interessanter gedanke: Natürlich würde der Binnenmarkt sehr von einem BGE profitieren. In dem Sinne würde es vllt. auch dabei helfen, die Abhängigkeit vom Export zu reduzieren.

Letztendlich wird es aber mittelfristig zu keinem BGE kommen. Schon der Mindestlohn ist massiv bekämpft worden, wobei ich dazu letztens einen Artikel gelesen habe, wonach er keinerlei negative effekte, sondern eher positive, eben auf den Binnenmarkt hatte. Ich finde, nach sovielen Fehlprognosen in den letzten Jahren wäre es an der Zeit, die Neoklassik zu begraben. Aber das wird leider nicht passieren...
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessanter gedanke: Natürlich würde der Binnenmarkt sehr von einem BGE profitieren. In dem Sinne würde es vllt. auch dabei helfen, die Abhängigkeit vom Export zu reduzieren. Dennoch bleibe ich beim anderen Punkt dabei: Wenn es ein BGE von z.B. 1000€ gibt, dann müssen die Löhne eigentlich zwangsläufig über dieses niveau steigen.

Wieso?
Wer arbeitet, bekommt doch die 1000€ weiterhin dazu.
Besser: Der Lohn kommt zum BGE hinzu.
Das BGE steht nicht in Konkurrenz zum Lohn!

Wer würde denn sonst noch für billiger arbeiten wollen. Du sagst es ja selbst indirekt. Die Leute würden sich mehr selbst verwirklichen, Dinge ausprobieren, kreativ sein, ohne Druck, auf dem Arbeitsmarkt präsent sein zu müssen.

Richtig! Doch es lohnen sich auch Jobs, die bisher uninteressant waren oder wo man seinen Unterhalt nicht gänzlich decken konnte.

Letztendlich wird es aber mittelfristig zu keinem BGE kommen.

Da muss ich bitter lachen, denn daran geht kein Weg mehr vorbei.
Die Frage ist nur, unter welchen Bedingungen.
Es kommen jetzt schon die ersten Rentner auf Mindestsicherung.


Schon der Mindestlohn ist massiv bekämpft worden, wobei ich dazu letztens einen Artikel gelesen habe, wonach er keinerlei negative effekte, sondern eher positive, eben auf den Binnenmarkt hatte.

Das habe ich immer gesagt und verwundert auch nicht.
Die gegen den Mindestlohn waren, müssten doch für das BGE sein... 🙂
Die Kritik verstehe ich sogar, weil man vorher seine Gewinne auf Staatskosten finanziert bekam.
Die anständig zahlten, waren die "Dummen"!

Ich finde, nach sovielen Fehlprognosen in den letzten Jahren wäre es an der Zeit, die Neoklassik zu begraben. Aber das wird eben nicht passieren...

Ach man hätte einfach nur die Agenda 2010 vermeiden müssen.
 
Diese Agenda wäre so oder so gekommen. Entweder später unter der CDU oder noch später unter einer großen Koalition.
Die CDU reibt sich doch heute die Hände, weil es die Sozis gemacht haben.
 
Aber SPD und Grüne hatten damals im Bundesrat die Mehrheit und hätten als Opposition die Reformen verhindern können.
Bestimmt haben sich Merkel und Stoiber damals gedacht: Was ist denn mit dem Schröder los? Wieso ist der nicht bei uns in der Partei? 🙂
Bis heute wird Schröder von den Konservativen für die Reformen gelobt, aber dass er dann gegen einen Irakeinsatz war, haben sie ihm immer vorgehalten...
 
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