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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Ich merke, dass hier vor allem über prekäre Jobs ala Gabelstapler und Frisöse als Beispiel geredet wird. Ich glaube ein Problem ist diese vertrackte Einbahnsstraße im Bildungssystem. Wenn man als Frisöse mit 35 mit dem BGE nochmal ein Gymnasium besuchen könnte um das Abitur nachzuholen um dann eine Mechatronikausbildung zu machen wäre viel gewonnen. Vor allem könnte man es den Kapitalisten als Investition für einen zukünftigen Leistungsträger verkaufen und nicht als BGE.

Ein Grundeinkommen für eine nachgezogene Ausbildung würde für mich spontan vernünftiger klingen als ein pauschales BGE für alle.
 
Richtig ist, dass bei uns die Löhne fallen bzw. gefallen sind. Das resultiert aber nicht aus einer verringerten Zahl von Arbeitsplätzen, sondern schlicht, dass Hartz 4 den Druck auf Arbeitslose erhöht hat. Insofern hat vermutlich keiner heute Ahnung, was welche Arbeit wirklich wert ist. Das System ist total verfälscht. Sozialhilfe, Mindestlohn, Sanktionen, globale Konkurrenz. Ich finde es total schwer zu beurteilen, was zb ein Friseur WIRKLICH verdienen sollte.

Das kann sich doch jetzt aber nur auf den Niedriglohnsektor beziehen und nicht auf die komplette Bandbreite an Jobs.

Ich stelle mir einfach vor wie das ist wenn man zb knapp 1000 € netto in Vollzeit verdient, sich ein Leben aufbaut, spart und irgendwann unverschuldet arbeitslos wird.

Das stelle ich mir auch schlimm vor. Allerdings weniger für den der 1000 Euro netto hat. Der verschlechtert sich nämlich durch Hartz IV und später im Alter aufgrund von aufstockender Rente kaum. Auch frage ich mich, woher dieser das Ersparte haben sollte...

Schlimmer ist es für Leute wie du und ich. Ich verdiene als Controller nicht schlecht, sorge aber für das Alter aus Prinzip schon nicht vor. Wir besitzen allerdings ein paar Immobilien und ein gut gepolstertes Festgeldkonto. Den Lego Keller können wir mal außen vor lassen. 😀
Wenn ich jetzt morgen aufgrund von mal wieder, nettem Outsourcing arbeitslos werde, ist mir schließlich schon zweimal so ergangen, kann ich ins Hartz IV fallen wenn ich nicht innerhalb der ALGI Zeit eine Arbeit finde. Bei mir würde dies ja wohl bedeutend mehr Scherben verursachen als bei jemandem der ohnehin die ganze Zeit schon nur 1000 Euro netto hat.

Sollte ich jemals soziale Hilfe benötigen, ich würde ein BGE wollen.

Ja, wollen würde ich das auch. Aber nur weil wir beide das wollen wird das ja nicht eingeführt. Da zählen andere Faktoren!

Ja du wirst sagen, andere ruhen sich darauf an. Ja du hast bei manchen Menschen Recht, aber ich sehe das von beiden Seiten. Den "Faulen" in den Hintern treten ist ja schön und gut, aber Hartz 4 ist selbst für die fleißigen richtig schei*e. Außerdem -und das ist meine größte Kritik an Hartz 4- glaube ich nicht, dass wirklich mehr Menschen in Arbeit kommen. Die verstecken sich in Maßnahmen und werden in der Statistik nicht mitgerechnet. Wer in Deutschland nicht arbeiten WILL, muss das nicht. Hörst du nicht gerne, ist nicht gerecht, ist aber heute schon so.

Ach, davon bin ich längst ab. Soll jeder machen was er will. Mit Hartz IV lässt sich keine großen Sprünge machen. Wenn "extra Faule" meinen sie müssten dies ergaunern sollen sie eben Freude daran haben. Wenn ich dies als die bessere Alternative zum Arbeiten empfinden würde, könnte ich dies ja ähnlich machen. Empfinde ich so aber nicht.
Ich bin einfach zu verspielt und vielseitig interessiert um mit wenig klar zu kommen. Dafür muss ich dann eben arbeiten.

Des weiteren haben wir Millionen wenn es drauf ankommt irgendwo eine Ecke der Welt zu retten. Dann sollten wir auch genug für eigene Leute haben die noch nichtmal das Hartz IV ohne Schikane erhalten. Da passt längst die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.
 
Ich merke, dass hier vor allem über prekäre Jobs ala Gabelstapler und Frisöse als Beispiel geredet wird. Ich glaube ein Problem ist diese vertrackte Einbahnsstraße im Bildungssystem. Wenn man als Frisöse mit 35 mit dem BGE nochmal ein Gymnasium besuchen könnte um das Abitur nachzuholen um dann eine Mechatronikausbildung zu machen wäre viel gewonnen. Vor allem könnte man es den Kapitalisten als Investition für einen zukünftigen Leistungsträger verkaufen und nicht als BGE.

Ein Grundeinkommen für eine nachgezogene Ausbildung würde für mich spontan vernünftiger klingen als ein pauschales BGE für alle.

In früheren Zeiten gab es eine Einrichtung, die nannte sich "Abendschule". Gibt es meines Wissens sogar immer noch mancherorts. Wer mit einem prekären Job nicht zufrieden war, hat sich abend für abend nach Feierabend auf den Hintern gesetzt und gebüffelt, ganz ohne Zuschuß vom Staat, bis das mit dem Abschluß und dem besser bezahlten Beruf geklappt hat. Der Preis war natürlich Null Freizeit für ein paar Jahre und meistens war auch der Schulbesuch nicht umsonst, aber die Leute, die den beruflichen Aufstieg wirklich wollten, haben es trotzdem durchgezogen. -- Kommt vermutlich für viele Leute heutzutage nicht mehr in Frage, das mit dem Null Freizeit und sogar noch aus der eigenen Tasche draufzahlen, statt alles vom Staat finanziert zu kriegen.
 
Ach, davon bin ich längst ab. Soll jeder machen was er will. Mit Hartz IV lässt sich keine großen Sprünge machen. Wenn "extra Faule" meinen sie müssten dies ergaunern sollen sie eben Freude daran haben. Wenn ich dies als die bessere Alternative zum Arbeiten empfinden würde, könnte ich dies ja ähnlich machen. Empfinde ich so aber nicht.
Ich bin einfach zu verspielt und vielseitig interessiert um mit wenig klar zu kommen. Dafür muss ich dann eben arbeiten.
Des weiteren haben wir Millionen wenn es drauf ankommt irgendwo eine Ecke der Welt zu retten. Dann sollten wir auch genug für eigene Leute haben die noch nichtmal das Hartz IV ohne Schikane erhalten. Da passt längst die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.
Gegen Abbau von Schikanen bei Hartz wäre ich auch nicht, da wiehert nämlich des Öfteren mal der Amtsschimmel. Die Angestellten in den Arbeitsämtern drangsalieren die Hartzer ja nicht, weil sie so große Sadisten wären (?), sondern weil sie selber Druck von oben, von ihren eigenen Bossen bekommen, so viel Hartzer wie möglich möglichst schnell wieder aus ihren (Dauer-)Bestandslisten zu bekommen. Der korrekte Ansatz sind also die Stellen bzw. Politiker, die über die Vergabebedingungen von Hartz entscheiden, wenn die ein bißchen lockerer entscheiden würden, könnte sich das nach unten, zu den einzelnen Ämtern und Empfängern, fortpflanzen.
 
In früheren Zeiten gab es eine Einrichtung, die nannte sich "Abendschule". Gibt es meines Wissens sogar immer noch mancherorts. Wer mit einem prekären Job nicht zufrieden war, hat sich abend für abend nach Feierabend auf den Hintern gesetzt und gebüffelt, ganz ohne Zuschuß vom Staat, bis das mit dem Abschluß und dem besser bezahlten Beruf geklappt hat. Der Preis war natürlich Null Freizeit für ein paar Jahre und meistens war auch der Schulbesuch nicht umsonst, aber die Leute, die den beruflichen Aufstieg wirklich wollten, haben es trotzdem durchgezogen. -- Kommt vermutlich für viele Leute heutzutage nicht mehr in Frage, das mit dem Null Freizeit und sogar noch aus der eigenen Tasche draufzahlen, statt alles vom Staat finanziert zu kriegen.

Von Abendschulen alleine bekommt man keinen Job.
Gute Qualifikation ist längst kein Garant mehr dafür, nicht arm zu werden.

Gegen Abbau von Schikanen bei Hartz wäre ich auch nicht, da wiehert nämlich des Öfteren mal der Amtsschimmel. Die Angestellten in den Arbeitsämtern drangsalieren die Hartzer ja nicht, weil sie so große Sadisten wären (?),

Doch schon... einige meinen es wäre anscheinend IHR Geld und sie hätten das Recht, Leuten, die doppelt so alt sind als sie und über 40 Jahre gearbeitet haben, zu beleidigen und zu demütigen...

sondern weil sie selber Druck von oben, von ihren eigenen Bossen bekommen, so viel Hartzer wie möglich möglichst schnell wieder aus ihren (Dauer-)Bestandslisten zu bekommen. Der korrekte Ansatz sind also die Stellen bzw. Politiker, die über die Vergabebedingungen von Hartz entscheiden, wenn die ein bißchen lockerer entscheiden würden, könnte sich das nach unten, zu den einzelnen Ämtern und Empfängern, fortpflanzen.
Das stimmt nur bedingt, weil die AGENTUR Überschüsse macht.
Also werden die Vorgaben der Politik doch übertroffen...
Zudem erhalten Arbeitgeber viele Gelder aus den Fördertöpfen, welches sich wettbewerbsverzerrend auswirkt.

Und Politiker verhalten sich bisweilen wie eine Hundemeute, gibt man ihnen eine Richtung vor, werden sie sich nicht so schnell vom eingeschlagenen Weg abbringen lassen.
Auch wenn das tausendfach der falsche Weg ist und in den Abgrund führt.
Genau wie die, die lauthals grölen "Wir sind das Volk!" und dabei Rechtsbruch begehen und gar nicht wissen, welche Pflichten sie als Volk haben.

So lese ich bei ihren politischen Genossen nur, dass kein brauchbares Wirtschafts- und Sozialkonzept vorhanden ist.
Autobahnen sind gebaut, Massenhandarbeit nicht mehr zeitgemäß, Kriege unmöglich, um nicht sofort eins aufs Maul zu bekommen...
Es bleibt dann eben nur Ausgrenzung, Willkür und nach kurzer Zeit der Offenbarungseid, dass sich einige selbstbedienten und Deutschland verarmt.
Wer solchen Brandstiftern vertraut, ist nicht das Volk, sondern einfach nur dumm!

Wir brauchen den Umbau unseres Sozialsystems auf Basis der Grundversorgung, der Würde und auf Anteil des allgemeinen Wohlstandes einer Volksgemeinschaft.
Ist die Schere zwischen Arm und Reich so groß, wie in anderen Ländern und hier in Deutschland ebenso im Anmarsch, dann wird sich das in Gewalt, Willkür und Radikalstaatlichkeit, also Unrecht, niederschlagen.

Wer meint, mir geht es gut und andere sind mir egal, wird sich noch umschauen...
Denn nur was ich anderen auch gönne, ist mir selbst sicher!

Und das ist auch nicht neu... Neue Gedanken und neue Wahrheiten setzen sich fast immer in drei Stufen
durch.
Zunächst werden sie belächelt, dann werden sie heftig bekämpft und abgestritten.
Schließlich werden sie als Selbstverständlichkeiten, "haben wir immer gewollt", hingenommen.
 
Absolut richtig. Ich frage mich, wielange wir uns das noch bieten lassen wollen. Aber viele Leute springen ja auf den Zug auf, und hetzen gegen Hartz 4-Empfänger, anstatt mal die perverse Situation hier zur Kenntnis zu nehmen.

Wir haben einen Überschuss im Staatshaushalt, jetzt sparen Unternehmen und Staat, was volkwirtschaftlicher Selbstmord ist. Aber bis vor kurzem war Schäuble beliebtester Polititiker Deutschlands!
Wir sind exportabhängig, bauen wertlose Forderungen auf, und haben knapp 25% im Niedriglohnsektor beschäftigt. Und dann stellen sich Schröder und Gabriel hin und sagen, sie sind stolz darauf!
Die momentan Bedingungen wären so gut geeignet, um einen massiven Konjunkturaufschwung in Angriff zu nehmen, aber freuen uns über unsere schwarze Null und niedrigen Löhne(nur mit diesen ist man wettbewerbsfähig)!

Das BGE wird mMn nicht kommen, es gäbe aber auch so genug Möglichkeiten einer Verbesserung...
 
Absolut richtig. Ich frage mich, wielange wir uns das noch bieten lassen wollen. Aber viele Leute springen ja auf den Zug auf, und hetzen gegen Hartz 4-Empfänger, anstatt mal die perverse Situation hier zur Kenntnis zu nehmen.

So, zur Kenntnis genommen. Und was soll sich jetzt ändern wenn wir dies alle zur Kenntnis nehmen? Derjenige der einem H4 Empfänger nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnt ist kein Politiker, also kein Entscheidungsträger.
Ergo zählt dessen persönliche Meinung ja nicht. Höchstens beim Stammtisch Freitagsabends.

Was müsste also passieren, damit "wir" uns das nicht länger bieten lassen? Ich sehe da keinen Ausweg. Ich sehe lediglich, das "wir" prinzipiell ausgeliefert sind.

Das BGE wäre tatsächlich die einzigste, positive Idee gewesen. Aber das kommt ja nicht.
 
Ich kann mich nicht erinnern irgendwo geschrieben zu haben, dass ich eine Lösung parat habe. Das ist gar nicht so einfach, wenn man denn nichts illegales machen will....
 
Genau. Und deshalb wird auch alles so bleiben. Demnach ist auch völlig egal, ob Leute gegen Hartz IV Empfänger hetzen. Das wollte ich damit eigentlich nur verdeutlichen.
 
Quatsch. Das ist nicht egal. Wenn hartz 4 Empfänger zum Feindbild werden, dann nimmt das den Fokus von den tatsächlichen Verantwortlichen.
 
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