Wie soll den das gehen? Wie kann man denn die Mieten in die Schranken weisen?
Wenn man heute neu baut oder auch umbaut, dann kostet das viel, viel mehr als früher. Auch wegen der höheren Umweltvorschriften. Das Bauland wird teurer, die Bauleistungen und Baustoffe auch. Das will man ja teilweise mit der Miete wenigstens wieder drin haben.
Und vermietet man zu billig streicht einem das Finanzamt anteilig die Instandhaltungskosten für die Wohnung, weil unterstellt wird, dass man mit der Wohnung ja tatsächlich gar keinen Gewinn erzielen will.
Gute Frage - das wäre halt eine schwierige Herausforderung, die unsere Politik zu bewältigen hätte. Ist schwierig, aber aus meiner Sicht nicht unmöglich. Die Löhne und Ersparnisse konnten auch durch politische Maßnahmen über einen langen Zeitraum nach unten gedrückt und abgeschöpft werden. Das wäre dann halt der umgekehrte Fall. Nichts ist unmöglich, wenn man sich Gedanken darüber machen und präzise Pläne schmieden würde. Der Wille muss nur da sein.
Einfach so ein BGE einzuführen, ohne weitere Maßnahmen zu treffen, halte auch ich für nicht durchführbar.
Wir steuern ja auf eine Situation zu, in der es immer weniger Arbeit für die Menschen geben wird ... in vielleicht einem Jahrzeht oder 2-3 wird es soweit sein, dass die Situation "brenzlich" wird, wenn man sich darüber nicht schon vorher einen Kopf gemacht hat. Solche Strukturänderungen können ja nicht von heut auf morgen etabliert werden.
Ein erster Teil-Schritt wäre z.B. die Arbeitszeiten bei vollem Gehalt nach unten zu bringen ... Stück für Stück. Aber das ist keine langfristige Lösung. Da es heute schon sehr viele Menschen gibt, die zwangsweise in Teilzeit, geringbeschäftigt sind und/oder auf Zuschüsse vom Amt trotz Arbeit angewiesen sind. Diese Menschen holt man dadurch ja nicht ab - die Zahl dieser Menschen bei uns wird immer weiter zunehmen - der Trend ist heute schon in den Statistiken zu sehen. Es wäre blauäugig zu glauben, dies würde von allein besser werden.
Diese ganzen Kosten, die der Staat/wir ja jetzt schon hat/haben, müsste man mal objektiv erfassen und dann schauen, ob wir nicht sogar schon eine finanzierbare bedingungslose minimale Grundversorgung hätten - zweiter Teil-Schritt. Das sollte ja nicht so schwierig zu ermitteln sein ^^
Und so müssten wir uns Schritt für Schritt dem BGE nähern, damit die ganzen Strukturen ringsherum auch langsam nachziehen und sich restrukturieren können.
Son "Big Bang" ist i.d.R. immer eine blöde Idee. Kann man analog schon in der IT sehen, wenn in einem mittleren Unternehmen eine neue Software eingeführt werden soll. Der "Big Bang"-Ansatz führt immerwieder zu den gleichen Problemen:
- die Akzeptanz der User ist nicht vorhanden. Viele sind einfach unwillig und urteilen pauschal aus Angst vor dem Ungewohnten und Neuen - das wären beim BGE die Politiker und die Bürger, die besser verdienen und Angst haben ihnen würde was weggenommen.
- man rollt bei einem "Big Bang"-Ansatz immer auch jede Menge Bugs und Funktionslücken aus, die man vorher nicht bemerkt hat oder daran nicht gedacht hat - beim BGE wären es Strukturschwächen oder Steuerregelungen, die von der Wirtschaft ausgenutzt werden können, um das Geld abzuschöpfen oder Disbalance am Arbeitsmarkt oder oder oder - also halt Regulierungs- und Gesetzeslücken um das Thema herum
daher Schritt für Schritt - also nur meine bescheidene Meinung dazu