Ein BGE würde nichts ändern, weil die Bezieher ihr Einkommen über höhere Preise selbst bezahlen müßten. Wer sonst?
Genau deswegen muss eine Regulierung her, die besonders die hohen Kosten - wie Miete - in die Schranken verweist. Wenn das nicht passiert - hast Du absolut Recht(!) - würden ALLE dies ausnutzen und das Geld abgeschöpfen, bis nix davon übrig ist, so dass wir anstatt eines Grundeinkommens nur eine riesige Inflation einführen würden.
Paar Sachen werden teurer werden und zwar genau die, die aktuell subventioniert werden. Ich denke da an Lebensmittel vor Allem. Der ganze Rest sollte sich aber nicht unnatürlich ändern.
DAS ist halt die Krux an der Geschichte - absolut valides Argument in unserem Wirtschaftssystem, das gegen ein BGE spricht!
Mit den Prinzipien von Angebot und Nachfrage kann man an der Stelle nicht kommen, da wirtschaftpolitisch die Löhne in Deutschland künstlich niedrig gehalten werden und seit vielen Jahren so stagieren. An den Mieten macht sich das am Meisten bemerkbar - Knapper Wohnraum=knappes Angebot=starke Nachfrage=Preise schießen durch die Decke ... München, Hamburg, Berlin - kaum ein Normalverdienender kann sich das mehr leisten, ohne Einbußen der Kaufkraft zu verzeichnen. DAS ist Resultat der politischen Einflußnahme bei den Löhnen ... die Mähr um den Fachkräftemangel ist nur EINE politische Maßnahme dabei.
Der Wert einer Fachkraft unterliegt genauso den theoretischen Prinzipien von "Angebot und Nachfrage". Wenn wir diesbezüglich keinen freien Markt haben - und das haben wir nicht - dann muss unweigerlich bei einem Grundeinkommen bei den Preisen reguliert werden, weil der Markt dies ansonsten völlig auffressen würde ... das ist die Konsequenz einer "problembehafteten" Wirtschaftspolitik, die nicht den Menschen im Land dient (was sie im Grunde sollte), sondern den Unternehmen!
Genau das macht es ja so schwierig bei dem BGE - man müsste die politischen Verfehlungen der letzten Jahrzehnte geradebiegen - dies erfordert einen völligen Abriss und Neuaufbau der Lohnstrukturen und der Preisstrukturen ... kein Wunder, dass die Politiker darauf keinen Bock haben, dann müssten sie ja mal ausnahmsweise für ihr Geld tatsächlich arbeiten und ihrer Pflicht nachkommen, UNS zu dienen anstatt den Unternehemen ... ist im Grunde schon traurig, oder?
Edit:
Danke @rose an der Stelle für den Link zur Rentenproblematik. Ich war damals zu der Demo in Berlin - erstaunlich wenige Teilnehmer.
Das Rentenniveau wird gesenkt, die Renten werden besteuert (DAS muss man sich mal reinziehen) ... und es wird der Begriff "Vorsorgelücke" in den Medien platziert. Passierte eine wirksame Senkung der Rentenbeiträge? Passierte IRGENDWAS bei den Lohnnebenkosten, die uns Bürger das finanzieren lassen ... für unseren Lebensabend? NEIN!
Einziger Sinn ist, das übrige Geld der Bürger dem Finanzmarkt in den Rachen zu werfen, wir sanieren diesen Saftladen dadurch ... wo kämen wir denn hin, wenn sich eigener Wohnraum locker finanzieren liesse oder man bissl was spart? Im Osten ist das extrem - ich bin ja Akademiker/Ingenieur im Osten, ich KANN mir Riestern oder andere Privatvorsorge nicht leisten. Nunja, könnte ich schon, doch dann hätte ich eine Kaufkraft von einem Vollzeit-Frührentner oder einem unterbezahlten Friseur. Das geht einfach nicht. Ich glaube diese Problematik ist den Leuten im Westen nicht bewußt! Wir hier im Osten verdienen sogar als hochqualifizierte akademische Fachkraft so wenig, dass wir uns diesen "Luxus" einer privaten Altersvorsorge einfach mal nicht leisten können ... ich könnte mir dann noch halbwegs gute Lebensmittel leisten und 2 neue Kleidungsstücke im Monat ... vielleicht noch einmal in 6 Monaten einen Mietwagen ... 2 mal im Monat bissl feiern ... dann wäre Ende im Gelände.
Geld wäre genug da - nur nicht für die Lebensqualität der Einwohner dieses Landes!
DAS ist schon krass - schon allein deswegen fänd ich ein BGE interessant