Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Der Vergleich hinkt, weil ein Haus entweder vermietet wird oder ein Stück Lebensqualität darstellt.
Natürlich kann man das Geld auch in Aktien stecken und 30 Jahre unter der Brücke schlafen.
Immobilienwerte und -renditen sind schwer einzuschätzen, da Immobilien bei Vermietung Erträge bringen aber umgekehrt Instandhaltung kosten. Die Rechnung ist meist kompliziert.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage die Rendite ihrer Immobilie einzuschätzen. Zumal jede Immobilie individuell ist. Ich kann sehr deutlich sagen, was eine Amazon Aktie über die letzten 10 Jahre eingebracht hat, denn jede Aktie von Amazon ist gleich. Aber mein Haus ist nicht gleich dem Haus des Nachbarn, geschweigedenn einem Haus in einer anderen Stadt.
Erstaunlich finde ich aber, dass viele naiv an die Sache herangehen. Sie meinen zB dass Kaufen IMMER besser sei als mieten. Das ist quatsch.
Da sollte man einen "Kaufen-oder-Mieten-Rechner" nutzen. Und hinzuaddieren welche Vorteile man will. Käufer haben die Garantie lebenslang in der Immobilie wohnen zu können. Mieter haben dafür mehr Flexibilität und wenn die Immobilie nach 20 Jahren schimmelt, kann man einfach ausziehen. Nicht zuletzt die Sicherheit, das man niemals plötzlich große Kosten hat, ist ein echter Vorteil von Mietern. Wobei Käufer wiederum niemals Mieterhöhungen fürchten müssen.
Es ist wie gesagt ein Rechenspiel.
Aufgrund der explodierten Immobilienpreise, spricht heute vieles für das Mieten. Denn auch wenn die Mieten in manchen Orten stark gestiegen sind, sind die Immobilienpreise NOCH mehr gestiegen.
Selbst wer das Geld hat, ist oft besser beraten zu mieten und das Ersparte zB in Aktien oder andere Anlagen zu investieren. Denn historisch betrachtet sind Immobilienrenditen schlechter als z.B. Aktienrenditen (ja auch unter Berücksichtigung der Mieteinnahmen). Hinzu kommt, dass die relativ hohen Immobilienrenditen der letzten Jahre vor allem aus der Preissteigerung resultieren und es sehr spekulativ ist, diese auch für die Zukunft als sicher zu betrachten. Immobilien und Mieten können nicht jährlich um 6%+X steigen und das auch für die nächsten 100 Jahre.... Irgendwann gehen die potenziellen Mieter aus 😀
Die Blase muss nicht platzen, es wäre auch denkbar, dass die Immobilienpreise sich z.B. mal 10 Jahre lang garnicht bewegen und Immobilien unter Berücksichtigung der Inflation unterm Strich Realwert verlieren.