Das ist wirklich das Letzte. Als Mutter möchte ich bei sowas kotzen, wenn ich das lese. Würde mein Mann das den Kindern antun, er hätte die Scheidung auf dem Tisch und ich würde ihnen höchst persönlich den Anwalt zahlen, damit sie ihn vor Gericht zerren.
In dem Fall, von dem ich schrieb, war es die Mutter, die den Geburtsbericht veröffentlicht hat. Und dem Politiker ist seine Klage gegen die Veröffentlichung ganz heftig auf die Füße gefallen.
In den 80er Jahren hat Anna Wimschneider das Buch "Herbstmilch", da ja auch verfilmt wurde, geschrieben und es gab ja mehr solcher Bücher, u.a. auch eines, das aus kurzen Geschichten diverser Personen bestand unter dem Arbeitstitel "So ist es früher gewesen" (auf hochdeutsch übersetzt).
Darin die Geschichte einer Jungbäuerin, gleich nach dem 2. Weltkrieg.
Sie war hochschwanger, ihr Mann auswärts auf Arbeit (im Winter), die Schwiegermutter im Spital, der Schwiegervater den ganzen Tag im Holz. Nach dem morgendlichen Melken hätte sie die Schweine versorgen müssen. Sie hatte eine Sturzgeburt im Schweinestall, ganz alleine, mit der Sau als Hebamme. Sie hat die Nabelschnur mit Spogat abgebunden und die Muttersau hat die Nachgeburt bis zur Nabelschnur gefressen. Ihr Baby hat sie in ihre Schürze und Weste gewickelt und die Sau hat sich zu ihr gelegt, damit sie warm bleibt, bis abends endlich jemand kam und ihr half. Die Frau hat dann durchgesetzt, daß dieses Schwein nicht geschlachtet wurde, sondern das Gnadenbrot bekam (was damals ein großer wirtschaftlicher Schaden war) und das Schweinderl mehr ein Haustier wurde, auf dem Kinder sogar reiten durften.
....Ja, was soll ich sagen, das Baby von damals schickte sich an, Karriere in der Politik zu machen. Ihm passte das überhaupt nicht, klagte dagegen. Wenn ich mich richtig erinnern kann, wurde es erst abgewiesen, aber er ging weiter.
Das war der Punkt, als politische Gegner sich das zu eigen machten und ihm schadeten via Zeitungsartikeln und Leserbriefen. Er hat sich damit wirklich keinen Gefallen getan. Gemäßigte Antworten auf sein Vorhaben waren z.B. "Unser Herr hat sich für seine Geburt im Stall bei Ochs und Esel auch nicht geniert, warum genierst dich dann du?", fiese waren Spottwagen auf manchen Faschingsdienstagsumzügen. Eine Kandidatur hat er verloren, klar, er hat viele Wählerstimmen verloren. Erst Jahre später hat er sich diese Geschichte zunutze gemacht und doch noch ein Amt erreicht, aber nicht das, das er angestrebt hatte.
Wähle Deine Kämpfe weise, liebe TE.
Ein Anwalt ist gleich dabei, Deine Interessen zu vertreten und knöpft Dir womöglich viel Geld ab für gar nichts. Du könntest Dich in Juraforen beraten lassen, wie schon jemand vorgeschlagen hat, welche Erfolgsaussichten eine Klage in welcher Ausführung hat.