Erschwerend kommt hinzu, dass mein Vater schon sehr alt ist und schnell gesundheitliche Probleme bekommt, wenn er sich aufregt. Ich weiß nicht, ob ich schuld sein will, wenn er stirbt. Das würde mir niemand verzeihen.
Du musst halt abwägen, wie wichtig dir das Ganze ist. Dein Vater nimmt ja auch keinerlei Rücksicht auf deine Befindlichkeiten und es ist ja nun auch nicht so, dass du direkt die Kanone rausholst und auf ihn schießt. Du hast das Gespräch gesucht und du solltest ihm die Konsequenzen aufzeigen, die sein Starrsinn mit sich bringt. Wie die aussehen, darüber solltest du dich informieren. Ob du das dann immer noch in aller Konsequenz durchziehst ist ja nochmal eine andere Sache.
Es ist ohnehin nicht ganz einfach, dir ohne Detailwissen zu den Schilderungen des Buches einen Rat zu geben, ob du deine Energie in die Verhinderung der Veröffentlichung oder Unkenntlichmachung der relevanten Passagen stecken solltest (vor allem, da die deutsche Fassung ja wohl schon im Umlauf ist) oder nicht doch eher darauf verwenden, dir ein dickeres Fell zuzulegen.
Versteh mich nicht falsch: Ich empfinde es auch als dickes Ding, wenn er mit persönlichen und gar intimen Details hausieren geht. Wie hier aber schon jemand sagte: Wenn sich herumspricht, dass du zu intervenieren versuchst, könntest du die Aufmerksamkeit noch stärker auf das Pamphlet lenken. Auch ist zu überlegen, wie es bei einem Urteil gegen deinen Vater überhaupt gelingen kann, die bereits verteilten Bücher wieder einzusammeln. Sagt jemand, er habe das Buch verloren, verlegt o.ä. wirst du wohl nichts machen können. Den meisten Sinn macht eine Unterlassungsklage eben vor Veröffentlichung. Und den Zeitpunkt hast du ja leider verpasst.
Kennst du die Redensart "Was stört's die deutsche Eiche, wenn die Wildsau sich dran reibt"?. Womöglich wäre es für dein Seelenwohl doch besser, wenn du ihn einfach machen lässt. Um beurteilen zu können, ob diese Strategie nicht doch ein besserer Ratschlag wäre, fehlt hier tatsächlich das Detailwissen. Der von dir womöglich verursachte Herzinfarkt bliebe ihm so wohl erspart.