Mir selbst hat hierbei eine lange, gute Therapie (nicht mit Fokus auf die Sucht, sondern eine Psychoanalyse) am besten geholfen, weil ich dadurch gelernt habe, mit mir selbst besser klarzukommen, schwierige Gefühle besser auszuhalten und meine Tage anders zu strukturieren/ mehr herausgefunden habe, was mir gut tut.
Noch ergänzend dazu: Eigentlich war eine Regel der Therapeutin, dass Konsum während der Therapie zum Ende der Therapie führt. Diese Regel hatte ich anfangs immer wieder gebrochen und das auch ehrlich thematisiert. Sie hat damals ein Auge zugedrückt, was gut und richtig für mich war. Nach ca. einem halben/ dreiviertel Jahr habe ich aus mir selbst heraus den Punkt gefunden, aufhören zu wollen und habe es dann auch für einige Jahre sehr strikt durchgezogen. Ich glaube, für mich war wichtig, selbst diesen Zeitpunkt zu finden. Es war zwar auch so wie bei dir, dass ich davor schon lange unzufrieden mit dem Thema war und mir klar war, dass es mir schadet, aber trotzdem für mich selbst der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen war.
Ich verstehe auch, dass du sehr ambivalent dazu stehst, wenn wir hier so etwas schreiben, weil es schnell als Legitimation des Konsums verarbeitet werden kann. Weswegen ich eher diese Haltung einnehme, ist, dass ich das Gefühl habe, dass du gerade in einer Spirale aus Schuld und Selbstabwertung steckst. Und so wie ich dich verstehe, wird (logischerweise) der Suchtdruck umso größer, umso schlechter es dir geht. Wenn du eh ständig in dem Gefühl drin steckst, nichts wert zu sein, dich selbst nicht leiden zu können, ist der Sprung zu "ach scheiß drauf, dann konsumiere ich halt, ist doch eh alles egal" ziemlich kurz.
Deswegen könnte ich mir vorstellen, dass für dich vielleicht auch der umgekehrte Weg besser funktioniert, erstmal wirklich tiefgehend therapeutisch zu arbeiten, irgendwo anzukommen, gefestigter zu werden und dass es dann nach und nach auch einfacher wird, Abstand von den Pornos zu nehmen. Aber das ist nur mein Gefühl zu deinen Schilderungen, mit dem ich falsch liegen kann.