Hey Du,
die Situation mit deinen Kindern klingt echt sehr verfahren und schwierig. Gibt es Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst?
Und gibt es noch gemeinsame Bekannte, die Kontakt zu den Kindern haben?
Ich schrieb dir ja schon, dass ich in einer ähnlichen Situation groß wurde wie deine Kinder. Ich war bei der Trennung allerdings viel jünger und habe meine komplette Kindheit in einem schweren Loyalitätskonflikt verbracht. Bei mir war es auch so, dass mein Vater lange Jahre dachte, unsere Mutter wäre okay zu uns, das war aber nicht so. Zum einen sind auch Manipulation und die Androhung "wenn du zu Papa gehst verlierst du mich" Gewalt (meiner Ansicht nach deutlich schlimmere als eine Ohrfeige) und zum anderen gab es bei uns Zuhause auch viel körperliche Gewalt.
Briefe & Co. hat uns meine Mutter nicht gegeben. Das kann bei deiner Ex-Frau ganz anders sein, meine Mutter war schon sehr krass unterwegs. Trotzdem kann es von außen deutlich harmloser wirken als von innen. Und Entfremdung von einem Elternteil ist keine Kleinigkeit. Aber ich weiß ja auch kaum was über deinen Part bei der Trennung und was wirklich vorgefallen ist.
Das gute ist, dass die Kinder zumindest nicht mehr ganz jung sind und bald auch unabhängig der Mutter Kontakt herstellen könnten, wenn sie das wollten. Loyalitätsthemen wirken aber natürlich auch im Erwachsenenalter weiter.
Ich spreche mit meiner Partnerin darüber und auch in den Therapien als ich noch welche hatte.
Der Kontakt zu meinen Kindern ist komplett abgebrochen. Bei gemeinsame Freuden oder Familie hält es meine Exfrau wie mit mir. Entweder du bist für mich oder gegen mich. Bei allen die irgendwie um Verständnis oder Kompromisse bemüht waren, wurde der Kontakt abgebrochen.
Und das beschreibt meine Exfrau ganz gut. Ich weiß, dass sie gut für die Kinder sorgt aber bei den anderen Themen (Manipulation, emotionale Erpressung, Isolation) ist es sicher nicht gut. Als noch Kontakt bestand war ich bei Beratungsstellen und auf dem Jugendamt mit dem Ziel eines Dialoges. Das hat aber nicht funktioniert. Der Kontakt wurde dann abgebrochen. Leider haben auch die Kinder in den Gesprächen gesagt, dass alles ok ist... Aber wenn mir meine damals 12 jährige Tochter irgendwas von "ihr Lebensmittelpunkt ist bei der Mama" erzählt oder mir berichtet, dass die Mutter ihr Schriftverkehr zwischen uns gezeigt hat, sind das sicher keine guten Sachen.
Ich bin mir aber sicher, dass es keine körperliche Gewalt gibt. Das mit der emotionalen Gewalt ist aber nicht besser. Ich kenne das ja auch mit dem Liebesentzug und all das. Und ich sehe wo mich das hin geführt hat. Vor allem um meine junge Tochter mache ich mir da Sorgen. Sie kommt von der Konstitution sehr nach mir und war auch eher das Papakind.
Und ob die Briefe ankommen, kann ich nur hoffen. Das ist die einzige Möglichkeit der Kontaktaufnahme.
Ob aus meiner Schuldbrille heraus oder wirklich. Am Ende war ich schon mehrheitlich für die Trennung verantwortlich. Meine Ex war bei mir ebenfalls sehr manipulativ. Nicht reden, irgnorieren und Entzug von Zuneigung waren auch bei mir ein Thema. Da ich das von früher kannte ,habe ich mir sie bestimmt als Partner "ausgesucht". Ich hatte und habe ja meine Strategie für das Muster. Ich hatte das Problem mit den Pornos, ich hatte Spielsuchtprobleme, ich habe mit anderen Frauen geschrieben und am Ende immer wieder gelogen und betrogen. Das hat am Ende zur Trennung geführt. Mein Verhalten war Scheiße und ihr gegenüber sehr verletzten. Deswegen ist die Trennung von ihre Seite der richtige Schritt gewesen. Allerdings war ich immer ein guter Papa und habe versucht ihnen immer ein schönes Leben zu machen. Deswegen ist das mit den Kinder nicht gerechtfertigt.
Wahrscheinlich schreibe das jetzt hier auch alles und fühle mich so schlecht. Ich mache nämlich in meiner aktuellen Beziehung nicht viel besser. Ich spiele nicht mehr und ich flirte oder schreibe auch nicht mehr mit anderen Frauen. Bei dem Pornos mache ich es aber nicht besser......
Oh Mann! Schon wieder so viel Text. Sorry