Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ausweg aus der Pornosucht

Hey Du,

die Situation mit deinen Kindern klingt echt sehr verfahren und schwierig. Gibt es Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst?
Und gibt es noch gemeinsame Bekannte, die Kontakt zu den Kindern haben?

Ich schrieb dir ja schon, dass ich in einer ähnlichen Situation groß wurde wie deine Kinder. Ich war bei der Trennung allerdings viel jünger und habe meine komplette Kindheit in einem schweren Loyalitätskonflikt verbracht. Bei mir war es auch so, dass mein Vater lange Jahre dachte, unsere Mutter wäre okay zu uns, das war aber nicht so. Zum einen sind auch Manipulation und die Androhung "wenn du zu Papa gehst verlierst du mich" Gewalt (meiner Ansicht nach deutlich schlimmere als eine Ohrfeige) und zum anderen gab es bei uns Zuhause auch viel körperliche Gewalt.
Briefe & Co. hat uns meine Mutter nicht gegeben. Das kann bei deiner Ex-Frau ganz anders sein, meine Mutter war schon sehr krass unterwegs. Trotzdem kann es von außen deutlich harmloser wirken als von innen. Und Entfremdung von einem Elternteil ist keine Kleinigkeit. Aber ich weiß ja auch kaum was über deinen Part bei der Trennung und was wirklich vorgefallen ist.
Das gute ist, dass die Kinder zumindest nicht mehr ganz jung sind und bald auch unabhängig der Mutter Kontakt herstellen könnten, wenn sie das wollten. Loyalitätsthemen wirken aber natürlich auch im Erwachsenenalter weiter.
 
Hallo @auf der Suche nach dem Weg ,
zum Thema Pornos auf der Arbeit: vielleicht hilft es Dir durch erlernbare Skills gegen den Druck oder die Gedanken anzukommen. Es gibt da verschiedenste Möglichkeiten, da müsstest Du Dich ein wenig durchprobieren und vielleicht auch kreativ werden. Hier ein paar Einfälle:
- kleine Rätselaufgaben zur Umlenkung der Gedanken
- Entspannungsübungen (zB. Atmen im Quadrat oder andere Atemübungen, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training)
- kurze Dehnübungen
- Klopftechniken
- Antistressball
Das mag nur ein kleiner Baustein sein, doch kann Dein Vorhaben unterstützen
LG
 
Hey Du,

die Situation mit deinen Kindern klingt echt sehr verfahren und schwierig. Gibt es Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst?
Und gibt es noch gemeinsame Bekannte, die Kontakt zu den Kindern haben?

Ich schrieb dir ja schon, dass ich in einer ähnlichen Situation groß wurde wie deine Kinder. Ich war bei der Trennung allerdings viel jünger und habe meine komplette Kindheit in einem schweren Loyalitätskonflikt verbracht. Bei mir war es auch so, dass mein Vater lange Jahre dachte, unsere Mutter wäre okay zu uns, das war aber nicht so. Zum einen sind auch Manipulation und die Androhung "wenn du zu Papa gehst verlierst du mich" Gewalt (meiner Ansicht nach deutlich schlimmere als eine Ohrfeige) und zum anderen gab es bei uns Zuhause auch viel körperliche Gewalt.
Briefe & Co. hat uns meine Mutter nicht gegeben. Das kann bei deiner Ex-Frau ganz anders sein, meine Mutter war schon sehr krass unterwegs. Trotzdem kann es von außen deutlich harmloser wirken als von innen. Und Entfremdung von einem Elternteil ist keine Kleinigkeit. Aber ich weiß ja auch kaum was über deinen Part bei der Trennung und was wirklich vorgefallen ist.
Das gute ist, dass die Kinder zumindest nicht mehr ganz jung sind und bald auch unabhängig der Mutter Kontakt herstellen könnten, wenn sie das wollten. Loyalitätsthemen wirken aber natürlich auch im Erwachsenenalter weiter.
Ich spreche mit meiner Partnerin darüber und auch in den Therapien als ich noch welche hatte.
Der Kontakt zu meinen Kindern ist komplett abgebrochen. Bei gemeinsame Freuden oder Familie hält es meine Exfrau wie mit mir. Entweder du bist für mich oder gegen mich. Bei allen die irgendwie um Verständnis oder Kompromisse bemüht waren, wurde der Kontakt abgebrochen.
Und das beschreibt meine Exfrau ganz gut. Ich weiß, dass sie gut für die Kinder sorgt aber bei den anderen Themen (Manipulation, emotionale Erpressung, Isolation) ist es sicher nicht gut. Als noch Kontakt bestand war ich bei Beratungsstellen und auf dem Jugendamt mit dem Ziel eines Dialoges. Das hat aber nicht funktioniert. Der Kontakt wurde dann abgebrochen. Leider haben auch die Kinder in den Gesprächen gesagt, dass alles ok ist... Aber wenn mir meine damals 12 jährige Tochter irgendwas von "ihr Lebensmittelpunkt ist bei der Mama" erzählt oder mir berichtet, dass die Mutter ihr Schriftverkehr zwischen uns gezeigt hat, sind das sicher keine guten Sachen.
Ich bin mir aber sicher, dass es keine körperliche Gewalt gibt. Das mit der emotionalen Gewalt ist aber nicht besser. Ich kenne das ja auch mit dem Liebesentzug und all das. Und ich sehe wo mich das hin geführt hat. Vor allem um meine junge Tochter mache ich mir da Sorgen. Sie kommt von der Konstitution sehr nach mir und war auch eher das Papakind.
Und ob die Briefe ankommen, kann ich nur hoffen. Das ist die einzige Möglichkeit der Kontaktaufnahme.
Ob aus meiner Schuldbrille heraus oder wirklich. Am Ende war ich schon mehrheitlich für die Trennung verantwortlich. Meine Ex war bei mir ebenfalls sehr manipulativ. Nicht reden, irgnorieren und Entzug von Zuneigung waren auch bei mir ein Thema. Da ich das von früher kannte ,habe ich mir sie bestimmt als Partner "ausgesucht". Ich hatte und habe ja meine Strategie für das Muster. Ich hatte das Problem mit den Pornos, ich hatte Spielsuchtprobleme, ich habe mit anderen Frauen geschrieben und am Ende immer wieder gelogen und betrogen. Das hat am Ende zur Trennung geführt. Mein Verhalten war Scheiße und ihr gegenüber sehr verletzten. Deswegen ist die Trennung von ihre Seite der richtige Schritt gewesen. Allerdings war ich immer ein guter Papa und habe versucht ihnen immer ein schönes Leben zu machen. Deswegen ist das mit den Kinder nicht gerechtfertigt.

Wahrscheinlich schreibe das jetzt hier auch alles und fühle mich so schlecht. Ich mache nämlich in meiner aktuellen Beziehung nicht viel besser. Ich spiele nicht mehr und ich flirte oder schreibe auch nicht mehr mit anderen Frauen. Bei dem Pornos mache ich es aber nicht besser......

Oh Mann! Schon wieder so viel Text. Sorry
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @auf der Suche nach dem Weg ,
zum Thema Pornos auf der Arbeit: vielleicht hilft es Dir durch erlernbare Skills gegen den Druck oder die Gedanken anzukommen. Es gibt da verschiedenste Möglichkeiten, da müsstest Du Dich ein wenig durchprobieren und vielleicht auch kreativ werden. Hier ein paar Einfälle:
- kleine Rätselaufgaben zur Umlenkung der Gedanken
- Entspannungsübungen (zB. Atmen im Quadrat oder andere Atemübungen, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training)
- kurze Dehnübungen
- Klopftechniken
- Antistressball
Das mag nur ein kleiner Baustein sein, doch kann Dein Vorhaben unterstützen
LG
Danke für die Tipps. Aktuell ist der einzige Skill, den ich intensiv nutze rauchen zu gehen.
Ich werde mich dazu mal schlau machen. Ich wollte mal eine Sinnesübung machen. In dem Moment bewusst 5 Dinge hören, riechen, sehen und so weiter.....
Heute muss ich aber sagen, dass mir das schreiben und das lesen hier eine sehr gute Ablenkung bietet.
Auch wenn das mental nicht einfach ist. Die Themen sind hart und mich meinen Unzulänglichkeiten und meiner Halbherzigkeit zu stellen, ist anstrengend.
Außerdem habe ich das Gefühl, schon wieder allen auf den Sack zu gehen und mich zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen...
 
Danke für die Tipps. Aktuell ist der einzige Skill, den ich intensiv nutze rauchen zu gehen.
Ich werde mich dazu mal schlau machen. Ich wollte mal eine Sinnesübung machen. In dem Moment bewusst 5 Dinge hören, riechen, sehen und so weiter.....
Heute muss ich aber sagen, dass mir das schreiben und das lesen hier eine sehr gute Ablenkung bietet.
Auch wenn das mental nicht einfach ist. Die Themen sind hart und mich meinen Unzulänglichkeiten und meiner Halbherzigkeit zu stellen, ist anstrengend.
Außerdem habe ich das Gefühl, schon wieder allen auf den Sack zu gehen und mich zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen...
Das ist dein Thread, hier darfst du im Mittelpunkt stehen 🙂 wenn es jemanden nervt, kann er/sie einfach oben auf das "x" klicken 🙂
 
Zum Thema Therapie, Klinik und Selbsthilfegruppen.

Das ist schwierig. Vor allem schwierig zu schreiben ohne, dass es wieder ein unendlich langer Text wird.
Aktuell bin ich in keiner Therapie mehr. Ich habe mich aber wieder bei einer Therapiegruppe gemeldet, in der ich schon einmal war. Da geht es zu großen Teilen um das Thema Porno- und Sexsucht. Die anderen Teilnehmer haben ähnlich Themen und Probleme Ich habe Anfang März einen Vorbereitungstermin in dem geklärt wird ab wann ich wieder teilnehmen kann.
Das wird mir sicher helfen. Zumal ich merke, dass ich bisher in allem (Klinik/Therapie/...) sehr halbherzig war und mich irgendwie oft selbst belogen habe.
Generell ist das Thema Therapie aus einem anderen Grund schwierig. Ich habe mich selbst wieder in Bedrängnis gebracht, indem ich zu meiner Partnerin nicht ehrlich bin. Bei ihr sage ich, dass alles gut ist und ich die Sucht im Griff habe. Sie denkt, dass ich schon mehrere Monate "trocken" bin. Wie soll ich ihr dann sagen, dass ich wieder Therapie brauche oder sogar wieder in die Klinik möchte?
Wegen der Gruppe habe ich gesagt, dass es zu Festigung der Abstinenz dient aber nicht wie es wirklich aussieht.
Wir haben schon einige toxische Anteile in unserer Beziehung. Das ist mir am Wochenende auch wieder bewusst geworden. Dazu später vielleicht noch mehr. Ich habe unglaubliche Angst, vor ihrer Reaktion. Wie erwähnt ist Ablehnung und Verlustangst bei mir schlimm. Sicher auch, dass ich dann nicht mehr der Liebe und Nette bin. Das ich den Anforderungen nicht genüge. Ein schlechter Mensch bin. Ich weiß nicht, wie ich diese Lüge auflösen soll.
Bezogen auf die Selbsthilfegruppen ist es ähnlich. Ich schäme mich für meine Probleme und habe Angst vor Ablehnung und Unverständnis wenn ich zum Beispiel zu den Anonymen Alkoholikern gehe. Außerdem wieder das andere Thema: Wie soll ich das meine Partnerin erklären?

Rückblickend muss ich auch sagen, dass meine Langzeittherapie nicht gut gelaufen ist. Es ging immer viel um meinen Hintergrund und Vergangenheit. Ich habe mich sicher auch entwickelt aber nicht so wie gewünscht. Das lag auch daran, dass ich nie trocken war. Ich habe immer kontrolliert konsumiert. Diesbezüglich war ich immer ehrlich zu meinem Therapeuten. Auch das mit der Arbeit war Thema. Er hat das aber nie sanktioniert oder mit Konsequenzen gedroht. Irgendwie kam ich so aber nie aus meinem Scham-Schuld und Selbstmitleidskreislauf raus. Ich war (und bin) träge und passiv und es hat sich irgendwie nichts grundlegend geändert. Theoretisch habe ich viel gelernt. Praktisch aber nicht wirklich.
Die Schuld-Scham Spirale überwiegt alles. Ich empfinde zum Beispiel bis heute noch keine Wut oder Ärger auf meine Exfrau. Trotz allem was passiert ist. Auch das teileweise übergriffige Verhalten meiner Partnerin oder von Freunden lösen bei mir keine angebrachten Gefühle aus. Manchmal flammt das auf, ist aber genauso schnell wieder weg. Ich bin halt schuldig auf Grund meiner Sucht und darf nicht aufgebähren. Ich muss lieb sein und darf nicht wütend sein. Die Gefühle sind nicht weg sondern brodeln im Untergrund und führen dann wieder zu der Anspannung und all dem was am Ende wieder zum Konsum führt.
Ich habe mir am Wochenende viele Gedanken über die Zusammenhänge gemacht. Ich hatte das mit der Sucht besser im Griff. Seit letzten Sommer ist es wieder schlimmer geworden. Zu der Zeit ist meine Mutter gestorben. Ich habe auch da wenig Gefühle gespürt oder besser zugelassen. Was sich aber geändert hat ist mein Konsumverhalten.
Ich muss irgendwie die Spirale durchbrechen. Ich befürchte, dass das dann erstmal schlechter wird wenn irgendwann alles nach oben kommt. Aber das muss es wohl. Dafür muss ich zuerst aus der Scham und Schuld raus kommen. Akzeptieren und annehmen, dass ich trotz allem gut bin so wie ich bin. Alles beginnt mit der Abstinenz....
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Thema, das ja sehr präsent ist und du ja auch selbst immer wieder ansprichst ist die Integration von "schwierigen" Gefühlen. Ich glaube, es ist sehr typisch für Menschen mit einem Suchtthema, dass Gefühle wie Aggressivität oder Wut über Konsum ausagiert und dadurch aus anderen Lebensbereichen verdrängt werden.
Es fühlt sich beim Lesen so an, als wäre alternativlos, dass du im Rahmen von Therapie nochmal genau da durch gehst, ungeschont und ehrlich. Vieles von dem was du schreibst, erinnert mich sehr an meinen Partner, der auch große Schwierigkeiten hat, für sich einzustehen, Wut zuzulassen, anzuecken und auch ein Thema mit Konsum hat.

Ich glaube auch, dass es oft (gerade wenn man nicht mehr ganz jung ist) viele Jahre Therapie und Bearbeitung von Themen braucht, bis wirklich Fortschritte erzielt werden.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben