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Ausweg aus der Pornosucht

Hallo Andreas, ich kenne dein Problem und ich war selbst jahrelang gefangen bis mich Jesus befreite.
Die Wahrheit ist, dass wir es nie selber schaffen können uns aus der Sucht zu befreien. Ähnlich wie in einem Moor, ohne fremde Hilfe kommt man nicht raus. Es gibt nur einen der stärker ist als die Sucht, als die schlechten Gedanken, als die Ängste, Zweifel und das Gefühl das Leben hat keinen Sinn. Es ist Jesus Christus und ich werde bestimmt den ein oder anderen hier ärgerlich machen oder für dumm gehalten werden, aber das ist mein ehrliches Zeugnis.
Ich hoffe und bete für dich, dass du dein Leben Jesus gibst und frei wirst.
 
Hallo!

Mein Name ist Andreas. Ich bin 47 und gerade wieder einmal sehr rat- und mutlos. Eigentlich weiß ich auch noch gar nicht recht, was ich mir davon erhoffe die Zeilen hier zu schreiben. Vielleicht möchte ich einfach mal meine Gedanken teilen. Die Überschrift verrät ja schon das Thema. Ich suche einen Weg aus meiner Pornosucht.
Das Problem beschäftigt mich schon sehr lang. Ich habe im Alter von 14 Jahren angefangen Pornos zu schauen und habe es bis jetzt nicht geschafft damit aufzuhören. Bis 2021 (also knapp 30 Jahre nach dem Beginn) bin ich unreflektiert durch mein Leben gesteuert und habe in den schlimmsten Zeiten mehrmals täglich Pornos konsumiert. Das hat am Ende dazu geführt, dass meine Ehe gescheitet ist und ich nun keinen Kontakt mehr zu meinen Kindern habe. Ich habe mich dann auf den Weg gemacht. Ich habe Therapien gehabt, an coachings teilgenommen, war in Selbsthilfegruppen und in medizinischer Behandlung. Ich habe dabei viel über mich gelernt. Über meine Selbstwertprobleme, über die Dinge die in meiner Vergangenheit nicht gut waren. Ich kann mein Suchtverhalten besser reflektieren und analysieren und weiß warum ich das "brauche".
Das alles entscheidende hat sich aber nicht geändert. Ich konsumiere immer noch regelmäßig Pornos. Nicht mehr täglich aber ich tue es immer noch.
Ich lebe aktuell wieder in einer Beziehung. Meine Partnerin kennt all meine Probleme und weiß von meiner Sucht. Sie unterstützt mich mit Gesprächen und Blockersoftware und so. Am Ende mache ich aber wieder den gleichen Mist wie in der gescheiterten Ehe. Ich lüge, ich betrüge und hintergehe sie indem ich unsere 0,0 Vereinbarung immer wieder breche.

Ich weiß nicht, warum es mir nicht gelingt ins handeln zu kommen. Warum ich die innere Leere und das alles immer wieder versuche mit den Pornos zu füllen. Nur um dann jedes Mal verkatert festzustellen, dass es mir danach nur noch schlechter geht. Ich habe schon so viel verloren und komme immer noch nicht von der Sucht los. Ich kann immer noch nicht mit meinen dahinter liegenden Problemen umgehen außer das mit Pornos weg zu machen.

Warum schreibe ich das nun alles? Keine Ahnung! Ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll. Vielleicht hoffe ich hier auf den Stein der Weisen. Auf den einen (oder die eine) der mir sagt wie es geht. Die Themen die mich belasten - Arbeit, Alltag, Verlust, Trauer, Wut - kann oder gehe ich nicht an. Ich stehe nicht für mich ein und tue oft Dinge gegen meine innere Einstellung und Wünsche. Das kompensiere ich dann mit den Pornos nur um dann festzustellen, dass ich damit noch mehr gegen meine inneren Werte und Einstellungen verstoße.

Ich glaube das werde ich jetzt erstmal versuchen. Immer wenn der Drang in mir hoch kommt, werde ich das hier teilen und versuchen zu beschreiben wie es dazu gekommen ist. Im besten Fall auch mit einer Info wie ich den Konsum verhindert habe.

Viele Grüße!
Das was du beschreibst klingt ganz ähnlich zu mir. Hast du dir schonmal ein Coach gesucht der sich ausschließlich um dich kümmert? So wie du das beschreibst klingt eher nach diesen üblichen Anbietern ODER den falschen Therapien.
Es gibt aber Coaches die sich komplett um dich kümmern. Von Therapeuten halte ich nichts man merkt die bereiten sich nicht richtig vor, haben 10 andere Patienten. Habe nun auch einen Coach der mir einfach vermittelt, das was ich habe mit der Pornosucht ist heilbar und er hat keine Vorwürfe und er gibt mir das Gefühl, das ich es schaffe und er ist wie ein guter Freund ist mit dem man alles besprechen kann. Vor dem ich mich nicht schämen muss. Das was mir auch hilft ist es läuft alles anonym ab. Versuch es doch einfach mal ...
 
@auf der Suche nach dem Weg Na, das ist doch schon mal eine gute Auswahl, bisher. Entweder Ketamin oder Jesus. Jetzt musst Du nur selbst entscheiden, was am besten wirkt. 🙂

Allerdings, @Luke22 - Die Sache mit dem Moor ist widerlegt worden. 😉 Man kann sich durchaus selbst daraus befreien. Es ist unfassbar schwierig, aber möglich. Wenn man die Arme auseinander breitet, sich nach hinten lehnt und dann so schnell es geht versucht, seinen Körper in eine waagerechte Lage zu bewegen, kann man das Moor lebendig wieder verlassen. Wobei nicht das versinken und im Moor ersticken das Problem ist, sondern die Kälte. Man erfriert eher, als dass man vollständig im Moor versinkt. ;D
 
Ich sehe dein Thema genauso als Sucht wie alles andere, wonach Menschen süchtig sind. Klar kann es hier und da Aspekte geben, weshalb es gerade diese Sucht ist.
Von diesem Blickpunkt halte ich Ratschläge wie ... "lenk deine Aufmerksamkeit doch einfach nur auf x" oder "steck die Energie in x" oder "mach mal nen paar Dehnübungen". Auf Dauer bringt das nix (meine Sicht). Ich denke, es wäre gut, wenn du herausfindest, was hinter der Sucht steckt. Weshalb ist die Sucht wichtig.
Du hättest sie nicht, wenn sie nicht wichtig wäre.
Einfach damit aufzuhören halte ich für eine Illusion, dafür habe ich schon zu viele Süchtige kennengelernt, dann geht es in die Richtung Suchtverlagerung.
 
Guten Morgen!

Ich war jetzt eine Woche im Urlaub. Ich habe den Chat nicht verfolgt.

Zu Beginn möchte ich hier etwas richtigstellen und eine Entschuldigung aussprechen.

In meinen bisherigen Beiträgen habe ich meine Partnerin nicht fair dargestellt. Ich habe Halbwahrheiten erzählt und Situationen so beschrieben, dass es mir leichter fiel, Mitleid oder Rechtfertigungen für meine Sucht zu bekommen – das war falsch, und es tut mir sehr leid.

Sie hat mich niemals überwacht oder kontrolliert. Alles, z. B. die App oder andere Einschränkungen, haben wir gemeinsam mit unserer Therapeutin beschlossen. Sie hat mich zu nichts gezwungen. Der Druck und die Überlastung, die ich gespürt habe, kamen allein von meinen Schuldgefühlen und meinen Lügen.

Sie hat klare Grenzen gesetzt – und das war richtig. Meine Sucht wollte diese Grenzen nicht akzeptieren, aber ich übernehme die volle Verantwortung dafür.

Es tut mir leid, dass ich sie in meinen Beiträgen falsch dargestellt und belastet habe. Ich will lernen, ehrlich zu sein, Verantwortung zu übernehmen und meine Sucht nicht mehr über andere auszuleben.

Meine Freundin hat den Chat gelesen. Leider habe ich es nicht proaktiv angesprochen, sondern sie kam auf mich zu. Ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte. Am Ende steht aber das gleiche Ergebnis. Wir haben über alles gesprochen. Wenigstens in diesem Moment konnte ich ehrlich alles aussprechen. Was soll ich sagen? Meine Freundin ist wunderbar. Natürlich war sie verärgert und vor allem enttäuscht. Enttäuscht ist sie vor allem über die Lügen und die Unehrlichkeit. Darüber, dass ich nicht mit ihr gesprochen habe. Natürlich ist sie auch verärgert über den Konsum an sich. Wenn ich es richtig betrachte, hat sie einen gesünderen Umgang mit der der Sucht als ich. Sie sieht Rückfälle als Teil des Prozesses, wenn man diese ehrlich analysiert und Folgen daraus ableitet. Was sie sehr belastet ist, dass ich immer noch nichts gelernt habe. Dass ich immer noch lüge und vertusche und unehrlich bin. Das ist eben kein Prozess oder Fortschritt. Das ist immer noch das gleiche alte Schema und damit Stillstand.

Ich habe mich nach dem Gespräch viel mit ChatGPT „unterhalten“. Ich habe mir Pläne und Glaubenssätze für den Suchtdruck, die Rückfallanalyse und vieles mehr erstellen lassen. Wichtig ist nicht der Rückfall sondern das warum. Was konnte ich in dem Moment nicht aushalten? Was sind die Gründe hinter dem Rückfall? Und vor allem: Was muss ich ab dann ändern, dass es in einer ähnlichen Situation nicht mehr zu einem Rückfall kommt? Ich habe auch den Chat auswerten lassen. Leider habe ich das hier unbewusst wieder vollkommen falsch angefangen. Ich wollte keine Veränderung. Ich wollte hier eine Rechtfertigung bekommen, so weiter zu machen wie immer. Ich habe die Verantwortung ausgelagert und nicht übernommen. Der Druck ist Schuld. Die Umstände sind schuld. Am Ende wollte ich irgendwie meinen Druck und die Schuld abbauen.

Jetzt muss ich sagen, dass das so der falsche Weg war. Jetzt ist der Druck weg. Weil jetzt alles raus ist. Die Anspannung kam nicht von externen Dingen. Sie kam aus mir! Das waren die Lügen und die Geheimnisse. Das war die Sucht, die keine Veränderung sondern nur Rechtfertigung und Absolution wollte.

Auf jeden Fall steht meine Freundin mir immer noch zur Seite. Sie hat mich nicht verlassen. Sie will den Weg weiter mit mir gehen obwohl ich sie schon so oft angelogen und verletzt habe. Sie will mich bei meinem Prozess begleiten und wir wollen beide allein und damit zusammen wachsen. Und dabei ist nicht das 0,0 das entscheidende sondern die Ehrlichkeit, Offenheit und der Weg. Zu mir, zu hier und zu allen anderen. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass ich mir ab und an was „gönne“. Abstinenz ist immer noch das was ich haben und halten will. Rückfälle können passieren sollen es aber nicht. Ein wichtiger Punkt, der mit bei ChatGPT bewusst geworden ist, ist meine Ambivalenz. Ein Teil will aufhören. Ein Teil nicht. Ich habe immer auf den Punkt gewartet ab dem alles unter Kontrolle ist. Der wird aber nicht mit einen Knall kommen. Ich sage mir jetzt immer: „Ich will mit den Pornos aufhören obwohl ich es nicht will!“

Stand heute ist mir das schon 11 Tage gelungen.
 
Danke für deine offenen Schilderungen🙂 ich habe deine Partnerin nie im negativen Sinne als kontrollierend wahrgenommen, sondern es auch so verstanden, wie jetzt geschildert, dass ihr das zusammen so vereinbart habt. Also ich fand nicht, dass du ein negatives Bild von ihr "gezeichnet" hast. Nur war offensichtlich, dass es so, wie ihr es handhaben wollt, gerade nicht klappt und bei dir eher zu Unehrlichkeit, Schuldgefühlen etc führt.

Was ich in deinem Text und auch in anderen Texten auffällig finde, ist, wie stark du das Bedürfnis hast, dich zu rechtfertigen, zu erklären. Ich kenne das auch sehr gut von mir selbst und es hat sicherlich oft mit einem sehr wackeligen Selbstbild und dem Wunsch zu tun, angenommen und verstanden zu werden. Aber ich habe das Gefühl, du suchst so doll nach einem äußeren Gegenüber (deine Freundin, wir hier im Forum), der*die dir Orientierung und Halt gibt und gleichzeitig rebellierst du dann auch wieder gegen dieses äußere Gegenüber. Meinem Eindruck nach schwankst du sehr zwischen "so will ich sein" und "scheiß drauf, ich verkacke es eh" und das dazwischen (also die Integration von den unterschiedlichen Anteilen in dir) ist noch sehr schwach ausgeprägt.

Alles in allem denke ich immer noch, dass dir eine längerfristig tiefgehende psychodynamische (Tiefenpsychologie oder Analyse) sehr helfen könnte insgesamt stabiler zu werden und mehr Halt bei dir selbst zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da hast du sicher recht. Mein inneren Kompass funktioniert nicht sehr gut. Das ist ein wichtiger Punkt auf dem Weg, der jetzt kommt. Ich fange im März die Gruppentherapie an und will mich da auch den Themen Selbstwert, Selbstwahrnehmung und eigene Bedürfnisse widmen. Auch hier ist der offene Dialog und Ehrlichkeit wichtig. Ich glaube, dass ich noch viel über mich lernen werde, wenn ich es ernst und nachhaltig angehe. Auch bezogen darauf mich selbst zu mögen und mich aus mir heraus mit voller Überzeugung selbst zu regulieren und mir mit allem was mich ausmacht zu genügen.
 
Sehr schön. 🙂 So wie ich das lese, hast Du in deiner Partnerin einen starken, unerschütterlichen Halt. Und auch wenn sie zurecht enttäuscht und wütend war, bleibt sie, weil sie, anders als Du in solchen Momenten, erkennt, dass es mehr kaputt machen würde, wenn sie für immer ginge. Eine sehr starke und vor allem belastbare Frau. Das bewundere ich! probs an sie! 🙂 (oder wie auch immer man das schreibt 😅)
Jemanden wie sie an seiner Seite zu wissen ist mehr wert als alles Geld auf dieser Welt. Also halte sie fest und kommuniziere mit ihr. Offen, ehrlich und lass nichts aus. Denn Kommunikation ist ein sehr wichtiger Pfeiler einer beständigen Beziehung. 🙂
 
Guten Morgen,

Heute ist Tag 15 ohne Pornos. Langsam nähere ich mich dem längsten Zeitraum seit ca. 3 Jahren.
Es ist immer noch nicht einfach aber das wäre auch illusorisch das zu erwarten. Mein Kopf oder die Sucht versucht immer noch zu verhandeln. Auch habe ich flashbacks die mich versuchen.
Ich habe ChatGPT für mich entdeckt. Ich weiß, dass das nur eine Maschine ist, die viele Daten zu neuen Infos zusammen fasst. Aber mir hilft das. Ich schreibe wie es sich gerade für mich anfühlt und die KI gibt mir just in time Handlungsempfehlungen und stellt meine Verzerrungen richtig. So kann ich mich jeden Tag neu ausrichten und sofort reagieren wenn ich das Gefühl habe abzugleiten.
Ich spüre Verlust und Trauer bezogen auf den Pornographieverlust. Auch der Dopaminmangel macht alles etwas grau und schwer. Aber das ist ganz normal für die aktuelle Phase.
Gestern hat auch kurz die Sucht die Oberhand gewonnen. Ich habe mal wieder eine Grenze getestet (ich habe erotische Hörbücher auf Spotify gesucht). Ich habe mich nach ein paar Minuten regulieren können und Maßnahmen ergriffen. Gemäß der Absprachen mit meiner Freundin, habe ich ihr das dann auch am Nachmittag erzählt. Die Sache an sich hat sie sehr neutral aufgefasst. Sie war aber sehr froh und glücklich, dass ich ehrlich war und es erzählt habe. Das war ein gutes Gefühl und hat meine Katastrophengedanken etwas entkräftet.
Das ist der neue Weg, den ich jetzt weiter gehen will. Ich will Verantwortung übernehmen, ehrlich und offen sein und nicht mehr perfekt. Das fühlt sich realistischer, stressfreier und integer an. Und es verbindet anstatt zu trennen.
Viele Grüße
 

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