Hallo LeonieMarie,
war die ganze Zeit stille Mitleserin, möchte aber auch gerne meinen "Senf" dazu geben. 🙂
Ich finde es ganz mutig von Dir, dass du diesen Schritt, Ausziehen und dir einen Anwalt zu nehmen, gegangen bist.
Dass deine Eltern mit einer Zwangseinweisung gedroht haben, ist ein ziemlich massiver Eingriff in deine verfassungsmäßig geschützen Rechte und definitiv ein No-Go.
Auf der anderen Seite, es ist super, dass du mit deinen Eltern eine Ausöhnung anstrebst.
Die Drohung deiner Eltern, dich zwangseinzuweisen, ist Ausdruck ihrer kompletten Hilflosigkeit. Ihre Hilflosigkeit hätten sie definitiv auch anders zum Ausdruck bringen können.
Was ich aber total positiv finde und deswegen auch denke, dass einem positiven Verlauf der Aussöhnung nichts im Wege steht, ist diese Einstellung von Dir:
Deliverance schrieb:
Deine Antwort darauf:
Diesen Satz/ diese Einstellung von Dir, meine ich:
Du aktzeptierst es als Sanktion. Es ist zwar nicht toll, aber ok für dich. Irgendwo schriebst du auch, eine Ohrfeige im Gefecht, wäre annehmbar, aber halt nicht diese Drohung. Da hast du auch vollkommend Recht.
Du wirkst auf mich sehr intelligent und reif. Und weißt du auch warum?
Weil du deine Eltern für ihr Verhalten im Grunde nicht verurteilst. Du verstehst die Sanktion bzgl. Kindergeld etc., du weißt, dass deine Eltern zumindest glauben handeln zu müssen.
Dabei verkennen sie, dass du ganz alleine für dich verantwortlich bist und es ist Fakt, dass man keinen Menschen zu etwas zwingen darf.
Die Frage ist, ob man das alles unbedingt zum Thema bei einer Aussöhnung machen sollte. Ich persönlich finde Nein, weil der Schwerpunkt nicht in dieser Thematik liegen sollte.
Der Schwerpunkt sollte in der Aussöhnung selbst liegen. Sich aneinander wieder nähern und nicht in irgendwelchen Vorwürfe oder der gleichen enden.
Ich bin deutlich älter als du, aber ich finde es immer noch wunderschön, wenn ich meine Eltern treffe und wir über belangloses, sowie belangvolles reden können.
Was ich aber unterstütze ist, dass du durchaus in Erwägung ziehen könntest eine ambulante Therapie zu machen. Da fällt dir definitiv kein Bein ab. Entscheide, ob Therapeut oder Therapeutin und mache dich auf die Suche. Nicht jede/jeder ist der Richtige.
Ich habe vor 2 Jahren mit einer Therapie angefangen, u.a. wegen einer Esstörung (keine Magersucht). Ich schätze die ersten 10-15 Therapiesitzungen waren gekennzeichnet durch ein: "Ich habe keine Ahnung/ Ich weiß nicht". Nicht, weil ich die Therapeutin ärgern wollte, sondern weil es einfach nicht wusste. Ich wusste nicht, wieso und weshalb. Da bist deutlich weiter als ich war, zumindest was ich aus dem Threadverlauf schließen kann.
Ich kam selbst damals nicht auf den Gedanken eine Therapie zu machen, weil ich null Krankheitseinsicht hatte. Nicht, weil ich es nicht sehen wollte, sondern weil ich es nicht sehen konnte. Eine gute Freundin hat mich (ohne Druck) dahin verleitet, sozusagen.
Ich bereue es nicht mit der Therapie angefangen zu haben. Die Gespräche haben mir geholfen zu erkennen, was mit mir überhaupt los ist. Ursachen haben ihre Wirkung, welche sich z.B. in einer Esstörung wiedergeben.
Es ist toll, dass du deinen (körperlichen) Arzt hast, mit dem du zusammen an deinem Gewicht arbeiten kannst. Es freut mich auch sehr, dass du bereits Erfolge verzeichnen konntest.
Es wäre wichtig, dass du auch an den Ursachen arbeitest.
Bei einem guten Therapeuten/Therapeutin findet die ganze Therapie auf Augenhöhe statt.
Was ich persönlich wichtig und gut finde, du entscheidest das Tempo, über was geredet wird und was du möchtest und was nicht. Denk mal darüber nach.
Zusatz an die anderen User: Alles was ich geschrieben habe, basiert auf meiner eigenen Meinung und ich werde über einzelne Punkte oder in der Gesamtheit nicht diskutieren, ausser mit LeonieMarie, falls sie die eine oder andere Anmerkung/Bemängelung haben sollte.
war die ganze Zeit stille Mitleserin, möchte aber auch gerne meinen "Senf" dazu geben. 🙂
Ich finde es ganz mutig von Dir, dass du diesen Schritt, Ausziehen und dir einen Anwalt zu nehmen, gegangen bist.
Dass deine Eltern mit einer Zwangseinweisung gedroht haben, ist ein ziemlich massiver Eingriff in deine verfassungsmäßig geschützen Rechte und definitiv ein No-Go.
Auf der anderen Seite, es ist super, dass du mit deinen Eltern eine Ausöhnung anstrebst.
Die Drohung deiner Eltern, dich zwangseinzuweisen, ist Ausdruck ihrer kompletten Hilflosigkeit. Ihre Hilflosigkeit hätten sie definitiv auch anders zum Ausdruck bringen können.
Was ich aber total positiv finde und deswegen auch denke, dass einem positiven Verlauf der Aussöhnung nichts im Wege steht, ist diese Einstellung von Dir:
Deliverance schrieb:
Zitat von DeliveranceUnd ich finde deine Eltern sehr kulant, ja.
Meiner Mutter war alles egal, sie hat mein Kindergeld und das Geld vom Amt einbehalten, mir keine Unterschriften für Impfungen, etc. Gegeben....ihr war es egal, dass ich ohne Kohle für Essen und Kleidung da saß. Also ja, du hast tolle Eltern 😉
Deine Antwort darauf:
Du wirst lachen, was du beschreibst haben sie jetzt aber auch ganz eiskalt durchgezogen, seit ich ausgezogen bin. Hätte ich ihnen eigentlich gar nicht zugetraut 😉 (das regt mich aber, ganz im Gegensatz zur Drohung mit der Einweisung, nicht auf, das kann ich als Sanktion akzeptieren).
Diesen Satz/ diese Einstellung von Dir, meine ich:
das regt mich aber, ganz im Gegensatz zur Drohung mit der Einweisung, nicht auf, das kann ich als Sanktion akzeptieren
Du aktzeptierst es als Sanktion. Es ist zwar nicht toll, aber ok für dich. Irgendwo schriebst du auch, eine Ohrfeige im Gefecht, wäre annehmbar, aber halt nicht diese Drohung. Da hast du auch vollkommend Recht.
Du wirkst auf mich sehr intelligent und reif. Und weißt du auch warum?
Weil du deine Eltern für ihr Verhalten im Grunde nicht verurteilst. Du verstehst die Sanktion bzgl. Kindergeld etc., du weißt, dass deine Eltern zumindest glauben handeln zu müssen.
Dabei verkennen sie, dass du ganz alleine für dich verantwortlich bist und es ist Fakt, dass man keinen Menschen zu etwas zwingen darf.
Die Frage ist, ob man das alles unbedingt zum Thema bei einer Aussöhnung machen sollte. Ich persönlich finde Nein, weil der Schwerpunkt nicht in dieser Thematik liegen sollte.
Der Schwerpunkt sollte in der Aussöhnung selbst liegen. Sich aneinander wieder nähern und nicht in irgendwelchen Vorwürfe oder der gleichen enden.
Ich bin deutlich älter als du, aber ich finde es immer noch wunderschön, wenn ich meine Eltern treffe und wir über belangloses, sowie belangvolles reden können.
Was ich aber unterstütze ist, dass du durchaus in Erwägung ziehen könntest eine ambulante Therapie zu machen. Da fällt dir definitiv kein Bein ab. Entscheide, ob Therapeut oder Therapeutin und mache dich auf die Suche. Nicht jede/jeder ist der Richtige.
Ich habe vor 2 Jahren mit einer Therapie angefangen, u.a. wegen einer Esstörung (keine Magersucht). Ich schätze die ersten 10-15 Therapiesitzungen waren gekennzeichnet durch ein: "Ich habe keine Ahnung/ Ich weiß nicht". Nicht, weil ich die Therapeutin ärgern wollte, sondern weil es einfach nicht wusste. Ich wusste nicht, wieso und weshalb. Da bist deutlich weiter als ich war, zumindest was ich aus dem Threadverlauf schließen kann.
Ich kam selbst damals nicht auf den Gedanken eine Therapie zu machen, weil ich null Krankheitseinsicht hatte. Nicht, weil ich es nicht sehen wollte, sondern weil ich es nicht sehen konnte. Eine gute Freundin hat mich (ohne Druck) dahin verleitet, sozusagen.
Ich bereue es nicht mit der Therapie angefangen zu haben. Die Gespräche haben mir geholfen zu erkennen, was mit mir überhaupt los ist. Ursachen haben ihre Wirkung, welche sich z.B. in einer Esstörung wiedergeben.
Es ist toll, dass du deinen (körperlichen) Arzt hast, mit dem du zusammen an deinem Gewicht arbeiten kannst. Es freut mich auch sehr, dass du bereits Erfolge verzeichnen konntest.
Es wäre wichtig, dass du auch an den Ursachen arbeitest.
Bei einem guten Therapeuten/Therapeutin findet die ganze Therapie auf Augenhöhe statt.
Was ich persönlich wichtig und gut finde, du entscheidest das Tempo, über was geredet wird und was du möchtest und was nicht. Denk mal darüber nach.
Zusatz an die anderen User: Alles was ich geschrieben habe, basiert auf meiner eigenen Meinung und ich werde über einzelne Punkte oder in der Gesamtheit nicht diskutieren, ausser mit LeonieMarie, falls sie die eine oder andere Anmerkung/Bemängelung haben sollte.
Zuletzt bearbeitet:
