Oh Gott, da ist eine Menge drin.
Uff...es gibt Bücher, die eine geringere Zeichenzahl haben, als unser Austausch.
Naja, da du es freiwillig getan hast, und es mir damals auf der einen Seite durch eine schwere Zeit geholfen hat, beschwere ich mich darüber nicht. Du hast mich schließlich zum Hausarzt zurück genervt, und der war hilfreicher, mich zum Zunehmen-Wollen zu bringen als alles andere. :kuss:
Im Gegensatz zu damals hast Du mich nun endlich verstanden.
Das ist etwas, das ich unter "Fortschritte machen" erkenne.
Nein, im Gegensatz zu damals hast du dich jetzt jetzt verplappert und einfach mal direkt gesagt, was du meintest.
😉
Ich muss auch gestehen, auf die Interpretation wäre ich in 100 Jahren nicht gekommen. Ich kann dir auch sagen, warum: Du hast es so rüber gebracht, als hättest du eine tiefe Wahrheit über mich erkannt, die mir eigentlich offensichtlich sein müsste, auf die ich nicht komme. Deine Begründung, die du jetzt enthüllt hast, ist dagegen einfach nur unbeschreiblich deprimierend. Meine zwei Argumente, dass ich eine Zwangseinweisung für unrealistisch halte, waren: 1. Meine Eltern sind anständige Menschen, die mich lieben und 2. Wir leben in einer gerechten Gesellschaft und die Voraussetzungen für eine Zwangseinweisung liegen bei mir nicht vor. Beides finde ich auf sehr grundsätzlicher Ebene tröstlich.
Was du aber die ganze Zeit dachtest war wohl stattdessen: 3. Es gibt leichtere Opfer als mich. Das ist nicht tröstlich, das ist das genaue Gegenteil!
😱
(Außerdem sehe ich auch nicht, wieso das jetzt eine Erkenntnis über mich ist, an die ich mühsam selber therapeutisch herangeführt werden müsste - ich war doch damals schon davon ausgegangen, dass mich keine Klinik geknackt bekäme).
Es ist mir klar. Aber Du hast für Deinen Kreuzzug schon so viel von Deinen hart erarbeiteten Ersparnissen ausgegeben (sogar "für mich" mal) [...] Gefreut hat es vor allem diese Anwälte, genutzt hat es Dir aber nicht viel.
Ach ernsthaft, was für ein Schwachsinn
😉. Ich hatte schon einen Termin bei meiner Anwältin ausgemacht, bevor wir uns je getroffen haben. Und die war natürlich jeden Cent wert, wäre auch das Zehnfache wert gewesen. Selbst wenn die Gefahr einer Einweisung minimal war und selbst wenn die in dem Fall überhaupt nichts Nützliches gemacht hätte, wäre sie es einfach für den psychologischen Gewinn wert gewesen.
An den 40 €, oder was es war, für den Online-Anwalt bist du tatsächlich teilweise schuld, aber auch der war für mich, nicht für dich. Du hast insofern eine kleine Teilschuld, als dass du mir halt solange absolute Falschinformationen im Brustton der Überzeugung gegeben hast, bis ich selber Zweifel hatte. :-/
Aber es kam einfach nichts bei Dir an, du hast nur verstanden, was Du verstehen wolltest.
Schau mal: Es geht mich doch praktisch nichts an deiner Geschichte etwas an. Das einzige, was es tut, ist auch das einzige was ich wissen muss (und, Gott du kannst du nicht glauben, wie froh ich bin, genau wie du, dass das endlich in gemeinsamen Einverständnis öffentlich ist):
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Nach deinen, glaubhaften, Anschuldigungen, gibt es in deinem Bundesland mindestens eine teilweise geschlossene Jugendhilfeeinrichtung, in der systematisch unschuldigen Kindern und Jugendlichen auf illegale Weise, ohne Gerichtsbeschluss, die Freiheit über zumindest viele Monate entzogen wird. Dies geschieht mit Wissen und Mitwirkung des dortigen Jugendamts.
So, wie sich die Geschichte von deinem Sohn anhört (die mich, wie gesagt, nichts angeht), war er
auch nicht tatsächlich in Lebensgefahr, er hätte also keinen Gerichtsbeschluss erhalten können, es hat sich ja mehr nach schulischen, psychischen und sozialen Problemen und Weglaufen angehört, was vor Gericht lange keine geschlossene Unterbringung gerechtfertigt hätte. Das heißt, jetzt gerade sind vermutlich auch noch Kinder und Jugendliche dort, die nicht eingesperrt werden könnten, wenn diese Einrichtung und dieses Jugendamt sich an die Gesetze hielten.
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Habe ich daran irgendwas falsch verstanden?
🙁
Wie dein Sohn dazu steht, geht mich nichts an, aber wenn jetzt - gerade jetzt, wenn es mir toll geht und ich meine Freiheit genieße - da vielleicht andere unschuldige Kinder für den Rest ihres Lebens traumatisiert werden, oder zumindest ohne jede Hoffnung monatelang unschuldig hinter Gitter sitzen, und sich wünschen, sie wären lieber tot, und ich hätte das verhindern können, wenn ich vor ein paar Monaten diplomatischer und weniger von meinen eigenen - an sich lächerlichen - Problemen eingenommen gewesen wäre, dann geht mich das, als Steuerzahlerin, was an und vor allem vergällt mir dieses Wissen sehr viel in meinem Leben.
Und Du hast erfolgreich ausgeblendet, daß diese anderen Leute (fast) nichts getan haben, bei dem ich als Mutter nicht voll dahinter gestanden wäre.
Ich glaube, Du hast mich nett gefunden und die Diskrepanz unter einen Hut zu bringen, fiel Dir ziemlich schwer.
Das ist ein Teil, aber nur ein sehr kleiner Teil dessen. Ausgeblendet habe ich deine Rolle nicht, ich habe aber keine Kinder und dachte deshalb, ein Urteil steht mir nicht zu. Außerdem kenne ich die Umstände nicht - und sollte sie auch nicht kennen -, kann mir aber welche vorstellen, die das für dich OK gemacht hätten. Es gibt allerdings keine Umstände, die das von dir geschilderte Handeln des Jugendamts in irgendeiner Form entschuldigen könnten.
Hauptsächlich regen mich - unabsichtliche - Verbrechen gegen Kinder, durch verzweifelte Eltern einfach Größenordnungen weniger auf, als systematisch und mit voller Absicht durchgeführte Verbrechen gegen Kinder durch das
Jugendamt, von allen Menschen auf der Welt!
daß ich Dir gut zugetraut hätte, das wird noch sehr viel mehr, wenn ich mehr aus der Deckung gekommen wäre.
Ich hatte dir doch genau gesagt, was ich tun wollte: Einfach meine staatsbürgerliche Pflicht, ich hätte die Affäre der Staatsanwaltschaft, der Heimaufsicht, der Presse und relevanten Opferverbänden gemeldet (Anzeige ist raus
😉 ). Das hätte mich vielleicht zwei Stunden gekostet, ein Witz, im Vergleich zu der Last, die dieses Wissen seither für mich war.
Du hast Dich ganz schlimm in die Sache verbissen gehabt
Nein. Nein, angesichts der reinen Größe des Skandals habe ich das eigentlich nicht. Ich habe grauenhaft darauf reagiert und furchtbar kommuniziert, aber das lag daran, dass ich gerade zu der Zeit den mit Abstand übelsten Stress meines Lebens hatte und buchstäblich gleichzeitig am Verhungern war. Zu dem Zeitpunkt eine (Teil)Verantwortung für eine so schreckliche Angelegenheit abgetreten zu bekommen, war einfach psychisch zu viel.
Mein Gott, du solltest das besser als irgendwer sonst verstehen, dich hat ja die Anteilnahme an meinen Problemchen, die im Vergleich zu einer (oder vielen dutzenden) illegalen Haftstrafe der totale Witz sind, schon fertiggemacht.
😱
Da sind wir uns doch eigentlich, wie in einigen Dingen, nicht unähnlich
🙂