Also erstmal, nur um das alles etwas zu versachlichen:
Bitte hört mal auf, mir alle vorsorglich einen Kranz zu kaufen.😉 Ich habe mich schon erfolgreich aus dem schweren Untergewicht hochgekämpft (vor einer guten Woche😀 - im Zick-zack, zugegeben, aber Zick-zack nach oben), ich gehe seitdem ich ausgezogen bin wieder zum (körperlichen) Arzt und lasse das überwachen und ich weiß genau, worauf ich von wegen Komplikationen achten muss. Es haben schon das eine oder andere Mal Leute schwerere Magersucht unter schlechteren Bedingungen überlebt, meistens sogar.🙂
Ja, genau das ist das Problem, vor allem auch bei mir. Es ist auch nicht der ganze "Standpunkt" (von der dummen Trotzphase von vor ein paar Monaten von wegen "Ich lasse mir doch nicht von jemanden, der sich mit unter 40 in den Herzinfarkt geraucht hat, predigen, welche Sucht gesünder ist" bin ich schon lange weg - klar, das war einfach nur Vermeidung, das hat ja nicht direkt was miteinander zu tun und jeder ist bei sowas etwas heuchlerisch).
Aber die Sache mit der Zwangseinweisung, ich gebe es zu, ich komme nicht darüber weg. Das ist so extreme Gewalt, wir reden nicht von einer Ohrfeige im Streit (habe ich mir jetzt auch noch nie eine gefangen, aber das wäre nichts, woran ich mich aufgehängt hätte). Und es war ja nicht nur eine Kurzschlusshandlung, ich musste buchstäblich zum Anwalt gehen, bevor ich mich wieder sicher fühlen konnte. Wenn wir jetzt echt das Gespräch haben, und das kommt da drauf, das geht eh nur wieder schief...😱
Klar kommt dir das übertrieben vor- die meisten User hier haben schon jemand wichtigen im Leben verloren.
Und viele standen in Krisensituationen schon völlig alleine da - ohne Familie, ohne Hilfe, ohne alles.
Da gab es keine Eltern, die sich Sorgen machten oder Hilfe holen wollten....insofern ist es für mich unverständlich, wieso du die Hilfe ablehnst und es ihnen sogar übel nimmst, was für dich in deiner Situation übergriffig wirkt.
Das kann ich gut verstehen, dass du es als übertrieben und befremdlich siehst und das ist auch in Ordnung.
Wir schreiben hier nur miteinander und die Erfahrungen, die uns alle im Leben geprägt haben, schlagen sich auch deutlich in vielen Beiträgen wieder.
Überleg mal - wenn sich wildfremde Menschen, die dich nicht sehen, umarmen oder hören können, schon solche Gedanken machen....wie mag es deinen Eltern gehen?
Natürlich kann man auch mit Magersucht (über-)Leben- genauso wie man mit massiven Übergewicht (Rainer Calmund zb....).
Manchmal hat man Pech, manchmal hat man Glück, dass kann niemand vorher sagen.
Wenn man seinem geliebten Kind drohen muss, es mit Gewalt in eine Klinik bringen zu lassen und dort ein zu sperren - was mag da an Gefühlen hinter stecken?
Ich kann gut verstehen, dass dir das Angst gemacht hat, ich war ja selbst oft genug (freiwillig) in der Psychiatrie, ein schöner Ort ist was Anderes.
Ich musste mal meine Mutter zwangseinweisen lassen, dass war auch kein Spaß und davor ist auch ganz schön viel passiert.
(Leider hat sie es auch nicht geschafft....)
Wärst du deinen Eltern völlig egal, hätten sie nichts gesagt. Das passiert doch relativ oft.
Vielleicht hat Schroti auch Recht und es ist sinnvoller, deinen Eltern den Abstand noch zu lassen, damit sie sich von ihren Verwundungen erholen können.
Dein Blickwinkel könnte sich in ein paar Jahren auch nochmal ändern, sodass ein anderer Zugang zu eurem Konflikt möglich ist.
🙂