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Ausbildung abbrechen oder motivationslos fortsetzen?

Umaro

Mitglied
Hey,
ich habe die Entscheidung getroffen den Beruf, den ich erlerne, später nicht auszuüben sondern stattdessen etwas Anderes zu erlernen z. B. Bäcker. Der Grund dafür liegt einfach darin, dass ich mich im Beruf als Logopäde nicht mehr sehe.
Jetzt ist es aber so, dass ich eigentlich keinen wirklichen Plan habe wie es weiter gehen soll und ich stehe in einem Gedanklichen Zwiespalt.
Es gibt für mich zwei Möglichkeiten:

1. Ich schließe die Ausbildung ab und mache anschließend was Anderes

Gedanken die damit einhergehen:
a. Ich gebe zu schnell auf, noch heute liegt mir mein Studienabbruch schwer im Magen
b. Ich habe keine Abgeschlossene Ausbildung also sollte ich sie beenden um etwas Festes in der Tasche zu haben
c. Ich habe bereits 1 1/2 Jahre Ausbildung hinter mir und warum sollte ich den Rest (weitere 1 1/2 Jahre) nicht einfach abschließen
d. Vielleicht finde ich ja wieder das Feuer in mir und die Motivation die ich zu Beginn der Ausbildung hatte
e. Wer stellt denn einen Typen ein, der vorzeitig abbricht?

2. Ich breche die Ausbildung ab und mache etwas Anderes, das ich mir vorher gesucht habe

Gedanken die damit einhergehen:
a. Warum sollte ich eine Ausbildung für einen Beruf abschließen, den ich nicht ausüben möchte?
b. Wenn mich der Beruf in der jetzigen Situation so runterzieht, warum sollte ich mich dann weiter kapput machen?
c. Wenn ich doch weiß, dass ich am Ende kein Logopäde werde, woher soll ich dann die Motivation für die vielen Prüfungen oder gar die Staatsexamen am Ende der Ausbildung nehmen?
d. Warum nicht sofort Glücklich sein?
e. Ich habe damals mit meiner Therapeutin erschlossen, dass ich mir einen anderen Beruf suche, wenn mir mein jetziger gefällt und dennoch werde ich durch meine Ängste durch fehlende Sicherheit blockiert
f. In der Coronasituation wird es schwieriger, außerdem sind die Bewerbungszeiten für dieses Jahr längst vorbei

Die Gründe um etwas Anderes zu machen sind:
1. Ich sehe mich selbst nicht mehr in der Therapeutenrolle
2. Ich merke, dass es meine sowieso schon kapputen Psyche nicht gut tut, dem Druck Menschen zu behandeln, ausgesetzt zu sein. Ich würde mir die Fehler viel zu sehr vorhalten
3. Ich will einen Beruf, den ich ausüben kann und bei dem ich bei Feierabend kein schlechtes Gewissen zu haben meinen Hobbys nachzugehen, statt mich um die Arbeit zu kümmern. Ich will wirklich Feierabend haben und einen freien Verstand
4. Mich interessieren die ganzen Lernthemen nur sehr gering aus der Ausbildung
5. Es macht mir in der Praxis einfach keinen Spaß

Und noch viele weitere Gründe

Mir ist bewusst, dass Jeder Beruf seine negativen Seiten hat. Ein Bäcker muss z. B. extrem früh aufstehen. Dennoch, wenn ich merke, dass mir eine Ausbildung oder ein Beruf nicht gut tut muss ich daran doch etwas ändern oder?

Außerdem habe ich keinen Schimmer welchen Beruf ich stattdessen erlernen sollte.

Was denkt ihr?
 
Zuletzt bearbeitet:

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Skyma

Aktives Mitglied
Da die Bewerbungsfristen für dieses Jahr eh schon quasi vorbei sind, solltest du die Ausbildung fertig machen. Was ist, wenn dir deine nächste Ausbildung auch nicht zusagt? Dann hast du nur Abbrüche in deiner Vita. Das kommt sicher nicht gut.
 

Umaro

Mitglied
Da die Bewerbungsfristen für dieses Jahr eh schon quasi vorbei sind, solltest du die Ausbildung fertig machen. Was ist, wenn dir deine nächste Ausbildung auch nicht zusagt? Dann hast du nur Abbrüche in deiner Vita. Das kommt sicher nicht gut.
Also soll ich mich weiter durch die Ausbildung quälen obwohl die Prüfungen ohne Motivation nicht schaffbar sind nur weil ich Angst davor habe, dass die nächste Ausbildung auch nicht gut laufen könnte? Vielleicht liegt es nicht daran, dass ich alles schlecht rede. Vielleicht war meine Vorbereitung einfach nicht gut. Vielleicht muss ich dieses Mal einfach viel stärkere Maßnahmen zur Vorinformation ergreifen. Allerdings, wenn ich in den großen Firmen arbeiten will, muss ich mich diesen Winter für nächstes Jahr bewerben. Dann kann ich genauso gut fertig machen.
Merkst du was mein Problem ist? Es ist so schwierig die richtige Entscheidung zu treffen,
 

Geißblatt67

Aktives Mitglied
Du musst ja erst einmal wissen, was genau du Neues beginnen willst. Wenn du jetzt Hals über Kopf irgendwas Neues anfängst, nur damit du die jetzige Ausbildung abbrechen kannst, wird das wieder dasselbe Problem sein.

Was hat dich denn zur Logopädie-Ausbildung bewogen? Was hat dir anfangs daran Spaß gemacht?

Du kannst dich natürlich jetzt über andere Möglichkeiten informieren, Berufsberatung etc. Aber wenn du nicht ganz sicher bist, dass du etwas Besseres findest, würde ich brav die Ausbildung fertig machen, da du ja schon die Hälfte geschafft hast.
 

Umaro

Mitglied
Du musst ja erst einmal wissen, was genau du Neues beginnen willst. Wenn du jetzt Hals über Kopf irgendwas Neues anfängst, nur damit du die jetzige Ausbildung abbrechen kannst, wird das wieder dasselbe Problem sein.

Was hat dich denn zur Logopädie-Ausbildung bewogen? Was hat dir anfangs daran Spaß gemacht?

Du kannst dich natürlich jetzt über andere Möglichkeiten informieren, Berufsberatung etc. Aber wenn du nicht ganz sicher bist, dass du etwas Besseres findest, würde ich brav die Ausbildung fertig machen, da du ja schon die Hälfte geschafft hast.
Dafür gab es eine Menge Gründe. Zunächst dachte ich, dass ich meinem Leben einen Sinn verleihen kann, wenn ich anderen helfe. Noch dazu hatte ich eine Psychotherapeutin, die ich sehr bewundert habe und ich wollte deshalb auch Therapeut werden. Zwar nicht in der gleichen Fachrichtung aber doch im Patientenumgang. Die einzige Sache, die ich an mir immer toll fand, war meine Stimme. Ich hatte damals die Idee, dass eine Kombination aus Sprecherberuf und Therapeutenberuf deshalb genau das Richtige für mich wäre. Nun ist es aber so, dass der Beruf ganz anders ist als ich es mir vorgestellt habe. Ich bin einerseits nicht besonders gut in den schriftlichen Prüfungen und andererseits setze ich wegen meiner psychischen Probleme die Probetherapien nicht besonders gut um. Ich kann mich außerdem nicht motivieren, mich auf Therapien in meiner Freizeit vorzubereiten und ich ging bisher immer nur mit Bauchschmerzen zu meinen nächsten Terminen. Weitere Gründe habe ich ja oben genannt, weshalb ich keine Lust mehr auf den Beruf habe. Ich finde es irgendwie traurig, dass Menschen immer mit "Einmal aufgegeben, wird er immer aufgeben" argumentieren. Ich denke, wenn ich die richtige Ausbildung gefunden habe, werde ich diese auch beenden. Ich halte dieses Mindset für Gift für die Seele.
 

Skyma

Aktives Mitglied
Der einzige Rat, der dir hier gegeben wurde war, dass du nicht Hals über Kopf abbrechen sollst, ohne eine sichere Alternative zu haben. Nichts weiter.
 
Schwierig, aber vielleicht hilft es dir wenn ich dir etwas von meinem Weg erzähle.

Ich bin von einer Förderschule mit dem Hauptschulabschluss Kl. 9 abgegangen.

Eine schwierige Situation führte bei mir dazu, dass ich auf eine Beruffachschule für Ernährung und Hauswirtschaft wechselte.

Zuerst war meine Motivation nicht die Beste, weil Ernährung absolut nicht mein Ding war. Hinzu kam auch, dass ich meine Klassenkameraden als sehr niveaulos empfunden habe, weil das Vokabular mehr als mies war.

Die Autorität der Lehrkräfte war das Einzige, was mich anspornte, da ich stets eine Idealvorstellung von Lehrern und Lehrerinnen habe.

Leider war das erste Schuljahr Hardcore für mich.

Nicht nur, weil ich gefühlt eine Tonne Wissenlücken schließen musste, sondern da mein Charakter nicht gut abkam. Mobbing war die Folge.

Meine Familie gab mir wie immer das Gefühl, dass ich an meiner Situation selbst Schuld bin.

Auch wenn meine Schwester mich viel gehasst hat, hat sie zumindest Hausaufgaben mit mir gemacht.

Meine Noten waren im ersten Halbjahr ziemlich beschissen mit 3 mal mangelhaft auf dem Zeugnis.

Mein Vater sagte nur dazu, dass ich zusehen muss, dass ich diese weg bekomme. Ich weiß nicht mehr waa ich genau sagte, aber er lachte mich deswegen aus.

Selbst als ich die Versetzung schaffte, da sagte er nur, dass mein Zeugnis hätte besser sein müssen.

Das 2. Jahr wurde aber deutlich besser, weil zum Glück all die Idioten sitzen geblieben sind.

Der Fachbereich war zwar immer noch sehr öde für mich, aber wenigstens hatte ich endlich die nötige Lernatmosphäre, um mich um einen besseren Schnitt zu kümmern.

Dann machte ich mir Gedanken darüber in welchen Fachbereich ich wechseln möchte, wenn ich die Oberstufe beginne. Da stellte ich fest, dass Gestaltung eher mein Ding ist.
 

Obse

Mitglied
Du solltest dir erst einmal überlegen, was du denn "anderes" machen willst, bevor du über den Abbruch deiner Ausbildung nachdenkst.
Viele Ausbildungsstellen welche im August/September beginnen, sind mittlerweile schon besetzt. Somit kann es sein, dass du in deinem neuen Wunschberuf keinen freien Platz mehr findest.

Vor allem, da du dein Studium (was hast du studiert?) abgebrochen hast, käme das etwas blöd, jetzt auch noch deine Ausbildung abzubrechen.
Wenn das ein Ausbilder im Lebenslauf sieht, fragt er sich auch, warum er dich ausbilden soll, Zeit und Geld investiert und du nach weiteren 1,5 Jahren wieder keine Lust mehr hast und abbrichst.

Ziehe die restliche Zeit durch, dann hast du eine abgeschlossene Ausbildung vorzuweisen und kannst in künftigen Vorstellungsgesprächen argumentieren, dass der Beruf des Logopäden doch nichts für dich ist, du aber die Ausbildung trotzdem durchgezogen hast.
 

Yado_cat

Aktives Mitglied
Die wenigsten Leute arbeiten später in ihrem erlernten Beruf.
Die Hauptache ist erstmal, das man was in der Hand hat.

Einen Abbruch nach der Hälfte der Zeit würde ich mir auch ganz stark überlegen, die anderthalb Jahre gehen auch noch rum.
Wenn du abbrichst hast du wieder Zeit vergeudet und alles nur aus Angst vor Prüfungen?! Das ganze Leben besteht aus Prüfungen.

Selbst wenn du Bäcker oder Gärtner lernst wirst du nicht drum herum kommen eine Prüfung abzulegen.
 

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