K
kuddeldaddeldu
Gast
Zitat Bierdeckel: "die Mindestsicherung die schon mind. 800 Euro ist, egal was man macht. In Deutschland ist Hartz 4 vielleicht 300 Euro oder so. Außerdem wenn du dich für 7,7 Euro/Stunde so ausbeuten lässt ist es eh deine Schuld. Ich bin der Meinung Arbeit soll sich lohnen und wenn ich mit faulenzen mehr unterm Strich bekomme als durch ehrliche Arbeit, dann mach ich ersteres. Solange es Menschen gibt die sich lieber ausbeuten lassen, reiben sich die Firmen ihre Hände. Wenn alle so denken würden wie ich, dann würde es keine Zeitarbeit mehr geben und es gäbe Löhne über 15 Euro/Stunde, damit die Arbeitgeber noch Arbeitnehmer bekommen . Ich bin halt lieber der Rebell statt das Opfer."
Die Situation ist hier in Ö für arbeitswillige Arbeitslose m.E schlechter als in D, weil es in Ö weder Wohngeld, noch Vorstellungsbeihilfen und auch keine finanzielle Unterstützung für jobbedingte Umzüge gibt. Darüber hinaus wird einem Arbeitslosen, der trotz laufender Bewerbungen nicht zeitnah einen neuen Job findet, unterstellt er würde sich nicht angemessen bewerben. Da die Beweispflicht beim Arbeitslosen liegt, und Bezugssperren, die hier in Österreich immer 100%ig sind im Ermessen des AMS Mitarbeiters liegen, und diese Sperren trotz zwischenzeitlich mündlicher vorsprachen, oft erst nach 4 Wochen , dann schriftlich, mitgeteilt werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Zustände in D schlimmer sind. Auch der Vorwurf Menschen , die sich im Niedriglohnsektor ausbeuten lassen(müssen), seien selber Schuld, ist falsch, weil Arbeitslose jede zumutbare Arbeit annehmen müssen, und Kollektivlöhne zumutbar sind. Vereitle ich eine mögliche Arbeitsaufnahme, gelte ich als arbeitsunwillig und bekomme 6-8 Wochen überhaupt kein ALG1. Auch beim Sozialamt haben als "arbeitsunwillig" eingestufte Arbeitslose nur Anspruch auf 50% der Mindestsicherung ( ca. 395 € für Wohnkosten und Lebensunterhalt). Für Arbeitslose in Lebensgemeinschaften oder Ehen gilt Subsidiarität, d.h die bekommen nur Geld, wenn das gesamte Haushaltseinkommen unter dem Grundsicherungssatz liegt.
Zuletzt möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass lukrative jobs i.d.R nur geschaffen werden können, wenn es eine größere Zahl an weniger lukrativen, jedoch wirtschaftlich produktiven jobs, sowohl im Inland als auch im Ausland, gibt. Bei gleichbleibender Gesamtproduktivität führt die höhere Bezahlung von Niedriglöhnern ,z.B 15 euro , dazu, dass der Staat die Geldmenge erhöhen muss. Da Warenangebot und Produktivität gleich geblieben sind, führt die "Lohnerhöhung" dazu, dass sich mehr Geld pro Wareneinheit am Markt befindet, und die Kaufkraft sinkt. D.h es kommt zur Inflation, die vermutlich dazu führt, dass ich obwohl ich endlich 15 euro Stundenlohn habe, mir unterm Strich nicht mehr leisten kann als heute. Die Forderung nach höheren Löhnen als politische Forderung, führt also, wenn sie nicht mit anderen wirtschaftspolitischen Innovationen einhergeht nicht zu mehr Wohlstand.
Die Situation ist hier in Ö für arbeitswillige Arbeitslose m.E schlechter als in D, weil es in Ö weder Wohngeld, noch Vorstellungsbeihilfen und auch keine finanzielle Unterstützung für jobbedingte Umzüge gibt. Darüber hinaus wird einem Arbeitslosen, der trotz laufender Bewerbungen nicht zeitnah einen neuen Job findet, unterstellt er würde sich nicht angemessen bewerben. Da die Beweispflicht beim Arbeitslosen liegt, und Bezugssperren, die hier in Österreich immer 100%ig sind im Ermessen des AMS Mitarbeiters liegen, und diese Sperren trotz zwischenzeitlich mündlicher vorsprachen, oft erst nach 4 Wochen , dann schriftlich, mitgeteilt werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Zustände in D schlimmer sind. Auch der Vorwurf Menschen , die sich im Niedriglohnsektor ausbeuten lassen(müssen), seien selber Schuld, ist falsch, weil Arbeitslose jede zumutbare Arbeit annehmen müssen, und Kollektivlöhne zumutbar sind. Vereitle ich eine mögliche Arbeitsaufnahme, gelte ich als arbeitsunwillig und bekomme 6-8 Wochen überhaupt kein ALG1. Auch beim Sozialamt haben als "arbeitsunwillig" eingestufte Arbeitslose nur Anspruch auf 50% der Mindestsicherung ( ca. 395 € für Wohnkosten und Lebensunterhalt). Für Arbeitslose in Lebensgemeinschaften oder Ehen gilt Subsidiarität, d.h die bekommen nur Geld, wenn das gesamte Haushaltseinkommen unter dem Grundsicherungssatz liegt.
Zuletzt möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass lukrative jobs i.d.R nur geschaffen werden können, wenn es eine größere Zahl an weniger lukrativen, jedoch wirtschaftlich produktiven jobs, sowohl im Inland als auch im Ausland, gibt. Bei gleichbleibender Gesamtproduktivität führt die höhere Bezahlung von Niedriglöhnern ,z.B 15 euro , dazu, dass der Staat die Geldmenge erhöhen muss. Da Warenangebot und Produktivität gleich geblieben sind, führt die "Lohnerhöhung" dazu, dass sich mehr Geld pro Wareneinheit am Markt befindet, und die Kaufkraft sinkt. D.h es kommt zur Inflation, die vermutlich dazu führt, dass ich obwohl ich endlich 15 euro Stundenlohn habe, mir unterm Strich nicht mehr leisten kann als heute. Die Forderung nach höheren Löhnen als politische Forderung, führt also, wenn sie nicht mit anderen wirtschaftspolitischen Innovationen einhergeht nicht zu mehr Wohlstand.