Na dann möchte ich auch mal ein paar Gedanken zu dem Thema loswerden:
1. Ich störe mich schon an den Begrifflichkeiten, die hier verwendet werden. Jemanden zu "denunzieren" würde für mich bedeuten, dass ich meinen (fiktiven) Nachbarn der Bürgergeld bezieht beim Amt anschwärze und ihm unterstelle, dass er schwarz arbeiten geht (egal ob das stimmt oder nicht). Und das nur, weil ich ihn nicht leiden kann. Das fände ich mehr als verwerflich. Geht mein (immer noch fiktiver) Nachbar jedoch nachweislich schwarz arbeiten und kassiert Bürgergeld, und ich würde ihn deshalb anzeigen, wäre das in meinen Augen kein Denunzieren. Es wäre eine stinknormale Anzeige (auch wenn ich sogar das nicht unbedingt machen würde).
2. Die ganze Debatte Steuerhinterzieher vs. Bürgergeldbetrüger finde ich unpassend. Beide machen sich dem Gesetz nach strafbar.
3. Auch die Andeutungen, die in manchen Posts bezüglich der Herkunft von Bürgergeldbetrügern gemacht werden, finde ich nicht zielführend. Betrug ist und bleibt Betrug. Dabei ist mir die Herkunft völlig egal. Das selbe gilt für Faulheit. Mir ist ein fauler Deutscher, der sich auf Kosten der Allgemeinheit ausruht genauso sagen wir mal "unlieb", wie ein fauler Ausländer, der das selbe tut. Und ich spreche hier wirklich nur von denen, die arbeiten können und nicht wollen. Nicht von den Bürgergeldbeziehern, die auf die Unterstützung angewiesen sind.
4. Ein kleines Beispiel aus meinem Leben.... Vor Jahren hat eine Freundin meiner Frau von der Stadt eine behindertengerechte Sozialwohnung vermittelt bekommen (hatte mehrere Kinder, eines davon schwerstbehindert). Es war eine sehr schöne Wohnung in einem Neubau. Da ich ja handwerklich nicht ganz unbegabt bin habe ich der Freundin angeboten die Wohnung zu streichen. Natürlich ohne Bezahlung. Einfach als Freundschaftsdienst (naja, was zu essen und ein kühles Bier dazu war schon drin). Zur selben Zeit, als ich gestrichen habe, war eine Firma da, die das Geländer von der Veranda setzte. Diese Firma kam zufällig aus meinem Heimatdorf. Einer der Arbeiter, ich kannte ihn natürlich schon eine Weile, beschwerte sich dann bei mir, dass Leute, die vom Amt leben, so eine tolle Wohnung bekommen. Das witzige dabei war, dass genau dieser Knilch seit Jahren nur schwarz arbeitete und nebenher noch Sozialhilfe (damals) oder Bürgergeld bezog und bezieht - ja, auch heute noch, ca. 20 Jahre danach. Hier wäre für mich der Unterschied. Auf der einen Seite jemand, der Unterstützung benötig. Auf der anderen Seite jemand, der das System ausnutzt und besser lebt als viele, die arbeiten gehen. Und für solche Leute können in meinen Augen Sanktionen nicht schwer genug sein. Wäre das Denunzieren gewesen, wenn ich ihn angezeigt hätte? Für mich nicht....
Sind aber alles nur persönliche Erfahrungen und Meinungen. Vielleicht liege ich ja auch falsch damit.