Tja, ich selber kenne es nicht so für mich vom Staat zu leben. Ich habe lieber schlecht bezahlte und miese Jobs angenommen um mich selber zu ernähren, als Transferleistungen zu beziehen.
Mein akademischer Bruder mit Diplom jedoch bezieht seit über 30 Jahren Transferleistungen weil er "für das Geld für das Du arbeitest, ich nicht mal aufstehen würde" so seine Äußerung mir gegenüber.
Wir sind in einer Welt in der es üblich zu sein scheint zu schreien "ich will, mir steht zu, ich möchte mehr, aber mit Gegenleistung, das muss ja nicht unbedingt sein, oder". Problem nur, dass die melkende Kuh langsam am Ende der Gebermöglichkeiten ist. Ich gehe davon aus, dass sich über die nächsten Jahre sehr viel ändern wird und jene wie mein Bruder, die nur froh waren, dass sie auch ihr BAFÖG nicht zurückzahlen mussten, sich noch gehörig wundern werden.
Ich habe 35 Jahre gearbeitet bevor ich einseitig erblindete. Ich habe nun eine Erwerbsminderungsrente und muss nicht regelmässig irgendwelche Ämter um irgendetwas bitten und muss bibern, ob ich meine Kosten der Unterkunft wie Strom selber zahlen kann. Schon mal ein Punkt, der rechtfertigt, dass ich ein hartes Arbeitsleben hatte während mein Bruder bis nachmittags geschlafen hat und sich nie bei Arbeit einen Bruch geholt hat, dafür aber die Nächte feiernd verbracht hat.
Allein, dass ich mir keine Gedanken machen muss, was ab dem nächsten Jahr anders werden wird in der Grundsicherung bietet mir soviel Beruhigung, dass es ein hartes Arbeitsleben wert war.
Aber auch mit dieser Meinung bin ich ziemlich alleine 🙂
Gruß von Grisu