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Allgemeine Gesellschaftskritik / soziale Pornographie

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Was die Zusammenfassung der Dokumentation betrifft: Ohne Angriffe von Außen kann Anarchie durchaus funktionieren, ein Bruchteil der Arbeitszeit reicht völlig aus, um allen Luxus und Wohlstand zu beschehren - und durch eine flexible, direkte Demokratie, siegt nicht die Mehrheit, sondern das vernünftigste Argument. Geld kann deshalb vollständig abgeschafft werden. Regenten auch.


Das klassische Beispiel dafür ist die WG, wo alle Mitbewohner das einfache Leben schätzen, aber keiner bemüht sich mal, das Klo zu putzen, weil das ja eine unangenehme Arbeit wäre, und das für andere ! zu tun, denn deren Dreck klebt auch mit dran - nein danke, sagt jeder echte Anarchist.
Ergo wird es nie geputzt und ist irgendwann so versifft, daß die Leute lieber in die Blumentöpfe auf dem Balkon machen, als den Raum noch zu betreten. So würde der "Wohlstand und Luxus für alle" bei Anarchisten schließlich aussehen - total versifft, weil sich um die unangenehmen Arbeiten niemand schert.

Und deswegen fallen Anarchisten letztlich immer unter die Rubrik Schmarotzer - sie erwarten nämlich "großzügig" von anderen, das zu tun, was sie selber nie machen würden, weil das ja ihre "totale Entscheidungsfreiheit" einschränken würde. Aber nutznießen von der Arbeit der anderen wollen sie immer. Siehe Deine eigenen Posts zu "wohnen, essen etc. umsonst".
Umsonst ist aber nix im Leben - außer dem Tod, und selbst der kostet, das Leben nämlich.
 
P.S. das Argument mit dem "Bruchteil der Arbeitszeit" wird eher von Kommunisten benutzt. Was sich bekanntlich auch als Rohrkrepierer erwies, wenn man sich die chronische Mangelwirtschaft in den kommunistischen Ländern anschaut, was die Leute vielleicht offiziell nicht arbeiten mußten, mußten sie hinterher inoffiziell dranhängen, um sich die Lebensgrundlagen leisten zu können.

Echte Anarchisten dagegen haben es nicht mit geregelter Arbeit, egal wie lang. Das würde nämlich ihrer "totalen Entscheidungsfreiheit", etwa im Sommer lieber im Freibad zu liegen statt zu malochen, zuwiderlaufen. Arbeits- und sonstige Verträge mit Anarchisten wären das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wären, weil sie wohl sowieso nicht eingehalten würden. ("Selbstversklavung", glaube ich, heißen Verträge bei manchen Anarchisten.)
 
Ich denke, @daryus, daß einiges von dem, was Du für anarchistisch hältst, in Wahrheit auf dem kommunistischen Misthaufen gewachsen ist.
Anarchisten sind in jeder Hinsicht radikaler, bei Kommunisten funzt zumindest noch ein bißchen was wegen Planwirtschaft und konsequenter Beseitigung "störender Elemente", bei Anarchisten dagegen auf die Dauer überhaupt nichts, weil die Zusammenarbeit fehlt. Und zur Zusammenarbeit gehören zwangsläufig immer auch die unangenehmen Tätigkeiten, die "freiwillig" keiner machen will.
 
Auf Wiki findet man einen ausführlichen Artikel zum Anarchismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchismus

Wenn man sorgfältig liest, sieht man, daß viele Punkte, wie Kollektivismus, weitgehende Abschaffung von Privateigentum etc. mehr oder weniger in kommunistischen Ländern verwirklicht wurden, in anderen Ländern in kleinen privaten Kommunen mit dem klaren Ergebnis, daß es nie dauerhaft funktionierte. Denn irgendwann waren immer irgendwelche Tiere gleicher als die anderen. (George Orwell, Farm der Tiere.)
Von Leuten, die Anarchismus als Ausrede für das freie Ausleben krimineller Tendenzen benutzen (Pädophilie, Vergewaltigungen oder was in den genannten Kommunen sonst alles lief) will ich gar nicht erst anfangen. Oder Selbstjustiz, nicht wahr, daryus, selbst wenn sie gerechtfertigt wäre.
 
Nun gut. Mal sehen, ob das hier reinpasst.

Lasst mich zuerst einmal damit beginnen, die Gründe für meine (doppelte) Misanthropie zu erklären. Ein Misanthrop ist jemand, der die gesamte Menschheit zu lieben versucht, dann jedoch enttäuscht feststellen muss, dass sich nur die allerwenigsten Menschen liebenswert verhalten. Natürlich sehnt man sich nach Gleichgesinnten, die man lieben und von denen man geliebt werden kann, weshalb es echte Misanthropen höchst selten und kurzlebig gibt – doch...
...wo soll ich da mit meiner Erklärung überhaupt anfangen?

Ich finde, du schilderst das zu einseitig.
Du bist in deinem Weltbild ein Idealmensch, der "alle lieben" will. Leider sind die meisten Vollpfosten und damit bist du gezwungen zu einem Menschenhasser/Misanthrop zu werden.

Arthur Schopenhauer verglich Misanthropen mit einem Stachelschwein-Gleichnis:

"So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab."

Wir ALLE sind Stachelschweine, du auch 😀

Dabei möchte ich dir in vielen Punkten gar nicht komplett widersprechen. Gemessen an den Möglichkeiten geht der Mensch sehr schlecht mit Natur und Tieren um. Viele Menschen betrügen und lügen.

Gleichwohl ähnelt solche Kritik auch immer etwas dem Fussball Fan auf der Tribune, der nach eigener Meinung viel besser ist als die Trainer und Spieler auf dem Platz. Kritisieren ist, leicht. Besser machen schwer.

So etwa bei der Politik:

mafiösen Justizbehörden und all den anderen, extrem bedenklichen Formen bestehender “Politik“, komme ich mir regelmäßig vor, wie im finstersten Mittelalter

Ja die Demokratie, die Justiz, alles nicht perfekt, es gibt Korruption und Bestechung, Vetternwirtschaft und co. ABER zur Demokratie gibt es das schöne Zitat "Demokratie ist eine schlechte Regierungsform, aber besser als alle anderen"

Nein, mal ganz ehrlich: ich wurde schon so oft belogen, betrogen, ausgeraubt oder persönlich von Menschen enttäuscht, ohne mich (- Dank unserem ungerechten Justizsystem -) angemessen dagegen wehren zu dürfen, dass es mir wahrlich zum Halse heraushängt. Ich habe bspw. Hunderttausende an Außenständen, die ich aus gutem Willen verlieh, jetzt allerdings nie zurückerhalten werde, weil mir der anonyme Staat verbietet, sie privat eintreiben zu gehen.

Als bekennender Anarchist geht mir das automatisierte Hierarchie-Denken jedoch noch um einiges mehr auf die Neven. Ist euch wirklich nicht klar, warum feste Rangordnungen unsinnig sind? Habt ihr nach tausenden von wechselnden Ursupatoren etwa immer noch nichts aus diesem Fehler dazugelernt? Egal, welcher Schwachsinn gerade als richtig gilt: Daran muss man sich eben halten?

Mir fällt eigentlich zum Anacrchismus nichts anderes ein als: Totaler Unsinn!

Schon im theoretischen Ansatz nicht umsetzbar.
Kein Gewaltmonopol, keine Rangordnung, nichts. Der Stärkere überlebt. Ende.

In einer solchen Welt werden die meisten Menschen Gemeinschaften bilden um sich vor Übergriffen zu schützen. So wie bei Wikipedia steht, "dass sich in einer Anarchie Individuen auf freiwilliger Basis selbst*bestimmt und föderal in Kollektiven verschiedener Art wie Kommunen als kleinster Einheit des Zusammen*lebens zusammen*schließen"

Zusammenschluss von Menschen braucht aber zwangsläufig Regeln. Es geht nicht anders. Wer bestellt den Acker, wer kocht das Essen, wer wacht vor Feinden? Jede Anarchie mündet am Ende wieder in einer staatenähnlichen Gemeinschaft, weil der Mensch ein soziales Wesen ist und jedes soziales miteinander braucht Ordnung und Rangfolge.

Schau dir Tiere an. Gibt es Rudeltiere (Wölfe, Löwen etc), die wirklich frei sind? Nein, es gibt ein Leit-Tier, welches seine Macht zur Not mit Gewalt durchsetzt.

Du sagst, der böse Staat würde dir nicht das Recht geben, dein Eigentum zu schützen und privat eintreiben zu gehen.
Mir ist klar, dass es unfair klingt und auch ist, weil du weißt, dass du im Recht bist.
ABER das Gewaltmonopol liegt beim Staat und das heißt, du musst Dinge beweisen und erst kannst du dein Eigentum zurück fordern. Wäre das nicht so, könnte ja auch jeder einfach behaupten er habe dir Geld geliehen und es dann unter Waffengewalt von dir eintreiben.
Du bist jetzt grad gegen den Staat, weil du eine Sache nicht beweisen kannst. Wenn Morgen jemand was von dir will, dreht sich dein Fähnchen im Winde aber schnell und du freust dich, dass der Staat dein Eigentum schützt. 😀


P.S.


Herrliches Profilbild von Edna bricht aus 😀
 
Offensichtlich hat sich keiner von euch meine Dokumentationen angeschaut - oder auch nur die leiseste Ahnung von Anarchie.
Wo bspw. der Stärkere über den Schwächeren siegen darf, herrscht fraglos Hierarchie und somit das genaue Gegenteil von Anarchie (sprich: >Herrschaftslosigkeit<). Eine klassische Losung von Anarchisten lautet: >Kein Gott, kein Staat - kein Herr, kein Sklave<. Wir akzeptieren weder jemanden unter, noch über uns, sondern respektieren lediglich die, welche ihre Stärken (und Schwächen) dem Gemeinwohl der Anarchie unterordnen. Eine Anarchie, als Gesellschaftsform, ist ohne Zusammenarbeit undenkbar. Jeder ist vollständig selbst-verantwortlich für seine Worte und Taten - und muss diese auch vor seiner gesamten Umwelt rechtfertigen können. Macht euch wirklich mal schlau, bevor ihr einfach drauflosprescht: Natürlich gab es jede Menge Propaganda dagegen, doch Anarchie ist bisher fast die einzige Gesellschaftsform gewesen, die tatsächlich funktioniert hat - und was den Kommunismus betrifft... Wenn es sich um "freiheitlichen Kommunismus" handelt, mit einer Machtverteilung "von unten nach oben", also ohne Anführer oder "Kolchosenvorsteher", dann ist es nahezu gleichbedeutend mit "direkter Demokratie", "sozialer Demokratie" oder eben auch "Anarchismus" - der Grundgedanke dahinter ist nämlich derselbe: Fairness und Gleichberechtigung für alle. Jeder, der irgendeinen Beitrag leisten kann, sollte es tun - und wer zu alt, zu jung oder krank ist, wird (bei gutem Willen) mitversorgt werden. Anführer, die sich alles in die eigene Tasche stecken können, ein alleiniges Sagerecht haben oder aus der Arbeit von anderen steinreich werden können, kann (und darf) es nicht geben, da die Allgemeinheit solche Individuen genausowenig mitversorgen wollen würde, wie chronische Lügner, Diebe oder Massenmörder. Übrigens auch nicht in einem Knast: Eine der höchsten Strafen für Uneinsichtige ist die Verbannung aus der Gemeinschaft! Die von mir mehrfach verlinkten Dokumentationen zeigen recht gut auf, dass ohne die fleißigen Mitesser an unserer Führungsspitze, bereits ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung völlig ausreicht, um alle anderen mit ausreichend Nahrung und gepflegten Unterkünften versorgen zu können, und lediglich (militante) "von oben nach unten" Regelungen nicht funktionieren.
Schaut euch unsere derzeitige "Vermögensverteilung" doch nur mal an - und dann fragt euch, wodurch die wenigen Leute an der Spitze, die meist nicht mal mehr irgendwie arbeiten gehen, sich ihre Sonderstellungen verdient haben:
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- und was Wiki angeht: In Sachen Wissenschaft ist es eine herrvoragende Informationsquelle. In Sachen Politik jedoch leider nicht. Wie gesagt: Macht euch bitte erst mal selber schlau, bevor ihr hier so tut, als müsste ich ein linksversiffter Gutmensch oder sozialschmarotzender Punk sein, um Anarchie zu befürworten! Ich gebe zu, dass auch die R.A.F. und zuvor einige Anhänger der >Propaganda der Tat< mit zum schlechten Ruf von Herrschaftslosigkeit beitrugen - aber der Hauptgrund für ihre Verleumdung lag seit jeher in der Angst der Mächtigen, ihre Kontrolle über die Bürger zu verlieren, WEIL DAS PRINZIP DURCHAUS AUCH OHNE SIE FUNKTIONIERT. Und das sogar um einiges besser, als vorher... Wozu glaubt ihr, braucht dieses Land Politiker? Wozu Banker? Kann man sich nicht auch so darüber absprechen, wer zu welchem Zeitpunkt für die Müllabfuhr zuständig sein soll? Nachdem im spanischen Bürgerkrieg zuerst erfolgreich die Polizei und dann das Militär besiegt worden waren, flüchteten die meisten Besitzer von Fabriken und auch die Ländereien, welche vorher noch brach lagen, konnten endlich (nachhaltig) bewirtschaftet werden. Von einem Tag auf den anderen gab es praktisch keine Arbeitslosigkeit mehr - und auch keine Armut -, denn: „Jedermann nach seinen Fähigkeiten, jedermann nach seinen Bedürfnissen“!
Es herrschte Wohlstand für alle und gab Freizeit und Überfluss für jeden. Wer diese Zeit überlebte, der schwärmt noch heute davon. Erst die Angriffe des (sich dadurch bedroht fühlenden) faschistoiden Umfeldes zwangen die friedliebenden Anarchisten erneut, zu ihren Waffen greifen zu müssen, um ihre hart erkämpfte Freiheit zu verteidigen. Selbst George Orwell kämpfte damals (auf der sozialen Seite) mit! Stalin, Hitler, Franco, Mussolini und alle ähnlich ausbeuterischen Machthaber fürchteten um ihren Status, falls sich die Anarchie verbreitet und sich das Gedankengut durchsetzt - weshalb letztlich fast alle "Rebellen" abgeschlachtet wurden oder fliehen mussten, um der Erschießung in einem Lager oder auf offener Strasse zu entgehen. Dennoch: Die Gemeinden, in denen Anarchie ausbrach, wurden innerhalb von kürzester Zeit zu den reichsten Gemeinden im gesamten Umkreis, bevor die Faschisten zurückschlagen konnten. Bedenkt das bitte, bevor ihr darüber sprecht, als "könne" das nie funktionieren.
Tatsächlich ist es (fast) die einzige Gesellschaftsform, die jemals (einwandfrei) funktioniert hat!

Ach ja, Andreas: Du solltest etwas gründlicher lesen, bevor du schreibst: Ich KANN inzwischen klar beweisen, dass es eine Intrige gegen mich gab, etc. - das Ganze gilt laut unserer Gesetzgebung bloß leider schon als "verjährt".

Weil ihr hier ständig bloß auf mich (als Feindbild) losgeht, anstatt ernsthaft helfen zu wollen, finde ich ohnehin, dass ihr fortan lieber den Thread wechseln solltet: Der Sinn und Zweck von "Hilferuf" ist es nämlich sicherlich nicht, seine Gesprächspartner zu beleidigen, nur weil sie andere politische Ansichten vertreten... ...oder seh ich das etwa falsch?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die von mir mehrfach verlinkten Dokumentationen zeigen recht gut auf, dass ohne die fleißigen Mitesser an unserer Führungsspitze, bereits ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung völlig ausreicht, um alle anderen mit ausreichend Nahrung und gepflegten Unterkünften versorgen zu können, und lediglich (militante) "von oben nach unten" Regelungen nicht funktionieren.
Und wer bestimmt, welcher Depp für alle anderen ackern muss und wer sich auf die faule Haut legen darf?

Ich finde Deine Ansichten sehr krude und weltfremd und so zusammengezimmert, dass es Dir immer irgendwie passt und zupass kommt.

Aber für viele andere eben nicht.
 
Jetzt spekuliere ich ein bißchen ... wer ist wohl am anfälligsten für die Ideen von Anarchismus und Ur-Kommunismus?

Vermutlich sind es hauptsächlich Leute, die im gültigen (immer noch einigermaßen hierarchischen) Gesellschaftssystem zu den Verlierern gehören oder sich selbst dazuzählen, häufig schon von der Familie her, die nicht fähig war, für vernünftige Lebensgrundlagen zu sorgen (Armut, Sucht, dysfunktionale Familien, Bildungsmangel, schulische Probleme etc.) und die sich daher vom System ausgeschlossen fühlen.

Und Leute wie daryus, die mal ziemlich blauäugig von Verbesserungen im Miteinander träumten, mit ihren Projekten auf die Nase fielen und anschließend erleben mußten, wie "die Gesellschaft" sie in ihrer Not alleinließ, ohne Hilfe, ohne "Gerechtigkeit".

Sehr viel seltener dürften reine Idealisten und Sozialromantiker sein, die ohne eigene Not oder negative Erlebnisse, mehr aus diffuser Schwärmerei heraus oder um das "Establishment" (vor allem die Eltern) anzupinkeln, vom vermeintlichen kommunistischen Paradies auf Erden träumen.
Diese letzteren dürften auch die ersten sein, die sich wieder von den Ideen verabschieden und sich besseren Gefilden zuwenden, wenn es nicht so läuft wie erträumt, aber die haben meistens auch andere Eisen im Feuer (reiche Eltern, Bildung...) und können sich daher problemlos die eine oder andere Sackgasse im Leben leisten, sofern sie unterwegs nicht "milieutypisch" an Drogen, strafbaren Handlungen oder anderen Hindernissen scheitern.

Eine Option, die die ersten zwei Gruppen nicht haben, weshalb sie sich um so verbissener an den Ideen festklammern.



Meines persönlichen Erachtens ist die Neigung zum Anarchismus sowas wie eine https://de.wikipedia.org/wiki/Regression_(Psychoanalyse), eine unbewußte Sehnsucht zur Rückkehr in ein Alter, in dem man von "Hierarchien" und ihren Anforderungen noch nichts wußte und nur für die eigenen Bedürfnisse lebte -

nämlich als Kleinkind, sorgenfrei und von jeder Verantwortung für irgendwelche Lebensentscheidungen frei. Dieser Zustand wird wieder angestrebt ("Essen und Wohnung umsonst, nur das tun was man selber will, niemandem gehorchen müssen, keine Entscheidungen anderer akzeptieren müssen etc." - der typische Zustand eines kleinen Kindes, dem man noch alles durchgehen läßt!),

aber dabei wird der winzige Punkt übersehen, daß ein Kleinkind auch für all das bezahlt - nämlich mit dem totalen Mangel an Autonomie. Ein Kind entscheidet nicht über seine eigenen Lebensumstände, sondern alle Umstände werden von anderen über seinen Kopf hinweg entschieden.
Also exakt das Gegenteil von dem, was ein Anarchist wirklich will, denn er will null Verantwortung, null eigene Anstrengung bei gleichzeitig voller Autonomie.
Was dummerweise nicht funktioniert, bei einem Erwachsenen, von dem die Übernahme von Verantwortung, zumindest für sein eigenes Leben und seinen Anteil an einer funktionierenden Gesellschaft, erwartet wird.

Das gleiche haben wir im überstaatlichen Sinn gerade mit dem Brexit - die Briten wollen raus aus der EU, keine Verantwortung, keine Zahlungen etc. mehr tragen, keinen Vorschriften der EU mehr gehorchen, Anarchie auf zwischenstaatlicher Ebene, aber nach wie vor alle Vorteile einer Mitgliedschaft genießen.

Sie glauben sich diese Forderung erlauben zu können, weil sie sich für unverzichtbar halten - und müssen gerade erkennen, daß das keineswegs der Fall ist, daß die EU sich nicht erpressen läßt, und daß EU-Vorteile eben auch nur für EU-Mitglieder gelten (sollen und dürfen).
Wer sich aus eigener Dummheit jenseits davon stellt, braucht sich nicht wundern, wenn ihm alle Vorteile gestrichen werden, und muß mit dieser seiner eigenen Entscheidung samt Folgen dann auch leben.

In menschlichen Gemeinschaften war das schon immer so, wer sich absichtlich abseits stellte, überall mitessen wollte ohne jemals eine Gegenleistung zu erbringen, dem wurde irgendwann der Stuhl vor die Tür gestellt, er wurde vors Stadttor geschickt und das Tor hinter ihm zugeschlagen, und was dann weiter mit ihm geschah, hat niemanden mehr interessiert.
Denn "wichtig" oder "unverzichtbar" war er nicht, als Leistungsverweigerer.
(In einigen Kulturen behandelte man Leistungsverweigerer sogar extrem, die Bandbreite lief vom gefürchteten "Arbeitshaus" europäischer Städte - das war real Gefängnis mit Zwangsarbeit, nur daß man dort völlig ohne Anklage, Anwalt, Gerichtsverfahren oder Widerspruchsrecht landete - bis zum sofortigen "Kopf ab" für Streuner und Bettler im alten Japan.)

In der heutigen "soften" Demokratie haben Leistungsverweigerer bessere Chancen, zumindest landen sie nicht auf der Landstraße wie in früheren Zeiten, aber auch hier wird ihnen der Hintern nicht gepampert, wie das Kleinkind in ihnen es gerne möchte. Und dann träumt man halt schon mal von der totalen Zerstörung dieser "bösen" Gesellschaft, die sich nicht erweichen, nicht erpressen läßt, weil man in jeder Hinsicht am kürzeren Hebel sitzt.
 
Und wer bestimmt, welcher Depp für alle anderen ackern muss und wer sich auf die faule Haut legen darf?

Ich finde Deine Ansichten sehr krude und weltfremd und so zusammengezimmert, dass es Dir immer irgendwie passt und zupass kommt.

Aber für viele andere eben nicht.

Da kann ich nur wieder die "Farm der Tiere" zitieren. Der Bauer (die Obrigkeit) wird vertrieben, aber innerhalb kürzester Zeit installieren sich die nutzlosen und nur schmarotzenden Schweine als neue Obrigkeit, während das Pferd sich für die Erfüllung ihrer Ansprüche zu Tode schuftet und beim Abdecker landet.
Wer das Buch nicht kennt oder die Verfilmung, sollte das nachholen!
 
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