@masi
Ich war schon lang vor dem Betrug (und privatem Justizskandal) ein Surrealist / Anarchist - aber du hast natürlich völlig Recht: Bei einem Hass gegen die Menschheit und deren Verhaltensweisen darf man sich selber nicht ausklammern, solange man es nicht ernsthaft besser macht. Um letzteres (im Einklang mit der Natur) tun zu können, suche ich ja (u.a. hier) nach Möglichkeiten dazu - denn ganz alleine in einen Urwald zu ziehen, welcher bereits von irgendeinem Großkapitalisten als abholzbares Hoheitsgebiet betrachtet wird, ist ziemlich hart und verändert an den allgemein herrschenden Missständen sehr wenig. Danke aber dafür, dass du wenigstens nicht bloß auf mir rumhakst!!
Ich korrigiere mich daher: Mit einer aufgeklärten, vernunftbegabten Bevölkerung, (wie man sie heutzutage leider vergeblich sucht), funktioniert Anarchie durchaus!
@Fadi
Nein, ich lebe selbstverständlich nicht >vom Staat< oder >(A)sozialen Institutionen< wie bspw. dem Arbeitsamt! Tatsächlich würde ich lieber unter Brücken verhungern, als Brot von der Caritas oder der Sozialhilfe anzunehmen.
Wenn du etwas gründlicher lesen würdest, wüsstest du bereits, dass ich sogar Selbstmord und (moralisch rechtfertigbare) Seltbsjustiz vorzuziehen gedenke. Anbei: wenn du lediglich gegen Anarchie wettern willst, geh lieber auf eine rechtsradikale Seite: Du bist hier nämlich bei >Hilferuf<!
Du solltest Dein Glück vielleicht eher unter Kommunisten als unter Anarchisten suchen. Dein "Haß auf die Menschheit" ist in Wahrheit nur Enttäuschung über die existierenden Verhältnisse, und den Wunsch, irgendwo was besseres als das Erlebte zu finden oder selbst zu erschaffen, äußerst Du ganz offen. Einschließlich der Erkenntnis, daß das für den Einzelnen kaum zu schaffen ist, wenn es Breitenwirkung haben soll, deshalb Deine Frage nach Gleichgesinnten - und die wären unter Kommunisten einfacher zu finden, weil die im Unterschied zu den heutigen oberflächlichen Möchtegern-Anarchisten meist noch wissen, worum es in dieser Bewegung wirklich geht.
Denn auch beim Kommunismus geht es zuerst mal vom Grundprinzip darum, alle Menschen auf die gleiche Stufe zu stellen und jeden behördlichen, finanzpolitischen oder sonstigen Überbau auszuschalten. Beide Richtungen sind sich ziemlich ähnlich, befruchten sich gegenseitig und bekämpfen sich auch zuweilen.
Das erneute Bonzentum im Kommunismus entsteht erst später, er ist ein natürlicher Geburtsfehler dieser Ideologie (gut hier dargestellt:
https://www.anarchismus.at/texte-anarchismus-und-marxismus/6289-anarchismus-und-kommunismus ), imho auch als Resultat der Quasi-Religiosität (im Artikel nicht direkt erwähnt), mit der die bekannten Formen des Kommunismus anstelle der vorherigen Herrschaftssysteme (man denke an die Orthodoxe Kirche in Russland, zu Zeiten der Zaren ein eigenständiges Machtgebilde, ein Staat im Staate - und heute wieder!) installiert wurden.
Zur Ablösung der früheren Systeme war das damals wohl notwendig, heute dagegen nicht mehr, da die Menschen eh nicht mehr so wie früher an die Unfehlbarkeit von "göttlich eingesetzten" Herrschern/Regierungen und der Kirche glauben.
Sprich Gehirnwäsche a la Mao, Stalin oder Pol Pot wäre heute wie Kanonen auf Spatzen abfeuern, gib den Leuten stattdessen fette nationalistische Parolen a la Putin oder Orban im Fernsehen, reicht schon völlig aus.
Hirnwäsche light und leicht gemacht
🙄
Der Anarchismus dagegen droht heute in der normalen Demokratie (wo es eine gibt) ziemlich unterzugehen. Gewerkschaften müssen nicht mehr per Gewalt erkämpft werden (anders als früher, so Anfang 20. Jahrhundert, wo schon mal die scharfen Waffen sprachen und mit Mord und Totschlag Gewerkschaftspolitik gemacht wurde), und Kommunen "light" sind heute - im Rahmen gültiger Gesetze - möglich. Wenn es allerdings z. B. mit Drogen und Drogenkriminalität ausartet, wie in Christiania, braucht sich niemand wundern, wenn die Behörden irgendwann doch einschreiten.
Wer dagegen weitgehend unterm Radar der Behörden bleibt, kann ziemlich viel "anarchistisch" treiben, ohne belangt zu werden. Beziehungsweise ur-kommunistisch, denn in diesem Entwicklungsstadium gibt es faktisch keine großen Unterschiede (nur in ideologischen Spitzfindigkeiten).