Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Allgemeine Gesellschaftskritik / soziale Pornographie

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
ihn [/I]ebenfalls als Sozial-Schmarotzer bezeichnen wollen? Fang echt mal an, dich zu entschuldigen - oder wechsele den Thread!

Soviel ich weiß, hat er sich später von diesen Ideen, Anarchismus und Kommunismus, enttäuscht abgewandt, als er merkte, daß seine Bücher Realität wurden, so bizarr das bei ihrer Drucklegung noch erschien (damals hielt man es für Satire bis Science Fiction). Zu seinem "1984" paßt der Augenzeugenbericht "Der begeisterte Selbstmord - im Gefängnis unter Mao Tse-Tung", Ersterscheinung 1960, und die Animal Farm entstand als Abrechnung mit dem Stalinismus. Moderne Analogien zu Fernsehserien "Big Brother" braucht man gar nicht erst bemühen, im Vergleich mit den realen historischen Ereignissen sind das reine Verharmlosungen.
 
@dagoa
Auch hier hast du wieder mal nur halb-recht: Orwell wendete sich zwar enttäuscht ab, jedoch nicht von den Idealen der, wie er es nannte, "sozialen Demokratie", sondern von den Verhaltensweisen der Linken und Rechten Grüppchen, sowie von deren verlogener Propaganda: Er beschreibt seine Erfahrungen aus dieser Zeit sehr hübsch innerhalb von einem seiner (meiner Ansicht nach) besten Bücher >Mein Katalonien<. Mit dem Rest hast du (diesmal) allerdings (ausnahmsweise) völlig Recht. Der russische Pseudo-Kommunismus benutzte die Naivität der (damals weit verbreiteten) Anarchisten, um an die Macht gelangen zu können - und Stalin ließ sie dann anschließend allesamt jagen, töten oder zur Zwangsarbeit in die Gulags sperren. Er ging teilweise sogar so weit, jeden erschießen zu lassen, der eine eigene Druckerpresse besaß. Auch das Ende des spanischen Bürgekriegs ist nicht allein Franco, sondern maßgeblich Stalin zu verdanken gewesen - und das Orwell`s spätere Werke von derartigen Erlebnissen geprägt wurden, ist ein Fakt. Orwell erklärte in seinem Essay Why I Write, dass er seit dem spanischen Bürgerkrieg in seinen Arbeiten immer wieder vor Totalitarismus warnt. Obwohl Anarchismus heutzutage oft mit Kommunismus in den selben Topf geschmissen wird, handelte es sich zeitweilig um erbitterte Feinde - und das, wovon Orwell sich abwandte, war der in sein Gegenteil verkehrte Kommunismus - nie jedoch seine Liebe zur Freiheit oder Anarchie - sprich: Herrschaftslosigkeit!! (Ich werfe diesem Atheist jedoch vor, das er auf dem Sterbebett um eine kirchliche Beisetzung bat: Ein bisschen gutsittliche Mittelschicht war wohl nie ganz aus ihm herauszukriegen.)
 
Zuletzt bearbeitet:
@masi
Ich war schon lang vor dem Betrug (und privatem Justizskandal) ein Surrealist / Anarchist - aber du hast natürlich völlig Recht: Bei einem Hass gegen die Menschheit und deren Verhaltensweisen darf man sich selber nicht ausklammern, solange man es nicht ernsthaft besser macht. Um letzteres (im Einklang mit der Natur) tun zu können, suche ich ja (u.a. hier) nach Möglichkeiten dazu - denn ganz alleine in einen Urwald zu ziehen, welcher bereits von irgendeinem Großkapitalisten als abholzbares Hoheitsgebiet betrachtet wird, ist ziemlich hart und verändert an den allgemein herrschenden Missständen sehr wenig. Danke aber dafür, dass du wenigstens nicht bloß auf mir rumhakst!!

Ich korrigiere mich daher: Mit einer aufgeklärten, vernunftbegabten Bevölkerung, (wie man sie heutzutage leider vergeblich sucht), funktioniert Anarchie durchaus!

@Fadi
Nein, ich lebe selbstverständlich nicht >vom Staat< oder >(A)sozialen Institutionen< wie bspw. dem Arbeitsamt! Tatsächlich würde ich lieber unter Brücken verhungern, als Brot von der Caritas oder der Sozialhilfe anzunehmen.
Wenn du etwas gründlicher lesen würdest, wüsstest du bereits, dass ich sogar Selbstmord und (moralisch rechtfertigbare) Seltbsjustiz vorzuziehen gedenke. Anbei: wenn du lediglich gegen Anarchie wettern willst, geh lieber auf eine rechtsradikale Seite: Du bist hier nämlich bei >Hilferuf<!
Du solltest Dein Glück vielleicht eher unter Kommunisten als unter Anarchisten suchen. Dein "Haß auf die Menschheit" ist in Wahrheit nur Enttäuschung über die existierenden Verhältnisse, und den Wunsch, irgendwo was besseres als das Erlebte zu finden oder selbst zu erschaffen, äußerst Du ganz offen. Einschließlich der Erkenntnis, daß das für den Einzelnen kaum zu schaffen ist, wenn es Breitenwirkung haben soll, deshalb Deine Frage nach Gleichgesinnten - und die wären unter Kommunisten einfacher zu finden, weil die im Unterschied zu den heutigen oberflächlichen Möchtegern-Anarchisten meist noch wissen, worum es in dieser Bewegung wirklich geht.

Denn auch beim Kommunismus geht es zuerst mal vom Grundprinzip darum, alle Menschen auf die gleiche Stufe zu stellen und jeden behördlichen, finanzpolitischen oder sonstigen Überbau auszuschalten. Beide Richtungen sind sich ziemlich ähnlich, befruchten sich gegenseitig und bekämpfen sich auch zuweilen.

Das erneute Bonzentum im Kommunismus entsteht erst später, er ist ein natürlicher Geburtsfehler dieser Ideologie (gut hier dargestellt: https://www.anarchismus.at/texte-anarchismus-und-marxismus/6289-anarchismus-und-kommunismus ), imho auch als Resultat der Quasi-Religiosität (im Artikel nicht direkt erwähnt), mit der die bekannten Formen des Kommunismus anstelle der vorherigen Herrschaftssysteme (man denke an die Orthodoxe Kirche in Russland, zu Zeiten der Zaren ein eigenständiges Machtgebilde, ein Staat im Staate - und heute wieder!) installiert wurden.
Zur Ablösung der früheren Systeme war das damals wohl notwendig, heute dagegen nicht mehr, da die Menschen eh nicht mehr so wie früher an die Unfehlbarkeit von "göttlich eingesetzten" Herrschern/Regierungen und der Kirche glauben.
Sprich Gehirnwäsche a la Mao, Stalin oder Pol Pot wäre heute wie Kanonen auf Spatzen abfeuern, gib den Leuten stattdessen fette nationalistische Parolen a la Putin oder Orban im Fernsehen, reicht schon völlig aus.
Hirnwäsche light und leicht gemacht 🙄

Der Anarchismus dagegen droht heute in der normalen Demokratie (wo es eine gibt) ziemlich unterzugehen. Gewerkschaften müssen nicht mehr per Gewalt erkämpft werden (anders als früher, so Anfang 20. Jahrhundert, wo schon mal die scharfen Waffen sprachen und mit Mord und Totschlag Gewerkschaftspolitik gemacht wurde), und Kommunen "light" sind heute - im Rahmen gültiger Gesetze - möglich. Wenn es allerdings z. B. mit Drogen und Drogenkriminalität ausartet, wie in Christiania, braucht sich niemand wundern, wenn die Behörden irgendwann doch einschreiten.
Wer dagegen weitgehend unterm Radar der Behörden bleibt, kann ziemlich viel "anarchistisch" treiben, ohne belangt zu werden. Beziehungsweise ur-kommunistisch, denn in diesem Entwicklungsstadium gibt es faktisch keine großen Unterschiede (nur in ideologischen Spitzfindigkeiten).
 
@dagoa.
Okay - ich gebe zu: gerade in der damaligen Zeit waren sich die Grundgedanken hinter Marx/Lenin und Bakunin in so fern sehr ähnlich, als das sie allesamt sozialistisch angehaucht waren und der Arbeitenden Bevölkerung helfen wollten. Andereseits nannten sich schon kurz darauf gänzlich andere Strömungen beispielsweise NationalSOZIALISTEN. Von eben jenen wendete sich Orwell allerdings entschieden ab. Im spanischen Bürgerkrieg nannten die Gewerkschaftsverbände ihre Anarchie "freien Kommunismus" - aber was sind diesbezüglich schon Worte? Orwell kämpfte seit dem spanischen Bürgerkrieg gegen staatliche Unterdrückung und für ein freiheitliches Zusammenleben OHNE HERRSCHAFT VON OBEN HERAB. Anders ausgedrückt: Anarchie. Kannst du mir ein Beispiel nennen, in dem normaler Kommunismus je (in der Praxis) funktioniert hat?
Es geht hier nicht um hohle Frasen oder Begriffe, sondern um ein friedliches Zusammen-leben und -arbeiten ohne Geld und Regentschaft! Wie man es nennt, ist letztendlich egal, solange es funktioniert.

@Juhser.
Ja, tust du – und entschuldige bitte die Verspätung. Wenn man sich zwischendurch mit dagoa rumschlagen muss, um nicht als Schmarotzer zu gelten, passiert so was schon mal...

Aber bevor ich loslege, würde ich gerne noch 2-3 Missverständnisse aus dem Weg räumen und eine eigene Gegenfrage stellen.

Du schriebst: >Wann ergibt ein Vorgesetzter keinen Sinn? Bitte konkret beanworten! Werden die "sinnlosen" Vorgesetzten dann "ausgetauscht"? Durch wen?<

Nein, die werden nicht ausgetauscht – aber anstelle von übergeordneten Vorgesetzten gibt es nur noch gleichberechtigte Mitarbeiter, welche teilweise, aufgrund von größerer Erfahrung, nützliche Hilfestellungen anbieten können (und dürfen). Die Füße hochlegen aufgrund etwaiger Untergebener oder ein Herumscheuchen anderer Mitarbeiter wird jedoch nicht als akzeptabel gelten. Wichtige Entscheidungen müssen in der Gemeinschaft besprochen werden – und falls eine ganze Gruppe andere Herangehensweisen bevorzugt, bekommt sie eben eine neue, unabhängige "Polis".

Des weitern schreibst du: >"Selbst unsere besten Absichten können zu den grausamsten Gemetzeln führen."
Verstehe den Zusammenhang zu unserem Thema nicht.<
Vermutlich gab es da auch gar keinen. Trotzdem: Die größten Kriege wurden immer für hohe Ideale geführt: "Für Gott" oder "das Gute" oder eben auch "Freiheit und Gerechtigkeit". Normalerweise glauben beide Seiten auf einem Schlachtfeld, SIE ALLEIN wären im Recht. Echte Anarchisten lehnen deswegen militante Vorgehensweisen genauso strikt ab, wie eine Gleichschaltung der Bevölkerung (bspw. durch Uniformen).

>"Statt starrer Regeln wären daher flexible sinnvoller, denn jeder Fall ist ein Einzelfall."
Bitte konkretisieren!!! Verstehe ansonsten nur Bahnhof.<

Das konkretisiere ich sehr gerne, denn es ist vermutlich der Schlüßel zum Verständnis für anarchistische Rechtssprechung. Es gab schon immer einige Beherrscher oder Grüppchen, die glaubten, sie könnten alle Situationen im Vorfeld überblicken – und hätten deswegen ein Vorrecht, pauschalisierte, immer gültige Gesetze zu erlassen, an die sich ein jeder (außer ihnen) gefälligst halten soll.

"Die Wahrheit" jedoch ist eine problematische Angelegenheit: Einerseits gibt es 7.5 Milliarden eingeschränkte, sich teilweise stark wiedersprechende Perspektiven, aus denen heraus die Wahrheit zwangsläufig (und völlig zu Recht!) sehr unterschiedlich aussieht – andererseits hat jeder UND KEINER Recht, weil es außerhalb von unseren Schädeln noch ein viel größeres Universum gibt, dessen Komplexität (inklusive aller Zusammenhänge) niemand völlig zu überblicken vermag – egal, wie eingebildet oder überheblich er damit herumprahlt. Und noch etwas erschwert die Sachlage: Was an einem Tag fraglos allen richtig erscheint (bspw. "Die Erde ist im Zentrum von allem") kann sich schon am nächsten Tag wieder als völlig falsch herausstellen, wenn neue Erkenntnisse hinzukommen oder andere Situationen entstehen: Das Universum selbst ist keine klar feststehende Konstante!

Statt somit zu sagen, "ein Dieb ist ein Dieb", muss man, wie es hierzulande und heutzutage glücklicherweise bereits teilweise gemacht wird, die jeweilige Tat genauer betrachten und die Umstände bedenken, welche zu ihr geführt haben: jemand, der mit böser Absicht die letzten 500,- Euro aus der Handtasche einer Rentnerin klaut, um sich gewissenlos an ihrem Leid zu weiden, ist nicht auf demselben Niveau wie jemand, der aus einer verzweifelten Notlage heraus, dieselbe Summe aus dem Geldbeutel eines reichen Vorgesetzen klaut, welcher ihn zuvor um das mehrfache dieser Summe zu bescheißen wußte: Das Verständnis der jeweiligen Absicht dahinter und der gesamten Umstände drumherum ist es, welche eine gerechte Beurteilung dessen, was IM JEWEILIGEN EINZELFALL einer gerechten Strafe entsprechen könnte, überhaupt erst möglich macht. Mord ist nicht gleich Mord – und ein Gesetz, dass jedem Mörder dieselbe Bestrafung androht, ist ein dummes, pauschalisierendes, unwissend-besserwisserisches Gesetz, welches eine Anarchie nicht braucht.

Was nun meine Gegenfrage betrifft: Willst du 20 Sätze darüber, wie ich mir eine utopische best-of Anarchie am liebsten wünschen würde, oder 20 Sätze darüber, was in einem realistischen Rahmen derzeit vielleicht noch irgendwo umsetzbar ist (- falls die Umgebung dabei mitspielt)?
 
Zuletzt bearbeitet:
Was nun meine Gegenfrage betrifft: Willst du 20 Sätze darüber, wie ich mir eine utopische best-of Anarchie am liebsten wünschen würde, oder 20 Sätze darüber, was in einem realistischen Rahmen derzeit vielleicht noch irgendwo umsetzbar ist (- falls die Umgebung dabei mitspielt)?

Was hast du denn bis jetzt konkret dafür getan, um die aktuelle Gesellschaft zu verändern?

Kritik kann ja jeder.
 
@Fadi.
Ich bin Künstler, schreibe und male - weshalb ich finde, kritisieren SOLLTE ein jeder...
Auf anderen Leuten herumzuhacken ist jedenfalls dümmer!!
 
@Fadi.
Ich bin Künstler, schreibe und male - weshalb ich finde, kritisieren SOLLTE ein jeder...
Auf anderen Leuten herumzuhacken ist jedenfalls dümmer!!

Bist du irgendwo engagiert? Irgendwo ehrenamtlich tätig? Hast du einen Verein? Bist du in einem Anarchy Club?
Tust du irgendwas, um die Missstände, die du hier anprangerst, irgendwie vorzubeugen?

Sorry, ansonsten ist das für mich nur bla bla bla.
 
Sag mal Fadi: Wie verbesserst du denn diese Welt? Jedenfalls sicherlich nicht, indem du mir dabei zu helfen versuchst! Betrachte dies bitte nur als blahblah - und geh einfach woanders hin!
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben