Sollte die ''Abwrackprämie'', die ich durchaus auch als eine Vernichtung von Werten betrachte, zu dem Zweck eingeführt worden sein, die heimischen Automobilhersteller zu unterstützen, dürfte dieser Versuch wohl gescheitert sein. Audi, BMW und Co. bedienen eher das obere Fahrzeugsegment. Profiteure sind ausl. Hersteller, die eher im Sektor der Klein- und Kleinstwagen sowie der Billigangebote vertreten sind. Renault, Peugeot, Fiat dürften ganz gut dabei sein, ebenso wie Dacia und Lada, deren Verkaufszahlen ebenso angestiegen sind. Letztlich greift der Staat hier in den Markt ein und subventioniert ausl. Hersteller. Ich denke, der Markt sollte es in diesem Fall selbst regeln, zumal ein PKW nicht für alle Bürger zwingend ''überlebenswichtig'' ist und andere Maßnahmen - z.B. Prämien für energiesparende und täglich im Einsatz befindliche Haushaltsgeräte oder Anreize zur Sanierung von Altbaubestand - in der Masse gesehen sinnvoller wären.
Automobilhersteller müssen ohnehin auf den Markt reagieren, wenn sie überleben wollen. Machen sie eine miserable Modellpolitik (z.B. nur Oberklasse), werden sie durch den Kunden in schwierigen Zeiten abgestraft. So ist es ja jetzt auch geschehen. Also werden Audi, BMW und co. nachsitzen und ihre Modellpolitik wohl überdenken. Erste Ansätze dazu sind zu sehen, z.B. der neue A1.
Dennoch: Einen technisch wie optisch einwandfreien Wagen im Alter von sagen wir mal 10 oder meinetwegen auch 15 oder 20 Jahren in die Presse zu stecken, um sich dann auf ein Billigangebot (z.B. Lada) zu stürzen...naja, irgendwie klingt das alles ziemlich kurios, wenn nicht absurd. Wo ist der Umwelteffekt? Und der Ehrlichkeit halber müssen wir auch die vollständige Co2 Bilanz berücksichtigen,also die die Produktion und die Entsorgung eines Automobils mit einschließt. Da sehen selbst neue Hybrids nicht mehr ganz so ''grün'' aus...
Noch ein Gedankenspiel: Jemand fährt einen PKW eines namhaften und qualitätsbewußten Herstellers, Bj. 1975. Diesen fährt er - weil er sonst viele Wege zu Fuß oder per Fahrrad erledigt - maximal etwa 10.000 km im Jahr. Ein anderer kauft sich einen technisch auf dem neusten Stand befindlichen modernen Wagen (erfüllt also alle Voraussetzungen, um sich auch mit einem guten Gewissen ins Bett zu legen), fährt diesen aber (berufsbedingt) 50.000 bis 100.0000 km im Jahr! Letzteres Fahrzeug dürfte also auch einem ziemlich hohen Verschleiß ausgesetzt sein und eher in der Schrottpresse landen, als der gepflegte Wagen aus dem Jahr '75...
Fahrer älterer Wagen generell als Umweltsünder zu brandmarken wäre zu kurz gedacht. Man muß viele Faktoren berücksichtigen: Finanzielle Mittel? Was für ein Fahrzeug? Oldtimer? Youngtimer? Kilometer/Jahr? Einsatzgebiet?
Der Kauf eines alten Fahrzeugs wäre für mich durchaus denkbar, denn: ich schone die Umwelt! Was lange hält, da nur gelegentlich genutzt, muß nicht neu produziert werden.
😀