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Abneigungen, depressive Störungen, ...

So, ich melde mich mal wieder mit neuen Erkenntnissen. In letzter Zeit konnte ich nochmal über meine Situation nachdenken und vor allem mit anderen Leuten nochmal darüber reden, was mir weiter die Augen öffnete, was meine Probleme angeht, die wir seit 19 Seiten diskutieren.

Ich bin zum Schluss gekommen: Das einzige, was mir im Leben fehlt, und weswegen ich die depressiven Störungen und Abneigungen habe, ist Spaß und Freude. Das kann ich seit etwas mehr als 2 Jahren einfach nicht mehr verspüren... Ich bin traurig, keinen Spaß im Leben zu haben, und die Abneigungen kamen daher, dass ich einfach nur eifersüchtig bin auf diejenigen, die Spaß am Leben haben. Ich hätte wahrscheinlich selber gerne so ein Leben wie diejenigen, gegen dessen Lebensweisen ich immer diese Abneigungen empfunden habe. Ich bin mir sicher, dass es das ist.

Generell gehe ich davon aus, dass ich in Wirklichkeit wirklich nur dann glücklich sein kann, wenn ich meine Lebensweise etwas an die der meisten anderen angleiche. Nicht, um beliebter zu sein oder so, das fehlt mir nicht. Sondern weil ich davon ausgehe, dass ich selbst ein Mensch bin, der es teilweise braucht, so zu leben wie die meisten anderen. Dass ich einer bin, der aus sich rausgehen muss, anstatt dass er zum Sklaven seiner eigenen Emotionen verkommt.

Das zentrale Thema bei mir ist, wie ich nun herausfinden konnte, wohl eine Angststörung. Eine sehr tief in mir drin befindliche Angst. Die ist der wahre Grund, weshalb ich nicht aus mir raus kann. Weshalb ich mich nicht ohne Weiteres in Unwägbarkeiten und ungewohnte Situationen stürzen kann. Beim Gedanken daran, eine Disco zu betreten, bekomme ich die blanke Panik. Nix Abneigungen, nix provoziert fühlen, das waren nur saublöde Alibis meinerseits. Ich habe anderen Leute Dinge unterstellt, obwohl ich selber ja das Hauptproblem bin. Ich habe mich unbewusst monatelang hinter meiner Angst versteckt, indem ich mir eingeredet habe, Abneigungen gegen anderstickende Leute zu haben, und mir selbst versucht, Mut zuzusprechen, indem ich zu mir sagte: "Ich lebe weiter so, wie ich es getan habe, das ist das einzig Vernünftige".

Das Schlimmste an der ganzen Sache: Ich habe angefangen, die anderen Leute allesamt zu werten. Und das, obwohl das Problem wie gesagt zu 100% bei mir liegt, und nicht in der Gesellschaft. Durch meine tief sitzende Angst meide ich ungewohnte Situationen, schon seit immer. Ich muss stets mein Leben kontrollieren und immer die selben Rituale einhalten und Dinge tun, weil ich ansonsten Angst und Panik bekomme. Das führt mit der Zeit aber dazu, dass das Leben furchtbar eintönig und langweilig wird. Und genau das ist das, was mich seit gut zwei Jahren so unglücklich macht. Ewig habe ich gegrübelt, weshalb es der Fall ist. Ich dachte erst, mir würde eine feste Beziehung fehlen, das Gefühl, geliebt zu werden, dann dachte ich, es wären die Lebensweisen anderer Leute, die mich niedermachen. Alles Blödsinn hoch 10. Spaß und Freude ist das einzige, was mir im Leben fehlt. Aber ich weiß genau, dass ich beides nicht haben werde, wenn ich so weiterlebe, wie ich es gerade tue, das ist der springende Punkt! Grundlegende Dinge müssen sich ändern, damit ich Spaß empfinden und glücklich sein kann. Diese Dinge lassen sich aufgrund meiner Ängste aber nicht von heute auf morgen ändern. Ich muss mich da Stück für Stück herantasten an meine Ängste und sie Stück für Stück besiegen. So werde ich allgemein offener werden und in der Lage sein, ohne weiteres neue, aufregende Dinge auszuprobieren. Ich gebe mir selber Zeit, auch wenn es nicht angenehm ist. Aber ich wüsste nicht, wie es anders gehen sollte.

Nach all dem, was in den 19 Seiten dieses Threads steht, wird der kommende Satz wohl wie ein schlechter Witz klingen, aber ich halte es absolut nicht für ausgeschlossen, dass es so ist: Vielleicht werde ich an Parties und Discobesuchen (solange sich die Dinge natürlich in Grenzen halten) sehr viel Spaß machen, sobald meine Ängste verschwunden sind. Es gab schon öfters Situationen, von denen ich vorher dachte, dass sie mir absolut nicht taugen und ich sie niemals ausprobieren würde, z.B. das Anlegen eines Facebook-Accounts (wobei das auch schon 2 Jahre her ist) oder, als neustes Beispiel, das regelmäßige besuchen des Fitnessstudios, was mir irrsinnig viel Spaß macht (und das als ehemaliger Sportmuffel). Man sollte niemals nie sagen, erst recht nicht, bevor man die Situationen nicht selbst mal ausgetestet hat.

Konfrontation mit der Situation wäre aber das denkbar Schlechteste, was ich nun machen könnte, bei meinen Paniken. Nach und nach Ängste abbauen und lockerer werden, das ist nun der Weg da raus, nicht der direkte Gang in die Disco an diesem Freitag, das würde mich stand jetzt noch tiefer ins Loch ziehen. Bei mir bedarf es andere Dinge, um diese missliche Situation in den Griff zu bekommen. Ich weiß nicht, woher meine Ängste kommen, aber das tut auch nichts zur Sache. Irgendeinen Grund wird es geben, denn ich glaube nicht, dass meine tiefe Angst angeboren ist.

Eine Sache, die ich mit als erstes anpacken möchte, wurde auch schon in diesem Thread diskutiert. Ich möchte nun anfangen, offen auf Personen des anderen Geschlechts zuzugehen. Eine Beziehung ist zwar wie gesagt nichts, was ich brauche, aber Ansprechen von Mädels, das wäre wohl zunächst das Hilfreichste, wenn es darum geht, langsam lockerer und verspielter zu werden. Und meine Ängste sind in dieser Thematik nicht so groß, als dass ich das aus panischen Gründen nicht hinbekommen würde. Und es ist (noch) eine sehr ungewohnte Situation für mich, und in solche möchte ich mich nun vermehrt begeben, um meine Ängste abzubauen. Es wäre gutes Training, welches sogar einen doppelt positiven Effekt haben könnte.

Der Prozess des Ängste Abbauens ist aber auch eine Einstellungssache. Andere Leute haben mir folgenden Rat gegeben: Ich sollte doch die Welt und die Gesellschaft von nun an mit großer Neugier begegnen. Jeden Moment, den ich nun erlebe, neugierig in mich aufsaugen. Jeden morgen neugierig in die Uni gehen und den anderen Leuten und der Gesellschaft neugierig begegnen. Ohne Vorurteile. Ich soll mich in Neugierde auf ungewohnte Situationen einlassen, schauen, wie diese so sind. Das mag alles leichter gesagt als getan klingen, aber ich habe es mal versucht, und es scheint tatsächlich etwas zu bringen, der Welt und der Gesellschaft mit Neugierde zu begegnen.
 
Hut ab, vor deinen mut und deiner erkenntnis.
du schaust dem was ist offen entgegen und suchst nach lösungen.
ich denke das fast alle emsnchen genau dem ausweichen...und dann da hängen bleiben,das sie doch ein einsamer singel sind und eigentlich nur jemandne bräuchten,den sie lieben.


doch man braucht eigentlich nur sich selbst. sich selbst lieben...und für sich selbst dinge tun,die man braucht,finde ich wichtig. so hast du dich mit dir eingehend beschäftigt und hast etwas gefunden,was dich auf deinen weg weiter bringen wird.

diese ängste , denke mal irgendwie hat die jeder. wer geht schon gern ganz allein in eine disco?...
das du da schaust..bei dir , nachdem was du so brauchst finde ich klasse. auch das du sagst, ich kann mich nicht sofort krass konfrontieren....du scheinst dich gut zu kennen.
doch passe auf, wo du eventuell etwas verdrehst und dir vieleicht nicht doch wieder die angst etwas zu erzählen versucht. 😉
ich meine damit nur, das man manchmal erklärungen hat, was man braucht...und es im endeffekt auch wieder angst ist...die einen so schöne erklärungen gibt.


will dir nichts negatives erzählen...denke aber manchmal ist es auch hilfreicher,sich zu konfrontieren. Kennst du andere,wo du vieleicht mit in eine disco gehen könntest,dich anhängen,mitgehen?
ich würde verschiedene dinge ausprobieren und versuchen mich selbst heraus zu fordern. also ich mache as manchmal....dazu braucht es dann erst mut, dennoch bin ich hinterher oft froh ,etwas neues gemacht zu haben.

und deine erkenntnis, das nur freude fehlt. das ist ja das ding,ohne freude im leben kommen depris. ganz logisch.
freude ist eigentlich trauer über sich und sein leben. also so sehe ich das.
wer dann keinen ausweg aus der freudlosen geschichte sieht...also kein erreichbares ziel vor augen hat...der landet immer tiefer in depris.
das leben ist ebn freude und tun.🙂
 
Hallo Schmetterlingsflug,

danke für deine Antwort. Gleich vorweg: Ja, ich kenne Leute, an die ich mich anhängen könnte, wenns um Discobesuche geht. Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich gehe den Konfrontationen nicht aus dem Weg! Ich will mich ja jetzt in naher Zukunft konftontieren. Ich will mich nur nicht mit der Sache konftontieren, vor der ich noch am meisten Angst habe, sondern mit den Dingen, bei denen die Angst nicht so groß ist, die aber selbst noch ungewohnt sind für mich. Zum Beispiel das Ansprechen eines Mädchens, das mir gut gefällt (als eines von vielen Beispielen), wie ich im Beitrag davor schon schrieb. Das wäre für mich eine ungewohnte Konfrontationssituation. Aber eine Situation, die mir bei weitem nicht so viel Angst macht wie der Gedanke an einen Discobesuch! Und so will ich dann nach und nach offener werden für die Konfrontationen mit den Dingen, die mir wirklich Angst machen.
 
Endlich gute Nachrichten in meinem Leben: Mit 90%iger Wahrscheinlichkeit werde ich ab Mitte September nach München in eine eigene Wohnung ziehen. Raus aus dem Kaff, rein in die Großstadt. Ein selbstständiges Leben auf eigenen Beinen und eine Chance, als Noch-Landei endlich Großteile meiner Schüchternheit zu verlieren - wobei das natürlich kein Selbstläufter ist 🙂 Wenn das wirklich klappen sollte, würde ich mir auch diese nervigen Fahrten in die Uni sparen (3h/Tag). Und noch vieles mehr, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.


Allerdings gibt es auch wieder mal weniger erfreuliche Nachrichten, oder sagen wir mal: Dinge, die mich doch ein wenig verwirren... 😕 Nachdem ich ja geschrieben habe, dass ich, als ersten Schritt zu mehr Lockerheit, nun vermehrt anfangen möchte Mädchen in alltäglichen Situationen anzusprechen. Da ich das mit dem Internet längst zu den Akten gelegt habe und wochenends nicht feiern gehe, sah ich das immer als vorerst einfachste und effektivste Methode, überhaupt erstmal mit Mädels in Kontakt zu kommen und mich daran zu gewöhnen (mir ist noch nicht mal wichtig, dass sich daraus dann schon was entwickelt). Ich habe mich aber in den letzten Tagen mal ein wenig informiert, und scheinbar ist es gar nicht so, dass Mädels in alltäglichen Situationen angesprochen werden möchten... Auch wenn es die meisten Kerle behaupten. Die meisten Frauen behaupten aber, dass sie sowas total plump finden, für einige ist es gar eine Frechheit, und die Zahl derjenigen, die wirklich angesprochen werden möchten, ist echt verschwindend gering... Klar tummeln sich da draußen viele Perverslinge, aber dafür müssen dann die gescheiten Männer den Preis zahlen... Aber gut, darum geht's jetzt nicht. Was ich mich frage: Es ist ja bekannt, dass Frauen keine Männer ansprechen. Aber wenn man als Mann ein Frau anspricht, ist es auch wieder nicht ok? 😕 Man könnte echt meinen, die Frauen möchten die Männer heutzutage nur noch über soziale Medien kennenlernen, oder via "Zufallskontakt", aber bloß nicht angesprochen werden, das ist viel zu plump... 🙄 Eigentlich hatte ich vor, in der kommenden Woche mal ein paar wenige Mädchen anzusprechen, die mir auf Anhieb wirklich gut gefallen (also nicht jede x-Beliebige), um mal ein Gefühl für das alles zu bekommen. Aber mittlerweile frage ich mich, ob das überhaupt nötig ist. Ich wäre der Letzte, der irgendeinen plumpen Spruch reißen würde, aber scheinbar wird man trotzdem ziemlich schnell in dieser "Aufreißer-Schublade" gesteckt.

Problem ist: Ich weiß gar nicht, wie ich sonst Mädels kennenlernen soll. In der Fußgängerzone oder im Park gäbe es so viele Möglichkeiten, aber wenn die scheinbar wertlos sind, dann bleibt nicht mehr viel.
 
So, ein weiteres, diesmal sehr kurz gehaltenes Update zu meiner Situation, in mathematischer Form:

Depressive Störungen + Abneigungen = Vergangenheit!
 
Hast du die hilfreiche "neugierige Haltung" auch
schon mal im Kontakt mit weiblichen Menschen
versucht?

Und hast du auch eine "mathematische" Lösung
für X + Y = Freude und Spaß? Also was sind X und
Y für dich, wenn du bisher Freude und Spaß hattest?

Viele Grüße und Danke für deine Updates, die ich
leider erst heute gesehen habe (mein automatisch
Benachrichtigungsfunktion für abonnierte Threads
funktioniert grade wohl nicht mehr ...).

Werner
 
An die mathematischen Variablen für X und Y, die zusammen Spaß und Freude ergeben, muss ich mich herantasten. Eines ist auf jeden Fall klar: Ich muss in eine Großstadt, ansonsten befürchte ich, wieder rückfällig zu werden, was die depressiven Störungen angeht. Ich habe in den letzten drei Wochen sehr viel über mich und vor allem über andere Leute herausgefunden. Ich habe nun angefangen, mir selbst einen Lebenstraum zu definieren: Selbstverwirklichung.

Diesen Traum werde ich aber nur dann erreichen, wenn ich in eine Großstadt ziehe. Meine depressiven Störungen fingen, wie ich in diesem Thread schon zuhauf erwähnte, vor drei Jahren an, aber ich weiß jetzt wieder, dass ich bereits vor sechs Jahren Gedanken im Kopf hatte wie "ich bin ein Stubenhocker, und ich bin damit nicht glücklich. Aber mir fehlen die finanziellen Mittel und irgendwo auch die Leichtigkeit, um das zu ändern".

Mein Stubenhockerdasein hat meine Depressionen ausgelöst. Über Jahre hinweg, insbesondere in meiner Jugend. Alle Altersgenossen haben draußen ihr Leben gelebt, ich bin 8 Stunden am Tag vor dem PC gesessen. Primitiverweise fühlte ich mich dabei sicher und geborgen (da mir die sozialen Fähigkeiten fehlten, mir einen Freundeskreis aufzubauen, etc.). Deswegen habe ich nie was an meinem Zustand geändert, denn durch die Sicherheit, die ich in meiner Bude hatte, war es einfach, mir einzureden, dass ich glücklich sei. Was aber nicht stimmte. Leider bemerkte ich es zu spät.

Heute ist es noch nicht sehr viel anders. Mittlerweile besitze ich zwar die sozialen Fähigkeiten, im echten Leben Freunde zu finden, aber ich sitze nachwievor bis zu 6 Stunden am Tag am PC. Aus einem Grund: Es gibt hier einfach nichts, was ich sonst machen könnte, insbesondere an freien Tagen. Ich lerne für die Uni (auch das geht am PC, da ich Informatik studiere), dann geh ich 3x die Woche für 3 Stunden zum Sport, und den Rest meiner Freizeit verbringe ich am PC - nach wie vor. Weil es hier einfach nichts gibt, was ich sonst machen könnte. Freundschaften habe ich mir hier im Kaff in meiner Jugend wie gesagt keine aufgebaut, meinen Freundeskreis habe ich mir in den letzten Monaten in München aufgebaut. Was bedeutet, dass man sich an freien Tagen nicht sieht. Und an Uni-Tagen ist es auch eher unvorteilhaft. Deswegen wäre ein Umzug für mich sehr wichtig. Ich bin drauf und dran, ab Oktober in eine eigene Wohnung in München zu ziehen (es würde auch das Studium erheblich erleichtern). Aber noch ist da nichts in trockenen Tüchern.

Der Umzug ist aber notwenig, um meine ersten Schritte richtung Selbstverwirklichung zu tätigen. Hier in dem Kaff werde ich Selbstverwirklichung niemals erlangen. Ich möchte alleine leben. Ich möchte alleine wohnen. In einer Großstadt. Sodass ich immer das tun und lassen kann, was ich will, und mich mit den Leuten umgebe, mit denen ich mich umgeben will, wann immer ich will. Meine Persönlichkeit entfalten, raus aus dem Kopf und aus den Gedanken und das Leben genießen. DAS sind die Variablen X und Y, die miteinander addiert für mich Spaß und Freude ergeben. Es gibt mir nämlich keine Freude, stundenlang am PC zu sitzen. Es gibt mir viel mehr Freunde, draußen unterwegs zu sein. Aber was willst du in einem Kaff ohne Freunde groß machen? Und jetzt brauch ich auch nicht mehr damit anzufangen, mir hier etwas aufzubauen. Ich will schnellstmöglichst raus hier. Einfach nur raus. Selbst für mein Leben und meinen Lebensunterhalt sorgen. Dass das mit dem Umzug nach München klappt, hat momentan absolut oberste Priorität und der Umzug könnte ein Schlüsselmoment in meinem gesamten Leben werden. Für mich geht es jetzt auch schon mit großen Schritten auf die 22 zu, ich besitze aber die Lebenserfahrung eines 14jährigen. Und ich warte sicher nicht fünf Jahre, bis mein Studium fertig ist, bis ich in eine Großstadt ziehe. Bis dahin bin ich fast 27, da will ich nicht nachwievor die Lebenserfahrung eines Teenagers besitzen. Ich bin jung und absolut hungrig darauf, nun Dinge zu erleben, die ich erleben WILL, die ich mich aber niemals getraut hatte, zu erleben. Ich will weg von der scheiß Kiste. Ich will mich integrieren. Und ich will anderen Leuten etwas Gutes tun, indem sie das Vergnügen haben, mit mir in Kontakt zu sein.


Bezüglich des weiblichen Geschlechts gibt es auch Neues, wobei das eher Dinge sind, die nur mich betreffen 😉 Ich habe damit angefangen, Mädels auf offener Straße anzusprechen. Waren bisher aber erst drei Stück, aber es fiel mir überhaupt nicht schwer. Mit einer von den Dreien hatte ich sogar etwas, was man in der Fachsprache ein "Sofort-Date" nennt. Letztendlich sind wir aber, da ich es so wollte, ohne Kontaktdatentausch wieder auseinandergegangen (ich war dann doch nicht so neugierig auf sie). Heute frag ich mich trotzdem, wovor ich immer solchen Schiss hatte. Wobei ich fairerweise dazusagen muss, dass mir auch ein Buch dabei sehr geholfen hat.

Nachdem ich all die Jahre dummerweise das Zeugs von den Pick-Up-Gurus konsumiert habe, bin ich vor wenigen Wochen auf einen Flirtcoach gestoßen, der Pick-Up verabscheut (ja, auch sowas gibt, und er ist der Einzige Flirtcoach, den ich kenne, der kein Pick-Up betreibt und sogar eine feste Freundin hat). Von den Gurus ist bekannt, dass sie Angst vor echter Nähe mit Frauen haben, und Pick-Up-Tricks sind nichts weiter als Angstübertünchter. Der Typ, auf den ich jetzt gestoßen bin, hatte früher die selbe Angst, hat diese aber nicht übertüntcht, sondern bei sich selber an der Wurzel gepackt und letzten Endes komplett besiegt. Und genau diese Methoden bringt er anderen Männern in seinen Werken bei. Ich habe mir eines seiner Bücher gekauft, ich habe es mir einen niedrigen dreistelligen (!) Geldbetrag kosten lassen... Aber JEDER Euro war es wert!

In dem Buch geht es zwar in erster Linie darum, die Angst vor Frauen und die Angst vor dem Flirten zu verlieren. Aber in dem Buch werden extrem wirkungsvolle Techniken beschrieben, die eigene Ängste einfach in Luft auflösen lassen. Das bedeutet, man verliert nicht nur Frauen gegenüber seine Ängste, sondern es hilft einem in allen Lebensbereichen und -situationen. Das Buch geht sehr tief in die Psychologie. Die Techniken, die darin beschrieben werden, sind aber eigentlich nichts Besonderes, die bekommt man auf dem Stuhl eines jeden Psychologen auch. Aber in Schriftform kann man sich diese Techniken immer wieder herholen und es ist viel effektiver. Die darin beschriebenen Techniken zeigen, wie du deine Persönlichkeit entfaltest, OHNE dass du dich dabei verstellst. Und im Gegensatz zu den Pick-Uppern, die gerne ihre eigenen Methoden präsentieren, holt sich "mein" Flirtcoach die Ratschläge auch von außen. So wird in dem Buch zum Beispiel "The Work" von Byron Katie beschrieben (Eine kurze Erklärung dazu gibt's hier: The Work of Byron Katie).

Durch "The Work" habe ich gelernt, dass es sinnlos ist, sich über die Dinge zu beschweren, die sich sowieso nicht ändern lassen. Statt zu versuchen, die Welt zu ändern (was ich immer tat), sollte man lieber versuchen, die Dinge zu ändern, auf die man aktiv Einfluss hat (was ich nun tue). Seither sind meine Abneigungen gegenüber anderstickenden Leuten so gut wie verschwunden. Wenn es mir nochmal auf den Magen drückt, wenn ich die Lebensweisen anderer Leute sehe, dann eher aus Neid (aber das habe ich schon vor knapp 6 Wochen herausgefunden und in diesem Thread auch angesprochen). Meine Meinung gegenüber denjenigen, die sich wöchentlich an Wochenenden volllaufen lassen, hat sich natürlich nicht verändert. Aber wie gesagt, ändern kann ich es eh nicht. Ich denke mir halt meinen Teil dazu, aber es provoziert mich nicht mehr. Zumindest nicht mehr in derartiger Intensität. Ich habe in den letzten Wochen gelernt, dass jeder Mensch selbst für sein eigenes Glück verantwortlich ist.

Auch sonst hat mir dieses Buch sehr wichtige Erkenntnisse gebracht. Es hat beispielsweise mein völlig zerstörtes Frauenbild binnen drei Wochen wieder komplett repariert - komplett! Jahrelang befand ich mich in der Opferrolle, war der Meinung, Frauen hätten die Macht über Männer, weshalb sie nur mit Macho-Tricks zu knacken wären. Durch das Buch weiß ich: Frauen haben in Wirklichkeit viel mehr Angst als Männer, und ausschließlich das ist dafür verantwortlich, dass sie den Männern die kalte Schulter zeigen - zumindest denen, bei denen sie sich unsicher fühlen, da er es nicht schafft, ihnen die Ängste zu nehmen (das Buch beschreibt, wie man ihnen die Ängste nimmt). Der ganze Mist, den ich früher geglaubt hatte, dass Frauen arroganter wären je besser sie ausschauen und so weiter, all das glaube ich jetzt nicht mehr. Das ist aber nur ein Beispiel von gaaaaanz vielen. Wenn ich mir das Buch die Tage nochmal durchlese, kann ich ja mal alles aufschreiben, was für mich eine sehr wichtige Erkenntnis war, und hier mal auflisten.

Die Pickup-Gurus sind der Meinung, dass Flirten etwas ist, was man LERNEN muss - und werfen dir dann einen Flirttipp nach dem Anderen entgegen, weil sie der Meinung sind, dass man genau dann gut mit Frauen wird, wenn man diese Tipps verinnerlicht (weil es Tricks sind, um seine Ängste zu übertünchten). "Mein" Coach dagegen ist der Meinung: Flirten muss man nicht lernen. Wenn man nicht flirten kann, dann liegt das daran, dass man allgemein Ängst hat, und nicht nur vor Frauen, und dass man allgemein ein unsozialer Mensch ist. Er hilft einem dann dabei, sozialer zu werden und sich einen Männer-Freundeskreis aufzubauen. Und durch die hinzugewonnene Lockerheit wird man dann auch gut im Flirten. Daher gibt es von ihm auch keine Flirttipps in dem Sinne, sondern Techniken, wie man seine Ängst in allen erdenklichen Situationen auflösen kann.

Eine weitere Sache, die mir erst durch das Buch bewusst wurde: Alle Menschen lieben es, mit wildfremden Leuten zu kommunizieren. Klingt komisch, ist aber wirklich so. Das habe ich in diesem Buch ebenfalls gelernt und in den vergangenen zwei Wochen bereits in die Tat umgesetzt. Ich fange mittlerweile Gespräche mit den Leuten an, wo immer sie sich befinden. Vorletzte Woche habe ich allein in vier Tagen sechs neue Bekanntschaften (4 männlich, 2 weiblich) geknüpft - nachdem ich mit ihnen einfach ein Gespräch angefangen habe. Aus dem Nichts heraus. Mein Selbstbewusstsein hat sich EXTREMST verbessert, allein durch das zweimalige Lesen des Buches. Ich zitiere kurz die Stelle im Buch, die bei mir diesbezüglich den Groschen fallen ließ:

"Wir sind soziale Wesen. Normal ist, dass wir uns miteinander unterhalten. Unnormal ist, dass wir im Bus stumm nebeneinander stehen oder auf der Straße anonym aneinander vorbeilaufen."

Das sind die wahren Gründe, weswegen ich bereit war, 150 Euro für ein 117seitiges Buch auszugeben. Das Buch wurde damit beworben, es würde einem in allen erdenklichen Situationen die Ängste nehmen. Und das Buch hält, was die Werbung verspricht, zu 100%. Es beschreibt, was Ängste auslöst (in allen Situationen), wie man diese Ängste besiegt (in allen Situationen), sogar wie das Gehirn funktioniert und welche Stelle aus welchen Gründen Ängste auslöst, wird in diesem Buch beschrieben. Dass man gleichzeitig dem weiblichen Geschlecht gegenüber lockerer wird, ist eigentlich nur ein netter Nebeneffekt von dem Ganzen. Und als solchen sehe ich ihn auch. Viel Zeit zum Flirten habe ich momentan sowieso nicht, jetzt steht die Klausurphase an, anschließend mache ich in meinem Kaff wieder einen 6wöchigen Ferienjob (wie letztes Jahr auch), hoffentlich das letzte Mal, Stichwort Umzug 😉 Und den restlichen September fahre ich wahrscheinlich weg. Ab 1. Oktober, wenn alles glattläuft, der Umzug. Bedeutet für mich: Zwei Monate lang keine Großstadt. Dem weiblichen Geschlecht kann ich mich dann gerne wieder zuwenden, wenn im Oktober das Semester beginnt und der Umzug bis dahin hoffentlich auch vonstatten gegangen ist. Bis dahin genieße ich einfach meine in den letzten drei Wochen genommene Persönlichkeitsentwicklung. 150 Euro, die mein Leben nachhaltig verändert haben könnten, nach Jahren des Leidens...
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ging es beim Kauf des Buches auch um ganz andere Dinge. Das mit der Selbstverwirklichung habe ich erst nach zweimaligem Durchlesen des Buches für mich als Lebenstraum entdeckt, nachdem ich bereits den positiven Einfluss gespürt habe.

Bücher für 7 Euro setze ich übrigens mit Ramschware gleich (nicht abwertend gemeint) 😉 Aber trotzdem interessant zu wissen, dass Byron Katie darüber ein Buch geschrieben hat. Da schließt sich ja quasi der Kreis.
 

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