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Zu viel Leid für die Liebe?

Er war nur neun Jahre alt und insgesamt vier Jahre schwer krank.
An so etwas habe ich schon einmal gedacht. Ich weiß nur nicht, ob ich das schon schaffe (emotional).
Schrecklich, mein Bruder war auch 9 Jahre alt, als er starb😪

Aber für die Eltern ist es noch mal schlimmer, ich kann ja froh sein, dass die Reanimation bei meiner Tochter erfolgreich war, aber was für ein Leid, ihre schwere Beeinträchtigung mit ansehen zu müssen und ihr nicht helfen zu können-

Ein Jahr ist es also nun her-

Da ist die Wunde noch frisch .

Warte ab, in diesem Fall kann fast nur die Zeit helfen, aber die tut es dann auch verlässlich.

Ich würde dir wünschen, dass du bei all dieser Trauer nicht auch noch deine Familie schrottest, so schwierig deine Freundin auch sein mag-

Die Liebe ist vorhanden und das ist das Wichtigste.
 
In meine oder unsere Fall sind es die eigene Emotions, die für einen Teil die schlimmste Qualen und Schmerzen sind und lebensmüde machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gehirn es als "normal! einstuft.
Ich versuche es nochmal anders auszudrücken und erzähle ein eigenes Beispiel: Als ich noch ein Kind war, erkrankte meine Mutter an Krebs und starb auch daran. Das war natürlich hoch dramatisch und emotional und sicher nicht das, was ein kindliches Gehirn normalerweise erlebt ... aber gleichzeitig erlebte ich natürlich viel Zuwendung durch andere und verstand auch, dass der Tod zum Leben gehört, dass die Mutter nicht "alles" ist, sondern dass man das überstehen kann. Also hat mein Gehirn eine Art außergewöhnliche Leistung vollbringen müssen und das fühlte sich auch gut an, bei aller Trauer.

Und tatsächlich habe ich später im Leben bei vergleichbar emotionalen und herausfordernden Situationen ein "gutes Gefühl" dabei gehabt im Wissen, dass mein Gehirn damit klarkommen kann. Wie wenn früh angelegte Muskeln wieder benutzt werden konnten, die im Alltag brachliegen. Wenn du also durch die Krankheit und den Tod deines Sohnes eine ganz außergewöhnlich emotionale und beanspruchende Situation erlebt und überlebt hast, sucht sich dein Gehirn unbewusst möglicherweise (Theorie, keine "Wahrheit"!) immer wieder ähnlich herausfordernde Situationen oder erzeugt sie selbst.

Wie wenn du aus Versehen mit deinem neuen Auto abseits von der Straße gerätst und merkst, dass es auch Offroad gut fährt und sein Potential voll "ausleben" kann – dann wird die normale Straße eher langweilig.

Ist das verständlicher so?

Ziel könnte also sein, dass du dir bewusst starke Herausforderungen suchst, aber eben positive, keine destruktiven.
Denkst du das auch in die Richtung von eine Paartherapie?
Psychotherapie ist nicht ohne Nebenwirkungen, auch Paartherapie nicht. Ich würde erstmal versuchen, dass ihr das unter euch besprecht, aber wenn das nicht funktioniert, kann es schon einen Versuch wert sein, jemand Neutrales und Professionelles dazu zu holen.

Würde ich aber nur versuchen, wenn ihr das beide wollt – und nur mit jemand, zu dem ihr beides sehr großes Vertrauen spürt!
 
Nein, es ist anders.
Ich würde es nicht so bezeichnen, immer abwechselnd gut drauf.
Es ist eher so wenn einer eine Phase mit Depression und schwere Stimmung hat, funktioniert die andere so gut es geht weiter. Das hat nicht mit gut drauf sein zu tun, sondern eher für die Familie doppelt da sein, wenn der andere ausfällt.
Dann war das ein Missverständnis, genau das meinte ich mit dem ersten Vorschlag: Ihr kompensiert die Stimmung des anderen. Wenn der eine es gerade wieder heraus geschafft hat, dann bricht der andere ein, weil er sich im Krisenmodus für die Familie zusammen nehmen musste. Das ist Erschöpfung. Ihr musstet einfach schon sehr viel aushalten. Die Batterien sind leer.
 
Ich finde, dass man das nicht vergleichen kann. Kinder sind viel fatalistischer und nehmen die Dinge so hin, wie sie passieren.

Für Eltern, die ein Kind verlieren, ist es so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann.
Ich wollte das nicht relativieren oder gleichsetzen – es ging mir nur um die Funktionsweise des Gehirns im Umgang mit sehr herausfordernden Situationen.

Dass ich "fatalistisch" war oder das "hingenommen" hätte, stimmt übrigens gar nicht, ich war da schon knapp 11 und habe sehr wohl verstanden, was passiert. Ich habe später auch noch meinen Vater und meinen jüngeren Bruder, mit dem ich aufgewachsen bin, durch Suizid verloren. Die Heftigkeit könnte durchaus mit dem Tod eines Kindes vergleichbar sein, aber das werde ich nie vergleichen können, da ich keine Kinder habe. Für das Verständnis des Leids, wenn jemand sein Kind an eine Krankheit verliert, dürften meine Erfahrungen aber ausreichen – das wollte ich damit ausdrücken.
 
Schrecklich, mein Bruder war auch 9 Jahre alt, als er starb😪
Das ist sehr schrecklich. Mein gesamtes Beileid!
Wie hast du es verkraftet? Ich habe ständig Angst wie meine Tochter es verkraften kann. Sie war sieben Jahre alt.
Aber für die Eltern ist es noch mal schlimmer, ich kann ja froh sein, dass die Reanimation bei meiner Tochter erfolgreich war, aber was für ein Leid, ihre schwere Beeinträchtigung mit ansehen zu müssen und ihr nicht helfen zu können-
Das vorstelle ich mir sehr hart. Ich kann nicht wissen, wie es ist sich tag täglich um ein Kind mit eine Beinträchtigung zu pflegen. Ich weiß nur wie die Jahre von die Krankheit mit meinem Sohn waren. In die letzte Jahr haben wir entschieden, die Palliativ Care zu Hause zu machen mit eine mobile Palliativ Team. Es war 24/7 um ihn zu sorgen und ich bin froh, dass wir es so gemacht haben, aber es war eine harte Zeit ohne eine Sekunde Pause, auch emotional.
Mein große Respekt an dich. Wie lange pflegst du deine Tochter schon und ich nehme an, ihre Beeinträchtigung ist permanent?
 
Ich würde dir wünschen, dass du bei all dieser Trauer nicht auch noch deine Familie schrottest, so schwierig deine Freundin auch sein mag-
Pardon, aber dazu noch etwas: ich habe nie gesprochen, dass meine Freundin schwierig ist und würde auch nie. Sie hat ein schwieriges Leben mit Trauma von ihre Kindheit und noch eine große Schicksalschlag mehr. Sie ist wirklich sehr gut, wie sie alles schafft, nur oft hat sie es schwierig und dann ist es in diese Extrem Situations schwierig für die Beziehung und für mich.

Ich will meine Familie nicht schrotten.
 
Und tatsächlich habe ich später im Leben bei vergleichbar emotionalen und herausfordernden Situationen ein "gutes Gefühl" dabei gehabt im Wissen, dass mein Gehirn damit klarkommen kann. Wie wenn früh angelegte Muskeln wieder benutzt werden konnten, die im Alltag brachliegen.
Meinst du damit vielleicht Resilience?
Wenn du also durch die Krankheit und den Tod deines Sohnes eine ganz außergewöhnlich emotionale und beanspruchende Situation erlebt und überlebt hast, sucht sich dein Gehirn unbewusst möglicherweise (Theorie, keine "Wahrheit"!) immer wieder ähnlich herausfordernde Situationen oder erzeugt sie selbst.

Wie wenn du aus Versehen mit deinem neuen Auto abseits von der Straße gerätst und merkst, dass es auch Offroad gut fährt und sein Potential voll "ausleben" kann – dann wird die normale Straße eher langweilig.

Ist das verständlicher so?
Ich denke, ich verstehe worauf die hinaus willst. Es sind interessante Gedanken. Im Moment kann ich nicht identifizieren, aber ich behalte es im Kopf zum nachdenken und eventuell auch besprechen in der Therapie, ob diese Theorie eine Rolle spielen kann.
Dankeschön.
Ziel könnte also sein, dass du dir bewusst starke Herausforderungen suchst, aber eben positive, keine destruktiven.
Da ist es so, dass ich nicht ganz verstehe worauf du hinaus willst. Was ist die Herausforderung in meinem schweren Leben, die destruktiv sind? Meine Freundin, die Beziehung, die Familie? Positive Herausforderung wäre dann eine Partnerin, die nicht diese Schwierigkeiten hat?
Für mich ist das kein Plan oder Lösung.
Psychotherapie ist nicht ohne Nebenwirkungen, auch Paartherapie nicht. Ich würde erstmal versuchen, dass ihr das unter euch besprecht, aber wenn das nicht funktioniert, kann es schon einen Versuch wert sein, jemand Neutrales und Professionelles dazu zu holen.

Würde ich aber nur versuchen, wenn ihr das beide wollt – und nur mit jemand, zu dem ihr beides sehr großes Vertrauen spürt!
In die gute Phasen können wir gut sprechen und auch über sowas. In die schlechten ist es nicht gut möglich. Ich werde mich bemühen, aber die Idee für gemeinsame Therapie ist da, weil es oft gar nicht geht zu sprechen und es gleich zu eine Debatte oder Escalation wird. Mit eine Moderation ist es vielleicht besser.
 
Dann war das ein Missverständnis, genau das meinte ich mit dem ersten Vorschlag: Ihr kompensiert die Stimmung des anderen. Wenn der eine es gerade wieder heraus geschafft hat, dann bricht der andere ein, weil er sich im Krisenmodus für die Familie zusammen nehmen musste. Das ist Erschöpfung. Ihr musstet einfach schon sehr viel aushalten. Die Batterien sind leer.
Das ist wahr. Die Batterien sind schon seit viele Jahre ganz leer.
 

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