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Zu viel Leid für die Liebe?

Die Schwierigkeiten mit deiner Partnerin "hat" nicht sie als Person – die entstehen zwischen euch. Es kann aber durchaus sein, dass es die beste Lösung ist, die Beziehung abzubrechen und dass sich jeder von euch passendere Partner sucht, die nicht den anderen permanent triggern, sondern eher beruhigen.
Eigentlich glaube ich schon, dass wir es in uns haben füreinander gut zu sein und Beruhigung statt Trigger.
Weil die Liebe ja groß ist und beide keine andere Partner wollen.
Genau das scheint mir ja erforschenswert: Wie macht ihr das, dass ihr "gute Phasen" habt? Wie beendet ihr die "schlechten Phasen"?
Zunächst wird es in die schlechten Phasen immer brenzlicher und brenzlicher. Bis dann die große Escalation da ist und alles explodiert. Man denkt dann alles ist final kaputt. Die Beginn von die gute Phase ist, wenn wir (emotional) so zerstört sind, dass wir die Chaos zusammen "aufräumen" und vor die ganze Angst, dass es jetzt wirklich final zu schlimm war und die Ende ist, wieder wach werden und zusammen finden.. Dann ist wieder möglich liebevoll zu sein, vorsichtig zusammen. Wir reden stunden lang und es ist ganz anders, als die Debatten vorher wo jede Wort ein Missverstandnis ist und alles nur schwierig. Es ist dann nicht diese Extreme Situations oder Escalations, sondern eher Traurigkeit und Liebe, die mehr da ist als alles andere.
Nach so eine Explosion ist einfach für eine Zeit Ruhe und gut. Bis es wieder beginnt schwierig zu werden.
Eben, also macht es nicht mehr. Wenn etwas nicht funktioniert, heißt die Regel: Höre damit auf und probiere etwas anderes.
Wenn das so einfach gehen würde. Vor allem bei zwei Leute.
Was hilft stattdessen? Was passiert, wenn du sie in den Arm nimmst und einfach schweigend hältst?
Manchmal, nur manchmal es geht und bricht die Kreislauf. Wenn ich die richtige Moment bekomme und es noch nicht zu extrem ist. Oft ist es extrem und es macht es nur extremer und führt zu sehr unschöne Dinge.
Eine gute Idee ist eine, die im konkreten Fall funktioniert. Deine Idee kann für dich gut sein, aber offenbar ist sie nicht gut für euch beide.
Leider nicht.
 
Danke, ich war 5 Jahre an der Seite meiner Tochter, habe sie allerdings nie gepflegt, aber dafür Sorge getragen, dass sie in einer sehr guten Einrichtung ist.

Nun bin ich seit fast vier Monaten in Spanien, wie es dazu kam ist kompliziert.

Ich bin nun froh, dass es so gekommen ist, weil mich die Situation mit meiner Tochter rückblickend emotional zu sehr belastet hat.
Okay, das ist dann keine vergleichbare Situations.
Alles Beste für deine Tochter.
 
Es tut mir sehr leid, was Dir und Deiner Partnerin alles widerfahren ist, der Verlust eines Kindes ist dabei sicherlich der schlimmste Verlust, den man durchleben muss. Jedes Leben, das zu früh beendet wird, ist eine riesige Last.
Das ist so. Dankeschön.
Und jeder Mensch verarbeitet Trauer anders.
Manche schaffen es schnell wieder in einer Normalität zu landen, andere nie und der Rest irgendwo dazwischen.
Auch das ist meine Erfahrung.
Du könntest versuchen, nochmal regelmäßigere Begleitung zu haben und vor allem in den guten Phasen Dich intensiv damit zu beschäftigen und nicht dann, wenn der Abwärtsstrudel Dich bereits wieder im Griff hat. Das funktioniert nicht bei unmittelbarem Eintritt des Trauerfalls, aber in der z Folgezeit habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.
Das denke ich auch, dass es wichtig ist die guten Phasen zu nehmen, um alles zu bedenken und zu beschäftigen.
Ich habe die Trauerarbeit immer als ein Farbenspiel empfunden, wo anfänglich nur tiefstes schwarz war, kamen dann winzige Punkte, erst grau, dann allmählich farbig, die alle für ein Stück Loslassen standen (schwarz weg) und für gute Erinnerungen (Farben). In den dunklen Momenten brauchte ich immer Einsamkeit und Stille. Nur meine Tränen und meinen Atem. Reden darüber und Verarbeitung ging nur in hellen Momenten.
Ein schönes Bild.
Eine Idee hätte ich noch: vielleicht würde sich eine Kinder-Onkologie oder ein Kinderhospiz über einen Vorleser, einen Märchenerzähler, einen Spielepartner (Karten, Mensch ärgere Dich nicht,…) freuen, der einmal die Woche ein bisschen Zeit mit den Kindern verbringt und etwas Freude verbreitet. Das könnte auch eine positive Herausforderung sein und Dir, auch durch Kontakt mit Eltern, noch wieder andere Sichtweisen mitgeben.
Das kann ich nicht. Will es auch nicht. Dazu ist die Erfahrungen mit meinem Sohn zu schmerzhaft und schlimm, dass ich das könnte und mich eine Ort aussetzen, an dem mein Sohn sehr gelitten hat und für unsere Familie ganz schlimme Zeiten waren. Viel Freude verbreiten kann ich auch nicht und dann muss ich es für meine Kinder schaffen.
Wer das kann ist großartig. Ich bin es nicht.
 
Haben denn die “guten Phasen” und die “schlechten Phasen” einen direkten Zusammenhang mit euren seelischen Belastungsphasen, also werden sie eher dann ausgelöst, wenn es einem von euch oder euch beiden gerade schlecht geht?
 
Zunächst wird es in die schlechten Phasen immer brenzlicher und brenzlicher. Bis dann die große Escalation da ist und alles explodiert. Man denkt dann alles ist final kaputt. Die Beginn von die gute Phase ist, wenn wir (emotional) so zerstört sind, dass wir die Chaos zusammen "aufräumen" und vor die ganze Angst, dass es jetzt wirklich final zu schlimm war und die Ende ist, wieder wach werden und zusammen finden.. Dann ist wieder möglich liebevoll zu sein, vorsichtig zusammen. Wir reden stunden lang und es ist ganz anders, als die Debatten vorher wo jede Wort ein Missverstandnis ist und alles nur schwierig

Hallo Crev, ich hoffe, es ist ok für dich, wenn ich jetzt nur darauf Bezug nehme.
Ich glaube, man darf die bipolare Störung nicht unterschätzen. Jedenfalls kenne ich genau diese Symptome, die du hier beschreibst, diese riesigen Eskalationen, Unmöglichkeit, es zu beenden, Verlustangst,.. von einer Verwandten von mir (welche Diagnose das auch immer sein mag. Sie hatte dieselbe, aber auch noch andere).
Das kann eine riesige Belastung sein, natürlich für euch beide!!, aber in gewisser Hinsicht vielleicht noch mehr für dich, weil ihre Persönlichkeit in gewisser Hinsicht vielleicht auf dieses Zickzack aus Höhen und Tiefen ausgerichtet ist, aber deine nicht und du dich nach Ruhe sehnst. Ich glaube, das kann mit der Zeit wirklich zu totaler innerer Erschöpfung führen.

Deshalb glaube ich, ist es für eure Beziehung existentiell wichtig, dass sie (oder ihr beide zusammen, das weiß ich nicht) versucht, in einer Therapie, die auf diese Traumastörung ausgerichtet ist, 'Tools' zu finden, also Lösungswege, wie sie und du in einer solchen Situation (die halt lt. meiner Erfahrung immer wieder kommt) damit umgehen kann/könnt; was sie persönlich individuell wirklich beruhigt oder sie annehmen kann.
Dass sie sozusagen ein Set von Tools bei der Hand hat, und das richtige bei Bedarf anwenden kann. Und sie auch lernt, frühzeitig zu erkennen, in welche Richtung es gerade bei ihr geht.
Also so ähnlich habe ich das bei meiner Verwandten verstanden, dass das das war, was sie aus der Therapie mitgenommen hat (natürlich nicht nur).

Ich finde es wunderschön, dass ihr euch so liebt und so gegenseitig unterstützen wollt.
Deshalb fände ich es umso wichtiger, dass ihr auch die (individuellen, für euch passenden) Möglichkeiten dazu kennt.
 

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