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Zu viel Leid für die Liebe?

Ich finde, das drückt die Wahrheit aus.
Es ist eine harte Wirklichkeit.
Zu wissen, nichts wird mehr wie früher.
Für mich ist es die Wahrheit.
Für andere vielleicht nicht.
Das ist, was ich über Trauer weiß.
Es gibt nicht die eine Trauer. Es gibt für jeden Menschen, der gestorben ist eine andere und von jeden Menschen der Trauer hat genauso.
Aber manche Vorstellungen sind lacherlich, sich 30 Minuten zu geben für Trauer und dann nach diese Zeit zu sagen, jetzt ist Schluss damit.
Manchmal ist mein Tag ganz normal und dann sehe ich etwas auf die Straße, höre ein Geräusch oder bekomme einen Geruch und das ist in eine Sekunde eine Erinnerung an mein Sohn oder am schlimmsten die Krankheit und wie er gestorben ist. Da sind in eine Sekunde so extreme Gefühle und Trauer da. Man kann es nicht controllen und nicht auf die Uhr sehen und nach ein paar Minuten sagen, dass Schluss damit ist.
Das ist so ein Schmerz, dass man selbst eigentlich fast tot sein will, um das nicht spüren zu müssen.
Bei mir ist es so. Bei vielen Eltern, die ich kenne, ist es auch so. Aber es gibt sicher auch anderes.
Und doch glaube ich aus deinem Zeilen heraus zu lesen, dass ihr zusammen stark seid und diese schwierige Zeit hinter euch bringen werdet.
Die Trauer um deinen kleinen Sohn wird nie verschwinden.
Die wird immer da sein und das Gefühl der Ungerechtigkeit, dass er so früh schon von euch gehen mußte.
Aber auch euer anderes Leben, was begonnen hat kann gut werden.
Dankeschön für die große Verständnis und sensible Worte.
Ich hoffe es sehr.
Die Kinder bringen Leben und Freude in euer Leben.
Du und deine Partnerin habt euch gegenseitig, eure Liebe, das ist ein großer Trumpf in eurem Leben.
Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft, ich wünschte , ich könnte irgendetwas raten, was euch den Weg erleichtert.
Dankeschön.
Das Einzige ist, ab und zu immer Mal in euch hinein zu horchen, was ihr gerade braucht.
Eine Zeitlang habe ich mich in der Trauer wie auf Autopilot gefühlt.
Sachen wurden erledigt ,mechanisch, Gefühle verdrängt ( weil einfach zu schmerzhaft) ,Gedanken verbannt.
Das funktioniert nur eine Zeit lang.
Ja so war die erste Jahr. Sehr viel Autopilot und anders ist es gar nicht gegangen, weil ich um meine Tochter kümmern musste, die Mutter von die beide Kinder aus der erste Ehe, meine schwangere Freundin, dann unser kleines Baby.
Das ist schon besser geworden, dass es nicht nur Autopilot geht.
Es ist wichtig, die Gefühle zuzulassen.
Ich brauchte viel Ablenkung, aber auch immer mal wieder Zeiten für mich, langsam wieder in die Welt zu kommen, wo ich fühlen konnte, dass ich lebe.
Jeder braucht etwas anderes.
Ich wünsche, dass du das findest, was dir hilft.
Dankeschön, hoffentlich.
 
Ich kenne das doch auch- "zu wenig bei der Sache" ist zugleich nicht im Hier zu sein, abgedriftet zu sein. ""Entscheide dich, entweder richtig, oder nur Halbherzig"- okay, meine Tasse spüle ich nun voller Hingabe ab, nicht nebenher, ich lege größte Sorgfalt an den Tag, bei allem, was ich gerade tu und vor mir habe, ich blende die Gedanken weg und geh in diese Haltung. In der Haltung von Zärtlichkeit, ( auch eine Tasse mit Sorgfalt und Hingabe polieren ist heraustreten aus Depression, Eintreten in eine andere Spur. Oder dem Kind wirklich zuhören, nicht nebenher, mit Hingabe und absolut, nicht halbert- das ist Austreten aus diesem Modus und in einen anderen einsteigen.
Konzentration, Kontemplation, Zelebrieren, in volle Achtsamkeit gehen, so mache ich immer, wenn ich schusselig, halb bei der Sache bin- da kriege ich mich wieder ein. Ich sammele mich, zentriere mich, geh in meine Mitte durch höchste Sorgfalt und wirkliches Dabeisein.
Man kann das üben und trainieren.
Concentration ist auch eine schwere Punkt.
Ich glaube dir, dass diese Focus auf die Tätigkeiten sehr hilft. Mir fällt es oft schwer. Mit die Familie geht es. Ich werde mich mehr bemühen und sehen, ob es für mich auch gut ist.
 
Den Verlust eines Kinds steckt man nicht einfach mal weg.
Das ist wahr.
Die Dynamik zwischen euch sollte man aber genau betrachten: Wieso seid ihr immer abwechselnd gut drauf? Ist es, weil einer die Stimmung des anderen kompensiert, wenn es diesem schlecht geht? Ist es, weil einer nicht sehen kann, wie der andere gut drauf ist, weil man selbst ja gerade am Boden ist? Und dann dreht es sich um?
Nein, es ist anders.
Ich würde es nicht so bezeichnen, immer abwechselnd gut drauf.
Es ist eher so wenn einer eine Phase mit Depression und schwere Stimmung hat, funktioniert die andere so gut es geht weiter. Das hat nicht mit gut drauf sein zu tun, sondern eher für die Familie doppelt da sein, wenn der andere ausfällt.
Ein Exemple: Vor zwei, drei Wochen war ich in eine ganz schlechte Phase vor die Todestag von meine Sohn. Ich habe das sehr schlecht verkraftet und war in eine große Depression. Meine Freundin hat mich sehr geholfen und viel Ruhe gelassen, sich um die Familie gekümmert und war sehr verständnisvoll für mich. Es ging mit mir dann wieder nach und nach besser. An die erste Tag, wo ich wieder so fast normal und okay gefühlt habe, war am Abend von eine Sekunde auf die nächste eine Escalation mit meine Freundin und danach Tage mit Depressionen und Escalatione bei ihr.

Ich glaube, es ist weil wir beide so an die Limit gehen, auch wenn wir in eine normale Phase sind. Unsere Capacites sind nicht so wie von normale Menschen sondern viel kleiner und auch die ganz normale Leben ist für uns oft schwer und viel Stress, auch wenn es okay und normal geht. Wenn dann mit eine was ist wie eine Depression, kostet es noch mehr Capacites für die Familie da sein und kümmern. Wenn der andere dann wieder functioniert, kommt bei dem anderen ein emotionale Zusammenbruch.
So ist es zumindest oft.
 
@Crev

Wie alt war dein Sohn als er starb? Bestimmt hatte er so seine eigenen Gedanken, Vorstellungen, Wünsche usw., wie wäre es da, wenn du davon ein Teil von ihm irgendwie verewigen könntest, irgendwie wie du denkst oder wie/was vielleicht sogar sein Wunsch war?
Er war nur neun Jahre alt und insgesamt vier Jahre schwer krank.
An so etwas habe ich schon einmal gedacht. Ich weiß nur nicht, ob ich das schon schaffe (emotional).
 
Er war nur neun Jahre alt und insgesamt vier Jahre schwer krank.
An so etwas habe ich schon einmal gedacht. Ich weiß nur nicht, ob ich das schon schaffe (emotional).
Schrecklich, mein Bruder war auch 9 Jahre alt, als er starb😪

Aber für die Eltern ist es noch mal schlimmer, ich kann ja froh sein, dass die Reanimation bei meiner Tochter erfolgreich war, aber was für ein Leid, ihre schwere Beeinträchtigung mit ansehen zu müssen und ihr nicht helfen zu können-

Ein Jahr ist es also nun her-

Da ist die Wunde noch frisch .

Warte ab, in diesem Fall kann fast nur die Zeit helfen, aber die tut es dann auch verlässlich.

Ich würde dir wünschen, dass du bei all dieser Trauer nicht auch noch deine Familie schrottest, so schwierig deine Freundin auch sein mag-

Die Liebe ist vorhanden und das ist das Wichtigste.
 
In meine oder unsere Fall sind es die eigene Emotions, die für einen Teil die schlimmste Qualen und Schmerzen sind und lebensmüde machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gehirn es als "normal! einstuft.
Ich versuche es nochmal anders auszudrücken und erzähle ein eigenes Beispiel: Als ich noch ein Kind war, erkrankte meine Mutter an Krebs und starb auch daran. Das war natürlich hoch dramatisch und emotional und sicher nicht das, was ein kindliches Gehirn normalerweise erlebt ... aber gleichzeitig erlebte ich natürlich viel Zuwendung durch andere und verstand auch, dass der Tod zum Leben gehört, dass die Mutter nicht "alles" ist, sondern dass man das überstehen kann. Also hat mein Gehirn eine Art außergewöhnliche Leistung vollbringen müssen und das fühlte sich auch gut an, bei aller Trauer.

Und tatsächlich habe ich später im Leben bei vergleichbar emotionalen und herausfordernden Situationen ein "gutes Gefühl" dabei gehabt im Wissen, dass mein Gehirn damit klarkommen kann. Wie wenn früh angelegte Muskeln wieder benutzt werden konnten, die im Alltag brachliegen. Wenn du also durch die Krankheit und den Tod deines Sohnes eine ganz außergewöhnlich emotionale und beanspruchende Situation erlebt und überlebt hast, sucht sich dein Gehirn unbewusst möglicherweise (Theorie, keine "Wahrheit"!) immer wieder ähnlich herausfordernde Situationen oder erzeugt sie selbst.

Wie wenn du aus Versehen mit deinem neuen Auto abseits von der Straße gerätst und merkst, dass es auch Offroad gut fährt und sein Potential voll "ausleben" kann – dann wird die normale Straße eher langweilig.

Ist das verständlicher so?

Ziel könnte also sein, dass du dir bewusst starke Herausforderungen suchst, aber eben positive, keine destruktiven.
Denkst du das auch in die Richtung von eine Paartherapie?
Psychotherapie ist nicht ohne Nebenwirkungen, auch Paartherapie nicht. Ich würde erstmal versuchen, dass ihr das unter euch besprecht, aber wenn das nicht funktioniert, kann es schon einen Versuch wert sein, jemand Neutrales und Professionelles dazu zu holen.

Würde ich aber nur versuchen, wenn ihr das beide wollt – und nur mit jemand, zu dem ihr beides sehr großes Vertrauen spürt!
 
Nein, es ist anders.
Ich würde es nicht so bezeichnen, immer abwechselnd gut drauf.
Es ist eher so wenn einer eine Phase mit Depression und schwere Stimmung hat, funktioniert die andere so gut es geht weiter. Das hat nicht mit gut drauf sein zu tun, sondern eher für die Familie doppelt da sein, wenn der andere ausfällt.
Dann war das ein Missverständnis, genau das meinte ich mit dem ersten Vorschlag: Ihr kompensiert die Stimmung des anderen. Wenn der eine es gerade wieder heraus geschafft hat, dann bricht der andere ein, weil er sich im Krisenmodus für die Familie zusammen nehmen musste. Das ist Erschöpfung. Ihr musstet einfach schon sehr viel aushalten. Die Batterien sind leer.
 
Ich finde, dass man das nicht vergleichen kann. Kinder sind viel fatalistischer und nehmen die Dinge so hin, wie sie passieren.

Für Eltern, die ein Kind verlieren, ist es so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann.
Ich wollte das nicht relativieren oder gleichsetzen – es ging mir nur um die Funktionsweise des Gehirns im Umgang mit sehr herausfordernden Situationen.

Dass ich "fatalistisch" war oder das "hingenommen" hätte, stimmt übrigens gar nicht, ich war da schon knapp 11 und habe sehr wohl verstanden, was passiert. Ich habe später auch noch meinen Vater und meinen jüngeren Bruder, mit dem ich aufgewachsen bin, durch Suizid verloren. Die Heftigkeit könnte durchaus mit dem Tod eines Kindes vergleichbar sein, aber das werde ich nie vergleichen können, da ich keine Kinder habe. Für das Verständnis des Leids, wenn jemand sein Kind an eine Krankheit verliert, dürften meine Erfahrungen aber ausreichen – das wollte ich damit ausdrücken.
 

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