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Zu viel Leid für die Liebe?

Vielmehr kommt mir der Ansatz besser vor, gemeinsam zu schauen, welchen Umfang ihr mit den je schweren Phasen braucht und finden könnt. Vielleicht ist manchmal wirklich eine Art Pause gut, in der eine*r von euch etwas auf Abstand geht, vielleicht sind gemeinsame therapeutische Gespräche hilfreich, etc.
Dankeschön, mit der Erklärung verstehe ich es besser.

Ich habe gestern noch viel nachgedacht. Ich glaube ein sehr große Punkt ist, wenn es extreme wird in die Debatte und immer mehr eine Escalation wird, ist es so schwierig weil wir in die Situation keine gute Umgang haben, raus zu kommen.
Es wäre sehr gut und vernünftig in diese Situation eine Pause oder Unterbrechung zu machen, aber das ist genau der Fehler. Wir schaffen es nicht. Meine Freundin hat ein große Problem mit die Angst von Verlusten und das zeigt sich in eine Inbalance von Nähe und Distance. Gerade in diese Extrem Situation und die größte Debatte, wenn ich sage wir machen jetzt ein Cut und ich gehe eine Stunde spazieren oder nur in die andere Zimmer (examples), damit sich die Lage wieder ruhiger werden kann, ist es für sie die größte Trigger und es wird nur noch mehr extreme. Wenn ich keine Weg sehe und es doch mache, wie weg gehe, geht sie mit und es wird immer mehr extreme. Aber ich denke eigentlich wäre das in die Situations eine gute Idee damit sich alles beruhigen kann.
 
Meine Freundin hat ein große Problem mit die Angst von Verlusten und das zeigt sich in eine Inbalance von Nähe und Distance.
Dennoch muss man es mit klarer Kommunikation versuchen. Beispielsweise: Das Gespräch dreht sich im Kreis und ich habe Angst, dass es eskaliert. Ich gehe jetzt eine halbe Stunde spazieren, aber dann können wir in Ruhe weiter reden.
Ich denke jedenfalls nicht, dass es an eurer Liebe an sich liegt.
 
Meinst du damit vielleicht Resilience?
Eher nicht. Eher eine Art "Notfallprogramm", das in extremen Situationen abläuft. Resilienz würde ich eher als Alltagsfähigkeit einordnen.
Da ist es so, dass ich nicht ganz verstehe worauf du hinaus willst. Was ist die Herausforderung in meinem schweren Leben, die destruktiv sind? Meine Freundin, die Beziehung, die Familie? Positive Herausforderung wäre dann eine Partnerin, die nicht diese Schwierigkeiten hat?
Positive Herausforderungen wären solche, die du dir selbst auswählst, die dich in einer Weise beanspruchen, die dich nicht überfordert, aber doch anstrengt. Beispiel: Wenn du in einer Selbsthilfegruppe für Eltern tätig würdest, die ihre Kinder verloren haben. Das wäre sicher eine große Herausforderung, aber eben nichts, was deinen Alltag stört (wie der Stress in der Beziehung).

Die Schwierigkeiten mit deiner Partnerin "hat" nicht sie als Person – die entstehen zwischen euch. Es kann aber durchaus sein, dass es die beste Lösung ist, die Beziehung abzubrechen und dass sich jeder von euch passendere Partner sucht, die nicht den anderen permanent triggern, sondern eher beruhigen.

In die gute Phasen können wir gut sprechen und auch über sowas.
Genau das scheint mir ja erforschenswert: Wie macht ihr das, dass ihr "gute Phasen" habt? Wie beendet ihr die "schlechten Phasen"?

Es wäre sehr gut und vernünftig in diese Situation eine Pause oder Unterbrechung zu machen, aber das ist genau der Fehler.
Eben, also macht es nicht mehr. Wenn etwas nicht funktioniert, heißt die Regel: Höre damit auf und probiere etwas anderes.
wenn ich sage wir machen jetzt ein Cut und ich gehe eine Stunde spazieren oder nur in die andere Zimmer (examples), damit sich die Lage wieder ruhiger werden kann, ist es für sie die größte Trigger und es wird nur noch mehr extreme.
Was hilft stattdessen? Was passiert, wenn du sie in den Arm nimmst und einfach schweigend hältst?
Wenn ich keine Weg sehe und es doch mache, wie weg gehe, geht sie mit und es wird immer mehr extreme. Aber ich denke eigentlich wäre das in die Situations eine gute Idee damit sich alles beruhigen kann.
Eine gute Idee ist eine, die im konkreten Fall funktioniert. Deine Idee kann für dich gut sein, aber offenbar ist sie nicht gut für euch beide.
 
Mein große Respekt an dich. Wie lange pflegst du deine Tochter schon und ich nehme an, ihre Beeinträchtigung ist permanent?
Danke, ich war 5 Jahre an der Seite meiner Tochter, habe sie allerdings nie gepflegt, aber dafür Sorge getragen, dass sie in einer sehr guten Einrichtung ist.

Nun bin ich seit fast vier Monaten in Spanien, wie es dazu kam ist kompliziert.

Ich bin nun froh, dass es so gekommen ist, weil mich die Situation mit meiner Tochter rückblickend emotional zu sehr belastet hat.
 
Es tut mir sehr leid, was Dir und Deiner Partnerin alles widerfahren ist, der Verlust eines Kindes ist dabei sicherlich der schlimmste Verlust, den man durchleben muss. Jedes Leben, das zu früh beendet wird, ist eine riesige Last.

Und jeder Mensch verarbeitet Trauer anders.
Manche schaffen es schnell wieder in einer Normalität zu landen, andere nie und der Rest irgendwo dazwischen.
Du könntest versuchen, nochmal regelmäßigere Begleitung zu haben und vor allem in den guten Phasen Dich intensiv damit zu beschäftigen und nicht dann, wenn der Abwärtsstrudel Dich bereits wieder im Griff hat. Das funktioniert nicht bei unmittelbarem Eintritt des Trauerfalls, aber in der z Folgezeit habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Ich habe zwar kein Kind verloren, aber sehr plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung, geliebte Menschen und davon nicht nur einen, die alle viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden.
Ich habe die Trauerarbeit immer als ein Farbenspiel empfunden, wo anfänglich nur tiefstes schwarz war, kamen dann winzige Punkte, erst grau, dann allmählich farbig, die alle für ein Stück Loslassen standen (schwarz weg) und für gute Erinnerungen (Farben). In den dunklen Momenten brauchte ich immer Einsamkeit und Stille. Nur meine Tränen und meinen Atem. Reden darüber und Verarbeitung ging nur in hellen Momenten.
Daher mein Rat, ob Du eine regelmäßigere Begleitung/Gruppe finden kannst und speziell in den guten Zeiten dorthin gehst, weil dann Wege einem deutlich klarer erscheinen und umsetzbar, als in den dunklen Phasen, die einfach nur weh tun. Die dunklen Phasen bleiben, aber manchmal ist es dann nur eine Träne, die kullert, weil es einen kleinen Auslöser gab, es zieht einem aber nicht mehr den Boden unter den Füßen weg.

Beide zusammen solltet ihr versuchen, die Ursachen in Eurer Partnerschaft zu finden, die die wechselseitigen Belastungen mit auslösen, die dann in die Extremsituationen führen. Deine Partnerin muss lernen, dass sie Dich nicht verliert, wenn Du mal rausgehst aus Diskussionen, die ihr Ziel längst unterwegs verloren haben und sich im Kreis drehen. Das kostet beide unendlich viel Kraft in diesem Moment.
Nicht umsonst “schläft man oft über Dinge”, weil Gedanken zur Ruhe kommen und dann der Weg klar erscheint.
Sie muss lernen, dass jeder Mensch - sie selbst auch - Zeit für sich alleine braucht, um sich selbst wahrzunehmen und zu verstehen. Jeder hat einen Raum, in den er gehen kann (muss kein Zimmer sein, kann es aber sein, je nach Wohnsituation) und den niemand sonst dann betritt.
Ich gehe immer in die Natur, einfach aus dem Grund, weil ich dort alles lassen kann und die Natur keine Meinung über mich hat, mich nicht ab- oder bewertet, mich einfach mich sein lässt.

Eine Idee hätte ich noch: vielleicht würde sich eine Kinder-Onkologie oder ein Kinderhospiz über einen Vorleser, einen Märchenerzähler, einen Spielepartner (Karten, Mensch ärgere Dich nicht,…) freuen, der einmal die Woche ein bisschen Zeit mit den Kindern verbringt und etwas Freude verbreitet. Das könnte auch eine positive Herausforderung sein und Dir, auch durch Kontakt mit Eltern, noch wieder andere Sichtweisen mitgeben.

Ich wünsche Euch beiden Kraft für Euch und Eure Kinder und mehr positive Momente.
 
Dennoch muss man es mit klarer Kommunikation versuchen. Beispielsweise: Das Gespräch dreht sich im Kreis und ich habe Angst, dass es eskaliert. Ich gehe jetzt eine halbe Stunde spazieren, aber dann können wir in Ruhe weiter reden.
Ich denke jedenfalls nicht, dass es an eurer Liebe an sich liegt.
Das ist naheliegend und genau so versuche ich es. In diese Stufe von die Escalation erreicht meine klare Kommunikation sie nicht.
 
Die Schwierigkeiten mit deiner Partnerin "hat" nicht sie als Person – die entstehen zwischen euch. Es kann aber durchaus sein, dass es die beste Lösung ist, die Beziehung abzubrechen und dass sich jeder von euch passendere Partner sucht, die nicht den anderen permanent triggern, sondern eher beruhigen.
Eigentlich glaube ich schon, dass wir es in uns haben füreinander gut zu sein und Beruhigung statt Trigger.
Weil die Liebe ja groß ist und beide keine andere Partner wollen.
Genau das scheint mir ja erforschenswert: Wie macht ihr das, dass ihr "gute Phasen" habt? Wie beendet ihr die "schlechten Phasen"?
Zunächst wird es in die schlechten Phasen immer brenzlicher und brenzlicher. Bis dann die große Escalation da ist und alles explodiert. Man denkt dann alles ist final kaputt. Die Beginn von die gute Phase ist, wenn wir (emotional) so zerstört sind, dass wir die Chaos zusammen "aufräumen" und vor die ganze Angst, dass es jetzt wirklich final zu schlimm war und die Ende ist, wieder wach werden und zusammen finden.. Dann ist wieder möglich liebevoll zu sein, vorsichtig zusammen. Wir reden stunden lang und es ist ganz anders, als die Debatten vorher wo jede Wort ein Missverstandnis ist und alles nur schwierig. Es ist dann nicht diese Extreme Situations oder Escalations, sondern eher Traurigkeit und Liebe, die mehr da ist als alles andere.
Nach so eine Explosion ist einfach für eine Zeit Ruhe und gut. Bis es wieder beginnt schwierig zu werden.
Eben, also macht es nicht mehr. Wenn etwas nicht funktioniert, heißt die Regel: Höre damit auf und probiere etwas anderes.
Wenn das so einfach gehen würde. Vor allem bei zwei Leute.
Was hilft stattdessen? Was passiert, wenn du sie in den Arm nimmst und einfach schweigend hältst?
Manchmal, nur manchmal es geht und bricht die Kreislauf. Wenn ich die richtige Moment bekomme und es noch nicht zu extrem ist. Oft ist es extrem und es macht es nur extremer und führt zu sehr unschöne Dinge.
Eine gute Idee ist eine, die im konkreten Fall funktioniert. Deine Idee kann für dich gut sein, aber offenbar ist sie nicht gut für euch beide.
Leider nicht.
 
Danke, ich war 5 Jahre an der Seite meiner Tochter, habe sie allerdings nie gepflegt, aber dafür Sorge getragen, dass sie in einer sehr guten Einrichtung ist.

Nun bin ich seit fast vier Monaten in Spanien, wie es dazu kam ist kompliziert.

Ich bin nun froh, dass es so gekommen ist, weil mich die Situation mit meiner Tochter rückblickend emotional zu sehr belastet hat.
Okay, das ist dann keine vergleichbare Situations.
Alles Beste für deine Tochter.
 
Es tut mir sehr leid, was Dir und Deiner Partnerin alles widerfahren ist, der Verlust eines Kindes ist dabei sicherlich der schlimmste Verlust, den man durchleben muss. Jedes Leben, das zu früh beendet wird, ist eine riesige Last.
Das ist so. Dankeschön.
Und jeder Mensch verarbeitet Trauer anders.
Manche schaffen es schnell wieder in einer Normalität zu landen, andere nie und der Rest irgendwo dazwischen.
Auch das ist meine Erfahrung.
Du könntest versuchen, nochmal regelmäßigere Begleitung zu haben und vor allem in den guten Phasen Dich intensiv damit zu beschäftigen und nicht dann, wenn der Abwärtsstrudel Dich bereits wieder im Griff hat. Das funktioniert nicht bei unmittelbarem Eintritt des Trauerfalls, aber in der z Folgezeit habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.
Das denke ich auch, dass es wichtig ist die guten Phasen zu nehmen, um alles zu bedenken und zu beschäftigen.
Ich habe die Trauerarbeit immer als ein Farbenspiel empfunden, wo anfänglich nur tiefstes schwarz war, kamen dann winzige Punkte, erst grau, dann allmählich farbig, die alle für ein Stück Loslassen standen (schwarz weg) und für gute Erinnerungen (Farben). In den dunklen Momenten brauchte ich immer Einsamkeit und Stille. Nur meine Tränen und meinen Atem. Reden darüber und Verarbeitung ging nur in hellen Momenten.
Ein schönes Bild.
Eine Idee hätte ich noch: vielleicht würde sich eine Kinder-Onkologie oder ein Kinderhospiz über einen Vorleser, einen Märchenerzähler, einen Spielepartner (Karten, Mensch ärgere Dich nicht,…) freuen, der einmal die Woche ein bisschen Zeit mit den Kindern verbringt und etwas Freude verbreitet. Das könnte auch eine positive Herausforderung sein und Dir, auch durch Kontakt mit Eltern, noch wieder andere Sichtweisen mitgeben.
Das kann ich nicht. Will es auch nicht. Dazu ist die Erfahrungen mit meinem Sohn zu schmerzhaft und schlimm, dass ich das könnte und mich eine Ort aussetzen, an dem mein Sohn sehr gelitten hat und für unsere Familie ganz schlimme Zeiten waren. Viel Freude verbreiten kann ich auch nicht und dann muss ich es für meine Kinder schaffen.
Wer das kann ist großartig. Ich bin es nicht.
 

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